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Fußball-Weltmeisterschaft 1958 – Wikipedia Zum Inhalt springen

Fußball-Weltmeisterschaft 1958

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FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 1958
Fotboll VM Sverige 1958
Anzahl Nationen 16 (von 52 Bewerbern)
Weltmeister Brasilien 1889Datei:Flag of Brazil (1889-1960).svg Brasilien (1. Titel)
Austragungsort Schweden[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Schweden
Eröffnungsspiel 8. Juni 1958
Endspiel 29. Juni 1958 (Solna)
Spiele 35
Tore 126 (⌀: 3,6 pro Spiel)
Zuschauer 819.810 (⌀: 23.423 pro Spiel)
Torschützenkönig FranzoseDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Just Fontaine 13 Tore
Platzverweise (⌀: 0,09 pro Spiel)
← WM 1954
WM 1962 →

Die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 1958 war die sechste Ausspielung dieses bedeutendsten Turniers für Fußball-Nationalmannschaften und fand vom 8. bis zum 29. Juni 1958 in Schweden statt.

Die brasilianische Nationalmannschaft gewann mit dem damals 17-jährigen späteren Weltstar Pelé ihren ersten Weltmeistertitel durch einen 5:2-Sieg gegen die Mannschaft des Gastgebers. 16 Nationalmannschaften spielten in vier Vorrundengruppen mit jeweils vier Mannschaften um den Titel. Der Titelverteidiger Deutschland, inzwischen durch den Beitritt des Saarlandes verstärkt, unterlag dem Gastgeber im hart umkämpften Halbfinale und Frankreich beim Spiel um den dritten Platz. Vizeweltmeister Ungarn schied bereits in der Vorrunde aus, ebenso – und das sieglos – Österreich. Die Schweiz und die Mannschaft der DDR hatten sich nicht qualifiziert. Auch die früheren Weltmeister Uruguay und Italien waren nicht dabei.

In den 35 Spielen wurden 126 Treffer erzielt. Torschützenkönig wurde der Franzose Just Fontaine, der mit 13 Erfolgen sein Land zum dritten Platz schoss und mit den meisten Toren während derselben Weltmeisterschaft einen bis heute unerreichten Rekord aufstellte.<ref>WM-Rückblick: Just Fontaine hält noch immer den Rekord für die meisten erzielten Tore in einem einzigen WM-Turnier. In: guinnessworldrecords.de. 6. Juni 2014, abgerufen am 7. September 2015.</ref>

Vergabe

Obwohl turnusgemäß nach dem Turnier 1954 in der Schweiz ein südamerikanisches Land an der Reihe gewesen wäre, war Schweden der einzige Bewerber für die Austragung dieser Weltmeisterschaft. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren nur wenige Länder in der Lage, die Ausrichtung einer großen Sportveranstaltung zu organisieren, weshalb die Entscheidung vom FIFA-Kongress auf der Tagung vom 23. Juni 1950 in Rio de Janeiro für das im Krieg neutrale Schweden getroffen wurde.

Spielorte

Die Spiele der Weltmeisterschaft wurden in zwölf Stadien in zwölf verschiedenen Städten im Süden Schwedens ausgetragen. Die größten Stadien waren das Råsundastadion in Solna und das damals für 31 Millionen SEK<ref>Matthias Fett: The game has changed – a systematic approach to classify FIFA World Cups. In: International Journal of Sport Policy and Politics. Band 12, Nr. 3, 2. Juli 2020, ISSN 1940-6940, S. 455–470, doi:10.1080/19406940.2020.1784978 (tandfonline.com [abgerufen am 17. August 2021]).</ref> erbaute Nya Ullevi in Göteborg mit jeweils nahezu 50.000 Plätzen. Nördlichstes Stadion, in dem jemals ein WM-Spiel ausgetragen wurde, war das Stadion Jernvallen in der kleinen Stadt Sandviken.

