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Felsenzaunkönig

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Felsenzaunkönig
Datei:Rock Wren.jpg

Felsenzaunkönig (Salpinctes obsoletus)

Systematik
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Zaunkönige (Troglodytidae)
Gattung: Salpinctes
Art: Felsenzaunkönig
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Salpinctes
Cabanis, 1847
Wissenschaftlicher Name der Art
Salpinctes obsoletus
(Say, 1823)
Datei:Salpinctes obsoletus map.svg
Verbreitungsgebiet des Felsenzaunkönigs
  • Brutgebiete
  • Nur im Durchzug
  • Ganzjähriges Vorkommen
  • Überwinterungsgebiete
  • Der Felsenzaunkönig (Salpinctes obsoletus) ist eine kleine, nordamerikanische Vogelart aus der Familie der Zaunkönige (Troglodytidae). Die Gattung besteht je nach Sichtweise des Bearbeiters aus einer Art oder aus mehreren Arten.

    Beschreibung

    Die zwölf Zentimeter großen Vögel haben ein graubraunes Gefieder mit kleinen, schwarzen und weißen Punkten. Sie haben eine hellgraue, leicht gesprenkelte Brust und einen hellbräunlichen Bauch. Oberhalb des Auges zieht sich ein hellgrauer Streifen entlang; sie haben einen langen, dünnen Schnabel, gebänderte Schwanzfedern und dunkle Beine.

    Sie brüten in steinigen, trockenen Habitaten – zum Beispiel in Canyons, die sich vom Südwesten Kanadas bis nach Costa Rica im Süden erstrecken. Es gibt zwei bis drei Bruten pro Jahr mit vier bis sechs, selten auch nur ein bis drei oder aber sieben bis zehn Eiern, die vom Weibchen bebrütet werden. Die Jungvögel werden von beiden Eltern versorgt. Das Nest ist oben offen und häufig in Bodenhöhe zwischen Steinen in einer kleinen Höhle oder Spalte versteckt. Es wird auf einem Fundament aus Kieseln, Gräsern, Rinde sowie dünnen Wurzeln gebaut und mit Haaren und Federn ausgepolstert. Eine seltsame Angewohnheit der Vögel ist, dass sie – entlang den Wegen zum Nest – Streifen von Kieselsteinen anlegen.

    Die südlichen Populationen sind keine Zugvögel, während die nördlichen Populationen im Winter in wärmere Gebiete – wie die zentralen und südwestlichen Staaten der USA – ziehen. Gelegentlich wandern sie auch in die östlichen Vereinigten Staaten.

    Felsenzaunkönige suchen ihre Nahrung am Boden. Sie ernähren sich hauptsächlich von Spinnen sowie Insekten.

    Der Gesang dieser Spezies ist normalerweise ein Triller, in der Fortpflanzungszeit ist der Gesang vielfältiger.

    Systematik

    Die Art wird in mehrere Unterarten aufgeteilt.<ref>IOC World Bird List Dapple-throats, sugarbirds, fairy-bluebirds, kinglets, hyliotas, wrens & gnatcatchers</ref> Einige Unterarten existieren nur auf bestimmten Inseln. Der nur auf der Revillagigedo-Insel San Benedicto vorkommende San-Benedicto-Felsenzaunkönig gilt seit einem Vulkanausbruch im Jahre 1952 als ausgestorben.

    • S. o. costaricensis <templatestyles src="Person/styles.css" />van Rossem, 1941<ref name="rossem172">Adriaan Joseph van Rossem (1941), S. 172.</ref> – Diese Unterart kommt im Nordwesten Costa Ricas vor.
    • S. o. exsul <templatestyles src="Person/styles.css" />Ridgway, 1903<ref name="ridgway169">Robert Ridgway (1903), S. 169.</ref> – Der San-Benedicto-Felsenzaunkönig kam nur auf der Revillagigedo-Insel vor.
    • S. o. fasciatus <templatestyles src="Person/styles.css" />Salvin & <templatestyles src="Person/styles.css" />Godman, 1891<ref name="salvin610">Osbert Salvin u. a., S. 610.</ref> – Das Verbreitungsgebiet dieser Unterart ist der Nordwesten Nicaraguas.
    • S. o. guadeloupensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Ridgway, 1876<ref name="ridgway185">Robert Ridgway (1876), S. 185.</ref> – Diese Subspezies kommt auf Guadeloupe vor.
    • S. o. guttatus <templatestyles src="Person/styles.css" />Salvin & <templatestyles src="Person/styles.css" />Godman, 1891<ref name="salvin609">Osbert Salvin u. a., S. 609.</ref> – Diese Subspezies kommt in El Salvador vor.
    • S. o. neglectus <templatestyles src="Person/styles.css" />Nelson, 1897<ref name="nelson70">Edward William Nelson, S. 70.</ref> – Diese Unterart ist vom Süden Mexikos bis ins zentrale Honduras verbreitet.
    • S. o. obsoletus (<templatestyles src="Person/styles.css" />Say, 1822)<ref name="say4">Thomas Say, S. 4.</ref> – Die Nominatform kommt vom Südwesten Kanadas bis nach Zentralmexiko vor.
    • S. o. tenuirostris <templatestyles src="Person/styles.css" />van Rossem, 1943<ref name="rossem236">Adriaan Joseph van Rossem (1943), S. 236.</ref> – Diese Unterart ist auf der Islas San Benito verbreitet.

