Eibenstein (Gemeinde Rainbach im Mühlkreis)
| Eibenstein (Rotte) Ortschaft Katastralgemeinde Summerau | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Basisdaten | ||||||
| Pol. Bezirk, Bundesland | Freistadt (FR), Oberösterreich | |||||
| Gerichtsbezirk | Freistadt | |||||
| Pol. Gemeinde | Rainbach im Mühlkreis | |||||
| Koordinaten | 48° 33′ 38″ N, 14° 24′ 45″ O
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dim=1000 | globe= | name=Eibenstein | region=AT-4 | type=city
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| Einwohner der Ortschaft | (k. A. Hilfe) | |||||
| Fläche d. KG | Vorlage:FLN (Vorlage:Metadaten Fläche AT KG) | |||||
| Statistische Kennzeichnung | ||||||
| Ortschaftskennziffer | 08408 | |||||
| Katastralgemeindenummer | 41027 | |||||
| Zählsprengel/ -bezirk | Rainbach-Nord (40615 001) | |||||
| Bild Eibenstein von Osten aus gesehen | ||||||
| Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; DORIS | ||||||
Vorlage:Check Geschlecht gegen Wikidata
Eibenstein ist eine Ortschaft in der Marktgemeinde Rainbach im Mühlkreis im Bezirk Freistadt in Oberösterreich. Die Ortschaft hat Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl AT Ortschaft Einwohner (Stand: <ref name="Metadaten Einwohnerzahl AT Ortschaft">Vorlage:Metadaten Einwohnerzahl AT Ortschaft</ref>).
Geographie
Eibenstein ist Teil der Katastralgemeinde Summerau<ref name="DORIS">DORIS (Digitales Oberösterreichisches Raum-Informations-System). In: doris.at. Land Oberösterreich, Abteilung Geoinformation und Liegenschaft, abgerufen am 4. Februar 2026.</ref> sowie des Zählsprengels Rainbach-Nord<ref name="Ortsverzeichnis">Statistik Austria (Hrsg.): Ortsverzeichnis Oberösterreich 2001. Verlag Österreich, Wien 2005, ISBN 3-902452-43-9, S. 109–110 (statistik.at [PDF; abgerufen am 4. Februar 2026]).</ref> und umfasst Vorlage:HWZ Adressen (Stand: Vorlage:HWD).Vorlage:HWR
Die Ortschaft liegt knapp 5 Kilometer westlich des Hauptortes Rainbach auf einer Erhebung zwischen dem Schwarzenbach im Westen und dem Froscherbach im Osten, die beide nördlich des Ortes in den Kettenbach, einem Nebenfluss der Moldau, münden. Die von Rainbach kommende Summerauerstraße führt südlich von Eibenstein vorbei und über das Eibensteiner Holz weiter nach Reichenthal.
Geschichte
Dorfgeschichte
Das früheste Schriftzeugnis für den Ortsnamen lautet „Ybenstein“ und stammt vom 4. Juni 1262.<ref name="Ortsnamenbuch">Vorlage:OöOrtsnamenbuch</ref> Der Ortsname geht dabei auf das mittelhochdeutsche Wort îwe für die Pflanzengattung der Eiben bzw. das zugehörige Eigenschaftswort îwîn mit dem Grundwort „-stein“ zurück.<ref name="Ortsnamenbuch" />
Im Juni 1262 traf Wok von Rosenberg, ab 1256 erster Hauptmann des Landes ob der Enns und 1260–1262 Landeshauptmann der Steiermark, seine letztwilligen Verfügungen. Darin sichert er den Lebensunterhalt seiner Ehefrau Hedwig von Schaunberg, welcher er unter anderem den Hof und die Felder gegen Summerau sowie die inneren Felder gegen „Ybenstain“ bis zu den Grenzen von Böhmen vermacht.<ref>Wok von Rosenberg trifft letztwillige Verfügungen. 1262 Juni 4, Graz. In: 750 Jahre Eibenstein. S. 7–9.
