Gansbach (Gemeinde Dunkelsteinerwald)
| Gansbach (Dorf) Ortschaft Katastralgemeinde Gansbach | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Basisdaten | ||||||
| Pol. Bezirk, Bundesland | Melk (ME), Niederösterreich | |||||
| Gerichtsbezirk | Melk | |||||
| Pol. Gemeinde | Dunkelsteinerwald | |||||
| Koordinaten | 48° 18′ 19″ N, 15° 28′ 19″ O
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| Höhe | 479 m ü. A. | |||||
| Einwohner der Ortschaft | (k. A. Hilfe) | |||||
| Fläche d. KG | Vorlage:FLN (Vorlage:Metadaten Fläche AT KG) | |||||
| Statistische Kennzeichnung | ||||||
| Ortschaftskennziffer | 04536 | |||||
| Katastralgemeindenummer | 14113 | |||||
| Zählsprengel/ -bezirk | Gansbach (31507 000) | |||||
| Bild Südsüdostansicht von Gansbach | ||||||
| Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS | ||||||
Vorlage:Check Geschlecht gegen Wikidata
Gansbach ist eine Ortschaft und eine Katastralgemeinde der Marktgemeinde Dunkelsteinerwald, Niederösterreich. Am gab es in der Ortschaft Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl AT Ortschaft Einwohner. Bis Ende 1970 war Gansbach eine eigenständige Gemdeinde.<ref name="fusion" />
Geographie
Das Dorf Gansbach ist der Hauptort der Gemeinde Dunkelsteinerwald und befindet beiderseits der Landesstraße L162. In Gansbach zweigen die Landesstraßen L5358 und L7116 ab. In der Ortschaft liegen das Schloss Grabenhof, das Schloss Gurhof und zwei Einzellagen.
Geschichte
Siedlungstätigkeiten und uralte Verkehrswege lassen sich bis in die Jungsteinzeit nachweisen.<ref name=":0" />
Der Name Gansbach leitet sich vom slawischen kamenica (=Steinbach) ab und wandelte sich im Laufe der Zeit über die germanisierten Formen Gamizbach, Gemsbach, Gaenzpach, Genßbach und Gänsbach zum heutigen Ortsnamen.<ref name=":0">Wolfgang Häusler: Melk und der Dunkelsteinerwald. Jugend und Volk, Wien 1978, ISBN 3-7141-7603-9.</ref>
Ursprünglich gehörte Gansbach zur Pfarre Mautern an der Donau. Die ersten urkundlichen Erwähnungen können auf 1180 bzw. 1190 datiert werden (Brüder Otto und Adalbero von Gamizbach; sie werden dem Geschlecht der Kuenringer zugerechnet). Um 1260 ist in den Göttweiger Archiven zu lesen: „die Kirche von Gaenzpach verleiht Albert von Chunringen und der Grund gehört dem Herzog von Bayern, aber der Zehent dem Bischof von Passau“. Bereits 1468 wurden die Rechte des Marktes Gansbach verzeichnet.<ref name=":1">Bischöfliches Ordinariat St. Pölten (Hrsg.): Geschichtliche Beilagen zum St. Pöltner Diozösanblatt. Band XV, 1977.</ref> 1529 und 1683 wurde die Bewohner im Zuge der türkischen Eroberungen in Mitleidenschaft gezogen. 1559 wurde Michael Reydl als protestantischer Pfarrer eingesetzt. Im Zuge der Gegenreformation mussten die Bewohner der umliegenden Gemeinden am 28. Februar 1630 im Schloss Gurhof von ihrem bisherigen Glauben abschwören und sich wieder zum katholischen Glauben bekennen.<ref name=":0" /><ref name=":1" />
Das Marktrecht wurde von Kaiser Franz I. auf Ansuchen der Bürger am 30. Juni 1808 bestätigt.<ref name=":2">Lehrerarbeitsgemeinschaft: Der Dunkelsteinerwald. Ein Volksbuch. Eigenverlag, Melk 1928.</ref>
Im Franziszeischen Kataster von 1821 ist Gansbach mit zahlreichen Gehöften und weiteren Gebäuden verzeichnet.<ref>Franziszeischer Kataster (um 1820): Gerolding (auf mapire.eu).</ref>
Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Marktgemeinde Gansbach ein Arzt, ein Taxiunternehmer, ein Bäcker, ein Eisenwarenhändler, zwei Fleischer, vier Gastwirte, ein Gemischtwarenhändler, ein Köhler, ein Maurermeister, ein Schlosser, zwei Schmiede, zwei Schneider und eine Schneiderin, zwei Schuster, zwei Tischler, ein Viehhändler, ein Wagner, ein Zimmermeister und einige Landwirte ansässig.<ref>Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938 PDF, Seite 248</ref>
Im Zuge der Niederösterreichischen Kommunalstrukturverbesserung wurden mit 1. Jänner 1971 die bis dahin selbständigen Gemeinden Gansbach, Gerolding, Kicking und Mauer bei Melk zur neuen Gemeinde Dunkelsteinerwald fusioniert.<ref name="fusion">Vorlage:StatistikAustria Gemeindeänderungen</ref>
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Katholische Pfarrkirche Gansbach Hl. Bartholomäus. Das Gemälde des Kirchenpatrones, des Hl. Bartholomäus stammt von Paul_Haubenstricker<ref>Paul Haubenstricker im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien</ref> aus dem Jahre 1781. Das Gemälde am Annen-Seitenaltar stammt vom herausragenden Barockmaler J.M. Schmidt aus dem Jahre 1779 und kam angeblich aus der Kartause Aggsbach. Aus dieser Zeit stammen auch die Kreuzwegbilder, die Kanzel, der Taufstein und die Orgel von Joseph Gatt.<ref name=":2" /><ref>Geschichte der Pfarre. Römisch-katholisches Pfarramt Gansbach, 2021, abgerufen am 30. Juni 2023.</ref>
- Mariensäule
- Ritter-Roland-Säule (als Zeichen des Marktrechts und der Gerichtsbarkeit).<ref name=":2" />
Öffentliche Einrichtungen
Im Ort Gansbach befindet sich ein Kindergarten<ref>Kindergärten in NÖ. NÖ Landesregierung, abgerufen am 25. Oktober 2020.</ref> und eine Volksschule.<ref>Schulensuche. In: Schulen online. Abgerufen am 2. Oktober 2020.</ref>
Persönlichkeiten
- Ferdinand Seeland (1821–1901), Montanist, Naturforscher und Politiker, besuchte hier die Volksschule.
- Leopold Hacker (1843–1926), Benediktiner, Mineraloge, Höhlenforscher und Entomologe, wirkte hier als Pfarrvikar.
- Leopold Eckhart (1905–1990), Landwirt, Politiker und Abgeordneter zum Nationalrat
- Franz Binder (1921–1997), Angestellter, Politiker und Abgeordneter zum Landtag sowie 2. Landtagspräsident.
- Johann Penz (1950), Politiker und Präsident des Niederösterreichischen Landtages.
- Otto Lechner (1964), Akkordeonist, aufgewachsen in Gansbach.
- Der Vater des bekannten Künstlers Falco stammt aus Gansbach.
- Im Juni 2018 wurde in Gansbach die Falco-Skulptur „Kommt der Komet oder kommt er zu spät“ von Katrin Plavčak enthüllt.<ref>Ausstellungen, Museen, Kunst im öffentlichen Raum. Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, 30. Mai 2018.</ref> Ausgangspunkt für die Idee zur Szeneplastik war eine Textzeile aus dem Lied Nur mit dir von Falcos Album Junge Roemer. Das Monument besteht aus einer vier Meter hohen, schwarz-silberfarbenen Skulptur aus Stahl und einem Serpentinit aus dem Dunkelsteinerwald, der einen Kometen darstellt. Das Denkmal wurde von der Gemeinde gemeinsam mit dem Land Niederösterreich und der Initiative Kunst im öffentlichen Raum am neuen Falco-Platz errichtet.<ref>NÖN: Dunkelsteinerwald: Gansbach: Denkmal für Falco in Dunkelsteinerwald. Artikel vom 3. Mai 2018, abgerufen am 29. August 2019.</ref>
Literatur
- Vorlage:StatistikAustria Ortsverzeichnis
- Im Reich des Einhorns: Märchen und Sagen aus dem Dunkelsteinerwald. Weitra 2016, ISBN 978-3-85252-510-5.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
Vorlage:Navigationsleiste Gemeindegliederung von Dunkelsteinerwald