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Elsensee (Grünheide)

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Elsensee
Datei:Elsensee 01a.jpg
Blick vom östlichen Nordufer (auf Höhe Einmündung des Lichtenower Mühlenfließes) auf das Ostufer
Geographische Lage Deutschland, Brandenburg
Zuflüsse Lichtenower Mühlenfließ
Abfluss zum BaberowseeBauernseeLiebenberger See → Mühlenfließ → LöcknitzSpree
Orte am Ufer Kagel
Daten
Koordinaten 52° 27′ 24″ N, 13° 53′ 8″ OKoordinaten: 52° 27′ 24″ N, 13° 53′ 8″ O
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Höhe über Meeresspiegel 38,7 m ü. NHN
Fläche 18 ha<ref name="Driescher13">Eva Driescher: Die Löcknitz und ihr Einzugsgebiet […]. S. 13.</ref>
Länge 1,4 km<ref name="Badeseen">Badeseen in Deutschland: Elsensee.</ref>
Breite 580 m<ref name="Badeseen" />
Maximale Tiefe 3,5 m<ref name="Driescher13" />
Mittlere Tiefe 2,0 m<ref name="Driescher13" />

Der Elsensee ist ein 18 Hektar umfassendes Gewässer in Kagel, einem Ortsteil der brandenburgischen Gemeinde Grünheide im Landkreis Oder-Spree.

Dem Gewässer fließt das Lichtenower Mühlenfließ zu, das vor allem Wasser aus der Barnim-Hochfläche um Garzau-Garzin in den See einspeist. Der von Südwest nach Nordost langgestreckte Rinnensee ist Teil der vierteiligen Kageler Seenkette, die außer dem Mühlenfließ keine weiteren nennenswerten Zuflüsse hat und über die Löcknitz in die Spree entwässert. Wie die gesamte Seenkette, war der Elsensee im Mittelalter im Besitz des Klosters Zinna. Sein Name bezieht sich auf das niederdeutsche Wort Else für (Schwarz)-Erle.

Lage und Geomorphologie

Geografische Lage und Umgebung

Der Elsensee liegt östlich der Siedlung Kagel-Möllensee an der Landesstraße 232, die über Lichtenow nach Rehfelde führt und nördlich von Kagel die hier vereinten Bundesstraßen 1 und 5 kreuzt. Östlich folgt der über einen Graben mit dem Elsensee verbundene Baberowsee. Im Südwesten schließt sich nach der Ortslage Möllensee der gleichnamige Möllensee an, der das erste Glied der dreiteiligen Grünheider Seenkette bildet. Diese Seenkette hat keine Verbindung zum Elsensee beziehungsweise zur Kageler Seenkette und entwässert nach Südwesten in die Neue Löcknitz (Löcknitzkanal). Rund drei Viertel des Ufers nimmt eine Bungalowsiedlung (Datschen) ein. Unweit des Nordufers befindet sich die inzwischen geschlossene (Stand 2012) Jugendbildungs- und Erholungsstätte Kagel<ref>Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Jugendbildungs- und Erholungsstätte Kagel (Memento vom 20. August 2009 im Internet Archive)</ref> des Berliner Bezirksamts Mitte. Großräumig ist der See von Wald umgeben, der an einigen siedlungsfreien Stellen an das Ufer heranreicht. Nordöstlich folgt ein Moorgebiet, das sich bis zum Baberowsee erstreckt. An der Südspitze besteht eine Badewiese mit einem Strand.

Löcknitz-Stöbber-Rinne; Elsensee mit hellblauer Marke

Topografie

Der Elsensee liegt auf einer Höhe von 38,7 Metern über Normalhöhennull.<ref name="BBV–Elsensee">Brandenburg-Viewer: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref> Seine Fläche wird in der Regel mit 18 Hektar angegeben, abweichende Angaben lauten 18,9 und 16,9 Hektar. Die mittlere Tiefe beträgt 2 Meter, die maximale Tiefe 3,5 Meter.<ref name="Driescher13" /> Das Gewässer hat von Nordost nach Südwest eine Ausdehnung von rund 1400 und von Nord nach Süd von rund 580 Metern.