Abschrift des lateinischen Originaltestamentes in Mathias Pangerl: Urkundenbuch des Cistercienserstiftes B. Mariae V. zu Hohenfurt in Böhmen. Kaiserlich-Königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1865, Kapitel XIII „1262. 4. Juni, Gretz. – Wok von Rosenberg schenkt letzwillig dem Stifte Hohenfurt die Dörfer Plaben und Neudorf, ferner sein Silbergeschirr und sein Handpferd“, S. 18 (digitale-sammlungen.de).</ref>
Jahrhundertelang gingen die Bewohner von Eibenstein gerne zur Quelle beim Riendlhäusl am Fuße des Eibensteiner Holzes. Das entspringende Wasser, auch „Riendl-Wasser“ oder „Heiliges Wasser“ genannt,<ref>750 Jahre Eibenstein. S. 32.</ref> wurde im 18. Jahrhundert vom Linzer Apotheker Karl Josef Pöller<ref>Franz Speta: Ein Beitrag zur Biographie von Jakob Adalbert Joseph Winterl (1739–1809). In: Phyton. Annales Rei Botanicae. Jahrgang 39, 1999, S. 204–206 (Vorlage:ZOBODAT).</ref> als Heilwasser angepriesen.<ref>Carolus Josephus Pöller: Unterricht Von Dem, unter der Gräflich-Grundemanischen Herrschaft Waldenfels in Oesterreich ob der Ennß befindlich, zur Trunck- und Baad-Cur dienend heilsam sogenannten Riendl-Wasser. Johann Adam Auinger, Linz 1756.</ref>
Eibensteiner Taiding 1538
Im Jahr 1538 fand nach längerer Zeit wieder eine Versammlung alten Rechts (Taiding) unter Vorsitz des ortsansässigen Dorfrichters statt.<ref>5.1.2. Das Eibensteiner Taiding. In: Klaus Birngruber: Waldenfels im Mühlviertel. Untersuchungen zur Geschichte der Herrschaft und ihrer Besitzer. In: Mitteilungen des Oberösterreichischen Landesarchivs. Band 21, 2008, S. 328–330 (geänderte Fassung einer Passauer Magisterarbeit von 2003).</ref> Eine Abschrift der beschlossenen Regeln und Vorschriften mit dem Titel „Ehafttaiding zu Eibenstein“ wurde im Schloss- und Herrschaftarchiv Waldenfels überliefert. Darin sind wichtige Verhaltensregeln fürs Zusammenleben erfasst:<ref>Das Ehaftteidung zu Eibenstein. In: 750 Jahre Eibenstein. S. 16–22.</ref>
- Zur Sicherheit der Personen stehen tätliche „Aufruhr“ (§4) und das Werfen von Steinen (§5) unter Strafe. Das Wasser im Brunnen und im Gemeinschaftsbad darf nicht durch Asche oder Schmutz verunreinigt werden (§20).
- Zum Schutz des Viehs müssen die Brunnen ein „Überzimmer“ haben (§21) oder abgedeckt sein (§22). Der Instandhaltung der Zäune und Gatter sind mehrere Absätze gewidmet (§23–26)
- Bezüglich der Güter wird auf „gerechte“ Waagen und Maße Wert gelegt (§1). Holzdiebstahl wird verurteilt (§14). Allfälliges Sturmholz soll „treulich“ mit dem Förster und untereinander geteilt werden.
- Zu den Sozialbestimmungen gehört die Vereinbarung, dass eine Familie, deren Haus oder Hof abbrennt, das nötige Holz zum Wiederaufbau erhalten soll (§12).
- Sowohl Wirte als auch Bauern sind angehalten, Gäste nicht länger als zwei Nächte bei sich zu beherbergen, andernfalls solche Personen beim Dorfrichter anzuzeigen.
Sehenswürdigkeiten
- Der Heidenstein bei Eibenstein ist eine Felsengruppe mit Schalensteinen und behauenen Treppenstufen.
Wissenswertes
Dorfkapelle
Die Dorfkapelle wurde um das Jahr 1880 errichtet.<ref>Bundesdenkmalamt Österreich (Hrsg.): Dehio-Handbuch. Oberösterreich Mühlviertel. Verlag Berger, Horn/Wien 2003, ISBN 978-3-85028-362-5, S. 648 (dort wird die Errichtung der Dorfkapelle bloß in einen größeren Zeitraum, nämlich in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts datiert).</ref> Bei der Renovierung in den Jahren 1980 bis 1981 wurden die Mauern entfeuchtet, der Dachstuhl ausgebessert und mit Eternit gedeckt, die Fenster und der Innenraum erneuert. Bei der Neugestaltung des Dorfplatzes im Jahr 2004 wurde auch die Dorfkapelle miteinbezogen. Der Turm wurde zur Gänze erneuert, die Kapelle mit Kupfer eingedeckt. Eine 46 kg schwere Glocke aus 80 % Kupfer wurde in Linz in der VÖEST gegossen. Am 5. September 2004 fanden die feierliche Einweihung der Glocke und die Turmkreuzsetzung im Rahmen eines großen Dorffestes statt.<ref>Unsere Dorfkapelle. In: 750 Jahre Eibenstein. S. 30.</ref>
