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Fußball-Weltmeisterschaft 1938

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(Weitergeleitet von Fußballweltmeisterschaft 1938)
FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 1938
Coupe du Monde
Datei:1938 fifa worldcup poster.jpg
Anzahl Nationen 15 (von 36 Bewerbern)
Weltmeister Italien 1861Datei:Flag of Italy (1861-1946).svg Königreich Italien (2. Titel)
Austragungsort Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Frankreich
Eröffnungsspiel 4. Juni 1938 (Paris)
Endspiel 19. Juni 1938 (Colombes)
Spiele 18
Tore 84 (⌀: 4,67 pro Spiel)
Zuschauer 375.700 (⌀: 20.872 pro Spiel)
Torschützenkönig Brasilien 1889Datei:Flag of Brazil (1889-1960).svg Leônidas da Silva (7)
Platzverweise (⌀: 0,22 pro Spiel)
← WM 1934

Die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 1938 ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) war die dritte Ausspielung des bedeutendsten Turniers für Fußballnationalmannschaften und fand vom 4. bis zum 19. Juni 1938 in Frankreich statt.

Bei der vorigen WM in Italien hatten die Nationalmannschaften von Deutschland und Österreich den dritten und vierten Platz belegt. Mitte März 1938, weniger als drei Monate vor Turnierbeginn, erfolgte der „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich, das dann auch als „Großdeutschland“ bezeichnet wurde. Infolgedessen nahmen Österreicher nicht mit der qualifizierten eigenen Mannschaft an der WM teil, sondern auf Anordnung der NSDAP-Parteiführung – und gegen den Willen des Reichstrainers Sepp Herberger<ref>Herbergers Vorgänger Otto Nerz, noch bis Mai 1938 als „Chef der Nationalmannschaft“ ihm vorgesetzt, war unmittelbar vor dem Turnier zurückgetreten, vgl. Fußball-Woche vom 31. Mai 1938, S. 12 f.</ref> – nur als Teil einer paritätisch neu gebildeten großdeutschen Mannschaft. Diese Elf ging als einer der Favoriten in das Turnier, aber die Spieler aus den zuvor getrennten Ländern waren noch nicht aufeinander abgestimmt. Nach einer frühen 1:0-Führung gegen die Schweiz trennte man sich in Paris 1:1 nach Verlängerung. Fünf Tage später im Wiederholungsspiel führte Großdeutschland bereits 2:0, verlor dennoch 2:4.

Die Schweiz schied in der nächsten Runde aus, wie die anderen Mannschaften, die ein Wiederholungsspiel absolvieren mussten. Seither wurden bei Fußball-Weltmeisterschaften keine Wiederholungsspiele mehr durchgeführt.<ref>Noch bis 1958 gab es aber nach der Gruppenphase Entscheidungsspiele bei Punktgleichheit.</ref> Der ebenfalls als Favorit gehandelte Gastgeber Frankreich schied im Viertelfinale aus, mit dem Trost, nur dem alten und neuen Weltmeister unterlegen gewesen zu sein, denn Italien verteidigte seinen WM-Titel erfolgreich.

Vergabe

Die Wahl des Austragungsortes traf die FIFA am 13. August 1936 auf ihrem Kongress in Berlin. Frankreich setzte sich mit 19:4 Stimmen gegen Mitbewerber Argentinien durch. Der dritte Bewerber Deutschland, der zudem für 1942 kandidierte, blieb bei dieser Abstimmung ohne Stimme.<ref name="vergabe">Host announcement decision. (PDF; 109 kB) FIFA, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 17. Juni 2019; abgerufen am 14. Juni 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Spielorte

Lage der Spielorte

Die Spiele der Weltmeisterschaft wurden in zehn Stadien in zehn verschiedenen französischen Städten ausgetragen. Der Spielort Lyon war für das ausgefallene Spiel Schweden gegen Österreich vorgesehen.

