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Generalvollmacht

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Unter einer Generalvollmacht ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}}, {{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=fr|SCRIPTING=Latn|SERVICE=französisch}}, {{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=sv|SCRIPTING=Latn|SERVICE=schwedisch}}) versteht man in der Wirtschaft die Erteilung von Vertretungsmacht für alle Geschäfte, bei denen eine Stellvertretung erlaubt ist.

Allgemeines

Die vor allem bei Großunternehmen und im Kreditwesen bei Großbanken entwickelte Generalvollmacht reicht von ihrem Umfang her weiter als die Prokura, liegt jedoch unterhalb der Kompetenzen des Vorstands oder der Geschäftsführung.<ref>Gregor Seikel, Umfang, Grenzen und Nachweis der Vertretungsmacht bei privaten und öffentliche Rechtsträgern in Österreich, 1998, S. 218</ref> Diese Generalvollmacht ist von der in Deutschland im Handelsrecht geregelten Generalhandlungsvollmacht zu unterscheiden.<ref>Norbert Horn (Hrsg.), Ernst Heymann/Volker Emmerich, Handelsgesetzbuch (ohne Seerecht): Kommentar, Band 1, 1995, S. 449</ref> Letztere ist eine umfassende Art der Handlungsvollmacht gemäß {{#switch: juris

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Rechtsfragen

Die Generalvollmacht ist ein Rechtsbegriff, der beispielsweise in {{#switch: juris

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Der Bundesgerichtshof (BGH) hält die Befugnis des Geschäftsführers einer GmbH zur organschaftlichen Willenserklärung und die damit verbundene Verantwortung für unübertragbar.<ref>BGH NJW 1977, 199, 200</ref> Infolgedessen kann der Geschäftsführer seine Vertretungsmacht nicht im Ganzen durch einen Anderen ausüben lassen. Bei der GmbH sei die vom Geschäftsführer einem Nichtgeschäftsführer erteilte Generalvollmacht auch dann unwirksam, wenn ihr sämtliche Gesellschafter zugestimmt haben. Eine Generalvollmacht kann nicht schrankenlos erteilt werden, weil eine Selbstentmündigung des Kaufmanns sittenwidrig ist ({{#switch: juris

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Da die Generalvollmacht dem HGB unbekannt ist, kann sie nicht ins Handelsregister eingetragen werden; es ist lediglich eine Eintragung als Prokurist möglich. Ein Prokurist wiederum darf keine Generalbevollmächtigten ernennen.<ref>Reimar Spitzbarth, Die rechtliche Stellung des Generalbevollmächtigten, in: BB 1962, S. 852</ref> Der BGH lehnte die Generalvollmacht im Juli 2002 bei der GmbH erneut ab.<ref>BGH WM 2003, 747</ref>

Generalvollmacht bei Privatpersonen

Es empfiehlt sich bei rechtsunkundigen Privatpersonen, die Generalvollmacht von einem Notar beurkunden zu lassen, damit dieser alle Rechtsfragen beantworten und etwaige Rechtsrisiken ausschließen kann. Der Vollmachtgeber muss zum Zeitpunkt der Vollmachterteilung geschäftsfähig sein. Die Generalvollmacht kann als transmortale Vollmacht erteilt werden.<ref>Otto Palandt/Jürgen Ellenberger, BGB-Kommentar, 73. Auflage, 2014, § 167, Rn. 7</ref> Ausgeschlossen ist dagegen die Generalvollmacht, wenn höchstpersönliches Handeln erforderlich ist.<ref>Detlev Joost, in: Hermann Staub (Hrsg.), Großkommentar HGB, Band 2, 2008, S. 70</ref> Hierzu gehören die Einwilligung in medizinische Behandlung ({{#switch: juris

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Bekannte Generalbevollmächtigte in Deutschland

Berthold Beitz gilt ersichtlich als erster deutscher Generalbevollmächtigter der Industrie, als er im September 1952 von Alfried Krupp per Handschlag erfuhr: „Sie bekommen Generalvollmacht. Sie können handeln wie ein Eigentümer und machen, was Sie wollen.“<ref>Joachim Käppner, Berthold Beitz – Die Biographie, 2010, o.S.</ref>

Liste der bekannten Generalbevollmächtigten:

Fritz Sauckel wurde von Adolf Hitler im März 1942 zum Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz ernannt.<ref>Beate Breitlauch, Fritz Sauckel - Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz, in: Ronald Smelser/Rainer Zitelmann (Hrsg.), Die braune Elite I, 1994, S. 236 ff.</ref>

International

In der Schweiz ist der Generalbevollmächtigte zum Abschluss rechtlicher und/oder wirtschaftlicher Geschäfte jeder Art aus Stellvertretung gemäß Art. 32 OR ermächtigt.<ref>BGE 99 II 39, S. 41</ref> Selbst eine Generalvollmacht ist jedoch beschränkt. Die Beschränkung kann sich aus den Umständen oder schon aus dem Gesetz ergeben. Dies trifft etwa nach Art. 396 Abs. 3 OR zu, der für bestimmte Aufträge eine besondere Ermächtigung vorschreibt.

In Österreich ist die Generalvollmacht im Rahmen des Gesellschaftsrechts umstritten. Der Oberste Gerichtshof (OGH) hat sie jedenfalls für Kapitalgesellschaften zugelassen.<ref>OGH RZ 1984, 130 (GmbH)</ref>

Im Hinblick auf den Umfang der Vollmacht unterscheidet das englische Recht zwischen Generalbevollmächtigten ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}}) und Spezialbevollmachtigten ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}}), wobei der „general agent“ als Vertreter sämtliche Geschäfte ohne Einschränkung vornehmen darf.<ref>Hans Berger, Das Statut der Vollmacht im schweizerischen IPR mit vergleichender Berücksichtigung Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens, sowie der internationalen Verträge und Vertragsentwürfe, 1974, S. 45</ref>

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />

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