Gefechte in Mogadischu seit 2010
| Gefechte in Mogadischu seit 2010 | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Teil von: Somalischer Bürgerkrieg | |||||||||
| Datei:Somalia&land map.png Somalia | |||||||||
| Datum | seit 23. August 2010 | ||||||||
| Ort | Mogadischu, Somalia | ||||||||
| Ausgang | offen | ||||||||
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Die Gefechte in Mogadischu seit 2010 beschreiben einen seit August 2010 andauernden bewaffneten Konflikt in Mogadischu zwischen den Kämpfern der al-Shabaab-Milizen und den Truppen der somalischen Regierung als auch ihrer Verbündeten im Rahmen des somalischen Bürgerkrieges. Der Konflikt ist geprägt von vereinzelten militärischen Auseinandersetzungen zwischen den Konfliktparteien und Anschlägen der al-Shabaab im Stadtgebiet von Mogadischu.
Offensive der al-Shabaab
Die al-Shabaab startete eine Offensive am 23. August 2010, als ihre Kämpfer begannen, verstärkt Truppen der Übergangsregierung Somalias und der Mission der Afrikanischen Union in Somalia in Mogadischu anzugreifen. Diese wurden von den Milizen der al-Shabaab als Invasoren betrachtet.<ref>BBC: Somali MPs killed in hotel suicide attack</ref> Laut dem AU-Kommando war die Offensive gescheitert und die Anführer der al-Shabaab flohen nach dem Ramadan aus der Stadt.<ref name="Markt">Granaten auf Markt in Mogadiscio. In: Neue Zürcher Zeitung. 17. November 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 18. November 2010; abgerufen am 23. November 2010.</ref>
Kämpfe 2010
Angriff auf das Hotel Mona
Bei einem Angriff auf ein Hotel in Mogadischu wurden am 24. August 2010 mindestens 32 Menschen<ref name='Tote'>TAZ: Dutzende Tote bei Selbstmordanschlag</ref> getötet, darunter sechs Abgeordnete, vier Regierungsmitarbeiter und der stellvertretende Regierungschef, Abdirahman Hadschi Adab Ibbi.
Am 7. September 2010 teilten die Vereinten Nationen mit, dass bei den Kämpfen bisher mindestens 230 Menschen umgekommen sind. 20.000 Menschen sind aus der Stadt geflüchtet.<ref>ORF: Mindestens 230 Tote bei Kämpfen in Mogadischu</ref>
Angriff auf Flughafen
Am 9. September 2010 wurde der Flughafen Mogadischu angegriffen. Erst sprengte sich ein Selbstmordattentäter an einem Checkpoint vor dem Flughafen in die Luft. Danach kam es zu einem Schusswechsel zwischen zusätzlichen Angreifern und UN-Soldaten und das Flughafengelände wurde mit einem Mörser beschossen. Die AMISOM spricht von fünf getöteten Angreifern und zwei toten Soldaten der Friedenstruppe und einem Zivilisten. Ein Journalist der AFP berichtete von zwei zusätzlich getöteten Frauen. Zum Zeitpunkt des Anschlags hielten sich die Somalia-Sondergesandten der UNO und der AU, Augustine Mahiga und Boubacar Gaoussou Diarra am Flughafen auf.<ref>NZZ: Zehn Tote bei Anschlag am Flughafen von Mogadiscio</ref>
Markt
Am 17. November 2010 wurden bei Kämpfen um den belebten Bakara-Markt im Süden der Stadt sechzehn Zivilisten getötet. Truppen der AU nahmen den Markt unter Granatfeuer, da einer ihrer Konvois von einem am Straßenrand deponierten Sprengsatz getroffen wurde. Nach Informationen eines lokalen Händlers schlugen mindestens neun Granaten ein. Am selben Tag starben fünf weitere Zivilisten an anderen Orten in der Stadt im Kreuzfeuer.<ref name="Markt"/>
Kämpfe 2011
Festival
Im Februar kam es bei einem, von Bürgermeister Mohamoud Ahmed Nur organisierten, Musikfestival zu Schießereien, bei denen drei Zivilisten starben. Das Feuer eröffneten fünf von der somalischen Übergangsregierung ausgebildete Soldaten. Laut Ahmed Nur handelten sie auf Befehl des Kriegsfürsten und ehemaligen Bürgermeisters von Mogadischu Mohammed Omar Habeb Dhere der anschließend von Soldaten der Afrikanischen Union verhaftet wurde.<ref name="WBürger">Christian Putsch: Wie Somalias Bürger den Gotteskriegern trotzen. In: Die Welt. 15. Juni 2011, abgerufen am 17. Juni 2011.</ref>
Fazul Abdullah Muhammad
Laut Angaben der somalischen Übergangsregierung wurde am 8. Juni Fazul Abdullah Muhammad, der mutmaßliche Anführer der al-Qaida in Ostafrika, bei einem Feuergefecht an einer Straßensperre im Süden der Stadt getötet. Vermutlich aus Rache darauf tötete eine Selbstmordattentäterin den somalischen Innenminister Abdi Shakur Sheikh Hassan.<ref name="FAZAnführer">Thomas Scheen: Anführer von Al-Qaida in Ostafrika getötet. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 13. Juni 2011, abgerufen am 14. Juni 2011.</ref>
Hilfslieferungen
Am 28. Juli kam es zu schweren Gefechten zwischen der AMISOM und al-Shabaab. Es wurden, laut Amisom-Sprecher Paddy Akunda, um die Hilfslieferungen nach vorherigen Provokationen im Zuge der Hungerkrise zu schützen, Truppen der al-Shabaab um den zentral gelegenen Bakaara-Markt mit schwerem Gerät beschossen. Dabei wurden fast 30 Zivilisten verletzt.<ref name="ORFHilfseinsatz">Kämpfe in Mogadischu überschatten Hilfseinsatz. In: ORF. 28. Juli 2011, abgerufen am 28. Juli 2011.</ref> Die AMISOM eroberte dem Bericht nach drei Stellungen und kontrolliert die gesamte südliche Stadthälfte.<ref name="FAZKämpfe">Schwere Kämpfe in Mogadischu. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 28. Juli 2011, abgerufen am 28. Juli 2011.</ref><ref name="FAZrückt">Thomas Scheen und Helmut Fricke (Fotos): Al Shabaab rückt aus Mogadischu ab. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 6. August 2011, abgerufen am 8. August 2011.</ref> Von den 16 Stadtteilen wurden drei von al Shabaab gehalten. In acht hatte die AMISIOM die Kontrolle. Die übrigen fünf waren Schauplatz von Gefechten.<ref name="FAZrückt" />
