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Franz Christoph von Rothmund

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Datei:Franz Christoph von Rothmund - Chirurg.jpg
Franz Christoph von Rothmund
Datei:Rothmund-Franz-Christoph-von-Dissertatio-inauguralis-S-1.png
Deckblatt der Dissertation von Franz Christoph Rothmund, 1824<ref>Franz Christoph Rothmund: Dissertatio inauguralis de oscitatione; Würzburg, Univ., Diss., 1824. In: digitale-sammlungen.de. 26. Januar 2026, S. 4;.</ref>

Franz Christoph Rothmund, ab 1857 Ritter von Rothmund (* 28. Dezember 1801 in Dettelbach; † 30. November 1891 in München)<ref>Diskrepanz beim Todesdatum: Das hier genannte Todesdatum und der Artikel zu Franz Christoph von Rothmund in der Allgemeinen Deutschen Bibliographie nennen den 30. November 1891 - die Tafelinschrift am Grab (siehe Abbildung unten) zeigt den 29. Februar 1891</ref>, war ein deutscher Chirurg, Gerichtsarzt und Hochschullehrer.

Leben

Rothmund begann ein Studium der Philosophie und der Medizin in Würzburg. Hier gehörten Ignaz Döllinger, Cajetan von Textor und Johann Lukas Schönlein zu seinen akademischen Lehrern. In Berlin vollendete er sein Studium bei Karl von Graefe. 1823 wurde er zum Dr. med. promoviert.<ref>Dissertatio inauguralis de oscitatione.</ref>

Nach seiner Ausbildung bewarb sich von Rothmund beim Herrschaftsgericht Miltenberg. Er wurde Medizinalbeamter in der unterfränkischen Kleinstadt. Am 14. Mai 1829 erhielt er die Stelle des Gerichtsarztes und ging nach Volkach. Hier betrug sein Gehalt 450 fl., außerdem wurde er in Naturalien bezahlt. In den kommenden Jahren trieb Rothmund die Professionalisierung der Medizin im Städtchen voran. Insbesondere während der Choleraepidemie 1835/1836 bemühte er sich um hygienischere Zustände.<ref>Feuerbach, Ute: Franz Christoph von Rothmund (1801-1891). S. 252.</ref>

Im Jahr 1843 wurde von Rothmund zum Professor und Direktor der I. Chirurgischen Abteilung ans Städtische Krankenhaus München berufen.<ref>Feuerbach, Ute: Franz Christoph von Rothmund (1801-1891). S. 253.</ref> Hier erprobte er neue Behandlungsmethoden, setzte als einer der ersten Ärzte die 1846 entwickelte Äthernarkose ein. Ab dem Jahr 1848 übernahm er im Rahmen des Obersten Medizinalkomitees die Prüfung junger Ärzte. In den Kriegen der Jahre 1866 und 1870/1871 wirkte von Rothmund als Militärarzt mit. In der Folge wurde er nobilitiert und mit mehreren Orden ausgezeichnet. 1871 wurde er emeritiert. Dennoch veröffentlichte er mehrere Beiträge in Fachzeitschriften und Journalen. Im Jahr 1891 starb von Rothmund im Alter von 89 Jahren.

Nachkommen

Der Sohn von Franz Christoph von Rothmund und dessen Ehefrau Babette<ref>Babette Rothmund (* 19. Februar 1804; † 21. April 1883) geborene Seuffert</ref><ref>Reiner Kaltenegger, Gräber des Alten Südfriedhofs München - Inschriften - Biographien , 1. Auflage 2019, PDF-Ausgabe, S. 5681</ref> ist der Augenarzt August von Rothmund (1830–1906).

