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Führungsakademie der Bundeswehr

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Führungsakademie der Bundeswehr
— FüAkBw —


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Aufstellung 1957
Staat Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr
Stärke 3000 Lehrgangsteilnehmer pro Jahr
Unterstellung BMVg Generalinspekteur der Bundeswehr
Standort Hamburg
Motto Mens agitat molem.
„Der Geist bewegt die Materie.“
Marsch Mens agitat molem (Friedrich Szepansky)<ref>Zentrum Militärmusik der Bundeswehr (Hrsg.): A2-2750/0-0-3 Zuteilung von Truppenmärschen. Version 3.1 Auflage. 13. September 2022 (Anlage 4.1 [PDF; abgerufen am 5. September 2024]).</ref>
Website FüAkBw
Akademieleitung
Kommandeur Konteradmiral Ralf Kuchler
Direktor Ausbildung und stellvertretender Kommandeur Brigadegeneral Thorsten Ilg
Direktor Strategie und Fakultäten Brigadegeneral Frank Pieper

Die Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) ist seit 1957 die höchste militärische und zentrale Ausbildungsstätte für die Aus-, Weiter- und Fortbildung aller Stabsoffiziere und Generale/Admirale der Bundeswehr in Deutschland. Sitz ist seit 1958 Hamburg-Nienstedten in der dortigen Clausewitz-Kaserne. Weitere Teile befinden sich im benachbarten Hamburg-Osdorf in der Generalleutnant-Graf-von-Baudissin-Kaserne. Die FüAkBw ist seit dem 1. Januar 2017 direkt dem Generalinspekteur der Bundeswehr unterstellt.<ref>Rede der Bundesministerin der Verteidigung Dr. Ursula von der Leyen an der Führungsakademie der Bundeswehr am 3. November 2016. (PDF) bmvg.de, 3. November 2016, S. 13, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 20. Dezember 2016; abgerufen am 16. Dezember 2016.</ref><ref>Tagesbefehl der Verteidigungsministerin zum Unterstellungswechsel der Führungsakademie am 29. Dezember 2016. bmvg.de, 4. Januar 2017, abgerufen am 8. Januar 2017.</ref>

Geschichte

Datei:Liegenschaften der Bundeswehr in Hamburg.svg
Liegenschaften der Bundeswehr in Hamburg (Stand April 2013)

Im Januar 1957 wurde in der Gendarmerie-Kaserne in Bad Ems der erste anfangs auf sechs Monate angelegte Generalstabslehrgang Heer abgehalten. Wenig später folgten die ersten zwölfmonatigen Lehrgänge für die Marine (1957) und die Luftwaffe (1958).<ref name="ScheererJopp14">Thomas Scheerer, Heinz Dieter Jopp: Kleine Geschichte der Führungsakademie. In: Dietmar Klos (Red.): 50 Jahre Führungsakademie der Bundeswehr. 1957–2007. Hamburg 2007, S. 14.</ref>

Der neue Standort war indes Gegenstand politischer Diskussionen. Während der damalige Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß (CSU) für eine süddeutsche Stadt warb, machten sich der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg Kurt Sieveking (CDU) und später der Generalinspekteur der Bundeswehr General Adolf Heusinger für Hamburg stark. Im Herbst 1958 erfolgte dann der Umzug nach Hamburg-Hochkamp in das Villenviertel, wo die Führungsakademie am 28. Oktober 1958 durch Verteidigungsminister Strauß eröffnet wurde.<ref name="ScheererJopp14" /><ref>Führungsakademie der Bundeswehr. In: Standortdatenbank der Bundeswehr. Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, abgerufen am 14. Januar 2024.</ref> Die Ausbildung war so angelegt, dass sie im Sinne der Preußischen Reformen teilstreitkräfteübergreifend und wissenschaftlich ausgerichtet wurde und politische und rechtliche Bildung ermöglichte. Insbesondere die Innere Führung und das Leitbild des Staatsbürgers in Uniform wurden zu einem zentralen Grundsatz. Fortan war es auch Offizieren aus NATO-Bündnisstaaten und ab 1962 aus Nicht-NATO-Staaten möglich, an Lehrgängen teilzunehmen.<ref name="ScheererJopp15">Thomas Scheerer, Heinz Dieter Jopp: Kleine Geschichte der Führungsakademie. In: Dietmar Klos (Red.): 50 Jahre Führungsakademie der Bundeswehr. 1957–2007. Hamburg 2007, S. 15.</ref>

