Emerita Pansowová
Emerita Pansowová, geborene Molnárová (* 1946 in Vrakúň, Tschechoslowakei) ist eine deutsch-slowakische Bildhauerin.
Leben
Bis zum 21. Lebensjahr wuchs Emerita Pansowová in der Tschechoslowakei, bei ihren Eltern in Bratislava, auf. Von 1962 bis 1966 studierte sie an der Kunstgewerbeschule in Bratislava Holzbildhauerei. Ihre Lehrer waren Ludwik Korkoš (1928–1992) und Anton Drexler<ref>Biografie. In: Galerie Poll Berlin. Abgerufen am 5. März 2026.</ref>. 1964 begegnete sie dem Grafiker Jürgen Pansow, heiratete ihn 1966, und das Paar übersiedelte nach Ost-Berlin. Von 1967 bis 1972 studierte sie bei Karl-Heinz Schamal und Arnd Wittig an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Von 1974 bis 1977 war sie Meisterschülerin von Ludwig Engelhardt an der Akademie der Künste der DDR. Seitdem ist sie als freischaffende Bildhauerin tätig, in Berlin und seit 1981 in Prenden, das 1991 auch ihr Wohnort wurde. Sie arbeitet in Stein, mit Bronze und experimentiert auch mit anderen Materialien. In der Zeit der DDR schuf sie zahlreiche Auftragswerke. Sie ist u. a. mit Wieland Schmiedel und Heidrun Hegewald befreundet. 1980 begegnete sie Gabriele Mucci und dessen Freundeskreis.
Emerita Pansowová war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR und hatte in der Zeit der DDR im In- und Ausland eine bedeutende Zahl von Einzel- und Gruppenausstellungen, u. a. von 1977 bis 1988 die VIII. bis X. Kunstausstellung der DDR in Dresden.
1992 gründete sie, u. a. mit Marguerita Blume-Cárdenas, Elli Graetz, Annet Gröschner, Gisela Kurkhaus-Müller, Nuria Quevedo und Ursula Strozynski, die Künstlerinnen-Initiative Xanthippe e. V.
Auszeichnungen, Förderungen, Wettbewerbsteilnahmen
- 1975: Gustav-Weidanz-Preis für Plastik der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
- 1977: Studienaufenthalt in der Aserbaidschanischen SSR, zusammen mit Malwine Hörisch, Lutz Friedel und Lusici
- 1985: Will-Lammert-Preis der Akademie der Künste
- 1989: Kunstpreis der Gewerkschaften; 1. Preis beim Wettbewerb für Foyergestaltung der Kleist-Gedenkstätte Frankfurt/Oder
- 1991: Förderstipendium des Senatsverwaltung für Kultur, Berlin
- 1992: Arbeitsstipendium der Stiftung Kulturfonds
- 1994: Bildhauersymposium in Remschutz-Saalfeld
- 2003: zusammen mit Winfried Ebner Realisierungswettbewerb des Brunnens für den Stralsunder Alten Markt und den Steintorplatz in Bernau bei Berlin
- 2009: Brandenburgischer Kunstpreis für Plastik der Märkischen Oderzeitung
Werkbeispiele
- 1971: Kleine Stehende, Statuette, Bronze<ref>Service Status - Proof-of-Work. Abgerufen am 30. April 2026.</ref>
- 1974/1976: Andreas, Statue, Bronze; Neue Nationalgalerie Berlin
- 1975: Porträt Jan, Porträtbüste, Gips; auf der VIII. Kunstausstellung der DDR
- 1978: Hockendes Mädchen, Sandstein, Standort Humannplatz in Berlin-Prenzlauer Berg<ref>Gesamtverzeichnis Kunst im öffentlichen Raum, Position 103 bei Kulturamt Pankow</ref>
- 1980: Schreitende: Bronze, 180 cm groß, Standort Allee der Kosmonauten in Marzahn im Heinz-Graffunder-Park<ref>Service Status - Proof-of-Work. Abgerufen am 30. April 2026.</ref><ref name="Kunst">Kunst in der Großsiedlung. Kunstwerke im öffentlichen Raum in Marzahn und Hellersdorf. Eine Dokumentation; Hrsg. BA Marzahn-Hellersdorf; Seite 75 und Seite 182; ISBN 978-3-00-026730-7</ref><ref>Abbildung (Detail) der Plastik auf flickr</ref>
- 1982: Stillleben. Gedeckter Tisch, ein Tröpfelbrunnen aus Bronze, 160 cm groß, Standort Allee der Kosmonauten 58<ref name="Kunst" />
- 1982: Schreitende, eine Skulptur aus Gips, 180 cm groß<ref name="Kunst" />
- 1985: An Gret Palucca, Statuette, Bronze; Neue Nationalgalerie<ref>Service Status - Proof-of-Work. Abgerufen am 30. April 2026.</ref> Für den Berliner Bezirk Mitte formte Pansowová danach eine lebensgroße Plastik. Auf Initiative der Kunststiftung Poll und mit finanzieller Hilfe des DGB wurde diese im Januar 2012 auf dem Garnisonkirchplatz aufgestellt.<ref>Ingeborg Ruthe: Fliegen lernen. Der Garnisonkirchplatz in Mitte hat jetzt eine Palucca-Bronze der Bildhauerin Emerita Pansowová. In: Berliner Zeitung vom 17. Januar 2012; S. 21; <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pressenotiz der Kunststiftung Poll inkl. verschiedener Zeitungsberichte ( vom 5. Januar 2012 im Internet Archive) </ref>