Uddevalla (Rimnersvallen)
Fußball-Weltmeisterschaft 1958 (Schweden Süd)
Fußball-Weltmeisterschaft 1958 (Schweden Süd)
Eskilstuna
Norrköping
Helsingborg
Västerås
Spielorte 1958 in Schweden
Sandviken
(Jernvallen)
Göteborg
(Ullevi)
Västerås
(Arosvallen)
Borås
(Ryavallen)
Örebro
(Eyravallen)
Halmstad
(Örjans vall)
Eskilstuna
(Tunavallen)
Helsingborg
(Olympiastadion)
Solna
(Råsundastadion)
Malmö
(Malmö Stadion)
Norrköping
(Idrottspark)
Statistik
Stadt (Stadion) Spiele Gesamt-
zuschauerzahl
Schnitt Spiel mit den meisten Zuschauern Spiel mit den wenigsten Zuschauern
Uddevalla
(Rimnersvallen)
1 17.788 17.788 Brasilien – Österreich
(Vorrunde)
Sandviken
(Jernvallen)
2 28.643 14.322 Ungarn – Wales
(Vorrunde) 15.343
Ungarn – Mexiko
(Vorrunde) 13.300
Göteborg
(Ullevi)
7 272.230 38.890 Brasilien – Sowjetunion
(Vorrunde) 50.928
Sowjetunion – England
(Vorrunden-Entscheidungsspiel um Platz 2) 23.182
Västerås
(Arosvallen)
2 21.808 10.904 Jugoslawien – Frankreich
(Vorrunde) 12.217
Jugoslawien – Schottland
(Vorrunde) 9.591
Borås
(Ryavallen)
2 37.111 18.556 Sowjetunion – Österreich
(Vorrunde) 21.239
England – Österreich
(Vorrunde) 15.872
Örebro
(Eyravallen)
1 13.554 13.554 Frankreich – Schottland
(Vorrunde)
Halmstad
(Örjans vall)
2 24.821 12.411 Argentinien – Nordirland
(Vorrunde) 14.174
Nordirland – Tschechoslowakei
(Vorrunde) 10.647
Eskilstuna
(Tunavallen)
1 13.103 13.103 Paraguay – Jugoslawien
(Vorrunde)
Helsingborg
(Olympiastadion)
2 41.418 20.709 BR Deutschland – Tschechoslowakei
(Vorrunde) 25.000
Tschechoslowakei – Argentinien
(Vorrunde) 16.418
Solna
(Råsundastadion)
8 229.954 28.744 Brasilien – Schweden
(Finale) 49.737
Wales – Ungarn
(Vorrunden-Entscheidungsspiel um Platz 2) 2.823
Malmö
(Malmö Stadion)
4 79.397 19.849 Argentinien – BR Deutschland
(Vorrunde) 31.156
Nordirland – Tschechoslowakei
(Vorrunden-Entscheidungsspiel um Platz 2) 6.196
Norrköping
(Idrottspark)
3 39.983 13.328 Frankreich – Paraguay
(Vorrunde) 16.518
Paraguay – Schottland
(Vorrunde) 11.665

Qualifikation

Hauptartikel: Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 1958

Von den insgesamt 52 gemeldeten Mannschaften konnten sich 14 qualifizieren. Gastgeber Schweden und Deutschland als Titelverteidiger waren automatisch qualifiziert. Größte Überraschung war das Scheitern des zweifachen Weltmeisters Italien, das gegen die bis dahin unbedeutende Mannschaft aus Nordirland ausschied, und Uruguay, das in der Südamerika-Gruppe 2 der paraguayischen Mannschaft den Vortritt lassen musste. Spanien, dessen Vereine zu dieser Zeit die europäischen Pokalwettbewerbe beherrschten, verpasste die Qualifikation gegen Schottland. Die Mannschaft aus Wales nahm als Vertreter Asiens und Afrikas am Turnier teil, da sich alle islamischen Länder Afrikas und Asiens weigerten, gegen Israel anzutreten. Daher wurde mit Wales ein Gruppenzweiter der Europa-Qualifikation zugelost, der sich gegen Israel durchsetzen konnte. Die Nationalmannschaften von Nordirland, der Sowjetunion und Wales nahmen zum ersten Mal an einer Endrunde teil. Das Vereinigte Königreich war erst- und bisher letztmals komplett mit seinen vier Verbänden England, Schottland, Wales und Nordirland vertreten.