In der Amtszeit von Verteidigungsminister Helmut Schmidt (SPD) wurde die Stabsakademie der Bundeswehr (1966–1974) in die Führungsakademie integriert, was zur Folge hatte, dass hier nun auch die Stabsoffizier- und Auswahllehrgänge stattfanden.<ref name="ScheererJopp15" /> Ab 1974 wurden zwei weitere Kasernen für die Ausbildung genutzt. Im Zuge der Aktivitäten der Friedensbewegung gegen die „Nachrüstung“ in der BRD in den 1980er Jahren erweiterte der damalige Kommandeur der Führungsakademie Konteradmiral Dieter Wellershoff den Lehrkatalog um sicherheitspolitische Seminare für die zivile Öffentlichkeit (u. a. Kirchen, Gewerkschaften und Parteien).<ref name="ScheererJopp16">Thomas Scheerer, Heinz Dieter Jopp: Kleine Geschichte der Führungsakademie. In: Dietmar Klos (Red.): 50 Jahre Führungsakademie der Bundeswehr. 1957–2007. Hamburg 2007, S. 16.</ref>

Datei:Kasernentor Führungsakademie der Bundeswehr 2019.jpg
Kasernentor der Führungsakademie der Bundeswehr, 2019

Die politische Wende 1990 zog die Ausbildung von Kommandeuren der ehemaligen Nationalen Volksarmee (NVA) nach sich. Um internationale Offiziere besser integrieren und unterstützen zu können, wurde 1993 auf Betreiben des Ersten Bürgermeisters der Freien und Hansestadt Hamburg Henning Voscherau (SPD) und des Kommandeurs der Führungsakademie Generalmajor Klaus Reinhardt der „Freundeskreis Ausbildung ausländischer Offiziere an der Führungsakademie der Bundeswehr“ ins Leben gerufen.<ref name="ScheererJopp16" /> 1996 kam es zur Etablierung eines EURO-Lehrgangs. Neben einigen sicherheitspolitischen Anpassungen im Lehr- und Organisationsbereich wurde 1998 das Zentrum Führung Gemeinsamer Operationen (ZFGO) errichtet. 1999 wurde das Internationale Clausewitz-Zentrum (ICZ) gegründet, um das ideelle Erbe des Militärtheoretikers und Generalmajors Carl von Clausewitz zu erhalten.<ref name="ScheererJopp16" /> Das moderne Planübungszentrum Manfred-Wörner-Zentrum (MWZ), benannt nach NATO-Generalsekretär Manfred Wörner, wurde dann im Jahre 2000 eingeweiht.<ref name="ScheererJopp16" /> Der Nachlass von Generalleutnant Wolf von Baudissin wurde im 2001 eröffneten Baudissin-Dokumentationszentrum gebündelt.<ref name="ScheererJopp17">Thomas Scheerer, Heinz Dieter Jopp: Kleine Geschichte der Führungsakademie. In: Dietmar Klos (Red.): 50 Jahre Führungsakademie der Bundeswehr. 1957–2007. Hamburg 2007, S. 17.</ref>

Datei:Generalleutnant-Graf-von-Baudissin-Kaserne-1-2019.jpg
Generalleutnant-Graf-von-Baudissin-Kaserne, 2019