Am 5. August stürmten Truppen der Übergangsregierung eine Lebensmittelverteilungsstation des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) im Flüchtlingslager Badbaado, plünderten zwei Transporter und erschossen mindestens zehn Menschen.<ref name="TAZIslamisten">Dominic Johnson: Islamisten aus Mogadischu vertrieben. In: die tageszeitung. 7. August 2011, abgerufen am 8. August 2011.</ref>
Rückzug der al-Shabaab
Am 5. August um circa 23:00 Uhr startete die al-Shabaab eine Offensive um Stellungen am Stadion in Yaadshiid sowie am Baraka-Markt im Stadtteil Hawl Wadaag zurückzuerobern. Die beiden Gebiete waren eine Woche zuvor von der AMISOM erobert worden. Sie fügte der al-Shabaab schwere Verluste zu, schlug den Angriff zurück und startete am 6. August um 3:00 Uhr morgens, eine Gegenoffensive die mit der Einnahme der zwei Positionen endete. Das Stadion ist strategisch wichtig, weil hier alle Ausfallstraßen zusammenlaufen. Der Baraka-Markt ist durch die Abgaben der Händler und des dort etablierten Systems des Bargeldtransfers eine wichtige Einnahmequelle. In der Folge übernahm die AMISOM kampflos den Rest von Mogadischu. Sämtliche Stellungen der Miliz waren komplett geräumt und es wurden weder Waffen noch Munition gefunden. Auf Seiten der AMISOM wurde der Verdacht geäußert, die Angriffe in der Nacht seien ein Ablenkungsmanöver gewesen, um den Rückzug zu decken.<ref name="FAZrückt"/>
Laut Aussagen der al-Shabaab ist der Rückzug die Folge einer geänderten Strategie. Regierungssprecher bezeichneten die Entwicklung allerdings als „goldenen Tag“ und reklamierten den Abzug als Sieg der Regierungstruppen.<ref name="FRzurück">Rebellen ziehen sich aus Mogadischu zurück. In: Frankfurter Rundschau. 6. August 2011, abgerufen am 8. August 2011.</ref> Beobachter vermuten auch Finanzierungs- und Rekrutierungsprobleme der Miliz als Folge der Hungerkrise.<ref name="FAZrückt"/>
Laut Augenzeugen soll sich die al-Shabaab nach Baidoa, der Provinzhauptstadt von Afgoye, zurückgezogen haben.<ref name="FRfrei">Johannes Dieterich: Mogadischu frei von Islamisten. In: Frankfurter Rundschau. 8. August 2011, abgerufen am 8. August 2011.</ref>
In der Nacht zum 8. August kam es immer wieder zu einzelnen Feuergefechten in Mogadischu.<ref name="NZZTicktak">«Neue Taktik» im Kampf gegen die Regierung? In: Neue Zürcher Zeitung. 8. August 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 2. November 2016; abgerufen am 8. August 2011.</ref> Wenige Kilometer außerhalb Mogadischus explodierte, ebenfalls am 8. August, ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug.<ref name="FRHungernde">Johannes Dieterich: Hungernde in Mogadischu warten vergeblich. In: Frankfurter Rundschau. 11. August 2011, abgerufen am 11. August 2011.</ref>
Am 17. August kam es zu Gefechten in der Stadt, wobei auch Granaten und Flugabwehrgeschütze eingesetzt wurden. Infolgedessen musste ein SOS-Kinderdorf und die dazugehörige Klinik wegen Beschuss evakuiert werden.<ref name="ORFKinderdorf">Erneut Kämpfe in Mogadischu: SOS-Kinderdorf geräumt. In: ORF. 17. August 2011, abgerufen am 17. August 2011.</ref>
Attentat auf Bildungsministerium
Am Morgen des 4. Oktober fand ein Anschlag auf das in einem Regierungskomplex liegende Bildungsministerium statt. Ein mit Sprengstoff beladener LKW explodierte an einem Kontrollposten in einer Menschenmenge. Dabei starben mindestens 82 Menschen, vor allem Studenten hielten sich dort auf, um ein Türkei-Stipendium zu beantragen. Unter den Toten finden sich außerdem Soldaten und Zivilisten. Über 150 Personen wurden verletzt. Zu dem Anschlag bekannte sich al-Shabaab, durch ihren Sprecher Ali Mohamud Rage. Das Hauptgebäude des Regierungskomplexes wurde zerstört.<ref name="ZeiAnschlag-11">Somalia Mindestens 65 Tote bei Anschlag in Mogadischu. In: Die Zeit. 4. Oktober 2011, abgerufen am 4. Oktober 2011.</ref><ref name="TAZRückkehr">Dominic Johnson: Blutige Rückkehr der Islamisten. In: die tageszeitung. 5. Oktober 2011, abgerufen am 5. Oktober 2011.</ref>
Staatspräsident Sheikh Sharif Ahmed kündigte eine Reaktion der Übergangsregierung an und der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verurteilte den Anschlag.<ref name="TAZRückkehr"/>
Kämpfe und Massaker in Dayniile
Am 11. Oktober gab Fred Mugisha, ein General der AMISOM, bekannt, dass das gesamte Zentrum von Mogadischu in der Hand der UN-Soldaten sei. Bei Kämpfen um die letzte Stellung seien ein AU-Soldat und acht Zivilisten getötet worden. Es gäbe aber noch Aktivitäten in den Außenbezirken im Osten und Norden der Stadt.<ref name="FAZvertrieben">Somalia Amisom: Al Shabaab aus Mogadischu vertrieben. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 11. Oktober 2011, abgerufen am 12. Oktober 2011.</ref>