    S. o. proximus <templatestyles src="Person/styles.css" />Swarth, 1914<ref name="swarth215">Harry Schelwald Swarth, S. 215.</ref>, die früher mit Verbreitungsgebiet San Martin Insel im Nordwesten Mexikos angesehen wurde und S. o. pulverius <templatestyles src="Person/styles.css" />Grinnell, 1898<ref name="grinnell238">Joseph Grinnell, S. 238.</ref>, die den San-Nicolas und San Clemente Island zugeschlagen wurden, gelten heute als Synonym zur Nominatform. S. o. sollicitus <templatestyles src="Person/styles.css" />Moore, RT, 1941<ref name="moore40">Robert Thomas Moore, S. 40.</ref>, die Chiapas und dem angrenzenden Teil von Guatemala zugeschrieben wurde, gilt heute als Synonym für S. o. neglectus.

    Etymologie und Forschungsgeschichte

    Die Erstbeschreibung des Felsenzaunkönigs erfolgte 1823 durch Thomas Say unter dem wissenschaftlichen Namen Troglodytes obsoleta. Das Typusexemplar wurde auf einer Expedition von Pittsburgh zu den Rocky Mountains an der Say teilnahm gesammelt.<ref name="say4" /> 1847 führte Jean Louis Cabanis die für die Wissenschaft neue Gattung Salpinctes ein.<ref name="cabanis323">Jean Louis Cabanis, S. 323.</ref><ref group="A">Cabanis stellte den Felsenzaunkönig und den Schluchtenzaunkönig (Thryothorus mexicanus <templatestyles src="Person/styles.css" />Swainson, 1829) in die neue Gattung.</ref> Dieser Name leitet sich von »salpinktēs {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)« für »einen unbekannten Vogel, der vermutlich ein Zaunkönig war« ab.<ref name="cabanis323" /> Der Artname »obsoletus« ist das lateinische Wort für »einfach, verschlissen« von »obsolescere« für »abgetragen«.<ref name="jobling278">James A. Jobling, S. 278.</ref> »Costaricensis« bezieht sich auf Costa Rica<ref name="rossem172" />, »guadeloupensis« auf Guadeloupe<ref name="ridgway185" />. »Tenuirostris« ist ein lateinisches Wortgebilde aus »tenuis, tenue« für »schlank« und »-rostris, rostrum« für »-schnäblig, Schnabel«<ref name="jobling381">James A. Jobling, S. 381.</ref>, »exsul« aus »ex« für »außerhalb« und »solum« für »Land, Festland«<ref name="jobling155">James A. Jobling, S. 155.</ref> und »sollicitus« aus »sollus« für »gesamt« und »ciere« für »ziehen«<ref name="jobling359">James A. Jobling, S. 359.</ref>. »Fasciatus« leitet sich von »fasciatus, fascia« für »gebunden, Binde, Streifen« ab<ref name="jobling158">James A. Jobling, S. 158.</ref>. »Guttatus« bedeutet »gefleckt« von »gutta« für »Fleck«<ref name="jobling181">James A. Jobling, S. 181.</ref>, »neglectus« »ignoriert, übersehen« von »neglegere« für »versäumen«<ref name="jobling267">James A. Jobling, S. 267.</ref>, »proximus« »sehr nah an« von »propior, propioris, prope« für »näher, nahe«<ref name="jobling318">James A. Jobling, S. 318.</ref>, »pulvereus« »voller Staub, staubig« von »pulvis, pulveris« für »Staub«<ref name="jobling324">James A. Jobling, S. 324.</ref>.

    Literatur

    • Jean Louis Cabanis: Ornithologische Notizen II. In: Archiv für Naturgeschichte. Band 13, Nr. 1, 1847, S. 308–352 (biodiversitylibrary.org).
    • James A. Jobling: Helm Dictionary of Scientific Bird Names. Christopher Helm, London 2010, ISBN 978-1-4081-2501-4.

    Weblinks

    Commons: Felsenzaunkönig – Sammlung von Bildern und Audiodateien

    Einzelbelege

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    Anmerkungen

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