Grabstätte

Datei:Grab-August-und-Franz-und-Viktor-ROTHMUND-Alter-Suedl-Friedhof-Muenchen-GF-36-1-33.jpg
Grab von Franz Rothmund auf dem Alten Südlichen Friedhof in München
Datei:Grabtafel-Franz-und-August-Rothmund-Alter-Suedl-Friedhof-Muenchen-Grabnummer-36-1-33-34.jpg
Grabtafel am Grab von Franz Christoph Rothmund<ref>Schreibweise auf Grabtafel: Nur Christof Rothmund (ohne Franz); interessant auch die Differenz beim Todesdatum: WIKI-Artikel und Allgemeine Deutsche Bibliographie nennen als Todesdatum den 30. November 1891 - die Tafelinschrift zeigt den 29. Februar 1891</ref>

Die Grabstätte von Franz Rothmund befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 36 – Reihe 1 – Platz 33/34, Standort

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  }}).<ref>Schiermeier/Scheungraber, Alter Südlicher Friedhof in München, Übersichtsplan, 2008, ISBN  978-3-9811425-6-3.</ref> In dem Grab ist auch Franz Christophs Ehefrau Babette und deren gemeinsamer Sohn August von Rothmund mit seiner Ehefrau Marie von Rothmund<ref>Marie von Rothmund (* 26. Januar 1842; † 28. März 1916) geborene Neumayr</ref><ref>Reiner Kaltenegger, Gräber des Alten Südfriedhofs München - Inschriften - Biographien , 1. Auflage 2019, PDF-Ausgabe, S. 5681</ref>

bestattet.

Namensgeber für Straße

Nach Franz Rothmund wurde 1897 (Erstnennung) in München im Stadtteil Isarvorstadt (Stadtbezirk 2 – Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt) die Rothmundstraße benannt.Lage

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  }}.<ref>Rothmundstraße, auf stadtgeschichte-muenchen.de</ref>

Ehrungen

  • Ernennung zum Geheimen Medizinalrat
  • Ehrenbürger von Volkach (13. Juli 1873)<ref>Egert, Gerhard: Die Ehrenbürger der Stadt Volkach. S. 52.</ref>
  • Verleihung des Bandes des Corps Isaria (1847)<ref>Kösener Korpslisten 1910, 173, 290.</ref>

Schriften

  • Ueber Radical-Operation beweglicher Leistenbrüche, 1853.

Literatur

  • Julius Leopold PagelRothmund, Franz Christoph von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 53, Duncker & Humblot, Leipzig 1907, S. 569 f.
  • Pagel: Biographisches Lexikon hervorragender Ärzte des neunzehnten Jahrhunderts. Berlin, Wien 1901, Sp. 1436 (Permalink).
  • Ute Feuerbach: Franz Christoph von Rothmund (1801-1891). Gerichtsarzt in Volkach 1829-1843. Eine biographische Skizze. In: Feuerbach, Ute (Hrsg.): Unsere Mainschleife. Beiträge zu Kunst und Geschichte an der Volkacher Mainschleife. Volkacher Hefte 17. Volkach 2008.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Ludwig-Maximilians-Universität
Nußbaumstraße: Andreas Koch (1813) | Philipp Wilhelm (1827) | Philipp Franz von Walther (1830) | Louis Stromeyer (1841/42) | Franz Christoph von Rothmund (1843) | Johann Nepomuk von Nußbaum (1860) | Ottmar von Angerer (1890) | Ferdinand Sauerbruch (1918) | Erich Lexer (1928) | Georg Magnus (1936) | Emil Karl Frey (1943) | Rudolf Zenker (1958) | Georg Heberer (1973) | Leonhard Schweiberer (Unfallchirurgie, 1981) | Wolf Mutschler (Unfallchirurgie, 1999–2014) | Wolfgang Böcker (Allgemeine, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, seit 2014)

Großhadern: Georg Heberer (1978) | Friedrich-Wilhelm Schildberg (1989) | Karl-Walter Jauch (2002) | Jens Werner (seit 2014)

Spezielle Chirurgie an der Chirurgischen Poliklinik in der Pettenkoferstraße: Hans Bronner (1947/1959–1965) | Fritz Holle (1965–1980)

Technische Universität
Georg Maurer | Jörg Rüdiger Siewert | Helmut Friess Vorlage:Klappleiste/Ende

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