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Eisen(II)-disulfid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Kristallstruktur
Kristallstruktur von Eisen(II)-disulfid
Vorlage:Farbe Fe2+ 0 Vorlage:FarbeVorlage:Farbe S22−
Allgemeines
Name Eisen(II)-disulfid
Andere Namen
Verhältnisformel FeS2
Kurzbeschreibung

messinggelbe bis goldgelbe Kristalle (Pyrit)<ref>Eintrag zu Pyrit. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>
messinggelbe bis grünliche Kristalle (Markasit)<ref>Eintrag zu Markasit. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 235-106-8
ECHA-InfoCard 100.031.903
PubChem 123110
ChemSpider 102635
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 119,98 g·mol−1
Aggregatzustand

fest<ref name="GESTIS" />

Dichte

5,0 bis 5,2 g·cm−3 (Pyrit)<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
4,87 g·cm−3 (Markasit)<ref name="Lax">D'Ans-Lax, Taschenbuch für Chemiker und Physiker, Band 3 (1998); ISBN 3-540-60035-3</ref>

Löslichkeit

praktisch unlöslich in Wasser; unlöslich in verdünnten Säuren; löslich in konzentrierter Salzsäure, HNO3<ref name="Chemiker-Kalender">Chemiker-Kalender; Synowietz, Schäfer; Berlin, Heidelberg, 1984, Seite 104–105</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS" />
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Eisen(II)-disulfid ist das Disulfid des zweiwertigen Eisens mit der Formel FeS2. Natürlich kommt es mineralisch als Pyrit und als Markasit vor.

Gewinnung und Darstellung

Eisen(II)-disulfid kann durch Erhitzen von Eisen(II)-sulfid mit Schwefel hergestellt werden:

<math>\mathrm{FeS + S \longrightarrow FeS_2}</math>

Ebenso entsteht Eisen(II)-disulfid beim Überleiten von Schwefelwasserstoff H2S über Eisen(III)-oxid bei Rotglut:<ref>A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1, S. 1657.</ref>.

<math>\mathrm{Fe_2O_3 + 4\ H_2S \longrightarrow 2\ FeS_2 + 3\ H_2O + H_2}</math>

Eigenschaften

Datei:Dodecahedral pyrite.jpg
Pyritkristalle aus Huansala, Huánuco Dep., Peru

Reines Eisen(II)-disulfid bildet gold- bzw. messinggelbe Kristalle. In der kubischen Kristallform kommt Eisen(II)-disulfid in der Natur als Pyrit vor. Erhitzt man Pyrit an der Luft („Rösten“), so spaltet er Schwefel ab und verbrennt dabei zu Schwefeldioxid SO2 und Eisen(III)-oxid Fe2O3:

<math>\mathrm{4\ FeS_2 + 11\ O_2 \longrightarrow 2\ Fe_2O_3 + 8\ SO_2}</math>

Es reagiert, ebenso wie Eisen(II)-sulfid, mit Säuren unter Bildung von Schwefelwasserstoff (das in diesem Falle zunächst gebildete Disulfan (H2S2) ist bei Normalbedingungen instabil und zerfällt zu H2S und Schwefel).

Verwendung

Früher wurde Eisen(II)-disulfid in großen Mengen für die Herstellung von Schwefelsäure H2SO4 verwendet.<ref>Pearson: Anorganische Chemie, 2010, S. 287.</ref> Heutzutage wird es für die Kathode der Lithium-Eisensulfid-Batterie benutzt.<ref>J. C. F. van der Meer: Technischer Lehrgang Starterbatterien. Vieweg & Sohn, Braunschweig/Wiesbaden 1992, ISBN 978-3-322-86800-8, S. 49 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> In steinzeitlichen Schlagfeuerzeugen wurde Schwefelkies benutzt, um Funken zu schlagen.<ref>Georg Brandes, Rolf Jarschel: Feuer und Flamme. Interessantes vom Feuerzeug. VEB Fachbuchverlag, Leipzig 1988, ISBN 3-343-00453-7, S. 12.</ref>

Einzelnachweise

<references />