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.In den 2000er Jahren wurde die Stabsoffizierausbildung durch eine Arbeitsgruppe inhaltlich angepasst. Im Vordergrund stehen heute in einem Lebenslangen Lernen vor allem Multinationalität und Streitkräftegemeinsamkeit. 2004 wurde erstmals ein streitkräftegemeinsamer Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabsdienst angeboten.<ref name="ScheererJopp17" /> Außerdem erfolgte die Eröffnung des Henning-von-Tresckow-Gebäudes, benannt nach dem Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus Generalmajor Henning von Tresckow<ref name="ScheererJopp17" /> sowie des Admiral-Dieter-Wellershoff-Gebäudes, benannt nach dem ehemaligen Kommandeur und späteren Generalinspekteur der Bundeswehr. 2005 fand die erste Militärakademieübergreifende Übung Combined Joint Euro Exxercis (CJEX) in der FüAkBw statt.<ref name="ScheererJopp17" /> 2010 wurde in Anlehnung an die National Defense University ein Deutscher Capstone Course (DCC) für Generale und Admirale sowie zivile Beamte eingeführt. 2022 feierte der Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabsdienst International (LGAI) sein 60-jähriges Bestehen. Vom 1. Oktober 2000 bis zum 31. Dezember 2016 war die Akademie Teil des militärischen Organisationsbereichs Streitkräftebasis, davor war sie eine Zentrale Militärische Dienststelle.

Zeitweise war die Führungsakademie auch in der Reichspräsident-Ebert-Kaserne in Hamburg-Iserbrook untergebracht.<ref name="presse50j">Pressemeldung des Landeskommandos Hamburg zur 50-Jahr-Feier der Reichspräsident-Ebert-Kaserne. In: kommando.streitkraeftebasis.de. 12. März 2015, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 14. Januar 2024.@1@2Vorlage:Toter Link/www.kommando.streitkraeftebasis.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>

Organisation

Führung

Unterstützt von einem Stab<ref>Dietmar Klos (Red.): 50 Jahre Führungsakademie der Bundeswehr. 1957–2007. Hamburg 2007, S. 54.</ref> wird die Führungsakademie von folgenden Personen geführt:

Gliederung

Vorlage:Hinweisbaustein

Der Bereich Militärische Lehre war 2025 in folgende Fakultäten gegliedert:<ref>Fakultäten. Abgerufen am 4. September 2025.</ref>

  • Fakultät Einsatz/CIR/SKB
  • Fakultät Landstreitkräfte
  • Fakultät Luftwaffe
  • Fakultät Marine
  • Fakultät Management
  • Fakultät Politik, Strategie und Gesellschaftswissenschaft
  • Fakultät Sanitätsdienst und Gesundheitswissenschaft
  • Fakultät Gesamtstaatliche Risikovorsorge

Kommandeure

(chronologisch)<ref>Dietmar Klos (Red.): 50 Jahre Führungsakademie der Bundeswehr. 1957–2007. Hamburg 2007, S. 85 ff.</ref>

Nr. Dienstgrad und Name TSK Amtsbeginn Amtsende
(kommissarisch) Heer Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle
01 Heer Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle
02 Heer Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle
03 Heer Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle
04 Heer Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle
05 Heer Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle
06 Luftwaffe Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle
07 Heer Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle
08 Heer Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle
09 Marine Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle
10 Heer Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle
11 Heer Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle
12 Heer Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle
13 Heer Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle
14 Luftwaffe Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle
15 Marine Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle
16 Heer Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle
17 Heer Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle
18 Heer Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle
19 Heer Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle
20 Marine Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle
21 Heer Vorlage:DatumZelle Vorlage:DatumZelle
22 Marine Vorlage:DatumZelle

Chefs des Stabes (Auswahl)

  • Kapitän zur See Helmut Neuss: vom 1. März 1958 bis 15. August 1960
  • Kapitän zur See Walter Berger: vom 16. August 1960 bis 28. Februar 1961
  • Kapitän zur See Bernhard Busse: vom 1. März 1961 bis 30. September 1962
  • Oberst i. G. Georg Hornig: vom 1. Oktober 1962 bis 30. September 1966
  • Oberst i. G. Walter Dorfmüller: vom 1. Oktober 1966 bis 30. September 1970
  • Kapitän zur See Hartwig Looks: von September 1970 bis September 1975
  • Oberst i. G. Michael Schlechtweg: ab November 2019