Am 20. Oktober eroberten die Regierungstruppen nach eigenen Angaben Deynile, einen im Nordwesten liegenden Stadtteil. Dabei gab es mehrere Verletzte. Es wurde von massiven Fluchtbewegungen aus dem betroffenen Stadtteil berichtet.<ref name="FRMilizen">Mit vereinten Kräften gegen die Milizen. 20. Oktober 2011, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 20. Oktober 2011. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> Laut Aussage der AMISOM befand sich Deynile nach den Kämpfen größtenteils unter ihrer Kontrolle.<ref name="ORF70">Schabab-Miliz will 70 AU-Soldaten getötet haben. In: ORF. 21. Oktober 2011, abgerufen am 21. Oktober 2011.</ref> Tags darauf, am 21. Oktober, präsentierte die al-Shabaab in Alameda, 18 Kilometer von Mogadischu entfernt, Leichen mit Uniformen der AMISOM. Zeugenaussagen zufolge sollen es mindestens 63 sein. Ali Mohamud Rage, sprach von 70 bis 150 getöteten Soldaten die mehrheitlich aus Burundi stammen sollen.<ref name="ORF70"/> Es sei eine Panzerfahrzeugkolonne in Dayniile in einen Hinterhalt gelockt und die beschossen worden. Die AU bestätigte lediglich zehn tote AMISOM-Soldaten und sprach von verkleideten somalischen Opfern.<ref name="TAZMassaker">Dominic Johnson: Massaker an Friedenstruppe. In: die tageszeitung. 21. Oktober 2011, abgerufen am 24. Oktober 2011.</ref>
Angriffe
In der Nacht vom 17. auf den 18. November griffen Soldaten der al-Shabaab vier Stellungen in Mogadischu an. Bei den darauffolgenden Kämpfen wurden Maschinengewehre und Mörsergranaten eingesetzt. Laut Aussage der Übergangsregierung schlugen sie die Angreifer zurück.<ref name="ORFHeftige">Heftige Gefechte in somalischer Hauptstadt Mogadischu. In: ORF. 18. November 2011, abgerufen am 18. November 2011.</ref>
Kämpfe 2012
Eroberung eines Stadtteils durch die AMISOM
Am 2. März eroberte die AMISOM laut eigenen Angaben ein am Stadtrand gelegenes Stadtviertel von der al-Shabaab zurück. Das Viertel wurde erst mit Artillerie beschossen und danach mit Panzern und Bodentruppen besetzt. Als Grund für die Angriffe wurde der Schutz von Zivilisten angegeben die von dem Viertel aus angegriffen worden sein sollen.<ref name="StStadtviertel">Regierungstruppen nahmen Stadtviertel bei Mogadischu ein. In: Der Standard. 2. März 2012, abgerufen am 2. März 2012.</ref>
Anschläge auf Präsidentenpalast
Am 14. März sprengte sich ein Selbstmordattentäter auf dem Gelände des Präsidentenpalasts in die Luft. Während al-Shabaab den Tod von 30 Menschen bekanntgabe, sprach AMISOM von vier und die örtliche Polizei von fünf Toten.<ref name="StPräsidtenenpalast">Vier Tote bei Anschlag vor Präsidentenpalast. In: Der Standard. 14. März 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 7. August 2012; abgerufen am 14. März 2012.</ref>
In der Nacht vom 18. auf den 19. März starben, laut Shabelle Media Network, bei einem Angriff auf den Präsidentenpalast mindestens sechs Zivilisten. Die Mörsergranaten verfehlten ihr Ziel und schlugen in einem nahegelegenen Flüchtlingslager ein.<ref name="ORFPräsidentenpalast">Anschlag in Somalia fordert sechs Tote. In: ORF. 19. März 2012, abgerufen am 19. März 2012.</ref>
Selbstmordanschlag auf Theater
Eine Selbstmordattentäterin sprengte sich am 4. April auf der Einjahresfeier zur Errichtung eines somalischen TV-Satellitennetzwerks in die Luft und tötete mindestens sieben Menschen. Die Zeremonie fand in dem erst im März nach 20 Jahren wiedereröffneten historischen Nationaltheater statt. Ministerpräsident Abdiweli Mohamed Ali, der im Moment der Zündung eine Rede hielt, und mehrere seiner Minister überstanden den Anschlag unversehrt. Unter den Toten befinden sich aber laut Regierungsangaben der Präsident des Somalischen Olympischen Komitees, Aden Yabarow Wiish, und der Chef des nationalen Fußballverbandes, Said Mohamed Nur.<ref name="ZeiAnschlag-12">Somalias Regierungschef entgeht Selbstmordanschlag. In: Die Zeit. 4. April 2012, abgerufen am 6. April 2012.</ref><ref name="ORF2012-04-04">Selbstmordanschlag in Mogadischu: Mindestens zwei Tote. In: ORF. 4. April 2012, abgerufen am 4. April 2012.</ref><ref name="FAZTheater">Tote bei Selbstmordattentat in Mogadischu. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 4. April 2012, abgerufen am 5. April 2012.</ref>
Attentat auf den Komödianten Abdi Jeylani Malaq Marshale
Am 31. Juli erschossen Unbekannte den Radiomoderator Abdi Jeylani Malaq Marshale beim Verlassen seines Arbeitsplatzes beim Radiosender Kulmiye. Marshale war unter anderem für seine Witze über die al-Shabaab-Milizen bekannt. Außerdem war er an verschiedenen Jugendinitiativen beteiligt und arbeitete beim somalischen Exilsender Universal TV.<ref name="TAZRadio">Dominic Johnson: Radiomoderator erschossen. In: taz.de. 2. August 2012, abgerufen am 3. August 2012.</ref>
Verfassungsänderung
Am 1. August beschloss die Verfassungsgebende Versammlung in Mogadischu eine neue Übergangsverfassung für Somalia. Damit wurde der Weg für die Wahl einer neuen Übergangsregierung bereitet.<ref name="TAZRadio"/> Das Föderale Übergangsparlament wurde durch das Bundesparlament Somalias ersetzt. Am 10. September 2012 wählte es Hassan Sheikh Mohamud zum neuen Präsidenten.