Teilnehmer

12 aus Europa Deutschland BundesrepublikDatei:Flag of Germany.svg BR Deutschland EnglandDatei:Flag of England.svg England Frankreich 1946Datei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Frankreich JugoslawienDatei:Flag of Yugoslavia (1946-1992).svg Jugoslawien
NordirlandDatei:Flag of Northern Ireland.svg Nordirland OsterreichDatei:Flag of Austria.svg Österreich SchottlandDatei:Flag of Scotland.svg Schottland Schweden[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Schweden
Sowjetunion 1955Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Sowjetunion Tschechoslowakei[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Tschechoslowakei Ungarn 1957Datei:Civil Ensign of Hungary.svg Ungarn Wales 1953Datei:Flag of Wales (1953-1959).svg Wales
3 aus Südamerika Brasilien 1889Datei:Flag of Brazil (1889-1960).svg Brasilien Argentinien[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Argentinien Paraguay 1954Datei:Flag of Paraguay 1954.svg Paraguay
1 aus Nord-, Mittelamerika und der Karibik Mexiko 1934 Mexiko
Datei:1958 world cup.png
Weltkarte der Teilnehmer

Auslosung

Datei:Play order for the FIFA World Cup 1958.jpg
Festlegung des Spielplans bei der Auslosung

Die Mannschaften wurden nach geografischer Lage eingeteilt. Aus jedem der vier Töpfe wurde jeder Gruppe je eine Mannschaft frei zugelost. Schon vorher wurde festgelegt, dass die Gruppe mit Schweden in Solna bei Stockholm spielt.

Die „geografische“ Gruppeneinteilung widersprach zwar den FIFA-Bestimmungen, doch hatte das Organisationskomitee den Beschluss eines teilweisen Setzens mit klarer Mehrheit gefasst. Der ÖFB richtete dagegen zwar einen Protest und verlangte eine neue Auslosung, jedoch war von vorneherein klar, dass dieser nutzlos sein würde.<ref>Der ÖFB verlangt eine Neuauslosung. In: Arbeiter-Zeitung. Wien,​ 13. Februar 1958, S. 10.</ref>

Topf 1: Westeuropa BR Deutschland • Frankreich • Österreich • Schweden
Topf 2: Amerika Argentinien • Brasilien • Mexiko • Paraguay
Topf 3: Großbritannien England • Nordirland • Schottland • Wales
Topf 4: Osteuropa Jugoslawien • Sowjetunion • Tschechoslowakei • Ungarn
Gruppe 1 Gruppe 2 Gruppe 3 Gruppe 4
Deutschland BundesrepublikDatei:Flag of Germany.svg BR Deutschland Frankreich 1946Datei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Frankreich Schweden[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Schweden OsterreichDatei:Flag of Austria.svg Österreich
Argentinien[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Argentinien Paraguay 1954Datei:Flag of Paraguay 1954.svg Paraguay Mexiko 1934 Mexiko Brasilien 1889Datei:Flag of Brazil (1889-1960).svg Brasilien
NordirlandDatei:Flag of Northern Ireland.svg Nordirland SchottlandDatei:Flag of Scotland.svg Schottland Wales 1953Datei:Flag of Wales (1953-1959).svg Wales EnglandDatei:Flag of England.svg England
Tschechoslowakei[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Tschechoslowakei JugoslawienDatei:Flag of Yugoslavia (1946-1992).svg Jugoslawien Ungarn 1957Datei:Civil Ensign of Hungary.svg Ungarn Sowjetunion 1955Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Sowjetunion

Für Informationen zu den einzelnen Gruppen und Kadern der Mannschaften auf den jeweiligen Link klicken.