Gemeinschaftsgrund
Die Entstehung des Gemeinschaftsgrundes geht vermutlich in die frühe Besiedlungsphase zurück. Die sogenannte „Gmoarodl“ diente einerseits dem Zusammenhalt der Dorfbewohner, konnte aber auch zu Streitigkeiten führen. Schriftliche Aufzeichnungen von den Versammlungen sind aber erstmals vom Juli 1917 erhalten, wobei die Höhe der zu zahlenden Pachtbeträge festgehalten wurden. Die Anzahl der Besitzer des Gemeinschaftsgrundes schwankte zwischen 12 im Jahr 1917 und dem Höchststand von 17 im Jahr 1956.<ref>Die „Gmoarodl“. In: 750 Jahre Eibenstein. S. 39.</ref> Die eingenommenen Beträge inkl. Jagdpacht wurden für die Ortskapelle (Kerzen, Reparaturen usw.) und für die Bezahlung von Steuern verwendet.<ref>Die „Gmoarodl“. In: 750 Jahre Eibenstein. S. 40.</ref>
Vereine
Freiwillige Feuerwehr
Am 6. Dezember 1911 fand die Gründungsversammlung der Freiwilligen Feuerwehr im Haus Eibenstein Nr. 13 bei Michael Preinfalk am Richtergut statt.<ref>Auszug aus der Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Eibenstein. In: 750 Jahre Eibenstein. S. 49.</ref> Am 17. Juli 1938 wurde die Freiwillige Feuerwehr Eibenstein aufgelöst und als Löschzug III in die Gemeinde-Feuerwehr eingegliedert. Die nächsten Chronikeinträge in der Feuerwehrchronik von Eibenstein finden sich erst wieder am 23. Juli 1950.<ref>Auszug aus der Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Eibenstein. In: 750 Jahre Eibenstein. S. 51.</ref>
Verein zur Dorfgestaltung und Erhaltung
Die Vereinsgründung fand am 17. März 2001 im Gasthaus Pils in Eibenstein 16 statt.<ref>Verein zur Dorfgestaltung und Erhaltung in Eibenstein. In: 750 Jahre Eibenstein. S. 42.</ref> Nach einer Planungsphase wurde im Jahr 2003 die Dorfplatzgestaltung in Angriff genommen (Erdbewegungen, Errichtung von Steinmauern, Schaffung von Parkflächen, Straßenbeleuchtung). Im Jahr 2004 wurde der Dorfbrunnen errichtet und die Kapelle saniert. Am 5. September 2004 wurde ein großes Dorffest veranstaltet.<ref>Verein zur Dorfgestaltung und Erhaltung in Eibenstein. In: 750 Jahre Eibenstein. S. 43.</ref>
Ehemaliger Verein „Der Heidenstein“
Der Kulturverein „Der Heidenstein“, Verein zur Pflege des kulturellen Erbes unserer Vorfahren, wurde am 2. Mai 1999 gegründet.<ref>„Der Heidenstein“, Verein zur Pflege des kulturellen Erbes unserer Vorfahren. In: 750 Jahre Eibenstein. S. 72.</ref> Unter den Veranstaltungen fanden sich Führungen zum Heidenstein, Sommernachtskonzerte, Adventsingen und das Kinderprogramm „Asterix im Mühlviertel“. Im Jahr 2022 wurde der Verein aufgelöst und die Agenden vom Dorfverein Eibenstein übernommen.<ref>laudia Greindl: Verein „Der Heidenstein“ aufgelöst. In: tips.at. 10. November 2022, abgerufen am 9. März 2026.</ref>
Literatur
- Gerhard F. Weichselbaum: 750 Jahre Eibenstein. Unser Dorf und seine Bewohner im Gang durch die Zeiten: 4. Juni 1262 bis 4. Juni 2012. Verein „Der Heidenstein“. Verein zur Pflege des kulturellen Erbes unserer Vorfahren, Rainbach im Mühlkreis 2012. Darin:
- Von Ybenstein zu Eibenstein. S. 5–7.
- Wok von Rosenberg trifft letztwillige Verfügungen. 1262 Juni 4, Graz. S. 7–9.
- Das Ehaftteidung zu Eibenstein. S. 16–22.
- Unsere Dorfkapelle. S. 29–31.
- Die „Kuranstalt“ im Eibensteiner Holz. S. 32–33.
- Die „Gmoarodl“. S. 39–41.
- Verein zur Dorfgestaltung und Erhaltung in Eibenstein. S. 42–48.
- Auszug aus der Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Eibenstein. S. 49–71.
- „Der Heidenstein“, Verein zur Pflege des kulturellen Erbes unserer Vorfahren. S. 72–82.
- Eibensteiner Geschichten. S. 84–104.
- Eibenstein und seine Bewohner im Bild. S. 127–195.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
Vorlage:Navigationsleiste Gemeindegliederung von Rainbach im Mühlkreis