Für Le Havre nennt die FIFA das Stade de la Cavée Verte als Spielort.<ref>Spielbericht Tschechoslowakei–Niederlande. FIFA, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 29. März 2022; abgerufen am 29. März 2022.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fifa.com</ref> Jedoch belegen Fotografien der einzigen in Le Havre ausgetragenen Partie, dass es sich beim Spielort einwandfrei um das Stade Municipal handelte.<ref>Coupe du Monde de Football de la FIFA 1938 - Stade Jules Deschaseaux - Le Havre. lehavrephoto.canalblog.com, 10. Juni 2010, abgerufen am 29. März 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Spelmoment uit de wedstrijd tegen Tsjechoslowakije. Nationaal Archief, abgerufen am 29. März 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Stadt Stadionname Kapazität* Spiele
Antibes Stade du Fort Carré 22.850 1
Bordeaux Stade du Parc Lescure
(auch: Stade Municipal)
26.650 3
Colombes Stade Olympique Yves-du-Manoir 59.900 3
Le Havre Stade Municipal 28.650 1
Lille Stade Victor Boucquey 23.000 1
Lyon Stade Gerland   0
Marseille Stade Vélodrome 35.900 2
Paris Parc des Princes 35.700 3
Reims Stade Vélodrome Municipal 20.000 1
Straßburg Stade de la Meinau 31.600 1
Toulouse Stadium Municipal 20.000 2

* Stand zum Zeitpunkt der Weltmeisterschaft im Juni 1938

Qualifikation

Teilnehmer

Von den 36 gemeldeten Mannschaften konnten sich 16 für die Endrunde der WM 1938 qualifizieren.

13 aus Europa BelgienDatei:Flag of Belgium (civil).svg Belgien Deutsches Reich NSDatei:Flag of the German Reich (1935–1945).svg Deutsches Reich Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Frankreich Italien 1861Datei:Flag of Italy (1861-1946).svg Königreich Italien
NiederlandeDatei:Flag of the Netherlands.svg Niederlande NorwegenDatei:Flag of Norway.svg Norwegen Vorlage:AUT-1934 <templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 Polen 1928Datei:Flag of Poland (1928-1980).svg Polen
Rumänien KonigreichDatei:Flag of Romania.svg Rumänien SchwedenDatei:Flag of Sweden.svg Schweden SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz Tschechoslowakei 1920Datei:Flag of the Czech Republic.svg Tschechoslowakei
Ungarn 1918Datei:Flag of Hungary (1915-1918, 1919-1946).svg Ungarn
1 aus Südamerika Brasilien 1889Datei:Flag of Brazil (1889-1960).svg Brasilien
1 aus Nord-, Mittelamerika und der Karibik KubaDatei:Flag of Cuba.svg Kuba
1 aus Asien Niederländisch-IndienDatei:Flag of the Netherlands.svg Niederländisch-Indien

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1 
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Datei:1938 world cup.png
Weltkarte der Teilnehmer mit deren Platzierungen

Modus

Wie ihr Vorgänger wurde die WM 1938 im K.-o.-System ausgetragen. Im Falle eines Unentschiedens wurde das Spiel um 30 Minuten verlängert, stand auch nach 120 Minuten kein Sieger fest, so wurde ein Wiederholungsspiel angesetzt.

Erneut wurden bei der Auslosung am 5. Mai 1938 die Mannschaften wie auch 1934 für das Achtelfinale in gesetzte und nicht gesetzte Mannschaften eingeteilt. Den gesetzten wurden dabei die nicht gesetzten Mannschaften als Gegner zugelost.