Modus

Die 16 Teilnehmer traten in vier Vorgruppen mit je vier Mannschaften an. Im Gegensatz zum vorangegangenen Turnier in der Schweiz wurde auf eine Setzliste verzichtet, so dass in den einzelnen Gruppen wieder jeder gegen jeden spielen musste. Die beiden Gruppenersten qualifizierten sich für das Viertelfinale, bei Punktgleichheit zweier oder mehr Mannschaften wurden Entscheidungsspiele eingeplant, deren Zusammensetzung sich je nach Szenario geändert hätte. Bei zwei punktgleichen Mannschaften auf Platz 2 und 3 wurde zwischen diesen beiden Mannschaften ein Entscheidungsspiel ausgetragen. Dies war bei der Endrunde auch das einzige eingetretene Szenario. Im Falle, dass Platz 2 bis 4 punktgleich abgeschlossen hätten, wäre die Mannschaft mit dem schlechtesten Torverhältnis ausgeschieden, während die verbleibenden beiden Mannschaften das Entscheidungsspiel geführt hätten. Wären Platz 1 bis 3 punktgleich gewesen, so wäre die Mannschaft mit dem besten Torverhältnis ins Viertelfinale gekommen, während die verbleibenden beiden Teams das Entscheidungsspiel gespielt hätten. Die letzte Option sah vor, dass alle vier Mannschaften die Gruppe punktgleich abgeschlossen hätten. Dann wären zwei Entscheidungsspiele angesetzt worden, deren Gegner aus allen vier Mannschaften durch das Los bestimmt worden wären.<ref>Fußballtips für die Theoretiker, in Rems-Zeitung vom 2. Juni 1958, S. 8.</ref> Ab dem Viertelfinale wurde das Turnier im K.-o.-System ausgetragen.

Vorrunde

In Gruppe 1 setzte sich Deutschland dank zweier Unentschieden und eines Sieges über Argentinien durch, das lediglich Platz vier belegte. Frankreich platzierte sich in Gruppe 2 knapp vor Jugoslawien. Der als Ersatzspieler angereiste Just Fontaine erzielte sechs Tore. Schweden und Brasilien wurden nach überzeugenden Auftaktsiegen ungefährdet Gruppensieger.

In drei Gruppen gab es Entscheidungsspiele um Platz zwei. England unterlag dabei dem WM-Neuling Sowjetunion. Von den vier britischen Mannschaften erreichten nur die ursprünglich als schwächer eingeschätzten Wales und Nordirland die nächste Runde. Österreich hatte das Pech, in die spielstärkste Gruppe gelost worden zu sein, und schied, nach einem Unentschieden gegen England, erwartungsgemäß aus.

Gruppe 1

Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. Deutschland BundesrepublikDatei:Flag of Germany.svg BR Deutschland  3  1  2  0 007:500  +2 04:20
 2. NordirlandDatei:Flag of Northern Ireland.svg Nordirland  3  1  1  1 004:500  −1 03:30
 3. Tschechoslowakei[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Tschechoslowakei  3  1  1  1 008:400  +4 03:30
 4. Argentinien[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Argentinien  3  1  0  2 005:100  −5 02:40
Nordirland durch Entscheidungsspiel Gruppenzweiter

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Gruppe 2

Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. Frankreich 1946Datei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Frankreich  3  2  0  1 011:700  +4 04:20
 2. JugoslawienDatei:Flag of Yugoslavia (1946-1992).svg Jugoslawien  3  1  2  0 007:600  +1 04:20
 3. Paraguay 1954Datei:Flag of Paraguay 1954.svg Paraguay  3  1  1  1 009:120  −3 03:30
 4. SchottlandDatei:Flag of Scotland.svg Schottland  3  0  1  2 004:600  −2 01:50

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Gruppe 3

Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. Schweden[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Schweden  3  2  1  0 005:100  +4 05:10
 2. Wales 1953Datei:Flag of Wales (1953-1959).svg Wales  3  0  3  0 002:200  ±0 03:30
 3. Ungarn 1957Datei:Civil Ensign of Hungary.svg Ungarn  3  1  1  1 006:300  +3 03:30
 4. Mexiko 1934 Mexiko  3  0  1  2 001:800  −7 01:50
Wales durch Entscheidungsspiel Gruppenzweiter
Datei:Liedholm goal Sweden vs Mexico WC 1958.jpg
Schwedens Liedholm erzielt im Gruppenspiel gegen Mexiko ein Tor.

