Rosettenpflanze
Eine Rosettenpflanze ist eine krautige Pflanze, bei der alle oder die meisten Laubblätter am Stängelgrund zu einer Rosette gedrängt stehen.<ref name="Wagenitz"/> Dies kommt durch ein Ausbleiben der Streckung der einzelnen Abschnitte (Internodien) der Sprossachse zustande, diese ist also gestaucht.
Für die Definition der Rosette ist die Gestalt der Blätter – gestielt oder sitzend – unerheblich, ebenso ihre Ausrichtung (ob aufrecht oder dem Boden anliegend).<ref name="ÖExkFl64"/>
Die Bildung einer Grundrosette ermöglicht es den Pflanzen, ihre Stoffproduktion in der bodennahen, wärmeren Luftschicht durchzuführen. Diese Wuchsform ist häufig bei Pflanzen im Hochgebirge und im mediterranen Klima. Rosettenlose Pflanzen sind hingegen in sommerfeuchten, winterkalten Laubwäldern häufiger.<ref name="Rothmaler4"/>
Rosettenpflanzen besitzen häufig sprossbürtige Wurzeln, während die Primärwurzel häufig verlorengeht (sekundäre Homorhizie).<ref name="Troll"/>
Ganzrosettenpflanzen
Ganzrosettenpflanzen oder Vollrosettenpflanzen besitzen außerhalb der Rosette keine weiteren Laubblätter, der Stängel ist somit ein blattloser Schaft.<ref name="ÖExkFl1295"/>
Beispiele sind die Primeln (Primula) oder die Gattung Löwenzahn (Taraxacum).<ref name="Wagenitz"/>
Halbrosettenpflanzen
Halbrosettenpflanzen tragen auch am Stängel Blätter.<ref name="ÖExkFl1295"/>
Ein Beispiel ist das Wald-Habichtskraut (Hieracium sylvaticum)<ref name="Wagenitz"/> oder der Kompass-Lattich (Lactuca serriola)<ref name="Rothmaler4"/>.
Erosulate Pflanzen
Pflanzen ohne Rosette werden als erosulat bezeichnet.<ref name="ÖExkFl1295"/> Sie tragen Laubblätter nur an den gestreckten Achsen. Dies sind etwa alle kriechenden Pflanzen.<ref name="Rothmaler4"/>
Belege
<references> <ref name="ÖExkFl64">Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3., verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9, S. 64.</ref> <ref name="ÖExkFl1295">Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3., verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9, S. 1295.</ref> <ref name="Rothmaler4">Werner Rothmaler: Exkursionsflora von Deutschland. Band 4. Gefäßpflanzen: Kritischer Band. 10. Auflage, Elsevier, München 2005, ISBN 3-8274-1496-2, S. 451.</ref> <ref name="Troll">Wilhelm Troll: Praktische Einführung in die Pflanzenmorphologie. Erster Teil: Der vegetative Aufbau. Gustav Fischer Verlag, Jena 1954, S. 34–40.</ref> <ref name="Wagenitz">Gerhard Wagenitz: Wörterbuch der Botanik. Die Termini in ihrem historischen Zusammenhang. 2., erweiterte Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg/Berlin 2003, ISBN 3-8274-1398-2, S. 47.</ref> </references>