Gesetzte Teams Nicht gesetzte Teams
Brasilien 1889Datei:Flag of Brazil (1889-1960).svg Brasilien OsterreichDatei:Flag of Austria.svg Österreich BelgienDatei:Flag of Belgium (civil).svg Belgien Rumänien KonigreichDatei:Flag of Romania.svg Rumänien
Deutsches Reich NSDatei:Flag of the German Reich (1935–1945).svg Deutsches Reich KubaDatei:Flag of Cuba.svg Kuba<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 NiederlandeDatei:Flag of the Netherlands.svg Niederlande SchwedenDatei:Flag of Sweden.svg Schweden
Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Frankreich Tschechoslowakei 1920Datei:Flag of the Czech Republic.svg Tschechoslowakei NorwegenDatei:Flag of Norway.svg Norwegen SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz
Italien 1861Datei:Flag of Italy (1861-1946).svg Italien Ungarn 1918Datei:Flag of Hungary (1915-1918, 1919-1946).svg Ungarn Polen 1928Datei:Flag of Poland (1928-1980).svg Polen Niederländisch-IndienDatei:Flag of the Netherlands.svg Niederländisch-Indien

Für Informationen zu den einzelnen Qualifikationswegen und Kadern der Mannschaften auf den jeweiligen Link klicken.

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1 
Gesetzt war ursprünglich Argentinien, als noch nicht bekannt war, dass dieses Team zum Ausscheidungsspiel gegen Kuba nicht antreten würde.<ref>vgl. Fußball-Woche vom 8. März 1938, S. 11.</ref> Nach dem Verzicht war Kuba kampflos qualifiziert und „übernahm“ den zugelosten Gegner Rumänien. Es gab zum Zeitpunkt der Auslosung zwei weitere Gesetzte, Ungarn und Tschechoslowakei, deren endgültige Qualifikation aber noch ausstand.

Finalrunde

Spielplan

Vorlage:Turnierplan16-Platz3-Datum-ohne1 Sieg nach Verlängerung
2 Sieg nach Wiederholungsspiel

Achtelfinale

Vorlage:Fußballspiel kurz/Kopf Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile |}

Wiederholungsspiele: Vorlage:Fußballspiel kurz/Kopf Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile |}

Viertelfinale

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Wiederholungsspiel: Vorlage:Fußballspiel kurz/Kopf Vorlage:Fußballspiel kurz/Zeile |}

Halbfinale

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Spiel um Platz 3

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Endspiel

Italien Ungarn Aufstellung
ItalienDatei:Flag of Italy (1861-1946).svg
Sonntag, 19. Juni 1938 um 17:00 Uhr in Colombes (Stade de Colombes)
Ergebnis: 4:2 (3:1)
Zuschauer: 45.000
Schiedsrichter: Georges Capdeville (Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Frankreich)
Spielbericht
UngarnDatei:Flag of Hungary (1915-1918, 1919-1946).svg
Aufstellung Italien gegen Ungarn
Aufstellung Italien gegen Ungarn
Aldo OlivieriAlfredo Foni, Pietro RavaPietro Serantoni, Miguel Andreolo, Ugo LocatelliAmedeo Biavati, Giuseppe Meazza (C)ein weißes C in blauem Kreis, Silvio Piola, Giovanni Ferrari, Gino Colaussi
Cheftrainer: Vittorio Pozzo
Antal SzabóGyula Polgár, Sándor BíróAntal Szalay, György Szűcs, Gyula LázárFerenc Sas, Jenő Vincze, György Sárosi (C)ein weißes C in blauem Kreis, Gyula Zsengellér, Pál Titkos
Cheftrainer: Alfréd Schaffer
Tor 1:0 Colaussi (6.)

Tor 2:1 Piola (16.)
Tor 3:1 Colaussi (35.)

Tor 4:2 Piola (82.)

Tor 1:1 Titkos (8.)


Tor 3:2 Sárosi (70.)

