Große Frankfurter Straße
Die Große Frankfurter Straße war eine zentrale Hauptstraße in Berlin. Sie wurde 1950 in Stalinallee umbenannt und 1961 in Karl-Marx-Allee. Sie wurde seitdem komplett neu bebaut, es blieben keine historischen Gebäude erhalten.
Lage
Die Große Frankfurter Straße war die westliche Verlängerung der Frankfurter Allee (vorher Frankfurter Chaussee) in Richtung des Berliner Stadtzentrums. Sie verlief entlang der jetzigen Karl-Marx-Allee in ost-westlicher Richtung von der Friedenstraße (jetzt Frankfurter Tor) durch die Fruchtstraße (jetzt Straße der Pariser Kommune), die Koppenstraße, die Fürstenwalder Straße (nur nördlich), die Lebuser Straße, die Strausberger Straße, die Weberstraße (nur nördlich), die Markusstraße (nur südlich), die Waßmannstraße (nur nördlich) bis zur Kaiserstraße (nur westlich) und der Kleinen Frankfurter Straße (nur nördlich, etwa am jetzigen Kino International). 1929/1930 wurde die Straßenführung durch die Elisabethstraße bis zur Landsberger Straße (vor dem Haus der Gesundheit) verlängert. In dieser Zeit wurde auch der westliche Teil der Frankfurter Allee in Frankfurter Straße umbenannt.
Die Große Frankfurter Straße lag in der Stralauer Vorstadt, ab 1920 gehörte der westliche Teil (bis zur Markusstraße) zu Berlin-Mitte, der östliche zu Berlin-Friedrichshain.
Geschichte
Sie war der westlichste Teil der alten Heerstraße von Frankfurt/Oder über Friedrichsfelde nach Berlin, noch vor der Stadtgrenze. Bereits 1510 stand auf einer kleinen Anhöhe der Rabenstein als wichtigste Hinrichtungsstätte der Stadt. 1701 wurde dieser auf Anordnung von König Friedrich von dort entfernt und an eine andere Stelle verlegt. 1702 ließ er entlang der Straße Linden pflanzen.<ref>Horst Fritsche, Die Namen der aktuellen und historischen Straßen und Plätze in Berlin-Mitte, 1902, S. 103; wahrscheinlich nach Friedrich Nicolai, Beschreibung der Königlichen Residenzstädte Berlin und Potsdam, 1786 </ref> Seit 1705 lag der westliche Teil der Frankfurter Straße (erstmals) innerhalb der nach Nordosten erweiterten Stadtbefestigung von Berlin, mit einem Frankfurter Tor als Kontrollstation (am jetzigen Strausberger Platz). In den folgenden Jahren wurde die Frankfurter Straße mit Wohnhäusern bebaut.<ref>Dusableau-Plan von 1723 (unten links, gesüdet), erster Plan mit Straßen in den nordöstlichen Vorstädten von Berlin, die Frankfurter Straße ist bereits bebaut </ref> Um 1775 wurde der lange östliche Teil in Große Frankfurter Straße umbenannt und das letzte kurze nach Norden abbiegende Stück in Kleine Frankfurter Straße.<ref>Karte von Oesfeld 1778, erstmalige Bezeichnung, noch nicht 1772 bei Rhode </ref> Um 1802 wurde die Berliner Stadtgrenze weiter nach Osten verlegt und dort ein neues Frankfurter Tor gebaut. Im März 1848 fanden Barrikadenkämpfe zwischen Revolutionären. und preußischen Truppen im Bereich des alten Frankfurter Tores statt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Märzrevolution 1848 – Barrikade Große Frankfurter Straße. ( des Vorlage:IconExternal vom 6. Mai 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Gedenktafel am Strausberger Platz am Haus Berlin </ref>
In der folgenden Zeit entwickelte sich die Große Frankfurter Straße zur zentralen Geschäftsstraße des Berliner Ostens und war eine der längsten der Stadt. Ab etwa 1889 fuhren dort Pferdebahnlinien. Im Januar 1919 fanden Kämpfe zwischen kommunistischen Aufständischen und Regierungstruppen statt. 1928/1930 wurde die U-Bahn-Linie E unter der Straße gebaut und diese dafür durch eine Querstraße bis zur Landsberger Straße durchgebrochen.
Von 1943 bis 1945 wurden die meisten Gebäude durch Kriegseinwirkungen schwer beschädigt. Danach wurden die Trümmer der meisten Gebäude beseitigt, einige blieben aber zunächst stehen. 1949 wurde die Straße in Stalinallee umbenannt. In den folgenden Jahren wurde sie planmäßig mit neuer Architektur bebaut und alle bestehenden Gebäude abgerissen, auch die nahegelegene St. Markuskirche wurde gesprengt.
Gebäude
In der Großen Frankfurter Straße gab es zahlreiche Geschäfte und weitere Unternehmen. Dort wohnten auch viele Arbeiter mit ihren Familien. Die Nummerierung verlief (mindestens bis 1931) von der Friedenstraße auf der nördlichen Seite bis zur Kleinen Frankfurter Straße und auf der anderen Seite wieder zurück, in Hufeisenform.<ref>Große Frankfurter Straße. In: Berliner Adreßbuch, 1928, IV, S. 289–293., auch in anderen Jahren </ref>
- Nr. 23 Gemeindeschule
- Nr. 24 Weydingsche Stiftungen mit Hospital
- Nr. 78 Kaufhaus
- Nr. 113 Kaufhaus Union (Ecke Andreasstraße 46)<ref>Kaufhaus Union Berlin Museum Digital, Postkarte um 1935 </ref>
- Nr. 123 Pianofabrik, 1927
- Nr. 125 Kaufhaus
- Nr. 132 Ostend-Theater, dann Volkstheater, Nationaltheater, Carl-Weiss-Theater, Rose-Theater, 1878–1944
Literatur
- Horst Fritsche: Die Namen der aktuellen und historischen Straßen Straßen und Plätze in Berlin-Mitte. Edition Luisenstadt, Berlin 2002. S. 103, mit einigen historischen Ungenauigkeiten
Weblinks
- Große Frankfurter Straße. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins, nach Straßennamenbuch
- Große Frankfurter Straße Berlin Mitte Archiv, mit histprischen Fotos
- Suche nach Große Frankfurter Straße. In: Deutsche Digitale Bibliothek
Einzelnachweise
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