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Eisenbahnunfall von Zagreb

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Datei:View to the east from the overpass Strojarska street.jpg
Blick nach Osten von der Überführung Strojarska Straße: Von hier kam der Zug.
Datei:View to the west from the overpass Strojarska street.jpg
Blick nach Westen von der Überführung Strojarska Straße. Die Unfallstelle liegt etwa 300 Meter entfernt, etwa 150 m hinter den abgestellten Wagen, die in der Bildmitte zu sehen sind.

Bei dem Eisenbahnunfall von Zagreb entgleiste am 30. August 1974 der internationale Schnellzug (Nr. 10 410<ref name="jutarnji_2009">Jutarnji list: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Prije 35 godina 150 mrtvih na kolodvoru (Memento vom 10. Februar 2014 im Internet Archive) (kroatisch)</ref>) von Belgrad nach Dortmund bei der Einfahrt in den Hauptbahnhof<ref>Najveće željezničke nesreće: U Zagrebu je poginulo 153 ljudi - Jutarnji.hr (Publiziert: 15. Februar 2010.)</ref><ref>"Zagrebačka noć užasa": Obilježava se godišnjica stravične željezničke nesreće na Glavnom kolodvoru - Vijesti.net - Index.hr (Publiziert: 30. August 2012. 12:54)</ref> von Zagreb (damals Jugoslawien, heute Kroatien). 153 Tote und 60 Verletzte waren die Folge.

Ausgangslage

Der Schnellzug war ein Sonderzug für Gastarbeiter, die zurück aus den Sommerferien nach Deutschland fuhren. Er verkehrte von Belgrad nach Dortmund und war mit etwa 400 Reisenden besetzt. Auf der Lokomotive befanden sich der Lokomotivführer und ein Beimann mit der Qualifikation eines Lokomotivführers.

Unfallgeschehen

Datei:J32 896 Eisenbahnmuseum Zagreb, 2061 xxx.jpg
Die mit 661-216 gekennzeichnete Lok befindet sich heute im kroatischen Eisenbahnmuseum.

Die beiden Lokomotivführer waren seit 52 Stunden im Dienst und hatten in jenem Monat schon 300 Dienststunden angesammelt.<ref name="railfan">David Fry: Zagreb, Yugoslavia 1974. 4. August 1998, abgerufen am 10. Januar 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Schon die beiden vor Zagreb liegenden Bahnhöfe Ludina und Novoselec soll der Zug mit sehr hoher Geschwindigkeit durchfahren haben. Statt der vorgeschriebenen 50 km/h fuhr der Zug mit mehr als 100 km/h in die Einfahrt des Hauptbahnhofs von Zagreb: Die Lokomotivführer waren eingeschlafen.<ref name="railfan"/> Sie bremsten schließlich noch, aber zu spät. Der Zug entgleiste 719 Meter vom Beginn des Gleises IIa,<ref name="jutarnji_2006">Jutarnji list: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />30. kolovoza 1974. noć užasa na zagrebačkom Glavnom kolodvoru (Memento vom 10. Februar 2014 im Internet Archive) (kroatisch)</ref> die Wagen kippten tangential aus der Kurve, schoben sich ineinander und wurden zertrümmert. Die Lokomotive blieb auf den Schienen und fuhr um 22:33 Uhr allein auf dem Gleis IIa des Bahnhofs ein.<ref name="jutarnji_2006"/>

Folgen

Datei:Spomenik zrtvama zeljeznicke nesrece-Mirogoj.jpg
Denkmal für Opfer des Eisenbahnunfall auf dem Mirogoj-Friedhof von Vojin Bakić

153 Menschen starben, 60 weitere wurden darüber hinaus verletzt. Dies war der schwerste Eisenbahnunfall in der Geschichte Jugoslawiens. 41 der Toten konnten nicht mehr identifiziert werden und wurden in einem Gemeinschaftsgrab auf dem Mirogoj-Friedhof in Zagreb beigesetzt.<ref name="jutarnji_2009" /><ref>dnevno.hr: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Najtragičnija željeznička nesreća u čitavoj hrvatskoj povijesti – 1974 (Memento vom 10. Februar 2014 im Internet Archive) (kroatisch)</ref>

Die beiden Lokomotivführer blieben bei dem Unfall unverletzt. Der erste Lokomotivführer wurde zu 15 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, der zweite Mann auf der Lokomotive erhielt acht Jahre. Als mildernde Umstände wurde in beiden Fällen die mehr als zweitägige Dienstschicht der beiden anerkannt. Seitens des Managements der Jugoslawischen Eisenbahnen, das den Einsatz des übermüdeten Personals zugelassen hatte, wurde niemand zur Rechenschaft gezogen. Die Lokomotive des Unfallzuges befindet sich heute im Bestand des Kroatischen Eisenbahnmuseums.<ref name="jutarnji_2006"/>

Rezeption

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung meldete am 3. September „Eine Deutsche unter den Todesopfern“ und zählte damit die zahlreichen Arbeitsmigranten nicht, die aus Belgrad und vor allem Niš kamen.<ref>Eine Deutsche unter den Todesopfern. Mehrere andere deutsche Fahrgäste in Zagreb vermißt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 3. September 1974, S. 7.</ref>

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 45° 48′ 18,2″ N, 15° 59′ 21,7″ O

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