Weltmeistermannschaft

(in Klammern sind die Spiele und Tore angegeben)

Italien
Italien 1861Datei:Flag of Italy (1861-1946).svg

Torschützenliste

Rang Spieler Tore
1 BrasilianerDatei:Flag of Brazil (1889-1960).svg Leônidas da Silva <templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 7
2 UngarDatei:Flag of Hungary (1915-1918, 1919-1946).svg Gyula Zsengellér <templatestyles src="FN/styles.css" /> 2 6
3 ItalienerDatei:Flag of Italy (1861-1946).svg Silvio Piola 5
UngarDatei:Flag of Hungary (1915-1918, 1919-1946).svg György Sárosi 5
5 ItalienerDatei:Flag of Italy (1861-1946).svg Gino Colaussi 4
PoleDatei:Flag of Poland (1928-1980).svg Ernst Willimowski <templatestyles src="FN/styles.css" /> 3 4
7 SchweizerDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg André Abegglen 3
SchwedeDatei:Flag of Sweden.svg Harry Andersson 3
SchwedeDatei:Flag of Sweden.svg Arne Nyberg 3
BrasilianerDatei:Flag of Brazil (1889-1960).svg José Perácio 3
BrasilianerDatei:Flag of Brazil (1889-1960).svg Romeu Pellicciari 3
KubanerDatei:Flag of Cuba.svg Héctor Socorro 3
SchwedeDatei:Flag of Sweden.svg Gustav Wetterström 3
13 RumäneDatei:Flag of Romania.svg Ștefan Dobay 2
TschechoslowakeDatei:Flag of the Czech Republic.svg Oldřich Nejedlý 2
FranzoseDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Jean Nicolas 2
UngarDatei:Flag of Hungary (1915-1918, 1919-1946).svg Pál Titkos 2
18 BelgierDatei:Flag of Belgium (civil).svg Hendrik Isemborghs 1
BrasilianerDatei:Flag of Brazil (1889-1960).svg Roberto 1
KubanerDatei:Flag of Cuba.svg Tomás Fernández 1
KubanerDatei:Flag of Cuba.svg José Magriñá 1
Rang Spieler Tore
18 TschechoslowakeDatei:Flag of the Czech Republic.svg Vlastimil Kopecký 1
TschechoslowakeDatei:Flag of the Czech Republic.svg Josef Košťálek 1
TschechoslowakeDatei:Flag of the Czech Republic.svg Josef Zeman 1
FranzoseDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Oscar Heisserer 1
FranzoseDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Émile Veinante 1
DeutscherDatei:Flag of the German Reich (1935–1945).svg Josef Gauchel 1
DeutscherDatei:Flag of the German Reich (1935–1945).svg Wilhelm Hahnemann 1
UngarDatei:Flag of Hungary (1915-1918, 1919-1946).svg Vilmos Kohut 1
UngarDatei:Flag of Hungary (1915-1918, 1919-1946).svg Géza Toldi 1
ItalienerDatei:Flag of Italy (1861-1946).svg Pietro Ferraris 1
ItalienerDatei:Flag of Italy (1861-1946).svg Giuseppe Meazza 1
NorwegerDatei:Flag of Norway.svg Arne Brustad 1
PoleDatei:Flag of Poland (1928-1980).svg Friedrich Scherfke 1
RumäneDatei:Flag of Romania.svg Iuliu Baratky 1
RumäneDatei:Flag of Romania.svg Nicolae Kovacs 1
SchweizerDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Alfred Bickel 1
SchweizerDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Eugène Walaschek 1
SchwedeDatei:Flag of Sweden.svg Sven Jonasson 1
SchwedeDatei:Flag of Sweden.svg Tore Keller 1
SchweizerDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Ernest Lörtscher ET
Datei:Leônidas da Silva.jpg
Leônidas da Silva

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1 
Leônidas, der im Spiel gegen Polen ein Tor barfuß erzielte, wird, bzw. wurde, in zahlreichen Listen mit 8 Treffern aufgeführt. 2006 verbuchte die FIFA jedoch den zweiten Treffer Brasiliens im Wiederholungsspiel gegen die Tschechoslowakei, der ursprünglich Leônidas zugeschrieben wurde, für Roberto.

