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Fischbach (Waltershausen)

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Fischbach
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(440)&title=Fischbach 50° 53′ N, 10° 29′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(440) 50° 53′ 5″ N, 10° 28′ 47″ O
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Höhe: 370 (365–385) m ü. NN
Fläche: 2,45 km²<ref name="Gindex">Gemarkung Fischbach, Gemeinde Waltershausen. In: GEOindex. Abgerufen im Februar 2026.</ref>
Einwohner: ca. 440 (15. Mai 2022) HW<ref name="EZ2022">Fischbach: Ortsteil von Waltershausen, Thüringen. (Aus 100 Meter-Gitter sowie Geometrien für "Ortslagen" berechnet). In: www.citypopulation.de - Population Statistics. Online-Dienst für Statistiken, abgerufen im Februar 2026.</ref>
Bevölkerungsdichte: 180 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1996
Eingemeindet nach: Emsetal
Postleitzahl: 99880
Vorwahl: 036259
Datei:Emsetal Fischbach.png
Karte
Lage von Fischbach in Waltershausen
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Fischbach ist ein Ortsteil der Stadt Waltershausen im thüringischen Landkreis Gotha. Für den Ortsteil gibt es eine Ortsteilverfassung nach der Thüringer Kommunalordnung und damit einen Ortsteilrat und Ortsteilbürgermeister.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 339 kB) §  3 und 4. In: Webauftritt. Gemeinde Waltershausen, abgerufen im Februar 2026.</ref>

Geografie

Fischbach liegt am Nordhang des Thüringer Waldes in einer Höhe von etwa 380 Metern am Fuße des Großen Inselsberges.

Geschichte

Die Lage von Fischbach wurde urkundlich, in der Reinhardsbrunner Fälschung, im Jahre 1103 vom zweiten Abt des Klosters Reinhardsbrunn erstmals erwähnt. Ein Ort an dieser Stelle ist seit dem frühen 15. Jahrhundert belegt. Im Jahre 1412 übergab der Landgraf Friedrich der Jüngere das Wintersteiner Schloss sowie die Dörfer Fischbach und Sondra an den Ritter Friedrich von Wangenheim. Nach der Reformation, die in Fischbach um 1530 mit der Annahme des Evangelischen Glaubens durch die Freiherren von Wangenheim eingeführt wurde, gehörte das Dorf zum Besitz dieses Adelsgeschlechtes. Der Ort war nun im Besitz der Herren von Wangenheim, die 1587 dort ein Schloss errichteten und in diesem bis 1780 ihren Sitz hatten. Der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) traf Fischbach aufgrund seiner Lage an der Passstraße über den Thüringer Wald schwer und brachte Mord, Plünderung, Hunger und Seuchen (Blattern). Im Jahr 1649 forderte die Pest in Fischbach und Umgebung 300 Opfer. Neben Forstwirtschaft und Leinenweberei hatte in früherer Zeit insbesondere das Fuhrwesen große wirtschaftliche Bedeutung am Ort. Darüber hinaus wurde in den Klauenbergswiesen Kupferschiefer abgebaut. Weberei und Fuhrwesen erlebten zu Beginn des 19. Jahrhunderts einen Niedergang, danach fanden die Einwohner in der Hanfverarbeitung (Spritzenschläuche, Feuereimer, Gurte) sowie in der Korb- und Siebmacherei oder als Besenbinder und Drechsler (zumeist für die Pfeifenproduktion in Ruhla) ihr Auskommen. Um 1900 entstand außerdem eine Klenganstalt zur Gewinnung von forstwirtschaftlichem Saatgut. Der Ort entwickelte sich nach 1945 zu einem beliebten Urlaubsort, wozu der Bau der Bergbühne 1952 entscheidend beitrug, die Platz für 2000 Zuschauer bietet und u. a. seit 1956 vom Landestheater Eisenach bespielt wurde. Weitere namhafte Künstler die auf der Bergbühne auftraten, waren Bärbel Wachholz, Lutz Jahoda und Herbert Roth, welcher Fischbach auch ein eigenes Lied "Gruß aus Fischbach" widmete.<ref> Waltraut Schulz Und Herbert Roth* Mit Seiner Instrumentalgruppe* Gruß Aus Fischbach / Weiße Wolken Und Wind bei Discogs</ref> 1977 wurde die "Thüringen Baude" Offiziell eingeweiht. Das Gebäude enthielt eine Kaufhalle, bewirtschaftete Veranstaltungsräume und die Freiwillige Feuerwehr in Fischbach. 1996 wurde Fischbach durch Zusammenschluss mit drei umliegenden Gemeinden Ortsteil der Einheitsgemeinde Emsetal und Gemeindeverwaltungssitz. Diese wurde am 31. Dezember 2013 in die Stadt Waltershausen eingemeindet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bestätigung vom Landtag (Memento vom 24. Mai 2016 im Internet Archive)</ref> 2018 wurde die Thüringenbaude nach einem Beschluss der Stadtverwaltung Waltershausen abgerissen, sehr zu bedauern vieler Bürger. Auch der Bund der Steuerzahler Thüringen, kritisierte das Projekt im "Schwarzbuch der Steuerzahler", da kurz vor dem Abriss (2009) 41.000 € an Fördermitteln in neue Fenster und Heizung investiert wurden.