Die Skulptur wurde anschließend als Leihgabe an die neu gegründete Palucca-Stiftung vergeben und auf dem Universitätscampus in Dresden errichtet.<ref>Wohltäterin verhilft Palucca-Hochschule zu Stiftung (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot, auf Freie Presse, 25. Mai 2012; abgerufen am 2. Juli 2012</ref> - 1989: Erben der Spartakuskämpfer: Sandstein, zwei Einzelfiguren und ein Relief an der Möllendorffstraße in Berlin-Lichtenberg,<ref>Sylvia Brösicke-Istok, Gabriela Ivan, Romy Köcher, Hans Schlegel: Plastiken, Denkmäler, Brunnen in Berlin; Lichtenberg; Katalog 1993, Luisenstädtischer Bildungsverein e. V., ISBN 3-89542-012-3; Möllendorffstraße: S. 26</ref>
- 1994: Vater und Sohn: Bronze, 160 cm groß, Standort Trusetaler Straße/Schleusinger Straße in Marzahn<ref name="Kunst" />
- 1995: Hockende, eine Skulptur aus Bronze, 135 cm groß<ref name="Kunst" />
- 1997: Am Strand, eine Skulptur aus Bronze, 23 cm groß<ref name="Kunst" />
- 2003: Stehendes Mädchen, eine Skulptur aus Gips, 75 cm groß<ref name="Kunst" />
- 2006: Geschwister, ein Relief aus Sandstein, 120 × 70 × 40 cm groß<ref name="Kunst" />
- 2011: Mutter mit Kind, Sandsteinfigur, vor dem Eingang zur Kirche in Biesenthal; die 250 kg schwere Skulptur ist Bestandteil eines neuen Skulpturenweges.<ref>Skulpturenweg wird eröffnet. In: Märkische Oderzeitung. 30. März 2011 (moz.de).</ref>
- 2011: Im Werden (Kindheit).
Im Rahmen des Internationalen Bildhauersymposions Steine ohne Grenzen, 2011 veranstaltet von der Stadt Bernau bei Berlin, schuf sie aus Muschelkalk nach einer eigenen Vorlage aus Gneis eine grob strukturierte menschliche Figur.<ref>Bildhauersymposion Steine ohne Grenzen mit Details zu Im Werden, abgerufen am 17. Januar 2012</ref>
-
„Stillleben Gedeckter Tisch“
1982 -
„Liegende Frau mit Kind“
1984 -
„Erben der Spartakuskämpfer“
1989 -
Plastik „Vater und Sohn“
1994 -
„Die große Palucca“
2010
Ausstellungen seit der deutschen Wiedervereinigung (unvollständig)
- 1991: Galerie Dr. Christiane Müller, Berlin
- 1995: Galerie Bernau
- 1997: Galerie Ribnitz-Damgarten
- 1998: Galerie Mitte, Berlin
- 2000: Der Torso, Galerie am Wasserturm, Berlin
- 2001: Greifen-Galerie, Greifswald
- 2002: TU Berlin, Mathematische Fachbibliothek
- 2003: In eigener Sache – Malerinnen, Graphikerinnen, Bildhauerinnen: Galerie im Kunsthof Hintersdorf, Berlin
- 2004: Galerie unter dem Wasserturm, Neuenhagen; Galerie Slowakisches Institut in Berlin
- 2005: Prenden, Dorfkirche
- 2006: EBE-Galerie Parchim; Roter Turm, Jenauer Kunstverein
- 2010: Mitten im Raum – Plastiken von Emerita Pansowova, Kunstparkhaus EWE, Strausberg
- 2011: Offenes Atelier, Barnim; Kunst-Stadt-Landschaft, Galerie im Rathaus Biesenthal
- 2021: Berlin, Salongalerie „Die Möwe“ (mit Vera Schwelgin und Wolfgang Reinke)
- 2026: Bernau, mehrere Orte (anlässlich des 80. Geburtstages)<ref>Bernau würdigt Bildhauerin Emerita Pansowová anlässlich ihres 80. Geburtstags. Abgerufen am 30. April 2026.</ref>
Literatur
- Jens Semrau: Emerita Pansowová. In: Bildende Kunst, Berlin, 1979, S. 188–180
- Pansowová, Emerita. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin, 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 688
- Katrin Arrieta u. a.: Emerita Pansowova. Plastik und Zeichnungen, 2009, DKB Stiftung für gesellschaftliches Engagement, Löwenberger Land, ISBN 978-3-9807972-9-0
Einzelnachweise
<references />
Weblinks
- Werke von Emerita Pansowová (bei der Galerie Poll)
- Emerita Pansowová in der Salongalerie „Die Möwe“ auf Youtube
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pansowová, Emerita |
| ALTERNATIVNAMEN | Molnárová, Emerita (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsch-slowakische Bildhauerin |
| GEBURTSDATUM | 1946 |
| GEBURTSORT | Vrakúň, Tschechoslowakei |
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