Kageler Seenrinne

Das Gewässer ist der westlichste Teil der vom Unterlauf des Lichtenower Mühlenfließes durchströmten Kageler Seenkette aus (von Südwest nach Nordost) Elsensee → BaberowseeBauernseeLiebenberger See, die über ihr nördlichstes Glied, den Liebenberger See, in die Löcknitz entwässert. Das Gefälle in der Gewässerkette ist äußerst gering. Lediglich vom Elsensee (37,7 m) zum Baberowsee (38,6 m) ergibt sich eine Differenz von 10 Zentimetern, die beiden folgenden Seen liegen gleichfalls auf einer Höhe von rund 38,6 Metern ü. NN. Die Löcknitz fließt östlich parallel zu den Seen und mündet im Berliner Urstromtal in die Spree. Die Löcknitz entsteht nördlich der Seenkette durch den Zusammenfluss des Stobberbachs mit dem Abfluss des Maxsees.<ref>Eva Driescher: Die Löcknitz und ihr Einzugsgebiet […]. S. 7, 12.</ref> Die Seenkette und das Löcknitztal gehören zu der Buckower Rinne (auch: Löcknitz-Stöbber-Rinne), einer glazialen Schmelzwasserrinne, die sich in den letzten beiden Phasen der Weichsel-Eiszeit zwischen dem von Toteis gefüllten Oderbruch und dem Berliner Urstromtal (heutiges Spreetal) herausgebildet hat und die Barnimplatte von der Lebuser Platte trennt. Diese rund 30 Kilometer lange und zwei bis sechs Kilometer breite Rinne entwässert vom Niedermoor- und Quellgebiet Rotes Luch über den Stöbber nach Nordosten zur Oder und über Stobberbach/Löcknitz nach Südwesten zur Spree.<ref>Claus Dalchow, Joachim Kiesel: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Oder greift ins Elbegebiet – Spannungsverhältnisse und Sollbruchstellen zwischen zwei Flussgebieten (Memento vom 11. Juni 2016 im Internet Archive; PDF; 2,73 MB). In: Brandenburgische Geowissenschaftliche Beiträge, Hrsg.: Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg, Kleinmachnow Heft 1/2 2005, S. 81, ISSN 0947-1995.</ref><ref>LAG Märkische Schweiz e. V.: Naturraum Märkische Schweiz.</ref>

Lichtenower Mühlenfließ

Das Lichtenower Mühlenfließ (auch Zinndorfer Mühlenfließ, Zinndorfer Fließ, oder Garzower Mühlenfließ<ref>Eva Driescher: Die Löcknitz und ihr Einzugsgebiet … (PDF) In: brandenburg.de. S. 7, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen im April 2018.@1@2Vorlage:Toter Link/www.mugv.brandenburg.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref><ref group="Anm">Veröffentlichungen und Listen des Ministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg (MUGV) verwenden die Bezeichnung Lichtenower Mühlenfließ, während (vor allem touristische) Karten den Bach oft als Zinndorfer Mühlenfließ verzeichnen.</ref>) mündet in den Elsensee am nordöstlichen Ufer und verlässt den See 300 m südöstlich dieser Mündung. Amtliche Karten wie die Digitale Topographische Karte 1:10.000 enthielt nur die Angabe Mühlenfließ ohne jeden Zusatz. Inzwischen wurde dieser Mangel behoben und die Seenkette wird dem Fließ mit zugerechnet.<ref name="BBV–Elsensee" /> Der rund 17,3 Kilometer lange teils naturnahe, teils stark begradigte Bach entspringt im Naturschutzgebiet Ruhlsdorfer Bruch beziehungsweise im Ruhlsdorfer See auf der Gemarkung des zur Stadt Strausberg gehörigen Ruhlsdorf. Er entwässert die Barnim-Hochfläche um Garzau-Garzin – im Oberlauf durch eine Schmelzwasser-Nebenrinne – von Nord nach Südwest in den Elsensee und bildet den einzigen nennenswerten Zufluss der Kageler Seenkette. Bis zu seiner Mündung in die Löcknitz ist es deutlich länger als diese. Am Zusammenfluss trägt die Löcknitz einen größeren Abfluss bei als das Lichtenower Mühlenfließ. An der nächsthöheren Vereinigungsstelle, derjenigen mit dem Stöbberbach, ist dieser wasserreicher, aber die Löcknitz länger. Damit sind die aktuellen Definitionen wohlbegründet.