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Gruppe 4

Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. Brasilien 1889Datei:Flag of Brazil (1889-1960).svg Brasilien  3  2  1  0 005:000  +5 05:10
 2. Sowjetunion 1955Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Sowjetunion  3  1  1  1 004:400  ±0 03:30
 3. EnglandEngland England  3  0  3  0 004:400  ±0 03:30
 4. OsterreichÖsterreich Österreich  3  0  1  2 002:700  −5 01:50
Sowjetunion durch Entscheidungsspiel Gruppenzweiter

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Vorlage:Fußballspiel kurz/Kopf Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile |}

Finalrunde

Spielplan

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Viertelfinale Halbfinale Finale
Deutschland BundesrepublikDatei:Flag of Germany.svg BR Deutschland 1
JugoslawienDatei:Flag of Yugoslavia (1946-1992).svg Jugoslawien 0
Deutschland BundesrepublikDatei:Flag of Germany.svg BR Deutschland 1
Schweden[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Schweden 3
Schweden[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Schweden 2
Sowjetunion 1955Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Sowjetunion 0
Schweden[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Schweden 2
Brasilien 1889Datei:Flag of Brazil (1889-1960).svg Brasilien 5
Frankreich 1946Datei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Frankreich 4
NordirlandDatei:Flag of Northern Ireland.svg Nordirland 0
Frankreich 1946Datei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Frankreich 2
Spiel um Platz 3
Brasilien 1889Datei:Flag of Brazil (1889-1960).svg Brasilien 5
Brasilien 1889Datei:Flag of Brazil (1889-1960).svg Brasilien 1 Deutschland BundesrepublikDatei:Flag of Germany.svg BR Deutschland 3
Wales 1953Datei:Flag of Wales (1953-1959).svg Wales 0 Frankreich 1946Datei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Frankreich 6


Viertelfinale

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Nordirland, Wales und die Sowjetunion hatten zum Erreichen des Viertelfinales Entscheidungsspiele absolviert und weniger als 48 Stunden Zeit für Regeneration und Ortswechsel gehabt. Erwartungsgemäß waren sie in der nächsten Runde chancenlos – Frankreich und Schweden kamen zu leichten Siegen.

Brasilien hatte es mit den, zwar auch unausgeruhten, Walisern da schon schwerer, denn diese stellten sich nach hinten und verteidigten, ohne selbst wirklich Chancen zu erzeugen. Schließlich schoss Pelé mit seinem ersten WM-Tor Brasilien zum hochverdienten Sieg.

Deutschland hatte mit Jugoslawien einen deutlich schwierigeren, weil ausgeruhteren Gegner zu überwinden und konnte eine frühe Führung durch Helmut Rahn mühsam über die Zeit retten.

Halbfinale

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Im Halbfinale, oder auch in der Schlacht von Göteborg, trat die deutsche Mannschaft gegen Gastgeber Schweden in Göteborg an. Das Spiel wird kritisch bewertet. In der deutschen Öffentlichkeit sowie beim Deutschen Fußball-Bund wurde sehr schnell von einem „Skandalspiel“ gesprochen, die Schiedsrichterleistung galt als einseitig die Schweden begünstigend, deren Spielweise als brutal. Der Journalist Horst Vetten konstatierte, dass „König Fußballs einfältigste Vasallen ein blamables Heckengefecht [kämpften]“. Die Beteiligten selbst bemühten sich hingegen um Zurückhaltung, so gratulierte Bundestrainer Herberger dem Gegner zum sportlichen Erfolg („Die schwedische Mannschaft ist eine erstklassige Elf und hat verdient gewonnen“), Spieler wie Helmut Rahn beschrieben die Atmosphäre als nicht beeinflussend („Ich dachte nur an das Spiel, da konnte schreien und pfeifen, wer wollte.“). Auch die Times bezeichnete in ihrem längeren Spielbericht den schwedischen Sieg als verdient und erwähnt weder eine besonders brutale Spielweise der Schweden, noch kritisierte sie die Schiedsrichterleistung.

Nach ausgeglichenem Spiel stand es zur Halbzeit 1:1. Dann wurde Erich Juskowiak wegen eines Revanchefouls an Kurt Hamrin vom Platz gestellt. Nach Verletzungsausfall von Fritz Walter gewannen die Schweden 3:1.

