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Friedrich Grimm (Hanau)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Friedrich Grimm (1672-1784).jpg
Friedrich Grimm (ca. 1741)
Gemälde eines unbekannten Künstlers, Öl auf Leinwand

Friedrich Grimm (* 16. Oktober 1672 in Hanau; † 4. April 1748 ebenda) war ein deutscher Theologe und als solcher leitender Geistlicher der reformierten Landeskirche der Grafschaft Hanau-Münzenberg.

Leben

Friedrich Grimm wurde als Sohn des Zollbeamten Heinrich Grimm (1637–1713) und seiner Frau Juliane Marie, einer geborenen Pezenius (1653–1692), geboren.<ref>Aschkewitz, S. 14.</ref> Grimm ist der Urgroßvater der Brüder Grimm. Er besuchte seit 1678<ref>André Griemert: Wann ging Moritz Daniel Oppenheim zur Hohen Landesschule in Hanau? Zugleich ein Prolegomenon für eine Edition der Matrikel des kleinen Gymnasiums der Hohen Landesschule. In: Hanauer Geschichtsverein 1844 (Hg.): Neues Magazin für Hanauische Geschichte. Hanau 2020, S. 3–38 (15).</ref><ref group="Anm.">Die bei Aschkewitz, S. 14, genannte Jahreszahl 1688 ist unzutreffend (André Griemert: Wann ging Moritz Daniel Oppenheim zur Hohen Landesschule in Hanau? Zugleich ein Prolegomenon für eine Edition der Matrikel des kleinen Gymnasiums der Hohen Landesschule. In: Hanauer Geschichtsverein 1844 (Hg.): Neues Magazin für Hanauische Geschichte. Hanau 2020, S. 3–38 (14)).</ref> das Pädagogikum der Hohen Landesschule in Hanau, 1691 wechselte er zum Gymnasium Illustre in Bremen.

1698 wurde er dritter Pfarrer an der damals reformierten Marienkirche in Hanau, 1699 Hofprediger des Grafen Karl August von Ysenburg-Büdingen in Marienborn, zugleich Pfarrer in Eckartshausen.

1701 erhielt er die zweite, 1706 die erste Pfarrstelle an der Hanauer Marienkirche. Mit letzterer Position wurde er zugleich Inspektor der reformierten Kirchengemeinden der Grafschaft Hanau-Münzenberg, also quasi reformierter Landesbischof.<ref>Zu den Aufgaben des Inspektors vgl.: Gbiorczyk, S. 34–37.</ref> Verbunden war damit auch seine Mitgliedschaft im reformierten Konsistorium der Grafschaft Hanau-Münzenberg.<ref group="Anm.">Seit dem Regierungsantritt des lutherischen Grafen Friedrich Casimir in der reformierten Grafschaft Hanau-Münzenberg hatte sich dort auch eine lutherische Kirche etabliert, so dass es ein reformiertes und ein lutherisches Konsistorium in der Grafschaft gab. Zu den Einzelheiten der Konfessionsgeschichte in der Grafschaft Hanau-Münzenberg vgl.: Hanauer Union.</ref>

Friedrich Grimm war drei Mal verheiratet und hatte sieben Kinder.

Friedrich Grimm wurde auf dem alten Deutschen Friedhof an der Nussallee in Hanau beigesetzt. Der Grabstein wurde während des Zweiten Weltkriegs bei dem Luftangriff vom 19. März 1945 auf Hanau zerstört.

Nachfahrenliste der Familie Grimm

Heinrich Grimm (* 12. Dezember 1637 in Bergen-Enkheim; † 11. September 1713 in Dörnigheim) ⚭ 2. Juni 1670 Juliane Marie Pezenius (* 2. Juli 1653 in Dillenburg; † 8. Februar 1692 in Hanau) Vorlage:Stammbaumliste


Literatur

Datei:Gedenktafel Friedrich Grimm Hanau Marienkirche.jpg
Gedenktafel für Friedrich Grimm an der Hanauer Marienkirche, gestiftet 2007 vom Hanauer Geschichtsverein.

Werke

nach Erscheinungsjahr geordnet

  • Evangelisch Reformierte Kinderlehre, in Fragen und Antworten, 1. Auflage: 1707. [Friedrich Grimm zugeschrieben]<ref> Gbiorczyk, S. 95.</ref>
  • Evangelisch Reformierte Kinderlehre, in Fragen und Antworten, 2. überarbeitete Auflage: 1714 oder kurz zuvor.<ref> Gbiorczyk, S. 96.</ref>
  • Hypotyposis seu brevis delineatio eorum in ecclesiae ministro requiruntur. […]. Hanau 1712.<ref>Dazu: Gbiorczyk, S. 136–139.</ref>
  • Frommer Regenten höchst-kläglicher Todes-Fall, oder Schrifftmäßige Leich- und Trauer-Predigt […]. Aubry, Hanau 1712. [Leichenpredigt]<ref>Dazu: Gbiorczyk, S. 112–119.</ref>
  • Höchst-nöthige Todes-Vorbereitung, Schrifft-mässige Betrachtung, über Hiob. Cap. VII. vers 20. 21. Alß die Weyland, Hoch-Edel-Geborene Frau Susanna Schmidtin, Gebohrne Schäfferin […]. Beausang, Hanau 1715. [Leichenpredigt]<ref>Dazu: Gbiorczyk, S. 119–122.</ref>
  • Der Tod der Gerechten Oder Schrifftmäßige Leich-Predigt, Esaia Cap. LVII, VI. I am End und vf. 2. Die Weyland Wohlgeborene Frau Francisca Charlotta Dorothea Röter von und zu Thiersberg, gebohrne Fryin von Edelsheim […]. Beausang, Hanau 1722. [Leichenpredigt]<ref>Dazu: Gbiorczyk, S. 122–124.</ref>
  • Hypotyposis sanorum verborum quae XXVII thesium theologicarum decadibus comprehensa […]. Müller, Hanau 1747<ref>Dazu: Gbiorczyk, S. 125–136.</ref>

Sekundärliteratur

nach Autoren / Herausgebern alphabetisch geordnet

Weblinks

Anmerkungen

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Einzelnachweise

<references/>

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