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Friedrich (Salm-Horstmar)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:William Prince of Salm Grumbach and Horstmar.jpg
Friedrich zu Salm-Grumbach, Daguerreotypie des 19. Jahrhunderts
Datei:Tyroff Württ 4 115.jpg
Wappen des Fürsten zu Salm-Horstmar, 1850

Wilhelm Friedrich Karl August Rheingraf zu Salm-Grumbach, seit 1816 Fürst zu Salm-Horstmar (* 11. März 1799; † 27. März 1865 in Varlar), war ein deutscher Standesherr. Noch minderjährig, war er regierender Herr der kurzzeitig reichsunmittelbaren Grafschaft Horstmar.

Familie

Friedrich zu Salm-Horstmar entstammte der Linie Grumbach der zum Hochadel zählenden Familie Salm. Die Wild- und Rheingrafen Salm-Grumbach waren Herren der zwischen 1802 und 1806 für wenige Jahre unabhängigen Grafschaft Horstmar,<ref>Gerhard Köbler (Hrsg.): Historisches Lexikon der Deutschen Länder - Die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Beck-Verlag, 2007, S. 604 f.</ref> die 1806 durch die Rheinbundakte zum Großherzogtum Berg kam. Nach einer Annexion durch Frankreich, während der das Gebiet zwischen 1811 und 1813 dem Departement Lippe eingegliedert war, und einer Übergangsverwaltung durch das Generalgouvernement zwischen Weser und Rhein wurde es 1815 durch den Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeteilt; dort wurden die Grafen zu Salm-Grumbach 1816 in den erblichen preußischen Adelsstand erhoben und nannten sich fortan Salm-Horstmar. Friedrichs Eltern waren Karl Ludwig zu Salm-Grumbach (1729–1799) und Wilhelmine Friederike, geb. Sayn-Wittgenstein (1767–1849). Er heiratete Elisabeth Reichsgräfin zu Solms-Rödelheim (1806–1886). Das Paar hatte fünf Kinder:

Leben

Friedrich wurde bereits im Alter von wenigen Monaten Erbe der Besitzungen des Hauses Salm-Grumbach, die linksrheinisch lagen und 1802 französisch wurden. Das Haus Salm-Grumbach wurde mit Territorien des Hochstifts Münster um Coesfeld entschädigt, die als Grafschaft Horstmar bis 1806 reichsunmittelbares souveränes Territorium waren. Neben seinem Onkel Wilhelm Christian von Salm-Grumbach (1741–1810) war Friedrich als Haupt dieses Gebiets noch minderjährig; Vormund – und damit Regentin der Grafschaft Horstmar – war seine Mutter Wilhelmine Friederike.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Geschichte von Schloss Varlar. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 9. November 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.salm-horstmar.de Webseite im Portal salm-horstmar.de; abgerufen am 8. November 2013.</ref> 1816 wurde Friedrich in den erblichen Fürstenstand mit der Anrede Durchlaucht erhoben.

Als Standesherr hatte Friedrich zu Salm-Horstmar einen Sitz im westfälischen Provinziallandtag, 1847/48 im Ersten und Zweiten Vereinigten Landtag und seit 1854 einen erblichen Sitz im preußischen Herrenhaus, dem er bis zu seinem Tode 1865 angehörte.

Salm beschäftigte sich mit naturwissenschaftlichen Themen und beschrieb ab 1846 seine „Versuche über Düngung“ von Pflanzen,<ref>Versuche über Düngung. Vom Fürsten zu Salm-Horstmar. In: Journal für praktische Chemie. Band 37, Nr. 1, 1846. S. 341–343.</ref> die er 1856 in der Schrift Versuche und Resultate über die Nahrung der Pflanzen zusammenfasste.<ref>Versuche und Resultate über die Nahrung der Pflanzen. Vom Fürsten zu Salm-Horstmar. Friedrich Vieweg und Sohn, Braunschweig, 1856.</ref> 1856 wurde er Ehrenmitglied der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften<ref>Mitglieder – historisch: Friedrich Fürst und Rheingraf zu Salm-Horstmar. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 7. März 2026.</ref> und 1857 Ehrenmitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften.<ref>Holger Krahnke: Die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1751–2001 (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-Historische Klasse. Folge 3, Band 246 = Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Mathematisch-Physikalische Klasse. Folge 3, Band 50). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-82516-1, S. 260.</ref> Nachdem er 1860 in der Asche von Bärlapp-Arten Fluor nachgewiesen hatte,<ref>Über das Fluor in der Asche von Lycopodium clavatum; vom Fürsten Salm-Horstmar. In: Annalen der Physik. Band 187, Nr. 10, 1860, S. 339; Berichtigungen. Nr. 12, S. X.</ref> begann er Versuche zur Fruchtbildung bei Gerste und Weizen mit Lithium und Kaliumfluorid,<ref>Über die Nothwendigkeit des Lithions und des Fluorkaliums zur Fruchtbildung der Gerste. Vom Fürsten zu Salm Horstmar. In: Journal für Praktische Chemie. Band 84, Nr. 1, 1861, S. 140–145</ref><ref>Über Lithion und Fluorkalium als Bedingungen zur Fruchtbildung der Gerste; vom Fürsten Salm-Horstmar. In: Annalen der Physik. Band 190, Nr. 11, 1861, S. 510–512.</ref><ref>Über die zur Fruchtbildung des Weizens specifisch nothwendigen anorganischen Stoffe. Vom Fürsten zu Salm-Horstmar. In: Journal für Praktische Chemie. Band 91, Nr. 11, 1864, S. 75–81.</ref> die beide im Lepidolith vorkommen, der dann letztlich als wertvoller Dünger empfohlen wurde.<ref>Über die zur Fruchtbildung des Weizens specifisch nothwendigen anorganischen Stoffe; von Fürst Salm-Horstmar. In: Annalen der Physik. Band 199, 1864, S. 377–382.</ref> Salm-Horstmars Versuche speziell mit Lepidolith wurden von dem in Paris lebenden kubanischen Chemiker Alvaro Reynoso aufgegriffen,<ref>Du fluor dans l'alimentation des animaux et des plantes. In: Journal de l'agriculture de la ferme et des maisons de Campagne de l'horticulture. Band 12, 1875, S. 166–167.</ref> der auf Basis dieser Versuche auch fluoridhaltige Nahrungsergänzungsmittel für Menschen entwickelte und patentierte.<ref>Alvaro Reynoso: L'alimentation inorganique de l'homme et des animaux. Ernest Leroux, Paris 1875.</ref><ref>Alvaro Reynoso: Préparations nutritives hygiéniques. Franz. Patent Nr. 101512 vom 16. Dezember 1873. hier online</ref>

1836 wurde Friedrich zu Salm-Horstmar zum Ehrenbürger von Coesfeld ernannt.<ref>Liste der Ehrenbürger auf der Seite der Stadt</ref>

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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