Das zweite Halbfinalspiel zwischen Frankreich und Brasilien war lange Zeit ausgeglichen. Erst als sich der französische Kapitän Robert Jonquet nach gut einer halben Stunde beim Stand von 1:1 das Bein brach (und nach dem geltenden Reglement nicht ersetzt werden durfte), gewannen die Südamerikaner die Oberhand und siegten deutlich mit 5:2.

Spiel um Platz 3

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Endspiel

Schweden Brasilien Aufstellung
Schweden[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:
29. Juni 1958 um 15:00 Uhr in Solna bei Stockholm (Råsundastadion)
Ergebnis: 2:5 (1:2)
Zuschauer: 49.737
Schiedsrichter: Maurice Guigue (Frankreich 1946Datei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Frankreich)
Spielbericht
BrasilienDatei:Flag of Brazil (1889-1960).svg
Aufstellung Schweden gegen Brasilien
Aufstellung Schweden gegen Brasilien
Kalle SvenssonOrvar Bergmark, Sven AxbomReino Börjesson, Bengt Gustavsson, Sigvard ParlingKurt Hamrin, Gunnar Gren, Agne Simonsson, Nils Liedholm (C)ein weißes C in blauem Kreis, Lennart Skoglund
Cheftrainer: George Raynor
GilmarDjalma Santos, Hilderaldo Bellini (C)ein weißes C in blauem Kreis, Orlando Peçanha, Nílton SantosZito, DidíGarrincha, Vavá, Pelé, Zagallo
Cheftrainer: Vicente Feola
Tor 1:0 Liedholm (4.)




Tor 2:4 A. Simonsson (80.)

Tor 1:1 Vavá (9.)
Tor 1:2 Vavá (32.)
Tor 1:3 Pelé (55.)
Tor 1:4 Zagallo (68.)

Tor 2:5 Pelé (90.)
Liedholm ist mit 35 Jahren, acht Monaten und 21 Tagen ältester Torschütze in einem WM-Finale.<ref name="F">fifa.com: „Countdown: Nur noch 35 Tage“</ref> Pelé ist mit 17 Jahren, acht Monaten und sechs Tagen jüngster Torschütze in einem WM-Finale.<ref name="F" />

Gegen die spielstarken Brasilianer hatten die Schweden trotz ihres Heimvorteils keine Chance. Nach einem 0:1-Rückstand erzielten die Südamerikaner vier Tore in Folge. Durch das artistisch vollendete 3:1 machte erneut der siebzehnjährige Pelé auf sich aufmerksam, der damit endgültig zum großen Star dieser Weltmeisterschaft wurde.

Ehrungen der Platzierten

Raymond Kopa wurde zu Europas Fußballer des Jahres gewählt, Helmut Rahn und Just Fontaine belegten die Plätze 2 und 3. Orvar Bergmark wurde mit dem Guldbollen als bester schwedischer Fußballer des Jahres ausgezeichnet und Maurice Lafont Frankreichs Fußballer des Jahres. In Brasilien und Deutschland gab es zu der Zeit noch keine solche Auszeichnung.

Beste Torschützen

Datei:Pelé vs swedish defenders 1958.jpg
Pelé im Endspiel im Duell mit drei schwedischen Verteidigern
Rang Spieler Tore
1 FranzoseDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Just Fontaine 13
2 DeutscherDatei:Flag of Germany.svg Helmut Rahn 6
BrasilianerDatei:Flag of Brazil (1889-1960).svg Pelé 6
4 NordireDatei:Flag of Northern Ireland.svg Peter McParland 5
BrasilianerDatei:Flag of Brazil (1889-1960).svg Vavá 5
6 Schwede[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Kurt Hamrin 4
Schwede[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Agne Simonsson 4
UngarDatei:Civil Ensign of Hungary.svg Lajos Tichy 4
Tschechoslowake[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Zdeněk Zikán 4
10 Argentinier[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Oreste Corbatta 3
FranzoseDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Raymond Kopa 3
FranzoseDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Roger Piantoni 3
DeutscherDatei:Flag of Germany.svg Hans Schäfer 3
JugoslaweDatei:Flag of Yugoslavia (1946-1992).svg Todor Veselinović 3
Rang Spieler Tore
15 ParaguayerDatei:Flag of Paraguay 1954.svg Jorge Lino Romero 2
BrasilianerDatei:Flag of Brazil (1889-1960).svg José Altafini 2
ParaguayerDatei:Flag of Paraguay 1954.svg José Parodi 2
ParaguayerDatei:Flag of Paraguay 1954.svg Juan Bautista Agüero 2
Tschechoslowake[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Václav Hovorka 2
ParaguayerDatei:Flag of Paraguay 1954.svg Florencio Amarilla 2
JugoslaweDatei:Flag of Yugoslavia (1946-1992).svg Aleksandar Petaković 2
EngländerDatei:Flag of England.svg Derek Kevan 2
Tschechoslowake[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Milan Dvořák 2
SowjetDatei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Anatoli Iljin 2
WaliserDatei:Flag of Wales (1953-1959).svg Ivor Allchurch 2
DeutscherDatei:Flag of Germany.svg Uwe Seeler 2
Schwede[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Nils Liedholm 2
FranzoseDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Maryan Wisnieski 2