Lehrgänge und Seminare

Militärische Lehrgänge

  • Basislehrgang Stabsoffizier (früher: Stabsoffizierlehrgang)<ref name="Klos">Dietmar Klos (Red.): 50 Jahre Führungsakademie der Bundeswehr. 1957–2007. Hamburg 2007, S. 62 f.</ref> (BLS) für Berufsoffiziere des Truppendienstes und ausgewählte Sanitätsoffiziere. Nach 8 Jahren Dienstzeit kann der etwa dreimonatige Lehrgang besucht werden. Er findet dreimal im Jahr statt und ist insgesamt für ca. 600 Teilnehmer vorgesehen. Zuvor absolvieren die Teilnehmer ein Vorbereitungsprogramm, das die jeweiligen Teilstreitkräfte selbst festlegen. Das Bestehen ist Voraussetzung für die Beförderung zum Stabsoffizier.
  • Stabsoffizierfortbildungslehrgang<ref name="Klos" /> (SFL) für Absolventen des BLS nach zwei Jahren. Er umfasst gut zwei Wochen.
  • Generalstabs-/Admiralstabsdienst National<ref name="Klos" /> (LGAN) nach erfolgreichem Abschluss des BLS. Er ist auf zwei Jahre angesetzt und besteht aus nationalen – ca. 18 Prozent eines jeden Offizierjahrgangs – und internationalen Teilnehmern (NATO, EU).
  • Generalstabs-/Admiralstabsdienst International<ref name="Klos" /> (LGAI) für nationale und internationale Teilnehmer (Nicht-NATO). Er ist auf zwölf Monate angesetzt (zzgl. vorgeschalteter Sprachausbildung) und trägt den Beinamen „Kleine UNO“. Bisher nahmen mehr als 3000 Vertreter aus über 100 Nationen teil.
  • Lehrgang Europäische Sicherheit (ESich) für Absolventen des LGAI. Er ist auf vier Wochen angesetzt.

An die Lehrgangsbesten werden besondere Auszeichnungen vergeben wie der General-Heusinger-Preis (der General Heusinger Stiftung), die Ehrenmedaille und die Ehrenurkunde General von Clausewitz (der Clausewitz-Gesellschaft) und der Scharnhorst-Preis (des Freundeskreises Ausbildung ausländischer Offiziere an der Führungsakademie der Bundeswehr).<ref>Besondere Auszeichnungen an der Führungsakademie der Bundeswehr, fueakbw.de, abgerufen am 19. November 2015.</ref>

Militärische Seminare

– z. T. auch für zivile Führungskräfte<ref>Seminare – auch für zivile Führungskräfte, fueakbw.de, abgerufen am 19. November 2015.</ref> –

  • Ausbildungsfeld 1000: Staaten, Gesellschaften, Militär
  • Ausbildungsfeld 2000: Fähigkeiten und Strukturen von Streitkräften
  • Ausbildungsfeld 3000: Grundbetrieb Bundeswehr
  • Ausbildungsfeld 4000: Führung und Einsatz von Streitkräften (u. a. der in englischer Sprache abgehaltene und von der UN zertifizierte United Nation Staff Officer Course (UNSOC) zur Vorbereitung deutscher wie ausländischer Offiziere auf Verwendung in Stäben im Rahmen von Einsätzen unter dem Mandat der Vereinten Nationen (UNO))
  • Ausbildungsfeld 5000: Individuelle Führungskompetenz

Weitere Einrichtungen

German Institute for Defence and Strategic Studies

Das German Institute for Defence and Strategic Studies (GIDS) ist ein auf Strategien ausgerichtetes Forschungsinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung mit Sitz in Hamburg in der Clausewitz-Kaserne.

Manfred-Wörner-Zentrum

Das Manfred-Wörner-Zentrum (MWZ) ist das 2000 eingeweihte Planübungszentrum der Führungsakademie der Bundeswehr.<ref>Dietmar Klos (Red.): 50 Jahre Führungsakademie der Bundeswehr. 1957–2007. Hamburg 2007, S. 67 f.</ref>

Wissenschaftliches Forum für Internationale Sicherheit

Dem Dialog zwischen Wissenschaft und Militär dient das Wissenschaftliche Forum für Internationale Sicherheit e. V. (WIFIS).