Anschlag auf den Präsidenten
Auf das Hotel, in dem der neue Präsident Hassan Sheikh Mohamud residierte, wurde am 12. September ein Anschlag verübt. Zu dem Zeitpunkt hielten sich auch kenianische Abgeordnete und der kenianische Außenminister Sam Ongeri Mohamud in dem Gebäude auf. Der Präsident und die kenianische Delegation wurde bei den beiden Explosionen nicht verletzt. Es wurde ein ugandischer und zwei somalische Soldaten getötet. Die AMISOM ging von drei Selbstmordattentätern aus. al-Shabaab bekannte sich zu dem Anschlag.<ref>Anschlag auf neuen Präsidenten Mohamud. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 12. September 2012, abgerufen am 13. September 2012.</ref><ref>Selbstmordanschlag auf neuen somalischen Präsidenten. In: Die Zeit. 12. September 2012, abgerufen am 13. September 2012.</ref>
Doppelanschlag auf Restaurant
Laut dem staatlichen Radiosender Radio Mogadischu kamen bei einem Doppelanschlag auf ein Luxusrestaurant am 20. September 14 Menschen ums Leben. 20 wurden schwer verletzt. Laut Angaben der Behörden sprengte sich zuerst ein Selbstmordattentäter in dem Lokal in die Luft und anschließend ein zweiter direkt davor. Das Restaurant wurde von einem, aus dem britischen Exil heimgekehrten Somalier geführt und galt als Zeichen für die Verbesserung der Sicherheitslage in Mogadischu. Al-Shabaab bekannte sich zu dem Anschlag.<ref>Attentäter attackieren Restaurant. In: n-tv. 20. September 2012, abgerufen am 21. September 2012.</ref>
Selbstmordanschlag auf Luxushotel
Am 3. November sprengten sich zwei Selbstmordattentäter an einer Straßenkreuzung vor einem Hotel in die Luft, töteten sich selbst, einen Polizisten und einen Passanten und verletzten zehn weitere Menschen. Zuvor hatten sie versucht, an den Sicherheitsabsperrungen vorbei in das von zahlreichen Regierungsvertretern frequentierte Luxushotel zu gelangen.<ref name="StVier">Vier Tote bei Selbstmordanschlag in Mogadischu. In: Der Standard. 3. November 2012, abgerufen am 5. November 2012.</ref>
Kämpfe 2013
Anschlag auf den Ministerpräsidenten
Am 29. Januar sprengte sich ein Selbstmordattentäter zwischen der äthiopischen Botschaft und der Residenz des Ministerpräsidenten Abdi Farah Shirdon in die Luft. Er riss fünf weitere Menschen mit in den Tod. Zudem wurden mehrere Menschen verletzt. Der Ministerpräsident wurde nicht verletzt.<ref name="SternMinisterpräsident">Tote und Verletzte in Mogadischu. In: Stern. 29. Januar 2013, abgerufen am 29. Januar 2013.</ref><ref name="TAZWeste">Mit der Sprengstoffweste in den Tod. In: die tageszeitung. 29. Januar 2013, abgerufen am 4. Februar 2013.</ref>
Der Attentäter wurde von den Wachsoldaten als Abtrünniger der al-Shabaab beschrieben, der sich regelmäßig auf dem Platz aufhielt und dafür auch eine Genehmigung besaß. Bei einer Routinekontrolle sei eine Sprengstoffweste entdeckt worden.<ref name="TAZWeste"/>
Anschlag auf Sicherheitschef
Am 18. März zündete ein Terrorist auf dem Boulevard zwischen dem Präsidentenpalast und dem Nationaltheater einen Sprengsatz in einem Auto. Dabei wurde der somalische Sicherheitschef Khalif Ahmed Erig und neun weitere Menschen getötet. Es gab mehrere Verletzte und außerdem fingen ein Minibus und mehrere Teestuben Feuer.<ref name="FAZKhalif Ahmed Erig">Zehn Tote bei Anschlag in Mogadischu. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 18. März 2013, abgerufen am 18. März 2013.</ref><ref name="NZZSich">Explosion in Mogadiscio fordert Todesopfer. In: Neue Zürcher Zeitung. 18. März 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 8. April 2016; abgerufen am 20. März 2013.</ref>
Selbstmordanschlag auf Gerichtsgebäude
Am 14. April stürmten mehrere bewaffnete Angreifer und Selbstmordattentäter zur Mittagszeit ein Gerichtsgebäude. Es wurden 38 Menschen getötet und 58 verletzt.<ref name="TagesschauGericht">Viele Tote nach Anschlägen in Mogadischu. In: Tagesschau. 14. April 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 16. April 2013; abgerufen am 14. April 2013.</ref> Der Angriff dauerte drei Stunden. Nach Angaben eines somalischen Geheimdienstoffiziers sprengten sich sechs der Angreifer selbst in die Luft und drei andere wurden von den Sicherheitskräften erschossen. An der Räumung waren somalische Soldaten und Polizisten sowie Mitglieder der AMISOM beteiligt. Die al-Shabaab-Milizen bekannten sich zu der Aktion, räumten aber nur fünf tote Angreifer ein.<ref name="ORF30Zivi">Über 30 Zivilisten in Mogadischu getötet. In: ORF. 14. April 2013, abgerufen am 15. April 2013.</ref>
Anschlag nahe dem Flughafen
Ebenfalls am 14. April, kurz nach dem Angriff auf das Gericht, explodierte in der Umgebung des Flughafens von Mogadischu eine Autobombe und tötete fünf Menschen. Ziel war vermutlich ein Konvoi des türkischen Roten Halbmonds der gerade die Stelle passierte.<ref name="ORF30Zivi"/> Anderen Berichten zufolge passierten zum Zeitpunkt der Tat Soldaten der Türkei sowie der Afrikanischen Union die Stelle an der sich ein Haus des somalischen Geheimdienstes befindet.<ref>Autobomben und Feuergefechte. In: die tageszeitung. 14. April 2013, abgerufen am 17. April 2013.</ref>
Selbstmordanschlag auf katarische Delegation
Am 5. Mai griff ein Selbstmordattentäter mit einer Autobombe einen Konvoi an, in dem sich eine Delegation aus Katar befand. Dabei tötete er 15 und verletzte 18 Menschen. Da sich an der Stelle mehrere Buslinien kreuzen seien vor allem Zivilisten getötet worden. Die Delegation blieb unverletzt. Nach dem Anschlag kam es laut Augenzeugen zu Schießereien. Die Straße war zuvor drei Tage lang wegen Anschlagsdrohungen gesperrt gewesen. Die al-Shabaab-Milizen übernahmen die Verantwortung für den Angriff.<ref>Mindestens 15 Tote bei Selbstmordanschlag in Mogadischu. In: Der Standard. 5. Mai 2013, abgerufen am 7. Mai 2013.</ref>
