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Gregor Weber (Schauspieler)

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Datei:Gregor Weber auf der Frankfurter Buchmesse 2016.jpg
Gregor Weber auf der Frankfurter Buchmesse 2016

Gregor Weber (* 28. August 1968 in Saarbrücken) ist ein deutscher Autor und früherer Schauspieler. Bekanntheit erlangte er vor allem als Tatort-Kommissar Deininger sowie als Sohn Stefan in der Familiensitcom Familie Heinz Becker.

Leben

Gregor Weber studierte an der Schauspielschule in Frankfurt am Main, nachdem er im Theater an der Universität des Saarlandes zu Saarbrücken zum ersten Mal auf der Bühne gestanden hatte. Bekannt wurde er als Stefan Becker in der Fernsehserie Familie Heinz Becker. 1999 zog er nach Berlin.<ref name="tagesspiegel.de 2009-10-08">Lars von Törne, Bernd Matthies: Stadtmenschen: Ein Tatort-Kommissar erzählt Geschichten aus der Küche. „Kochen ist Krieg“: Gregor Weber arbeitet zwar nicht mehr als Koch, hat aber ein Buch über Profiküchen geschrieben. In: tagesspiegel.de. 8. Oktober 2009, abgerufen am 25. Dezember 2023: „Der heute 39-jährige Saarländer hatte sich mehr Angebote erhofft, als er 1999 nach Berlin umzog. In Geldnot heuerte er als Küchenhilfe im Restaurant „Majakowski“ an, dessen Chef ein Herz für mittellose Künstler hat – und beschloss wenig später, den Kochberuf professionell zu lernen, im „Vau“, wenn schon, denn schon.“</ref>

Ab 2001 spielte er im saarländischen Tatort Kriminaloberkommissar Stefan Deininger, den Assistenten von Kriminalhauptkommissar Max Palu, gespielt von Jochen Senf. Von 2006 an bildete er zusammen mit Maximilian Brückner (in der Rolle des Franz Kappl) das Ermittler-Gespann. Nach Abschluss der Dreharbeiten zur siebten Folge mit diesem Duo (Ausstrahlung im Januar 2012) wurden dessen Verträge nicht mehr verlängert.

Daneben war Weber in einigen Fernsehproduktionen wie Stauffenberg zu sehen. Am 22. Februar 2009 erhielt der 14-minütige Kurzfilm Spielzeugland des Regisseurs Jochen Alexander Freydank, in dem Weber die Rolle des SS-Mannes Werner spielt, den Oscar für den besten Kurzspielfilm. Seit 2016 ist Weber nicht mehr als Schauspieler in Erscheinung getreten.<ref>Gregor Weber | Schauspieler. Abgerufen am 5. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Neben seiner Tätigkeit als Schauspieler absolvierte er mit Unterstützung seines Freundes Florian Löffler, damals Küchenchef im Sterne-Restaurant VAU in Berlin, das Kolja Kleeberg betreibt, ein zweijähriges Praktikum als Koch von 2004 bis 2006. 2006 bestand er die IHK-Prüfung als Koch.<ref name="tagesspiegel.de 2009-10-08" /><ref name="sueddeutsche.de 2010-11-06" /> Seine Erfahrungen während der Praktikumstätigkeit als Koch und während der Arbeit als Koch in verschiedenen Restaurantküchen hat er im Herbst 2009 in dem Buch Kochen ist Krieg! Am Herd mit deutschen Profiköchen veröffentlicht.<ref>Kurz-Biografie auf Krimi-Couch. Abgerufen am 24. Dezember 2023.</ref><ref name="tagesspiegel.de 2009-10-08" /> Weber ist zudem als Autor tätig; 2011 erschien im Knaus Verlag sein erster Krimi Feindberührung mit dem Ermittler Kurt Grewe. Im Juli 2013 kam der zweite Kriminalroman dieser Reihe heraus unter dem Titel Keine Vergebung.<ref>Knaus Autoren: Gregor Weber. In: penguinrandomhouse.de. Abgerufen am 18. Oktober 2021.</ref> Weber arbeitet auch als Vorleser und liest seit 2017 u. a. die Bücher von Tom Hillenbrand (Kieffer-Reihe).