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2 
Einige Quellen werten den ersten Treffer zum 1:1 von Zsengellér im Spiel Ungarn gegen Schweden als Eigentor des Schweden Sven Jacobsson.

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3 
Ernst Willimowski erzielte bei der Erstrunden-Niederlage Polens gegen Brasilien vier Treffer. Der Oberschlesier, der in späteren Jahren auch für die deutsche Nationalmannschaft antrat, wurde damit der erste Spieler, dem dies bei einer Weltmeisterschaft gelang.

Torschützenkönig des gesamten Wettbewerbs (d. h. inkl. Qualifikation) wurde der Ungar Gyula Zsengellér mit 10 Toren.

Eingesetzte Schiedsrichter

In den 18 Spielen wurden insgesamt 25 Unparteiische aus nur 9 ausnahmslos europäischen Verbänden eingesetzt, 13 Schiedsrichter und 12 zusätzliche Linienrichter. Dabei stellte der gastgebende französische Verband allein 3 Schiedsrichter und 10 Linienrichter. Der Belgier Baert, die weiteren Schiedsrichter Barlassina, Beranek, Birlem, Eklind, Langenus sowie der diesmal als Linienrichter eingesetzte van Moorsel waren auch bei der vorhergehenden WM in Italien schon tätig. Mit drei Platzverweisen im ersten Spiel zwischen Brasilien und der Tschechoslowakei war der Ungar von Hertzka lange Zeit alleiniger Rekordhalter.

Name Verband Anzahl der
Spiele als
Platz-
verweise
SR LR
BelgienDatei:Flag of Belgium (civil).svg Belgien 1 1 0
Italien 1861Datei:Flag of Italy (1861-1946).svg Königreich Italien 1 0 0
Deutsches Reich NSDatei:Flag of the German Reich (1935–1945).svg Deutsches Reich 1 2 0
Deutsches Reich NSDatei:Flag of the German Reich (1935–1945).svg Deutsches Reich 1 1 0
Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Frankreich 2 1 0
Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Frankreich 1 0 0
SchwedenDatei:Flag of Sweden.svg Schweden 2 1 0
Ungarn 1918Datei:Flag of Hungary (1915-1918, 1919-1946).svg Ungarn 1 0 3
Tschechoslowakei 1920Datei:Flag of the Czech Republic.svg Tschechoslowakei 1 2 0
BelgienDatei:Flag of Belgium (civil).svg Belgien 2 0 1
Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Frankreich 2 0 0
Italien 1861Datei:Flag of Italy (1861-1946).svg Königreich Italien 1 2 0
SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz 2 2 0
Linienrichter
Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Frankreich 0 2 0
Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Frankreich 0 2 0
Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Frankreich 0 4 0
Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Frankreich 0 1 0
NiederlandeDatei:Flag of the Netherlands.svg Niederlande 0 3 0
Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Frankreich 0 2 0
Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Frankreich 0 1 0
Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Frankreich 0 2 0
Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Frankreich 0 2 0
Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Frankreich 0 1 0
Deutsches Reich NSDatei:Flag of the German Reich (1935–1945).svg Deutsches Reich 0 2 0
Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Frankreich 0 2 0
Gesamt 18 36 4

