Zum Inhalt springen

Frank Vanhecke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Frank Vanhecke.jpg
Frank Vanhecke (ca. 2008)

Frank Vanhecke (* 30. Mai 1959 in Brügge) ist ein rechtsgerichteter belgischer Politiker. Er war von 1996 bis 2008 Vorsitzender der rechtsextremen, flämisch-nationalistischen Partei Vlaams Blok bzw. Vlaams Belang (2004 umbenannt). Von 1994 bis 2003 und von 2004 bis 2014 war er Mitglied des Europäischen Parlaments. Von 2003 bis 2004 gehörte er dem belgischen Senat an und war dort Vorsitzender der VB-Fraktion. 2011 trat er aus dem VB aus, war anschließend aber stellvertretender Vorsitzender der Fraktion Europa der Freiheit und der Demokratie (EFD) im Europäischen Parlament.

Leben und politische Karriere

Nach dem Schulbesuch in Assebroek studierte Frank Vanhecke von 1977 bis 1981 an der Vrije Universiteit Brussel Kommunikationswissenschaft. Danach arbeitete er bis 1989 in der Immobilienbranche, bevor er sich hauptberuflich der Politik widmete. Nach seinem Rückzug aus der Parteipolitik Ende 2009 widmete er sich wieder dem Ausbau seiner eigenen Immobilienagentur.<ref name="EncVlaBew">Lorenzo Terrière: Vanhecke, Frank, in: Encyclopedie van de Vlaamse Beweging, Stand 2023.</ref>

Vanheckes politische Karriere begann als Jugendlicher mit einer Mitgliedschaft im Nationalistisch Jongstudentenverbond (NJSV) und später in der Nationalistische Studentenvereniging (Nationalistischer Studentenverein) sowie im Taal Aktie Komitee (Sprachaktionskomitee). Für kurze Zeit war er Vorstandsmitglied der Volksunie in seiner Heimatstadt Assebroek. 1977 trat er aber aus der Volksunie aus, nachdem diese dem Egmont-Pakt zugestimmt hatte, einem Kompromiss zwischen den Sprachgruppen Belgiens, den die radikaleren flämischen Nationalisten als Verrat an der flämischen Sache betrachteten. Stattdessen wurde er Mitglied der von Karel Dillen gegründeten Vlaams Nationale Partij (VNP), die im Jahr darauf im Vlaams Blok (VB) aufging.<ref name="EncVlaBew"/>

Ab 1986 gehörte Vanhecke der Parteiführung des VB an und galt als „rechte Hand“ des Vorsitzenden Dillen. Er war ein Gründungsmitglied der parteieigenen Jugendorganisation Vlaams Blok Jongeren (VBJ). Von 1989 bis 1994 war er stellvertretender Generalsekretär<ref name="EncVlaBew"/> der Technischen Fraktion der Europäischen Rechten (DR), der neben Dillen auch die Abgeordneten der französischen Front National und der deutschen Republikaner angehörten. Bei der Europawahl 1994 wurde er erstmals selbst ins Europäische Parlament gewählt, wo er – nach der Auflösung der DR-Fraktion – wie sein Parteikollege Dillen zunächst fraktionslos blieb.<ref name="EncVlaBew"/>

Als Nachfolger Karel Dillens war Vanhecke ab 1996 Vorsitzender der rechtsextremen Partei Vlaams Blok und blieb dies während der folgenden zwölf Jahre. Im Europäischen Parlament schlossen sich die VB-Abgeordneten nach der Europawahl 1999 der Technischen Fraktion der Unabhängigen Abgeordneten („Gemischten Fraktion“) an, deren Vorstand Vanhecke angehörte, die aber 2001 vom Gericht der Europäischen Union wegen fehlender politischer Zusammengehörigkeit aufgelöst wurde. Danach war er wieder parteilos. Aus dem Europäischen Parlament schied Vanhecke 2003 aus, nachdem er bei der belgischen Parlamentswahl einen Sitz im Senat Belgiens errungen hatte. Dort war er anschließend Vorsitzender der VB-Fraktion.