Weber war lange Reservist bei der Bundeswehr. 2013 nahm er für dreieinhalb Monate als Feldwebel der Reserve am Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan teil, bei dem er Journalisten betreute und Texte für Bundeswehrmedien schrieb.<ref>Simone Meyer: "Kein Ort der Welt kann uns egal sein". In: Welt am Sonntag. welt.de, 16. Juni 2013, abgerufen am 26. Juni 2013.</ref><ref>Tatort „Kunduz“: Einsatz für Pressefeldwebel Gregor Weber. In: wirdienendeutschland.de. Bundeswehr, 21. August 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. September 2013; abgerufen am 21. August 2013.</ref><ref>Anne Haeming: Ex-"Tatort"-Kommissar bei der Bundeswehr: "Jammern gibt's nicht". In: spiegel.de. 20. Mai 2014, abgerufen am 25. Dezember 2023.</ref> Seit 2018 ist Weber Soldat auf Zeit bei der Bundeswehr als Offizier.<ref>Markus Tiedke: Promibonus gibt es nicht. In: Facebook „Die Reserve in Baden-Württemberg“. 9. April 2018, abgerufen am 9. Dezember 2025.</ref>

Privates

Weber ist mit der Drehbuchautorin, Dramaturgin und Autorin Tanja Weber verheiratet und hat zwei Kinder. Nach einer zehnjährigen Phase in der Wahlheimat Berlin lebt er seit Sommer 2009 in Gauting.<ref>Gerhard Fischer: Gauting: Von der Hölle in den Märchenwald. In: sueddeutsche.de. 30. August 2013, abgerufen am 25. Dezember 2023: „Gregor Weber kam gerade aus Afghanistan zurück. Jetzt kann er wieder seinen Lieblingsort genießen, einen Waldrand.“</ref><ref name="sueddeutsche.de 2010-11-06">Schauspieler Gregor Weber: Kommissar mit Krimi-Tick. In: sueddeutsche.de. 6. November 2010, abgerufen am 25. Dezember 2023.</ref> Die Schauspielerin Marianne Riedel-Weber, die in der ersten Staffel von Familie Heinz Becker die Mutter Hilde spielte, war seine Tante.<ref>arena tv unterwegs. Interview mit Alice Hoffmann. In: meinearena.tv. 13. Juli 2020, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 15. August 2020; abgerufen am 16. August 2020.</ref>

Filmografie

als Kriminaloberkommissar Stefan Deininger mit Max Palu (Jochen Senf) in Tatort-Folgen

als Kriminalhauptkommissar Stefan Deininger neben Franz Kappl (Maximilian Brückner) in Tatort-Folgen

Weitere Tatort-Folgen

Bücher

  • Kochen ist Krieg! Am Herd mit deutschen Profiköchen. Sachbuch, Piper, München 2009, ISBN 978-3-492-05293-1
  • Feindberührung. Kriminalroman, Knaus, München 2011, ISBN 978-3-8135-0410-1
  • Keine Vergebung. Kriminalroman, Knaus, München 2013, ISBN 978-3-8135-0413-2
  • Krieg ist nur vorne Scheiße, hinten geht’s!: Ein Selbstversuch, Droemer, München 2014, ISBN 978-3-426-27610-5
  • Stadt der verschwundenen Köche. Roman, Knaus, München 2015, ISBN 978-3-8135-0605-1.
  • Coming Home, in: Marcel Bohnert & Björn Schreiber, Die unsichtbaren Veteranen. Kriegsheimkehrer in der deutschen Gesellschaft. Miles-Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-945861-27-1
  • Asphaltseele. Thriller, Heyne, München 2016, ISBN 978-3-453-27020-6

Auszeichnungen

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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