Anschlag auf das Büro des UNO-Entwicklungsprogramms
Am 19. Juni sprengte sich ein Selbstmordattentäter vor dem mehrere hundert Meter vom Flughafen Mogadischu entfernten Büro des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) in die Luft. Anschließend drangen sieben oder acht<ref name="anschlst">Somalia: 18 Tote bei Anschlag auf UN-Gebäude in Mogadischu. In: Der Standard. 20. Juni 2013, abgerufen am 20. Juni 2013.</ref> bewaffnete und in Militäruniformen gekleidete Männer in das Gebäude ein.<ref>Angriff auf UNO-Gebäude in Mogadischu. In: ORF. 19. Juni 2013, abgerufen am 19. Juni 2013.</ref> Die darauffolgende Schießerei dauerte länger als eine Stunde. Al-Shabaab bekannte sich zu dem Angriff.<ref>Anschlag auf UNO-Gebäude in somalischer Hauptstadt Mogadischu. In: Der Standard. 1. Juni 2013, abgerufen am 19. Juni 2013.</ref>
Laut Angaben von Ärzten starben 18 Menschen. Davon sind mindestens acht UN-Mitarbeiter und drei Zivilisten. Auch mehrere Angreifer sind unter den Toten. Zusätzlich gab es 18 Verletzte.<ref name="anschlst"/>
Selbstmordanschlag auf die türkische Botschaft
Am 27. Juli fuhren drei Selbstmordattentäter in einem Fahrzeug vor ein Wohngebäude der türkischen Botschaft in Somalia. Das Wachpersonal bemerkte sie und eröffnete das Feuer, wobei zwei der Angreifer getötet wurden. Der dritte sprengte sich vor dem Gebäude in die Luft, tötete einen Polizisten und verletzte zwei weitere. Der Anschlag war verübt worden, weil die Türkei laut Angaben von al-Shabaab „die Regierung der ‚Abtrünnigen‘ in Somalia unterstütze und somit die Durchsetzung der Scharia verhindere“. Die Türkei sei insgesamt zu laizistisch geprägt und zu sehr vom Islam abgewichen.<ref name="DTNSomalia">Somalia: Al-Qaida verübt Anschlag auf türkisches Botschaftsgebäude. In: Deutsch-Türkische Nachrichten. 27. Juli 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 29. Juli 2013; abgerufen am 29. Juli 2013. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref><ref name="St">Al-Shabaab bekennt sich zu Anschlag auf türkische Diplomaten. In: Der Standard. 28. Juli 2013, abgerufen am 29. Juli 2013.</ref>
Anschlag auf Restaurant
Am 7. September sprengten Terroristen ein Fahrzeug, das vor dem Luxusrestaurant „The Village“ in der Nähe des Nationaltheaters geparkt war, töteten 18 Menschen und verletzten 20 weitere. Wenige Minuten später sprengte sich ein Selbstmordattentäter inmitten der Menge, die den Opfern zu Hilfe geeilt war, in die Luft. Auch das benachbarte Hotel Mona wurde getroffen. Verbrannte Leichen lagen aufgereiht vor dem Restaurant, Verletzte wurden im Krankenwagen wegtransportiert, Soldaten feuerten in die Luft, offenbar, um wieder Ordnung zu schaffen, nachdem sich vor dem Restaurant eine Menschenmenge gebildet hatte. Nach der Darstellung der al-Shabaab-Milizen wurden bei dem Attentat „Schlüsselvertreter“ der Behörden getötet, nach Angaben von Augenzeugen nur normale Zivilisten. Im Restaurant „The Village“ verkehren überwiegend Regierungsangestellte und Journalisten.<ref name="ZeitRestaurant">Somalia: Mindestens 18 Tote nach Anschlag in Mogadischu. In: Die Zeit. 7. September 2013, abgerufen am 7. September 2013.</ref>
Anschlag auf das Maka al-Mukarama Hotel
Vor dem Eingang des Maka al-Mukarama Hotels explodierte am 8. November eine Bombe. Dabei kamen zwischen vier (Angabe der Regierung) und elf (Angabe der lokalen Polizei) Menschen ums Leben. Außerdem wurden 15 Personen verletzt. Das Restaurant und das Café des Hotels, das zu den teuersten der Stadt gehört, ist besonders bei der politischen Elite beliebt. So sollen sich zur Zeit des Anschlags mehrere Regierungsmitarbeiter im Hotel aufgehalten haben. Laut Angaben der Regierung befand sich der somalische Botschafter in London, Abdulkadir Ali Dhuub, unter den Toten. Außerdem sei ein Mann mit einer Sprengstoffweste vor dem Hotel verhaftet worden.<ref>Tote und Verletzte bei Bombenanschlag in Mogadischu. In: Der Standard. 8. November 2013, abgerufen am 11. November 2013.</ref>
Anschlag auf Restaurant
Am 27. Dezember starben bei einem Bombenanschlag auf ein auch bei Regierungsvertretern beliebten Restaurant sieben Personen. Darunter befanden sich laut Stellungnahme des Verteidigungsministeriums vier Soldaten.<ref>Mindestens sieben Tote bei Bombenexplosion in Mogadischu. In: Der Standard. 27. Dezember 2013, abgerufen am 29. Dezember 2013.</ref>
Kämpfe 2014
Autobombenanschlag auf Hotel
In der Nacht vom 1. zum 2. Januar jagten al-Shabaab-Terroristen zwei Autos, in denen jeweils eine Bombe versteckt war, vor dem Jazeera Palace Hotel in die Luft. Dabei wurden 11 Menschen getötet und weitere 18 verletzt. Überall lagen menschliche Körperteile herum. Unter den Opfern befanden sich auch Regierungssoldaten. Das Jazeera Palace Hotel, das gerne für Konferenzen und Feierlichkeiten innerhalb der politischen Elite genutzt wird, war schon 2012 Ziel einer Attacke, als Präsident Hassan Sheikh Mohamud dort seine erste Pressekonferenz abhielt.<ref>Anschlag in Mogadischu: Autobomben töten elf Menschen. In: N-tv. 2. Januar 2014, abgerufen am 2. Januar 2014.</ref>
Anschlag auf Konvoi der UNO
Am 13. Februar explodierte ein mit Sprengstoff beladener Wagen vor dem Flughafen. Ziel des Anschlags bei dem sieben Menschen getötet und etwa 15 verletzt wurden, war offenbar ein Konvoi der UNO.<ref>Sieben Tote bei Anschlag vor Flughafen von Mogadischu. In: Der Standard. 13. Februar 2014, abgerufen am 13. Februar 2014.</ref>
Angriff auf den Präsidentenpalast