Sehenswürdigkeiten

  • Das Wangenheimsche Schloss am Dorfplatz wurde 1587 unter Christoph von Wangenheim begonnen und 1639 von seinem Sohn, dem herzoglichen Oberforst- und Jägermeister Hans Ludwig von Wangenheim fertiggestellt und bewohnt. Von künstlerischem Geschmack zeugen die Haustür, mehrere Zimmertüren und die Stuckdecken in den saalartigen Räumen, die jetzt zum Teil in mehrere Zimmer unterteilt sind. 1780 kam es durch Verkauf an eingesessene Fischbacher und ist seit 1973 im Besitz der Gemeindeverwaltung. Von 1992 bis zum 10. September 2014 war in dem stattlichen Fachwerkbau der Sitz der Gemeindeverwaltung der Einheitsgemeinde Emsetal untergebracht. In den Jahren 1993 bis 1998 wurden in großem Umfang Bau- und Rekonstruktionsmaßnahmen durchgeführt.
  • Die Jacobuskirche: Die heutige Holzkirche wurde zwischen 1652 und 1672 errichtet und 1672 feierlich eingeweiht. Nach einem Blitzschlag im Jahr 1848 wurde sie modernisiert. Aufgrund eines Hausschwamms war in den 1990er Jahren eine Grundsanierung nötig, die durch die ehrenamtliche Arbeit der Bürger getragen wurde. Zur Wiedereinweihung erhielt sie den Namen "Jakobuskirche".<ref>Ute Siegmund: Festschrift zum Ortsjubiläum Fischbach 1103 - 2003. Hrsg.: Gemeinde Emsetal, Ortsteil Fischbach. 2003.</ref>
  • Die Bergbühne: Die Bühne wurde 1952 in freiwilliger Arbeit der Bürger geschaffen. Sie war und ist ein wichtiger Veranstaltungsort und wird ergänzt durch den dazugehörigen Park.

Regelmäßige Veranstaltungen

Die Kirmes (Kirchweih) ist ein eigentlich kirchliches Weihfest. In Fischbach wird es nach altem Brauch als regelrechtes Volksfest gefeiert, und das schon seit Generationen. Zum Brauchtum zählen das Ständchenspielen am Samstagmorgen, der Fackelzug für Kinder und das Kirmesbegräbnis am Sonntagabend.

Fischbacher Mundart

In Fischbach wird Thüringer Platt gesprochen. Einige Beispiele sind Kankerlappen (Spinnweben), Kumpf (Gulli) und Matt’n (Quark). Regelmäßig finden hier Mundartabende statt.

Einzelnachweise

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Weblinks

Commons: Fischbach (Waltershausen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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