Internationales Clausewitz-Zentrum

Zur Beurteilung sicherheitspolitischer Lagen greift die Führungsakademie auch auf die Methode und Theorie des preußischen Militärtheoretiker Generalmajor Carl von Clausewitz zurück. 1999 wurde ein Internationales Clausewitz-Zentrum (ICZ) gegründet, welches das Erbe des Philosophen bewahren soll. Es findet regelmäßig ein Dialog zwischen Streitkräften und der „strategic community“ statt, ohne dabei offiziösen Anspruch zu erheben. Dabei kooperiert das Zentrum mit verschiedenen Meinungsbildnern in Hamburg. Das ICZ ist ferner verantwortlich für die Schriftenreihe Clausewitz-Protokolle. Zu den Gesprächspartnern gehörten in der Vergangenheit u. a. Helga Haftendorn, Franz Josef Jung, Klaus Naumann, Andreas Herberg-Rothe, Gunter Pleuger, Peter Struck und Ernst Uhrlau.<ref>Dietmar Klos (Red.): 50 Jahre Führungsakademie der Bundeswehr. 1957–2007. Hamburg 2007, S. 68 f.</ref>

Baudissin-Dokumentationszentrum

Im Jahre 2001 wurde in Räumlichkeiten der Führungsakademie in der Hamburger Generalleutnant-Graf-von-Baudissin-Kaserne das Baudissin-Dokumentationszentrum welches den Nachlass des „Vaters der Inneren Führung“, Generalleutnant Wolf von Baudissin, verwaltet. Ehrenamtlich wird die Einrichtung durch den Militärpädagogen Oberstleutnant a. D. Claus Freiherr von Rosen geleitet.<ref>Dietmar Klos (Red.): 50 Jahre Führungsakademie der Bundeswehr. 1957–2007. Hamburg 2007, S. 70 f.</ref>

Freundeskreis

1993 wurde der Freundeskreis Ausbildung ausländischer Offiziere an der Führungsakademie der Bundeswehr e. V. gegründet. Ehrenmitglieder des Vereins sind Bundeskanzler a. D. Helmut Schmidt und Bundesminister der Verteidigung a. D. Volker Rühe. Der Freundeskreis will die Bildung von ausländischen Offizieren fördern und mit seinem Engagement auch für die Offiziersfamilien einen Teil zur Völkerverständigung beitragen.<ref>Dietmar Klos (Red.): 50 Jahre Führungsakademie der Bundeswehr. 1957–2007. Hamburg 2007, S. 84.</ref> Präsident ist Reinhard Wagner; er wird durch Vorstand und Beirat unterstützt.<ref>Freundeskreis Ausbildung ausländischer Offiziere an der Führungsakademie der Bundeswehr e. V., fueakbw.de, abgerufen am 19. November 2015.</ref>

Kooperationen

Die Führungsakademie kooperiert mit vielen Akteuren auf nationaler Ebene wie der Führungsakademie der Bundesagentur für Arbeit, dem Zentrum für Internationale Friedenseinsätze, dem Bildungszentrum der Bundeswehr, der Deutsch Atlantischen Gesellschaft, dem Genfer Zentrum für Sicherheitspolitik und der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg.<ref name="weltweitvernetzt" /> Mit der Technischen Universität Hamburg richtet die Führungsakademie jährlich das Forum Zukunftsorientierte Steuerung aus.<ref>Thorsten Kodalle: Zukunftsorientierte Steuerung in der Logistik. In: fueakbw.de. Führungsakademie der Bundeswehr, 3. April 2018, abgerufen am 6. Dezember 2018.</ref>

Das German Institute for Defence and Strategic Studies (GIDS) in Hamburg ist als Kooperationseinrichtung der Führungsakademie der Bundeswehr und der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg gegründet worden.<ref>GIDS ist Denkfabrik der Zukunft. In: Bundesministerium der Verteidigung. 2. Juli 2018, abgerufen am 4. April 2020.</ref>

Eine erfolgreiche langjährige Zusammenarbeit besteht mit dem American Jewish Committee (AJC) mit Sitz in New York.<ref>David Harris: Die Führungsakademie und das American Jewish Committee. In: Dietmar Klos (Red.): 50 Jahre Führungsakademie der Bundeswehr. 1957–2007. Hamburg 2007, S. 71 f.</ref>