Öffentliche Wahrnehmung und finanzielle Bilanz

Angesichts der zunehmenden politischen Spannungen, die ein Jahr später in den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs mündeten – vom Bürgerkrieg im benachbarten Spanien über „Anschluss“ und Sudetenkrise bis zum Pazifikkrieg in Ostasien –,<ref>Victor Sinet, Coupe du monde 1938, 2002, S. 13 (französisch).</ref> war in Frankreich im Vorfeld des Turniers nicht unbedingt mit einem großen Zuschauerzuspruch gerechnet worden, zumal der Fußball dort seinerzeit bei weitem nicht die populärste Sportart war. Hinzu kam, dass Spiele dort grundsätzlich nur sonntags stattfanden, während sieben der 18 WM-Begegnungen an anderen Wochentagen angesetzt wurden.<ref>Victor Sinet, Coupe du monde 1938, 2002, S. 73/74 (französisch).</ref> Zudem führte die Absicht der Organisatoren, bei den Spielorten möglichst viele Regionen zu berücksichtigen, um das ganze Frankreich zu präsentieren, dazu, dass mit Toulouse und Bordeaux zwei eher rugby- als „fußballaffine“ Städte ausgewählt wurden.<ref>Victor Sinet, Coupe du monde 1938, 2002, S. 63 f. (französisch).</ref>

Und schließlich gab es einige Duelle, die auf dem Papier alles andere als attraktiv klangen. Tatsächlich bezahlten bei den drei Auftritten der Kubaner gegen Rumänien und Schweden jeweils weniger als 7.600 Besucher Eintritt; auch Ungarn gegen Niederländisch-Indien und Tschechoslowakei gegen die Niederlande erlebten nur jeweils rund 10.000 Zuschauer im Stadion mit. Hingegen sahen knapp 58.500 Besucher Frankreichs Niederlage gegen Italien, und über 45.000 wohnten dem Finale bei.<ref>Victor Sinet, Coupe du monde 1938 (französisch), 2002, S. 83–138, gibt bei den einzelnen Spielberichten nicht nur die offizielle Zuschauerzahl, sondern auch die jeweilige Einnahme aus dem Kartenverkauf an.</ref>

Dennoch blieb am Ende der WM ein stattlicher Betrag bei den Veranstaltern übrig, denn vier Millionen Francs auf der Ausgabenseite standen in der abschließenden Bilanz fast sechs Millionen Francs an Einnahmen gegenüber. Somit ergab sich ein Gewinn von fast zwei Millionen Francs, ein Wert, der rechnerisch etwa fünf Millionen neuen Francs (2001) beziehungsweise 800.000 Euro (2002) entspricht.<ref>Victor Sinet, Coupe du monde 1938, 2002, S. 12 (französisch).</ref> Dabei sind allerdings die Ausgaben der französischen Gebietskörperschaften (Gesamtstaat, Regionen, Départements und Gemeinden) insbesondere für Infrastrukturmaßnahmen und den Stadionneu- (Marseille und Bordeaux) beziehungsweise -ausbau (vor allem Colombes) nicht auf der Kostenseite berücksichtigt worden.

Im Vergleich zu den Weltmeisterschaftsendrunden ab dem letzten Drittel des 20. Jahrhunderts waren Werbung und Vermarktung 1938 außerordentlich bescheiden. Der französische Fußballverband bot neben dem offiziellen Programmheft<ref>Fédération Française de Football Association: Revue de la Coupe du Monde de Football 1938. Paris 1938 (französisch).</ref> ein künstlerisch gestaltetes, eigenes WM-Logo und gemeinsam mit der FIFA eine von dem Zeichner Joe Bridge entworfene Postkarte als Souvenir zum Verkauf an. Die französische Post gab zudem eine 1,75-Francs-Briefmarke heraus und das staatliche Eisenbahnunternehmen SNCF hängte Plakate mit den Spielterminen in seinen Bahnhöfen aus.<ref>Victor Sinet, Coupe du monde 1938, 2002, S. 69–72 (französisch).</ref>

Siehe auch

Literatur

  • Hardy Grüne: Fußball-WM-Enzyklopädie 1930–2006. AGON-Sportverlag, Kassel 2004, ISBN 3-89784-261-0
  • Victor Sinet: Coupe du monde 1938. La coupe du monde oubliée. Alan Sutton, Saint-Cyr-sur-Loire 2002, ISBN 978-2-84253-729-6 (französisch)

Weblinks

Commons: Fußball-Weltmeisterschaft 1938 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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