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Elverfeldt (Adelsgeschlecht)

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Datei:Elverfeldt-Wappen.png
Wappen derer von Elverfeldt

Die Freiherren von Elverfeldt (auch Elverfeld, Elberfeld) sind ein altes rheinisch-westfälischesAdelsgeschlecht.

Geschichte

Datei:Burg Elverfeldt.jpg
Burg Elberfeld, ab 1243 kölnischer bzw. bergischer Lehnsbesitz

Die Stammreihe beginnt mit Hermann von Heppendorf, der 1139–1159 als Edelvogt von Köln genannt wird. Die Herren von Heppendorf saßen ab etwa 1243 bis 1366 als kurkölnische bzw. bergische Ministerialen, später Burgmannen zu Elberfeld im heutigen Wuppertal und benannten sich bald darauf nach ihr. Arnold von Heppendorf-Elverfeldt urkundlich nachweisbar ca. 1224 bis 1264 (* 1190; † 1264) trat als Vogt der Abtei Werden auf. Er heiratete 1240 Guda (Guytgin de Swelme), die Tochter des Rutger von Schwelm (Rutgerus de Swelme) dem Vogt des Oberhofs Schwelm. Zwei Söhne und eine Tochter entstammten der Verbindung. 1257 tritt das Geschlecht erstmals urkundlich unter diesem Namen auf.<ref>Privilegienbuch des Stiftes Werden, fol. 40, 265-266. Vgl. Germania Sacra, Neue Folge 12, Die Bistümer des der Kirchenprovinzen Köln, Das Erzbistum Köln, 3, Die Reichstabtei Werden a. d. Ruhr, Hrsg. Max-Planck-Institut für Geschichte, Walter de Gruyter, Berlin / New York 1980, S. 1 (Literatur, $ 1, 2 Übersicht). ISBN 3-11-007877-5.</ref> Fortan nennt sich Arnold von Heppendorf konsequent Arnoldus de Elvervelde. Guytgin oft auch als Gudeke de Elversvelde bezeichnet, überlebte ihren Ehemann um fast vier Jahrzehnte. Die Herren von Elverfeldt waren Cousins der Edelvögte Köln und Ministeriale des Erzbischofs von Köln. 1372 erhielt Ritter Craft van Elveruelde Höfe in Haan und Hilden mit den Gerechtsamen zum Lehen.<ref>Theodor Joseph Lacomblet (Hrsg.): Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins oder des Erzstiftes Cöln, Band 3, 1301–1400, Düsseldorf 1853, Nr. 730, S. 625 f.</ref>

Datei:2010-05-31 Rathaus Elberfeld Ritter Arnold (01).JPG
Figurenschmuck des Elberfelder Rathauses (2010)

Interessant ist, dass Gudas Vater Rutger in Urkunden teils als von Swelhem, teils im Zusammenhang mit Elverfelde (Dominius van Elverfelde) auftaucht. Der Name "Elverfeld" bezeichnete damals den Ort (das "Feld an der Elbe/Wupper"). Erst nach der Übernahme durch die Heppendorfer wurde daraus der feste Familienname der Nachkommen. Da Elberfeld ursprünglich zum Einflussbereich des Erzbischofs von Köln gehörte, aber eng mit dem Raum Schwelm verflochten war, wird davon ausgegangen, dass Guda Ansprüche oder Besitztümer am Fronhof Elverfelde als Mitgift in die Ehe einbrachte. Die Heppendorfs begannen kurz nach ihrer Ankunft ab 1243 mit der Befestigung des Standorts. Mit der Schlacht von Worringen 1288 veränderte sich das Machtgefüge der Region. Die Burg in ihrer klassischen Form wurde unter ihrer Herrschaft bis etwa 1350 vollendet.

Urkundlich greifbar wird die fertige Burganlage besonders deutlich am 9. August 1366, als Johann von Elverfelde die Burg an den Ritter Engelbrecht Sobbe verkaufte. Die Burg existiert heute nicht mehr; sie brannte 1536 fast vollständig ab. Ihre Reste liegen unter dem heutigen Wuppertaler Stadtteil Elberfeld (im Bereich der „Alten Freiheit“ und der Poststraße), wo bei Bauarbeiten in den letzten Jahren immer wieder Fundamente der alten Mauern entdeckt wurden.