Der Vlaams Blok wurde durch ein Urteil des Obersten Gerichtshofs Belgiens vom November 2004 als separatistisch, fremdenfeindlich und rassistisch eingestuft. Nachdem Vanhecke daraufhin zunächst eine Auflösung und Neugründung der Partei angekündigt hatte, änderte der Vlaams Blok jedoch lediglich seinen Namen in Vlaams Belang, um nicht die staatliche Parteienfinanzierung zu verlieren, die einer neugegründeten Partei nicht zugestanden hätte. Vanhecke wurde als Vorsitzender der umbenannten Partei bestätigt und blieb dies bis 2008.

Nach der Europawahl 2004, bei welcher der VB stark hinzugewann und sich auf drei Sitze steigerte, schied Vanhecke wieder aus dem Senat aus und kehrte ins EU-Parlament zurück. Dort traten die drei VB-Abgeordneten im Januar 2007 der neu gegründeten Rechtsaußen-Fraktion Identität, Tradition, Souveränität bei, die schon im November 2007 wieder aufgelöst wurde, weil sie die Mindestzahl an Abgeordneten unterschritt. In der Wahlperiode 2009 bis 2014 war Vanhecke im Europäischen Parlament Mitglied im Entwicklungsausschuss, im Unterausschuss Menschenrechte sowie Delegierter für die Beziehungen zu Australien und Neuseeland.<ref>Website des Europäischen Parlaments</ref>

Nach seiner Ablösung als VB-Parteivorsitzender durch Bruno Valkeniers 2008 verschlechterte sich Vanheckes Verhältnis zur neuen Parteiführung. Im November 2009 schied er aus dem Parteivorstand aus und beklagte, dieser werde vom radikalen Antwerpener Flügel dominiert. Als sein Verbündeter Francis Van den Eynde, der sich für eine etwas gemäßigtere Ausrichtung einsetzte, aus der Partei ausgeschlossen wurde, verließ auch Vanhecke am 11. Juli 2011 den Vlaams Belang. Im November 2011 trat er der Fraktion Europa der Freiheit und der Demokratie (EFD) bei, deren Stellvertretender Vorsitzender bzw. Vorstandsmitglied er bis zum Ende der Legislaturperiode 2014 war. Vor der Europawahl 2014 kündigte er seinen Rückzug aus der Politik an. Er erklärte, sich nun politisch mit der Nieuw-Vlaamse Alliantie zu identifizieren, könnte in dieser aber wegen seiner früheren Verbindung zum VB keine Rolle spielen.<ref>Derek Blyth: Former Vlaams Belang chair leaves politics. Flanders Today, 21. November 2013.</ref>

Im Januar 2011 heiratete Vanhecke seine politische Mitstreiterin Marie-Rose Morel, die an unheilbarem Gebärmutterhalskrebs erkrankt war und einen Monat später im Alter von 38 Jahren starb.<ref name="EncVlaBew"/>

Weblinks

|template=Vorlage:MdEP |cat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:MdEP |1=1=n |2=NAME=* }}{{#if:1956|{{#if:|{{#ifeq:{{{NAME}}}|{{#invoke:Wikidata|labelOf}}||}} |{{#ifeq:{{#invoke:WLink|getArticleBase}}|{{#invoke:Wikidata|labelOf}}||}}}}{{#ifeq:1956|{{#property:p1186}}||}}}}

Quellen

<references />

{{#if: Vanhecke, Frank | {{#if: | {{#if: rechtsextremer belgischer Politiker, MdEP, Vorsitzender des Vlaams Belang | {{#if: 30. Mai 1959 | {{#if: Brügge, Belgien | {{#if: | {{#if: |

Vorlage:Wikidata-Registrierung