Am 21. Februar erschütterte eine Explosion eine Autobombe den Präsidentenpalast. Zuvor hatte er das Tor gerammt. Danach griffen Bewaffnete mit Sprengstoffwesten und Granaten am Körper das Gebäude an.<ref>Der Präsidentenpalast wird angegriffen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 21. Februar 2014, abgerufen am 21. Februar 2014.</ref> Unter den Toten befanden sich ein Minister und ein ehemaliger Geheimdienstchef.<ref>Regieren mit Versuchen und Irrtümern. In: Neue Zürcher Zeitung. 27. Februar 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 2. April 2014; abgerufen am 27. Februar 2014.</ref>
Explosion im Stadtzentrum
Bei einer Explosion durch eine Bombe in einem Auto oder am Straßenrand nahe dem Stadtzentrum wurden laut der Polizei am 3. Mai mindestens sieben Menschen getötet. Unter den Opfern seien vier Zivilisten und drei Polizisten.<ref>Explosion in Mogadischu: Mindestens sieben Tote. In: ORF. 3. Mai 2014, abgerufen am 3. Mai 2014.</ref>
Angriff auf Parlament
Am 24. Mai sprengte sich ein Selbstmordattentäter vor dem Parlament mit seinem Fahrzeug in die Luft. Zeitgleich griffen Bewaffnete, von denen einige wie somalische Militärs gekleidet waren, die Sicherheitskräfte an. Die Gefechte und Explosionen dauerten fünf Stunden an und forderten mindestens 24 Menschenleben, darunter zwei Vertreter der AU, neun somalische Sicherheitskräfte und 13 Angreifer. Al-Shabaab bekannte sich zu dem Anschlag.<ref name="Parl">Mindestens 24 Tote bei Angriff auf somalisches Parlament. In: Der Standard. 25. Mai 2014, abgerufen am 26. Mai 2014.</ref>
Innenminister Abdikarim Hussein Gulled erklärte noch am selben Tag seinen Rücktritt.<ref name="Parl"/>
Ermordung eines Parlamentariers
Auf dem Weg zum Parlament erschossen Angehörige der al-Shabaab einen Abgeordneten, dem sie „islamfeindliches Verhalten“ vorwarfen. Es war der vierte ermordete Parlamentarier im letzten halben Jahr.<ref name="ErmordParl">Vier Menschen starben bei Anschlag in Mogadischu</ref>
Autobombe auf Parlament
Nachdem er zur Kontrolle angehalten wurde zündete ein Selbstmordattentäter am 5. Juli vor dem Parlamentsgebäude eine Autobombe. Dabei starben drei somalische Soldaten und der Attentäter. Weitere fünf Personen, darunter vier Angehörige der Sicherheitsdienste, wurden verletzt.<ref name="ErmordParl"/>
Angriff auf Präsidentenpalast
Am Abend des 8. Juli griffen mindestens neun Personen den Präsidentenpalast an. Zuerst zündeten sie an der Rückseite des Palastes eine Bombe und versuchten anschließend durch einen anderen Eingang in das Gebäude einzudringen. Nach einem Feuergefecht gab es acht Explosionen die vermutlich durch Sprengstoffwesten der Angreifer ausgelöst wurden.<ref name="PP">Shabaab-Miliz greift somalischen Präsidentenpalast an</ref>
Am Tag nach dem Vorfall entließ Somalias Präsident Hassan Sheikh Mohamud die Führung der Polizei und des Geheimdienstes. Laut Informationsminister Mustafa Duhulow wurde der frühere Geheimdienstchef Khalif Ahmed Ereg zum neuen Minister für Nationale Sicherheit ernannt.<ref name="PP"/>
Kämpfe
Am 15. August lieferten sich Einheiten der AU und somalische Regierungstruppen Gefechte gegen Milizionäre. Dabei kamen mindestens 14 Menschen ums Leben. Bei den Kämpfen wurden von beiden Seiten Granaten eingesetzt.<ref>Schwere Kämpfe in Somalias Hauptstadt Mogadischu</ref>
Angriff auf Geheimdienstzentrale
Bei einem Angriff von Schabab-Kämpfern auf die Geheimdienstzentrale am 31. August kamen 12 Menschen – darunter sieben der Angreifer – ums Leben. Den Gefechten ging eine Offensive der AU voraus, bei der die Stadt Bulomarer erobert wurde.<ref>USA melden Militärschlag gegen Schabab-Miliz</ref>
Tötung von Ahmed Abdi Godane
Am 1. September 2014 wurde der Anführer von al-Shabaab, Ahmed Abdi Godane bei einem US-amerikanischen Luftangriff südlich von Mogadischu getötet.<ref name="Godane">Al-Shabab names new leader after Godane death in US strike. BBC News, 6. September 2014, abgerufen am 6. September 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Selbstmordanschlag auf Konvoi der AU
Am 8. September sprengte sich ein Selbstmordattentäter in Elasha Biyaha<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Blutiger Selbstmordanschlag in Somalia ( vom 5. März 2016 im Internet Archive)</ref>, 15 Kilometer vor Mogadischu, in die Luft und tötete mindestens 12 Zivilisten. Ziel des Anschlags war ein Truppenkonvoi der AU, es wurde aber vor allem ein mit Zivilisten besetzter Minibus getroffen. Als der somalische Geheimdienstchef den Tatort besichtigte griff ein weiterer Selbstmordattentäter an und verletzte ihn leicht.<ref>Somalische Islamisten rächen Tod ihres Anführers</ref> In der Woche zuvor – am 1. September – kam der Anführer von al-Shabaab, Ahmed Abdi Godane, bei einem US-amerikanischen Luftschlag ums Leben.<ref name="Godane"/>
Anschlag auf das Café Orame
Bei einem Autobombenanschlag auf das Café „Orame“ in der Nähe des Parlamentsgebäudes am 13. Oktober kamen laut Angaben der Sicherheitskräfte 15 Menschen ums Leben und 20 weitere wurden verletzt. Das Auto war vor dem Café geparkt. Al-Shabaab bekannte sich zu der Tat und gab an, dass der Angriff „Unterstützern und Sympathisanten der somalischen Regierung“ gegolten habe.<ref>Mindestens 15 Tote bei Bombenanschlag in Somalia</ref>
Attentat auf Geheimdienstbeamten
Am 15. Oktober explodierte das Fahrzeug eines hohen Geheimdienstbeamten vor einem Restaurant im nördlichen Viertel der Stadt und tötete fünf Personen, darunter den Beamten selbst. Außerdem wurden zehn Menschen verletzt und die Explosion verursachte zahlreiche Schäden an umliegenden Gebäuden.<ref>Autobombe vor Restaurant: Fünf Tote in Mogadischu</ref>
Fund von Container mit Sprengstoff