International bestehen enge Beziehungen zu hohen militärischen Ausbildungseinrichtungen u. a. der École de guerre (Frankreich), dem Joint Services Command and Staff College (Vereinigtes Königreich), dem Istituto Superiore di Stato Maggiore Interforze (Italien), dem Naval War College (USA) und dem United States Army War College (USA).<ref name="weltweitvernetzt">Weltweit vernetzt, fueakbw.de, abgerufen am 19. November 2015.</ref> Genannte Länder stellen je einen (die USA für jede Teilstreitkraft) Verbindungsoffizier.<ref>Dietmar Klos (Red.): 50 Jahre Führungsakademie der Bundeswehr. 1957–2007. Hamburg 2007, S. 83.</ref>

Sonstiges

In die Kritik geriet die Führungsakademie, als 1997 öffentlich bekannt wurde, dass der Rechtsextremist Manfred Roeder, verurteilter Holocaustleugner, dort 1995 einen Vortrag zum Thema Die Übersiedlung von Rußlanddeutschen in den Raum Königsberg halten konnte.<ref name="Virchow">Fabian Virchow: Gegen den Zivilismus. Internationale Beziehungen und Militär in den politischen Konzeptionen der extremen Rechten (= Forschung Politik). VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2006, ISBN 3-531-15007-3, S. 434 f.</ref> 1998 konstituierte sich zum ersten Mal der Verteidigungsausschuss als Untersuchungsausschuss im Deutschen Bundestag und befasste sich mit der „Abklärung tatsächlicher und behaupteter rechtsextremistischer Vorfälle in der Bundeswehr“.<ref>BT-Drs. 13/11005</ref> Durch den Fall Roeder überprüfte die Bundeswehr ihren Umgang mit der extremen Rechten und zog nachhaltige Konsequenzen u. a. für Politische Bildung, Dienstaufsicht und disziplinarische Maßnahmen.<ref name="Virchow" />

Absolventen

Auszeichnungen

Siehe auch

Literatur

  • Detlef Bald, Wilhelm Nolte, Hans-Heinrich Steyreiff: Generalstabsausbildung zwischen Gesellschaft und Militär. Das Jahresarbeiten-Archiv. Hrsg. von der Führungsakademie der Bundeswehr und der Clausewitz-Gesellschaft, Mittler, Herford u. a. 1991, ISBN 3-8132-0375-1.
  • Uwe Hartmann (Hrsg.): Analysen und Perspektiven. Studien zu Politik, Staat und Gesellschaft. Ausgewählte Jahresarbeiten von Absolventen der Führungsakademie der Bundeswehr (= Schriftenreihe des Wissenschaftlichen Forums für Internationale Sicherheit. Band 14). Mit einem Vorwort von Eckardt Opitz. Edition Temmen, Bremen 1999, ISBN 3-86108-737-5.
  • Freundeskreis Ausbildung Ausländischer Offiziere an der Führungsakademie der Bundeswehr e. V. (Hrsg.): Eine völkerverbindende Institution. Über die Internationalität an der Führungsakademie der Bundeswehr. Mit einem Vorwort von Rudolf Scharping und Farbfotos von Lothar W. Brenne-Wegener, 2. Auflage, Mittler, Hamburg u. a. 2001, ISBN 3-8132-0773-0.
  • Dietmar Klos (Red.): 50 Jahre Führungsakademie der Bundeswehr. 1957–2007. Mit einem Vorwort von Wolf-Dieter Löser. Mittler, Hamburg u. a. 2007, ISBN 978-3-8132-0881-8.
  • Klaus Hüttker: Gedanken zur Neuausrichtung der Führungsakademie der Bundeswehr. In: Eva-Maria Kern, Gregor Richter (Hrsg.): Streitkräftemanagement. Neue Planungs- und Steuerungsinstrumente in der Bundeswehr. Im Auftrag des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, Springer Gabler, Wiesbaden 2014, ISBN 978-3-658-05237-9, S. 213–220.
  • Wolfgang Schmidt, Oberst: Die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg-Blankenese – Streifzüge durch einen historischen Ort. Hamburg 2018.

Weblinks

Commons: Führungsakademie der Bundeswehr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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