Darüber hinaus gab es 32 Spieler mit einem Treffer.

Torschützenkönig des gesamten Wettbewerbs war ebenfalls der Franzose Just Fontaine mit seinen 13 Treffern aus der Endrunde.

Die besten Spieler des Turniers

Von der europäischen und südamerikanischen Presse wurden folgende Spieler am häufigsten als beste Spieler des Turniers genannt:<ref>Becker, S. 13f.</ref>

Torhüter Verteidiger Mittelläufer Außenläufer Halbstürmer Flügelstürmer Mittelstürmer
NordirlandDatei:Flag of Northern Ireland.svg Gregg
Sowjetunion 1955Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Jaschin
Brasilien 1889Datei:Flag of Brazil (1889-1960).svg Gilmar
Brasilien 1889Datei:Flag of Brazil (1889-1960).svg Djalma Santos
Schweden[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Bergmark
Deutschland BundesrepublikDatei:Flag of Germany.svg Juskowiak
Brasilien 1889Datei:Flag of Brazil (1889-1960).svg Nílton Santos
Schweden[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Gustavsson
JugoslawienDatei:Flag of Yugoslavia (1946-1992).svg Zebec
Sowjetunion 1955Datei:Flag of the Soviet Union (1955-1980).svg Woinow
Deutschland BundesrepublikDatei:Flag of Germany.svg Szymaniak
NordirlandDatei:Flag of Northern Ireland.svg Blanchflower
Frankreich 1946Datei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Penverne
Frankreich 1946Datei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Kopa
Brasilien 1889Datei:Flag of Brazil (1889-1960).svg Didi
Brasilien 1889Datei:Flag of Brazil (1889-1960).svg Pelé
Deutschland BundesrepublikDatei:Flag of Germany.svg Fritz Walter
Schweden[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Gren
Frankreich 1946Datei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Piantoni
Brasilien 1889Datei:Flag of Brazil (1889-1960).svg Garrincha
Schweden[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Skoglund
Deutschland BundesrepublikDatei:Flag of Germany.svg Rahn
Brasilien 1889Datei:Flag of Brazil (1889-1960).svg Zagalo
NordirlandDatei:Flag of Northern Ireland.svg McParland
Argentinien[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Corbatta
Frankreich 1946Datei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Fontaine
Brasilien 1889Datei:Flag of Brazil (1889-1960).svg Vavá

Das Fernsehen und die WM

Die Weltmeisterschaft 1958 war die erste, die vom Fernsehen auf alle Kontinente übertragen wurde. Die Live-Spiele wurden allerdings von der FIFA bestimmt. In der Bundesrepublik sah man u. a. die Vorrundenspiele gegen Argentinien und Nordirland sowie ein Viertel- und ein Halbfinalspiel original. Die Begegnung um Platz 3 und das Finale wurde ebenfalls im Fernsehen live gesendet. Da die Übertragung aller deutschen WM-Spiele nicht gewährleistet war, kam es am 24. Juni zu der kuriosen Situation, dass die Fußballfans in Deutschland um 19:00 Uhr auf dem Bildschirm das Halbfinalspiel zwischen Brasilien und Frankreich sahen, und gleichzeitig im Rundfunk der dramatischen Partie zwischen Deutschland und Schweden lauschten, die von Rudi Michel (1. Halbzeit) und Herbert Zimmermann (2. Halbzeit) kommentiert wurde.