Am Abend des 28. Oktober wurde im Hafen von Mogadischu ein Container mit Sprengstoff und Militäruniformen sichergestellt.<ref>Sicherheitskräfte: Geschäftsleute helfen Al Shabaab</ref>
Anschlag auf Konvoi der Vereinten Nationen
Bei einem Selbstmordanschlag auf einen Konvoi der Vereinten Nationen in der Nähe des Aden-Ade-International-Flughafens kamen am 3. Dezember fünf Menschen ums Leben. Laut dem Sicherheitsbeamten Mohamed Hassan handelte es sich bei den Toten um zwei Sicherheitskräfte, zwei Zivilisten und den Attentäter. Laut Abdiazis Abu Muscab, einem Sprecher von al-Shabaab, sei die Miliz für den Angriff verantwortlich.<ref>Fünf Tote bei Anschlag auf Uno-Konvoi vor Flughafen</ref>
Kämpfe 2015
Anschlag auf das Hotel SYL
Am 22. Januar 2015, einen Tag vor dem Besuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, explodierte am Eingang des Hotels SYL eine Autobombe. Dabei kamen laut Polizeivertreter Mohammed Adan fünf Menschen, darunter drei Wachmänner, ums Leben.<ref name="ORFSYL">Anschlag auf Hotel in Mogadischu. In: ORF. 22. Januar 2015, abgerufen am 2. Juni 2016.</ref>
Das Hotel befindet sich nahe der somalischen Präsidentschaft und des Regierungssitzes. Zum Zeitpunkt des Anschlags residierten bereits 70 Mitglieder der türkischen Delegation im Hotel.<ref name="ORFSYL"/> Erdoğan selbst war zwei Tage verspätet, weil er den Begräbnisfeierlichkeiten für den saudischen König Abdullah ibn Abd al-Aziz beiwohnte.<ref name="StSYL">Attentäter angeblich aus der Schweiz. In: Der Standard. 25. Januar 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 5. Juli 2015; abgerufen am 2. Juni 2016.</ref>
Laut dem von Geeska Afrika zitierten somalischen Geheimdienst soll der Selbstmordattentäter, der das Auto gesteuert hatte vor zwei Jahren aus der Schweiz zurückgekehrt sein. Al-Shabaab übernahm die Verantwortung für den Anschlag.<ref name="StSYL"/>
Anschlag auf das Maka-al-Mukarama-Hotel
Am 27. März 2015 stürmten Islamisten der al-Shabaab-Miliz das in Mogadischus Innenstadt gelegene Maka-al-Mukarama-Hotel und töteten mindestens 15 Personen, darunter Zivilisten, Wachleute und Soldaten.<ref>Mindestens 15 Tote bei Kämpfen in Mogadischu auf faz.net</ref><ref name="Maka">Blutige Geiselnahme in Hotel in Mogadischu. In: ORF. 27. März 2015, abgerufen am 8. Juni 2016.</ref>
Vor dem Angriff detonierte eine Bombe in der Nähe des Hoteleingangs. Danach stürmten Angehörige der Miliz das Hotel und nahmen Geiseln. Darunter befanden sich auch mehrere Regierungsvertreter.<ref name="Maka" />
Anschlag auf das Bildungsministerium
Am 14. April ereignete sich eine schwere Explosion im Zentrum der Stadt, das Ziel war vermutlich das Bildungsministerium<ref>Schwere Explosion in somalischer Hauptstadt Mogadischu. In: orf.at. 14. April 2015, abgerufen am 15. März 2024.</ref>. Nach einem vorangegangenen Attentat in Kenia, hat sich auch hier die al-Shabaab-Miliz bekannt.<ref>Katrin Gänsler: Dschihadisten in Somalia: Anschlag auf Bildungsministerium. In: taz.de. 14. April 2015, abgerufen am 7. März 2024.</ref> Laut Polizeiangaben sind bei dem Anschlag mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen.
Anschlag auf ein Restaurant
Am 21. April sind bei einem Selbstmordanschlag in einem Restaurant in der Innenstadt mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl der Verletzten sei so hoch, dass die Polizei davon ausgeht, dass es zu weiteren Toten kommen würde.<ref>Mindestens 10 Tote bei Anschlag auf Restaurant in Somalia. In: derStandard.at. 21. April 2015, abgerufen am 12. Dezember 2017.</ref><ref>Tote bei Anschlag auf Restaurant in Mogadischu. In: news.orf.at. 21. April 2015, abgerufen am 22. Oktober 2017.</ref>
Kämpfe 2016
Angriff auf Hotel
Am 26. Februar 2016 kam es zu einem Angriff auf ein Hotel in Mogadischu mit mindestens 20 Toten. Zwei Autobomben explodierten und es gab anschließende Gefechte im Regierungsviertel. Die al-Shabaab-Miliz bekannte sich zu dem Anschlag.<ref>Somalia: Mindestens 20 Tote bei Anschlag in Mogadischu. In: Die Zeit. 26. Februar 2016, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 27. Juli 2016]).</ref>
Anschlag auf das Hotel „Ambassador“
Am 1. Juni 2016 kam es zu einem Angriff auf das Hotel „Ambassador“ in Mogadischu mit mindestens 20 Toten. Ein Selbstmordattentäter zündete vor dem Hotel eine Autobombe und tötete dabei auch andere Angreifer. Weitere Terroristen verschanzten sich im Hotel, schossen auf die Polizei und nahmen Geiseln. Die al-Shabaab-Miliz wird hinter dem Angriff vermutet.<ref>Somalia: Anschlag auf Hotel in Mogadischu. In: Die Zeit. 1. Juni 2016, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 27. Juli 2016]).</ref>
Angriff auf AMISOM-Hauptquartier
Im Juli 2016 ereignete sich ein Angriff auf den Hauptstützpunkt der afrikanischen Friedenstruppe AMISOM mit mindestens 14 Todesopfern. Ein Selbstmordattentäter zündete eine Autobombe, während ein anderer zu Fuß versucht hatte, mit einem Sprengsatz auf das Gelände zu stürmen. Die Bombe an seinem Körper war jedoch am Eingangstor explodiert. Bei den Opfern handelte es sich vor allem um somalische und ugandische Soldaten. Al-Schabaab reklamierte den Anschlag für sich.<ref>Terroranschlag vor Flughafen von Mogadischu. In: fnp.de. 26. Juli 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 27. Juli 2016; abgerufen am 27. Juli 2016.</ref>
Kämpfe 2017
Nach Angaben von PeaceTech Lab kam es im Jahr 2017 in Mogadischu zu insgesamt 42 terroristischen Angriffen, bei denen 803 Menschen getötet wurden.<ref name=":0">Terrorist Incidents Map 2017. PeaceTech Lab, abgerufen am 6. Januar 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Zu den Taten bekannte sich al-Shabaab bzw. wurde für diese verantwortlich gemacht.
