Großblütige Königskerze
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Großblütige Königskerze (Verbascum densiflorum) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Verbascum densiflorum | ||||||||||||
| Bertol. |
Die Großblütige Königskerze (Verbascum densiflorum) ist eine Pflanzenart, die zur Gattung der Königskerzen (Verbascum) innerhalb der Familie der Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae) gehört.
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Die Großblütige Königskerze wächst als überwinternd grüne, zweijährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von meist 50 bis 120 (manchmal bis zu 300) Zentimetern erreichen kann. Sie blüht nur einmal. Die oberirdischen Pflanzenteile sind dicht wollig filzig mit bäumchenförmigen Trichomen behaart. Die Stängel sind durch herablaufende Blattränder geflügelt.
Die wechselständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind am Stängel herablaufend. Die einfache, große Blattspreite ist länglich elliptisch. Die runzlig-grubige Blattspreite ist beiderseits dicht gelblich bis grau-grün, filzig behaart. Der Blattrand ist grob gekerbt, gezähnt bis gesägt.
Generative Merkmale
Die Blüten der früher auch Schafzagel bzw. Schafschwanz<ref>Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 456 (zu schafzagel).</ref> genannten Pflanze stehen in einem endständigen, langen walzlichen Blütenstand zusammen und blühen von Juni bis September von unten nach oben allmählich auf. Der Gesamtblütenstand ist eine Thyrse, die sich aus meist vier- (zwei- bis neun-)-blütigen zymösen (knäueligen Wickeln) Teilblütenständen zusammensetzt. Der Blütenstiel ist sehr kurz.
Die zwittrigen Blüten sind mit einem Durchmesser von 35 bis 50 Millimetern etwas zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf hell goldgelben Kronblätter sind nicht oder schwach durchscheinend punktiert. Von den ungleichen Staubfäden sind die drei oberen dicht behaart, die zwei unteren kahl. Die Narbe ist keulenförmig.
Die bei Reife braune, septizidale (= fachspaltige) Kapselfrucht enthält je etwa 300 winziger, feiner Samen.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 32 oder 34.<ref name="Oberdorfer2001" />
Ökologie
Die Großblütige Königskerze ist eine zweijährige Halbrosettenpflanze. Sie weist verschiedene Trockenheitsanpassungen auf: Die oberirdischen Pflanzenteile sind dicht wollig filzig mit bäumchenförmigen Trichomen behaart, dies bewirkt einen Einstrahlungs- und Verdunstungsschutz. Die Blätter sind runzlig-grubig, am Stängel herablaufend (wodurch der Regen zur Wurzel abgeleitet wird).
Blütenökologisch handelt es sich um „Pollen-Scheibenblumen“. Der Pollen steht nur morgens bis 10 Uhr zur Verfügung. Die Blütenkrone ist durch Flavonoide hell goldgelb und hat eine hohe UV-Reflexion. Die Wollhaare der Staubfäden wurden früher als „Futterhaare“ gedeutet, heute sieht man in ihnen eher Staubbeutelattrappen. Die Blüten sind vorweiblich; dadurch, dass Hautflügler ährenartige Blütenstände stets von unten nach oben anfliegen, wird Fremdbestäubung gefördert. Auch andere Insekten kommen als Bestäuber in Frage.
Bei je 200 Blüten je Pflanze sind etwa 60.000 Samen vorhanden. Die Ausbreitung der Samen erfolgt als Wind- und Tierstreuer. Die Samen sind Ballonflieger, Licht- und Frostkeimer. Fruchtreife erfolgt von September bis Oktober.
Die Großblütige Königskerze kann vom Rostpilz Uromyces verbasci befallen werden.<ref>Peter Zwetko: [[[:Vorlage:ZOBODAT/URL]] Die Rostpilze Österreichs.] Supplement und Wirt-Parasit-Verzeichnis zur 2. Auflage des Catalogus Florae Austriae, III. Teil, Heft 1, Uredinales. (PDF; 1,8 MB).</ref>
Vorkommen
Die Großblütige Königskerze besitzt eine intermediär kontinentale Verbreitung. Sie kommt in Europa vor, nördlich bis Dänemark und Schweden, außerdem in Marokko, in der Türkei, in Aserbaidschan und in Georgien.<ref name="GRIN" /> In Europa kommt sie ursprünglich in fast allen Ländern vor und fehlt nur in Portugal, Norwegen, Island, Finnland und Ungarn. In Großbritannien, Irland und im Baltikum kommt sie nur eingeschleppt vor.<ref name="POWO" /> Man findet die Großblütige Königskerze zerstreut in sonnigen Unkrautfluren, an Schuttplätzen, Wegrändern, Dämmen, Ufern, auch in Waldschlägen. Sie gedeiht am besten auf trockenen bis frischen, nährstoffreichen, meist kalkhaltigen Böden. Nach Ellenberg ist sie eine Lichtpflanze, mäßig stickstoffreiche Standorte anzeigend. Sie ist eine Verbandscharakterart wärmebedürftiger Distel-Gesellschaften (Onopordion acanthii).
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
Taxonomie
Die Erstveröffentlichung von Verbascum densiflorum erfolgte 1810 durch Antonio Bertoloni in Rariorum Liguriae Plantarum Band 3 Seite 52. Ein Synonym für Verbascum densiflorum <templatestyles src="Person/styles.css" />Bertol. ist Verbascum thapsiforme <templatestyles src="Person/styles.css" />Schrad.
Verwendung
Vorlage:Hinweisbaustein Wegen der Schleimstoffe und Saponine werden die Blüten arzneilich bei Husten als Auswurf förderndes und reizmilderndes Mittel gebraucht, darüber hinaus in der Volksmedizin bei Rheuma.
Die Großblütige Königskerze wird als Zierpflanze in Parks und Gärten verwendet. Sie zählt zu den sogenannten Freiflächenstauden, die im Gegensatz zu den Waldstauden und den Gehölzrandstauden Standorte benötigt, die fern von schattendem Gehölz stehen.
Weitere Fotos
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Ausschnitt eines Blütenstandes mit Blüten im Detail
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Bestand der Großblütigen Königskerze im Nationalpark Pirin in Bulgarien
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Großblütige Königskerzen am Mittelrhein
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Nahaufnahme der Blüte einer Großblütigen Königskerze
Literatur
- Gunter Steinbach (Hrsg.), Bruno P. Kremer u. a.: Wildblumen. Erkennen & bestimmen. Mosaik, München 2001, ISBN 3-576-11456-4.
Einzelnachweise
<references> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="InfoFlora">Verbascum densiflorum Bertol. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="POWO">Verbascum densiflorum. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum</ref> </references>
Weblinks
- Verbascum densiflorum Bertol., Großblütige Königskerze. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Vorlage:BIB
- Großblütige Königskerze. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
- Verbascum densiflorum Bertol. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.
- Thomas Meyer: Königskerze Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).