Ernesto Geisel
Ernesto Geisel [<templatestyles src="IPA/styles.css" />
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Leben
Werdegang
Geisel war Sohn des deutschen Immigranten Wilhelm August Geisel, der 1883 als 16-Jähriger aus Herborn nach Brasilien ausgewandert war. Die Familie stammte aus Kronberg im Taunus. Ernesto Geisel durchlief eine militärische Ausbildung und gehörte zu den besten Schülern der Militärakademien von Porto Alegre und Rio de Janeiro. Im Jahr 1930 wurde er zum Oberleutnant befördert und unterstützte den Militärputsch von Getúlio Dornelles Vargas. Unter dem neuen Regime bekleidete Geisel einige militärische und zivile Posten, z. B. in der Regierung der Staaten Rio Grande do Norte und Paraíba.
Im Jahr 1945 spielte Geisel erneut eine wichtige Rolle bei dem Militärputsch, bei dem Vargas gestürzt wurde. Danach war Geisel Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrates und Militärattaché bei der Botschaft in Uruguay. Ab 1957 war er Repräsentant des Militärs im Nationalen Erdölrat. Im Jahr 1960 wurde er zum Brigadegeneral befördert und nach dem Staatsstreich von 1964 Militärchef unter der Regierung von Humberto Castelo Branco. Ab 1967 diente er als Minister für das Oberste Militärgericht und ab 1969 als Präsident von Petrobrás, der staatlichen Erdölgesellschaft.
Präsident in Brasiliens Militärdiktatur (1974–1979)
Als die Amtszeit von Präsident Emílio Garrastazu Médici zu Ende ging, war Geisel sein „Kronprinz“ und wurde am 15. Januar 1974 vom Parlament gewählt. Die Opposition hatte keine Möglichkeit, ihren Kandidaten in Stellung zu bringen, weil das Wahlkomitee von der Regierungspartei ARENA gestellt wurde.
Sein engster Berater war der General Golbery do Couto e Silva.<ref name=":0">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Während der Präsidentschaft Geisels begann die Militärführung eine langsame interne Öffnung (distensão<ref name=":0" />) des Militärs, obwohl Geisel nach wie vor eine starke Kontrolle durch den Staat beibehielt. Es kam zu einer Lockerung der Zensur. Für November 1974 wurden Wahlen für die gesetzgebenden Organe zugelassen, und die Opposition des Movimento Democratico Brasileiro konnte 50 %<ref name=":0" /> der Mandate erreichen, so viele wie noch nie zuvor, während die Regierungspartei ARENA nur 34,7 %<ref name=":0" /> der Wählerstimmen erreichte.
Jedoch gebrauchte Geisel seine große Macht dazu, Abgeordnete der Opposition auszuschalten und seine Gesetze durch das Parlament zu bekommen, wenn es ihm notwendig erschien. Bei den Gemeindewahlen 1976 kehrte er mit dem die indirekte Wahl der Gouverneure der Bundesstaaten erlaubenden Falcão-Gesetz,<ref name=":0" /> das die Änderung der Verfassung mit einfacher Parlamentsmehrheit zuließ, zu einer strengen Regierungskontrolle über die Wahlabläufe zurück, was ARENA 83 %<ref name=":0" /> der Bürgermeisterämter sicherte und ihr auch eine Mehrheit im Wahlkomitee für die im Jahr 1978 anstehende Bestimmung des Präsidenten der Republik verschaffte. Die Politik des „pragmatischen Nationalismus“ förderte auf wirtschaftlichem Gebiet die heimische Industrie.
1978 reiste Geisel zum Staatsbesuch in die Bundesrepublik Deutschland, was in der sozial-liberalen Bundesregierung zu unterschiedlichen Reaktionen führte. Während der SPD-Politiker Uwe Holtz zu Demonstrationen aufrief, fand Bundeskanzler Helmut Schmidt lobende Worte für das „vorbildliche“ Verhältnis zu Brasilien und Bundespräsident Walter Scheel würdigte die Toleranz der „Rassendemokratie“.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
1978 standen die dritten Parlamentswahlen seiner Amtszeit an. Unter dem Druck konservativer Militärs, den sogenannten duros, wurden die Regeln erneut geändert. Im Pacote de Abril<ref name=":0" /> wurde per Dekret von April 1977 bestimmt, dass der Präsident berechtigt ist, einen Drittel der Abgeordneten zu ernennen, dass (nach einer kurzzeitigen Einführung der Direktwahl der Gouverneure) wieder nur indirekte Wahlen der Gouverneure stattfinden werden und dass Wahlwerbung strenger Kontrolle unterliegt. Geisel sprach sich gegen den Willen von Teilen des Militärs für João Figueiredo<ref name=":0" /> als Nachfolger aus.
Zum Ende der Amtszeit Geisels wurden die Zensur und die Folterung politischer Gefangener abgeschafft und das den Ausnahmezustand begründende Gesetz AI 5 von 1968 außer Kraft gesetzt (am 31. Dezember 1978). Nach dem Ende der Präsidentschaft 1979 war Geisel bis 1991 in der Geschäftsführung einer privaten Chemiefirma tätig.
Weblinks
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Einzelnachweise
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