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Führungslehre

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Führungslehre ist innerhalb der Betriebswirtschaftslehre ein Teilgebiet, das die Führung und den Führungsprozess in Wirtschaftssubjekten analysiert und erklärt.

Allgemeines

Wirtschaftssubjekte sind Unternehmen, Institutionen, Behörden und sonstige Personenvereinigungen, in denen Personalführung betrieben wird. Als Grundlage bedient sich die Führungslehre den Führungstheorien.<ref>Springer Fachmedien Wiesbaden (Hrsg.), Kompakt-Lexikon HR, 2013, S. 52</ref> Führungslehre und Führungstheorie sind also nicht Synonyme, sondern die Führungslehre sorgt für die Anwendung im Alltag. Es handelt sich um ein Teilgebiet der Allgemeinen Betriebswirtschaftslehre.<ref>Jürgen Wild, Betriebswirtschaftliche Führungslehre und Führungsmodelle, in: Jürgen Wild (Hrsg.), Unternehmensführung, 1974, S. 141–179; ISBN 3-428-03068-0</ref> Da die Führungslehre auch auf Erkenntnisse der Psychologie und Pädagogik zurückgreift, kann sie als interdisziplinäre Wissenschaft eingestuft werden.

Inhalt

Die Führungslehre befasst sich unter anderem mit Führungsaufgaben, mit denen Führungskräfte betraut werden. Im Rahmen der Delegation werden neben den Führungsaufgaben auch Kompetenzen und Verantwortung an Führungskräfte übertragen.

Die Führungsaufgaben werden in sachlich-rationale und sozio-emotionale unterteilt:<ref>Peter R. Preißler, Controlling-Lexikon, 1995, S. 81</ref>

Je nach dem Verständnis von Führung, je nach Unternehmenskultur oder den Rahmenbedingungen der Personalpolitik (Führungsgrundsätze) können sehr unterschiedliche Aufgaben als Führungsaufgaben begriffen werden, meistens jedoch solche, die im Sinne der Unternehmensziele unmittelbar oder mittelbar auf eine Verhaltensbeeinflussung der Mitarbeiter abzielen.<ref>Ulrich Büdenbender/Hans Strutz, Gabler Kompakt-Lexikon Personal, 2003, S. 138</ref>

Ferner befasst sich die Führungslehre mit Führungseigenschaften, Führungsgrundsätzen, Führungsstilen, Führungstechniken und Führungsprozessen<ref>Ulrich Büdenbender/Hans Strutz, Gabler Kompakt-Lexikon Personal, 2003, S. 139</ref> sowie mit der Führungsfähigkeit:

Von den verschiedenen Führungstheorien grenzt sich die Führungslehre insbesondere dadurch ab, dass sie praxisorientierte Anwendungen ihrer Erkenntnisse bereithält. Die zielorientierte Gestaltung bezieht sich entweder auf Personal (Personalführung) oder auf die Unternehmen (Unternehmensführung).<ref>Ottmar Schneck (Hrsg.), Lexikon der Betriebswirtschaft, 1998, S. 261</ref>

Ausbildung

Führungslehre oder Teilgebiete hiervon werden in der Privatwirtschaft bei der Führungskräfteentwicklung durch die Personalabteilung als Pflichtfach angeboten. Im öffentlichen Dienst wird sie ab der Laufbahn des mittleren oder gehobenen Dienstes gelehrt (manchmal auch als Fach „Führungs- und Einsatzlehre“). Die praktische Umsetzung der Führungslehre ist ein wichtiger Faktor insbesondere für die erfolgreiche Bewältigung aller polizeilichen und militärischen Lagen durch Polizeiführer oder militärische Führer. In der Privatwirtschaft trägt der positive Führungserfolg der Führungskräfte in entscheidendem Maße zum Unternehmenserfolg bei, auch wenn es schwierig ist, einen kausalen Zusammenhang zwischen beiden herzustellen.<ref>Hermann Troger, Die Führungskraft als Personalmanager, 2018, S. 121</ref>

Führungserfolg

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„Führungserfolg ist das positive Ergebnis der Bemühungen von Vorgesetzten um Zielerreichung, Gruppenzusammenhalt und Arbeitszufriedenheit mit dem Ziel der Steigerung des Unternehmenserfolges“.<ref>Horst-Joachim Rahn, Unternehmensführung, 2005, S. 151; ISBN 978-3-470-43010-2</ref> Von einem Führungserfolg wird gesprochen, wenn eine Führungskraft ihre Führungsaufgaben mit einem Zielerreichungsgrad von 100 % erfüllt hat. Allerdings kann der „Führungserfolg“ auch negativ sein.<ref>Klaus Olfert, Personalwirtschaft, 2006, S. 275 ff.; ISBN 978-3-470-54385-7</ref> Der positive kann mit Hilfe von harten Daten und weichen Daten für eine Führungskraft gemessen werden. Harte Daten sind Arbeitsentgelt, Karrieregeschwindigkeit oder Leitungsspanne der Führungskraft sowie in der von ihr geführten Organisationseinheit Arbeitsproduktivität, Fehlerquote, Fehlzeiten oder Fluktuation. Als weiche Daten stehen Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter oder Betriebsklima zur Verfügung.<ref>Lutz von Rosenstiel, Führungserfolg: Kriterien, in: Fritz Neske/Markus Wiener (Hrsg.), Management-Lexikon, Band II, 1985, S. 462 f.; ISBN 3-88640-009-3</ref> Der Führungserfolg einer Führungskraft ist die Grundlage für die Bemessung von Bonuszahlungen oder Gratifikationen.

Abgrenzung

Management als Management-Konzept ist eine wissenschaftliche Betriebsführung.

Siehe auch

Literatur

  • Edmund Heinen, Betriebswirtschaftliche Führungslehre, 1984; ISBN 978-3-409-31693-4
  • Joachim Hentze/Andrea Graf/Andreas Kammel/Klaus Lindert, Personalführungslehre, 4. Auflage, UTB, Stuttgart, 2005, ISBN 3-8252-1374-9
  • Werner Kirsch, Zur Konzeption der Betriebswirtschaftslehre als Führungslehre, in: Rolf Wunderer (Hrsg.), Betriebswirtschaftslehre als Management- und Führungslehre, 1988, S. 153–172; ISBN 978-3-7910-0440-2.

Einzelnachweise

<references />

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