Am 2. Januar starben drei Menschen bei einem Selbstmordattentat und am 25. Januar 28 durch eine Autobombe. Weitere Anschläge mit Todesopfern gab es unter anderem am 19. Februar (39 Tote), 13. März (13 Tote), 21. März (5 Tote), 9. April (15 Tote), 8. Mai (8 Tote), 24. Mai (8 Tote), 15. Juni (9 Tote), 20. Juni (15 Tote), 22. Juni (7 Tote), 10. September (6 Tote), 14. Oktober (512 Tote), 28. Oktober (25 Tote) und am 14. Dezember (18 Tote).<ref name=":0" /><ref>Al Jazeera: Deadly double bombing strikes Mogadishu, 29. Oktober 2017</ref>
Anschlag mit einem LKW auf einer belebten Kreuzung in Hodan, Mogadischu
Am 14. Oktober 2017 kam es in Mogadischu zu einem der verheerendsten Selbstmordattentate der vergangenen Jahre.<ref>Mehr als 300 Tote bei Doppelanschlag. In: tagesschau.de. 16. Oktober 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 15. Oktober 2017; abgerufen am 17. Oktober 2017. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Demnach fuhr der Täter mit einem mit Sprengstoff beladenen LKW in den Kreuzungsbereich, wo er zunächst mehrere Autos rammte, bevor der den Sprengstoff zündete. Hierbei wurden zunächst 358 Zivilisten getötet und fast 400 verletzt.<ref>UNO-Sicherheitsrat legt Schweigeminute ein. In: deutschlandfunk.de. 17. Oktober 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 18. Oktober 2017; abgerufen am 17. Oktober 2017. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Bis zum Jahresende erhöhte sich die Zahl der Getöteten jedoch auf 512.<ref name=":0" /> Wenig später ereignete sich ein Folgeanschlag, bei dem sich ein zweiter Attentäter mit einem PKW in die Luft sprengte, jedoch keine weiteren Menschen tötete. Der Anschlag ereignete sich in einem belebten Viertel mit Hotels, Geschäften und Regierungsgebäuden. Die somalische Regierung machte die Terrormiliz al-Shabaab für die Tat verantwortlich.<ref>Mehrere Hundert Tote bei schwerstem Anschlag in Mogadischu. In: Zeit Online. 15. Oktober 2017, abgerufen am 17. Oktober 2017.</ref>
Kämpfe 2022
Angriff auf Hotel
Am Abend des 19. August 2022 griffen Bewaffnete der Al-Shabaab das Hotel Hayat in Mogadischu in Somalia an. Zunächst explodierten zwei Autobomben. Bewaffnete Männer stürmten dann das Hotel, erschossen Menschen und nahmen Geiseln. Mindestens 21 Menschen wurden getötet und 117 weitere verletzt.
Terroranschlag vor dem Bildungsministerium
Am 29. Oktober 2022 verübte die al-Shabaab einen Terroranschlag vor dem Bildungsministerium, bei dem mehr als 100 Menschen getötet wurden, größtenteils Zivilisten.<ref>Mindestens 100 Tote nach Terroranschlägen in Mogadischu. In: tagesschau.de. 30. Oktober 2022, abgerufen am 30. Oktober 2022.</ref>
Angriff auf Hotel Villa Rose
Am Abende des 27. November 2022 griffen das von der Regierung genutzte Hotel Villa Rose in der Nähe des Präsidentenpalasts an.<ref>Islamisten greifen Hotel in Mogadischu an</ref> Laut Polizeiangaben wurden mindestens zehn Hotelgäste und ein Selbstmordattentäter getötet. Der somalische Sicherheitsminister Ahmed Mohammed Doodishe befand sich unter den Verletzten. Nach etwa 20 Stunden stürmten die Sicherheitskräfte das Hotel und töteten dabei nach eigenen Angaben alle Kämpfer der Al-Shabaab.<ref>Hotel im Mogadischu weiter in Hand von Terroristen</ref><ref>[1]</ref>
Kämpfe 2023
Angriff auf Regierungssitz
Am 22. Januar 2023 griffen sechs Angreifer den Sitz der Regionalregierung an. Laut Informationsministerium steuerte ein Selbstmordattentäter ein mit Sprengstoff beladenes Auto gegen das Tor. Im Anschluss belagerten die anderen Angreifer das Gebäude sechs Stunden lang. Laut Regierung seien die Angreifer, zwei Sicherheitskräfte und drei Zivilisten getötet worden. Vier weitere Menschen wurden demnach verletzt.<ref>Anschlag auf Regierungssitz in Somalia: Elf Tote</ref>
Weblinks
- Johannes Dieterich: Wie Stalingrad, nur 60 Grad heißer. In: Frankfurter Rundschau. 8. April 2011, abgerufen am 11. April 2011 (Reportage über die Situation Anfang 2011 aus der Sicht der AMISOM-Truppen).
- Bettina Rühl: Ohne Brot und Gesetz. Polizeiausbildung in Somalia. In: die tageszeitung. 16. Mai 2011, abgerufen am 17. Mai 2011 (Hintergrundbericht über die Situation der Polizei im umkämpften Mogadischu).
- Thomas Scheen und Helmut Fricke (Fotos): Die Frucht des Hungers. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 8. August 2011, abgerufen am 8. August 2011 (Bericht von dem Rückzug der al-Shabaab-Milizen Anfang August 2011).
- Bettina Rühl: Tanzen, hämmern, hoffen. Aufschwung in Mogadischu. In: die tageszeitung. 30. Mai 2012, abgerufen am 5. Juni 2012 (Stimmungsbericht von der Zeit nach dem weitgehenden Rückzug der al-Shabaab im Sommer 2011).
- Thomas Scheen: Kopfüber ins Haifischbecken. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 10. September 2012, abgerufen am 11. September 2012 (Bericht über den Wiederaufbau Mogadischus im September 2012).
- Marco Seliger: Jeden Tag sechs Minuten Krieg. Excel-Tabellen für Mogadischu. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 4. November 2015, abgerufen am 4. November 2015 (Bericht über die Militärausbilder der Europäischen Union in Mogadischu).
Einzelnachweise
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- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Weblink offline IABot
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