Bewegte Bilder von der gesamten WM-Endrunde (inklusive der deutschen Halbfinalbegegnung gegen Schweden) gab es erst ab dem 4. Juli 1958 in den Kinos, als der WM-Dokumentarfilm Hinein! gezeigt wurde. Der Film wurde von der UfA und Generalkonsul Hans Schubert produziert. Chefreporter war Sammy Drechsel. Weitere Sprecher der Dokumentation waren Heribert Meisel, Herbert Zimmermann und Heinz Gottschalk.

Eine weitere Folge der Fernsehübertragungen war, dass weniger Zuschauer als erhofft die Spiele live im Stadion verfolgten. Stattdessen entschieden sich vor allem viele Schweden in der Hauptstadt Stockholm die WM-Spiele im Fernsehen zu verfolgen.<ref>Stefan H. Rinke, Kay Schiller: The FIFA World Cup, 1930–2010 : politics, commerce, spectacle, and identities. Göttingen 2014, ISBN 978-3-8353-1457-3.</ref>

Sonstiges

Nach der Niederlage im Halbfinale gegen Schweden kam es in Deutschland zu Ausschreitungen gegen schwedische Touristen. In Hamburg wurden Reifen von schwedischen Autos zerstochen, und die sehr populäre Schwedenplatte verschwand von den Speisekarten von Restaurants. Auslöser war aus Sicht eines Teils der deutschen Öffentlichkeit das Verhalten einiger schwedischen Fans während des Spiels, die, von Animateuren ermuntert, eine vermeintlich feindliche Atmosphäre im Stadion von Göteborg verursachten, und der Platzverweis gegen Erich Juskowiak.

Mit England, Nordirland, Schottland und Wales nahmen zum bisher einzigen Male alle vier britischen Verbände an einer Endrunde teil. Von diesen erreichten nur die schwächer eingeschätzten Mannschaften aus Nordirland und Wales das Viertelfinale. Immerhin war England die einzige Mannschaft, die gegen den späteren Weltmeister Brasilien nicht verloren hatte; sie konnte aber auch keines ihrer drei Gruppenspiele gewinnen und schied nach einem Entscheidungsspiel gegen die UdSSR aus.

Das Endspiel war das erste WM-Finale, in dem sich Mannschaften aus Europa und Südamerika gegenüberstanden. Mit seinem Sieg gelang es Brasilien zum ersten und bisher einzigen Mal, als südamerikanisches Land ein WM-Turnier in Europa zu gewinnen. Zudem war es der erste WM-Titel für ein Land, das im Turnierverlauf nur gegen Mannschaften anderer Konföderationen spielte. Dies gelang nur Brasilien 1994 und 2002 nochmals, mit dem Unterschied, dass Brasilien 1958 nur gegen europäische Mannschaften spielte, 1994 und 2002 aber auch gegen afrikanische, mittel- und nordamerikanische Mannschaften. Es ist auch das bis heute einzige Finale, in dem der Gastgeber unterlag. 1950 hatte Brasilien als Gastgeber zwar das letzte Spiel gegen Uruguay verloren, dies war aber kein Finale.

Literatur

  • Friedebert Becker: Fussball-Weltmeisterschaft 1958. Copress, München 1958 (Lizenzausg. für den Bertelsmann Lesering)
  • Werner Skrentny: Fußballweltmeisterschaft 1958 Schweden. AGON, Kassel 2002, ISBN 3-89784-192-4.
  • Süddeutsche Zeitung WM-Bibliothek: 1958 Schweden. München 2005, ISBN 3-86615-157-8.
  • Stefan H. Rinke, Kay Schiller: The FIFA World Cup, 1930–2010: politics, commerce, spectacle, and identities. Göttingen 2014, ISBN 978-3-8353-1457-3.

Siehe auch

Weblinks

Commons: Fußball-Weltmeisterschaft 1958 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Nachweise

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