Das brandenburgische Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) nennt in der Auflistung Pegel Oberflächengewässer im Betrieb des LUGV von 2012 den Pegel des Liebenberger Seeabflusses am Bundesleistungszentrum Kienbaum des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) Auslauf Liebenberger See/Lichtenower Mfl.<ref>LUGV: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pegel Oberflächengewässer im Betrieb des LUGV (Memento vom 30. Mai 2015 im Internet Archive; PDF; 47 KB)</ref> Übereinstimmend wird der Liebenberger Seeabfluss in der Fachliteratur als dritte Löcknitz-„Quelle“ bezeichnet. Nach Driescher ergaben hydrologische Messungen im Jahresmittel 1979 bis 1994 folgende Beiträge der drei Löcknitz-„Quellen“ am Abfluss der Löcknitz bei Kienbaum´ (MQ):

  • Mühlenfließ, Abfluss des Maxsees, Pegel Neue Mühle: 0,15 m³/s
  • Stobberbach, Pegel Heidekrug: 0,17 m³/s
  • Mühlenfließ, Pegel Abfluss Liebenberger See: 0,17 m³/s.<ref>Eva Driescher: Die Löcknitz und ihr Einzugsgebiet … , S. 12.</ref>

Inwieweit die Abflussmenge des Liebenberger Sees dem Zufluss des Elsensees entspricht, ist nicht bekannt. Die Seenkette hat zwar keine weiteren nennenswerten Zuflüsse, aber möglicherweise Grundwassereinspeisungen.

Flora und Fauna

In Teilen umzieht den Elsensee ein dichter Schilfgürtel. In dem Gebiet kommen die nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) in Deutschland besonders geschützten Leberblümchen vor. Unter den Sumpf- und Wasserpflanzen stechen mehrjährige und krautige Pfeilkräuter hervor. Auf moorigem Grund findet sich vereinzelt die Blume des Jahres 1992, der Rundblättrige Sonnentau<ref>Wohnen am Bauernsee in Kagel bei Berlin: der Ort Kagel.</ref>, den die Rote Liste Brandenburgs als gefährdet einstuft.<ref>Rüdiger Prasse, Michael Ristow: Liste der wildwachsenden Gefäßpflanzen des Landes Berlin mit Roter Liste. (PDF; 10,2 MB) Der Landesbeauftragte für Naturschutz und Landschaftspflege / Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (Hrsg.). Kulturbuch-Verlag, Berlin 2001, S. 19 ISBN 3-88961-137-0. Hinweis: Die Liste Berlins enthält auch die Einstufungen in Brandenburg.</ref> Der See ist Jagdrevier des Eisvogels, zweimal Vogel des Jahres in Deutschland und 2006 Vogel des Jahres in der Schweiz. Der Vogel ist gemäß § 10 Abs. 2 Nr. 5 und Nr. 11 BNatSchG eine in Deutschland streng geschützte Art.

Im See kommen die laut Roter Liste in Brandenburg zurückgehenden Aale, Zander und Welse vor.<ref>Fisch-Hitparade – Deutsches Anglerforum: Elsensee</ref><ref>Gesamtartenliste und Rote Liste der Fische und Neunaugen (Pisces et Cyclostomata) von Berlin: S. 87–S. 91 in Fische in Berlin - Bilanz der Artenvielfalt", herausgegeben vom Fischereiamt Berlin</ref> Soweit die Fischfauna in den miteinander verbundenen Seen identisch ist, ergeben sich gemäß Nachweisen von 2006 an der Fischtreppe zum Liebenberger See ferner folgende Vorkommen: Plötze, Blei, Hasel, Schleie, Kaulbarsch, Ukelei, Hecht, Güster, Döbel und Giebel.<ref>Frank Friedrich: Fischfauna und ökologische Durchgängigkeit in kleinen Fließgewässern. (PDF) In: brandenburg.de. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen im April 2018.@1@2Vorlage:Toter Link/www.mugv.brandenburg.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>

