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Greifenhagener Brücke

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Greifenhagener Brücke
Greifenhagener Brücke
Greifenhagener Brücke
Ansicht der Brücke von Nordwesten
Nutzung Fußgänger, Radfahrer
Überführt Greifenhagener Straße
Querung von Gleise der Berliner Ringbahn
Ort Berlin-Prenzlauer Berg
Konstruktion Eisenfachwerk-Zweigelenkbogen
Gesamtlänge 49,40 m
Breite 4,60 m
Baubeginn 1910
Fertigstellung 1911
Planer Fritz Hedde (Ingenieur)
Arno Koernig (Architekt)
Lage
Koordinaten 52° 32′ 56″ N, 13° 24′ 59″ OKoordinaten: 52° 32′ 56″ N, 13° 24′ 59″ O
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Die Greifenhagener Brücke, auch Greifenhagener Steg genannt, ist eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer im Ortsteil Berlin-Prenzlauer Berg im Bezirk Pankow. Sie führt die Greifenhagener Straße über die Bahnanlagen der S-Bahn und der Fernbahn am östlichen Ausgang des S-Bahnhofs Schönhauser Allee und steht unter Denkmalschutz.<ref>Greifenhagener Brücke in der Berliner Denkmaldatenbank</ref>

Beschreibung und Geschichte

Es handelt sich um eine 1910–1911 erbaute eiserne Fachwerk-Bogenbrücke nach Planung des Ingenieurs Fritz Hedde (1857–1929; Leiter des städtischen Brückenbaubüros<ref>Fritz Hedde im Abschnitt Hebbel – Heiken. Baugeschichtliches Personenregister zur Datenbank „archthek“; abgerufen am 20. Juli 2025.</ref>); die Schmuckelemente gestaltete der Architekt Arno Koernig (1870–1939<ref>Arno Koernig im Abschnitt Koebel – Kötzle. Baugeschichtliches Personenregister zur Datenbank „archthek“; abgerufen am 20. Juli 2025.</ref>). Die als Zweigelenkbogen konzipierte Fachwerkkonstruktion mit 115 Tonnen Konstruktionsgewicht wurde von dem Eisenbau-Unternehmen D. Hirsch in Berlin-Lichtenberg gefertigt, die Baukosten lagen insgesamt bei 101.000 Mark. Der Bau begann mit den Ausschachtungsarbeiten gegen Ende 1910, die Montage der Eisenkonstruktion erfolgte ab Mai 1911, am 9. September 1911 konnte die fertiggestellte Brücke in Betrieb genommen werden. Neben Versorgungsleitungen für Gas, Wasser, Strom und Telefon war nach den veröffentlichten Konstruktionszeichnungen auch ein Rohrpost-Strang in die Brückenkonstruktion integriert.

Weder im Ersten Weltkrieg noch im Zweiten Weltkrieg wurde die Brücke beschädigt, die Gehbahn erhielt aber später eine Asphaltdecke. Das ursprünglich an die nordwestliche Flanke der Brücke angebaute Zugangsgebäude des S-Bahnhofs war als Massivbau in schlichten, für die Bauzeit sehr modernen Formen gestaltet; es enthielt hauptsächlich die Treppe zum darunter liegenden Bahnsteig und überbrückte dabei selbst das nördliche S-Bahn-Gleis.

An der Westseite der Brücke gibt es einen neuen Treppenabgang zum S-Bahnhof Schönhauser Allee in Form einer überdachten und seitlich verglasten Stahlkonstruktion. Dieser entstand im Zusammenhang mit dem Bau der „Schönhauser Allee Arcaden“ und dem Abbruch des alten Zugangsgebäudes.<ref>Peter-Michael Mihailescu: Stadtbahn Berlin. Erlebniswelt auf Schienen und Rädern. Edition Roco, Hamburg 1987, S. 113 (Foto mit altem Zugang).</ref>

Schmuckelemente

Als Brückenschmuck dienen jugendstilartige Ornamente (teilweise aus Blechen ausgestanzt, teilweise als plastische Kunstschmiedearbeiten) in den Brüstungsfeldern sowie vier schmiedeeiserne Laternenpaare. Alle Elemente wurden in der Werkstatt des Kunstschmieds Eduard Puls hergestellt. Die achte Laterne und mehrere Brüstungsfelder am nordwestlichen Brückenkopf wurden erst nach am Abbruch des ursprünglichen Zugangsgebäudes hinzugefügt.

Im Rahmen der Stadtrauminstallation Goldener Schnitt durch Berlin vergoldete das Künstlerduo p.t.t.red am 1. Juni 1990 eine Verstrebung unterhalb der Greifenhagener Brücke. Genehmigt hatte die Ostberliner Stadtverwaltung die Vergoldung noch vor dem Mauerfall.<ref>Marius Babias: p.t.t.red – paint the town red. In: Kunstforum international, 1994, Band 125, S. 193; kunstforum.de</ref>

In der Umgebung der Brücke (Auswahl)

Literatur

  • Vorlage:ZentralblBauverw
  • Institut für Denkmalpflege der DDR (Hrsg.): Die Bau- und Kunstdenkmale der DDR. Hauptstadt Berlin, Teil I. Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin 1983, S. 384.

Weblinks

Commons: Greifenhagener Brücke – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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