Ethylen-Tetrafluorethylen-Copolymer
| Strukturformel | |||
|---|---|---|---|
| Struktur von Ethylen-Tetrafluorethylen | |||
| Allgemeines | |||
| Name | Ethylen-Tetrafluorethylen-Copolymer | ||
| Andere Namen |
| ||
| CAS-Nummer | Vorlage:CASRN | ||
| Monomere/Teilstrukturen | |||
| Art des Polymers |
Copolymer | ||
| Eigenschaften | |||
| Aggregatzustand |
fest | ||
| Dichte |
1700 kg/m3 <ref name="revista"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Revista TA 40 – ETFE ( vom 9. März 2013 im Internet Archive).</ref> | ||
| Härte |
50–58 (Rockwell R, ASTM D 785)<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref> | ||
| Bruchdehnung |
250–350 %<ref name="revista" /> | ||
| Wärmeleitfähigkeit |
0,24 W/(m · K)<ref name="revista" /> | ||
| Sicherheitshinweise | |||
| |||
| Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. | |||
Ethylen-Tetrafluorethylen-Copolymer (Kurzzeichen ETFE) ist ein fluoriertes Copolymer bestehend aus den Monomeren Tetrafluorethylen und Ethylen. Handelsnamen sind Dyneon ETFE (Dyneon), Tefzel (DuPont), Fluon ETFE (Asahi Glass) sowie F-Clear für Folien.
Bei ETFE handelt es sich um ein Derivat des auch als Teflon bekannten Kunststoffs PTFE. Folien aus ETFE weisen ein geringes Eigengewicht sowie eine hohe Licht- und Ultraviolett-Durchlässigkeit auf (bei 200 nm beträgt sie bei einer 25 µm dicken Folie 91,5 %<ref name="Tefzel">DuPont Tefzel Fluoropolymer: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Properties Handbook ( vom 28. November 2010 im Internet Archive) (PDF; 475 kB), S. 25.</ref>, während Fensterglas bei dieser Wellenlänge undurchlässig ist).
ETFE ist gegenüber Beta- und Gammastrahlung resistenter als PTFE, insbesondere auch wenn es Sauerstoff ausgesetzt ist.<ref>DuPont® Tefzel® Fluoropolymer: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Properties Handbook ( vom 28. November 2010 im Internet Archive) (PDF; 475 kB), S. 17</ref> Allerdings hat es mit 0,03 M.-% eine ähnliche Wasseraufnahme wie PTFE.<ref name="revista" />
Verwendung
Wegen ihrer Eigenschaften werden ETFE-Folien mit einer Stärke von 50 bis 250 µm in der Architektur vorwiegend bei Membrankonstruktionen verwendet. Die Folien werden als Überdachung von Schwimmbädern wie dem Nationalen Schwimmzentrum Peking und Gewächshäusern oder anderen Gebäuden, wie Tropical Islands und Gondwanaland in Deutschland, der Gemini Residence in Kopenhagen, Eden Project in England, dem Nationalstadion Peking (Vogelnest), dem Mercedes-Benz Stadium in Atlanta<ref>Super Bowl 2019 under an ETFE film roof from Bavaria. Abgerufen am 6. Mai 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> (USA) und der 150 m hohen Zeltkonstruktion des Khan Shatyr in Kasachstan eingesetzt. Eine wichtige Bedeutung besitzt sie auch für Fußballstadien wie Allianz Arena, HDI-Arena, PGE Narodowy oder das Olympiastadion Kiew.<ref name="vdin080612">Frank Molter: Technisch und ästhetisch vom Feinsten. In: VDI-Nachrichten. Nr. 23, 8. Juni 2012, S. 4 (vdi-nachrichten.com).</ref>
Aufgrund seiner guten Beständigkeit gegen viele aggressive Chemikalien (beispielsweise Säuren, aromatische Kohlenwasserstoffe) dient ETFE als Beschichtungsmaterial von chemischen Geräten und Behältern sowie als Werkstoff für Ventile, Armaturen und Schläuche. Die Temperaturbeständigkeit (max. 150 °C) ist geringer als diejenige von PTFE.
Wegen der niedrigen Dielektrizitätszahl (2,3 bei 10 GHz bis 2,6 unterhalb 100 kHz), verbunden mit einem akzeptablen dielektrischen Verlustfaktor (max. 0,023 bei 100 MHz) und der hohen Durchschlagsfestigkeit (bis 80 kV/mm<ref>DuPont Tefzel Fluoropolymer: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Properties Handbook ( vom 28. November 2010 im Internet Archive) (PDF; 475 kB), S. 18.</ref>) sowie Ultraviolettbeständigkeit (Einfluss von Vorentladungen) ist es gut als Isolierstoff für Adern- und Kabelisolation in der Elektrotechnik/Elektronik geeignet, so auch für Luft- und Raumfahrt.
ETFE wird zu Schutzumhüllungen von Lichtwellenleitern verarbeitet. Eine weitere Anwendung ist der Schutz von Dünnschichtsolarzellen durch Laminieren mit ETFE-Folie.<ref>Frank Konrad: Planung Von Photovoltaikanlagen: Grundlagen Und Projektierung. 2. Auflage. Vieweg + Teubner, 2008, ISBN 978-3-8348-0586-7, S. 49 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>
Einzelnachweise
<references />