Geschichte

Ersterwähnungen und Etymologie

Datei:Elsensee 03.jpg
Blick vom Westufer nach Nordost

Der See wurde, soweit bekannt, erstmals 1574 im Erbregister von Rüdersdorf als Der Öls Sehe schriftlich erwähnt. Im gleichen Register ist er 1652 als der Ölß See verzeichnet. In der General-Designation und Beschreibung aller in der Chur Mark und incorporierten Landen belegenen und oder dieselbe berührenden Gewäßer, als Flüße, Fließe, Lücher, Bachen, Canale, Graben, Seen, Pfühle, Teiche […] usw. wird er 1745 der Eltzer und im Urmesstischblatt 1843 in Getrenntschreibung mit seinem heutigen Namen Elsen See genannt. Mit der identischen Grundform war bereits 1471 im Landbuch des Zisterzienser Klosters Zinna ein Bach mit auf dem Olsenschen flies angegeben. Das Brandenburgische Namenbuch führt diesen Eintrag unter Elsenfließ und gibt als Lage Bach bei Kagel an.<ref name="Name">Brandenburgisches Namenbuch. Teil 10. Die Gewässernamen Brandenburgs. …, 1996, S. 66. Siehe Eintrag Else (2).</ref> Da dieses Elsenfließ mit dem gleichen Bezug auf 1471 an anderer Stelle zwei Kilometer westlich von Kagel verortet wird<ref name="Kunze">Jürgen Kunze: „Schorfheide“ und verwandte Namen: Erkundungen zu einem rätselhaften Wort. LIT VERLAG Dr. W. Hopf, Berlin 2007, S. 30, ISBN 978-3-8258-0007-9.</ref>, könnte es sich um einen ehemaligen Namen für das Lichtenower Mühlenfließ handeln, soweit nicht ein inzwischen versiegter Bachlauf gemeint ist.

Etymologisch ergibt sich die Besonderheit, dass der auf die slawische Siedlungszeit zurückgehende ursprüngliche Name im Deutschen zu Else gestellt wurde, was zufälligerweise der Etymologie entspricht. Die altsorbische Grundform Ol'š- wird als Beziehungsadjektiv von Ol'ša = Erle gedeutet. Dieser Name wurde eingedeutscht. Während also die in Brandenburg besonders häufigen Namen wie Elsbruch, Elslake, Elsenfließ usw. in der Regel auf das niederdeutsche Els, gleichfalls für Erle, zurückgehen, stammt der Name des Elsensees aus dem Slawischen.<ref name="Name" /> Vermutungen, das deutsche Els sei aus dem slawischen Ol'ša (auch polnisch olsza für Erle) entlehnt worden, haben sich laut Jürgen Kunze nicht bestätigt, da die deutsche Grundform bereits in älteren germanischen Sprachstufen nachgewiesen werden konnte.<ref name="Kunze" />

Klosterbesitz

Wie sämtliche Grünheider Seen und Gebiete war auch der Elsensee von der Mitte des 13. Jahrhunderts bis zur Säkularisation sehr wahrscheinlich im Besitz des bei Jüterbog gelegenen Klosters Zinna. Kagel machten die Zisterziensermönche zu einer Art Stützpunkt und bauten am Ufer des Baberowsees ein sogenanntes Feldkloster.<ref name="Kagel">gemeinde-gruenheide-mark.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kagel (Memento vom 1. März 2014 im Internet Archive)</ref> Mit ihren großräumigen wasserwirtschaftlichen und wasserbaulichen Maßnahmen, die den Bau zahlreicher Wassermühlen an den Fließen und Seeabläufen einschlossen, trugen die Mönche erheblich zur Entwicklung und Aufsiedlung der Mark während der Deutschen Ostsiedlung bei.<ref name="Mitteilungen">Deutsche Wasserhistorische Gesellschaft e. V., Mitteilungen Nr. 15, September 2010, S. 38f (PDF; 9,9 MB)</ref> Über den sogenannten Kageler „Seenpass“ zwischen dem Baberow- und Bauernsee und über den „Löcknitzpass“ in Liebenberg verlief die Handelsstraße von Berlin nach Lebus und Frankfurt/Oder.

Siehe auch

Literatur

Anmerkungen

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Weblinks

Commons: Elsensee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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