Es gibt einen direkten und bedeutenden genealogischen Zusammenhang zwischen der Herrschaft Alpen (am Niederrhein) und den Vorfahren der Herren von Elverfeldt. Die Herrschaft Alpen gelangte im 14. Jahrhundert durch Heirat an die Familie von Heppendorf. Die Freiherren von Elverfeldt stammen in direkter Linie von den Kölner Edelvögten aus dem Hause Heppendorf ab. Arnold I. von Elverfeldt, wird in der Forschung oft mit dieser Familie identifiziert (als Arnold von Heppendorf), bevor er den Namen seines neuen Sitzes Elberfeld annahm. Um 1330 fiel die Herrschaft Alpen an die Vögte von Köln (Heppendorf). Die dortige Linie nahm – genau wie die Linie in Elberfeld – den Namen ihres neuen Besitzes an und nannte sich fortan "von Alpen". Während ein Zweig der Heppendorfer (die Elverfeldts) im bergisch-westfälischen Raum (Elberfeld, Werden, Schwelm und Witten) aktiv blieb, herrschte der andere Zweig (die von Alpen) bis 1422 über die Herrschaft Alpen, bevor diese an das Haus Neuenahr überging.

Die Herren von Elverfeldt waren ab 1311 auch Burgmannen auf Haus Herbede in Herbede, das als eigentlicher Stammsitz gelten kann. Von 1311 bis 1809 hatten sie dort die Grundherrschaft und das Gerichtsherrenamt inne. Zum Herbeder Besitz gehörten jahrhundertelang auch Haus Villigst, Haus Blumenau, seit Anfang des 18. Jahrhunderts ferner Haus Berghofen, ab 1869 Haus Ruhr und ab 1882 Haus Kotten. Der protestantischen Herbeder Linie gehörte dieser umfangreiche Besitz bis zu ihrem Erlöschen 1889, als er durch Erbgänge nacheinander an die freiherrlichen Familien von Rheinbaben und von Gemmingen fiel. Die Gemmingen bewirtschaften das Haus Kotten noch, während Haus Villigst verpachtet ist und die Häuser Herbede und Ruhr verkauft wurden; die Häuser Blumenau und Berghofen sind inzwischen abgerissen.

Von 1732 bis 1851 gehörte Schloss Steinhausen in Witten an der Ruhr einem Familienzweig, dazu die Zeche Eleonore. Im 19. Jahrhundert war ferner Haus Martfeld im Familienbesitz.

Seit 1853 ist Schloss Canstein im Besitz der Freiherren von Elverfeldt. Im 20. Jahrhundert gelangten durch Erbgänge ferner Schloss Heimbach im badischen Teningen, das niederrheinische Schloss Kalbeck und die westfälischen Güter Klingenburg und Schloss Niesen an Familienzweige, die diese ebenfalls bis heute bewohnen.

Eine Linie nahm den Namen Elverfeldt genannt von Beverfoerde zu Werries an, als sie im 18. Jahrhundert die Familie von Beverförde zu Werries durch Adoption beerbte. Zu diesem Erbe gehörten Schloss Oberwerries (1942 verkauft), seit 1785 Schloss Loburg und noch andere (Näheres siehe eigener Artikel).

Wappen

Das Stammwappen zeigt in Gold fünf rote Balken. Auf dem Helm mit rot-goldenen Decken ein rot gekleideter Mannesrumpf mit gold aufgeschlagener und mit drei (rot-gold-rot) Straußenfedern bestückter Mütze zwischen zwei wie der Schild bezeichneten Büffelhörnern.

Vom Familienwappen abgeleitet sind die Wappen des Ursprungsortes der Familie, Heppendorf, ihres jahrhundertelangen Stammsitzes Herbede sowie unter Einbezug des Bibers der Beverförde zu Werries das Wappen der Elverfeldt genannt von Beverfoerde zu Werries sowie der Gemeinde Ostbevern.

Namensträger

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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