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Eduard Meyer (Orgelbauer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Prospekt St. Johannis Siebeneichen IMG 2173.jpg
Meyer-Orgel in Siebeneichen (1847)

Eduard Meyer (* 19. Juli 1806<ref name="Kümmerle 1890">Kümmerle: Encyklopädie der evangelischen Kirchenmusik, Band 2. 1890, S. 268</ref>; † 4. Dezember 1889) war ein deutscher Orgelbauer im Königreich Hannover.

Leben

(Friedrich) Eduard Meyer wurde als Sohn des Hoforgelbauers Ernst Wilhelm Meyer und seiner Frau Christiane Meyer geb. Jochmus in dem Jahr geboren, als sein Vater sich in Hannover niederließ. Zusammen mit seinem jüngeren Bruder Carl Wilhelm (* 6. September 1808; † 5. Januar 1882)<ref name="Kümmerle 1890"/> leitete er ab 1838 die väterliche Werkstatt in Hannover und teilte sich mit ihm die Aufgaben: Während Eduard für das künstlerische Konzept verantwortlich war, übernahm Carl Wilhelm die technische Planung und die Ausstattung.<ref>Müller: Orgeldenkmalpflege. 2003, S. 60.</ref> Eduard war der eigentliche Geschäftsnachfolger seines berühmten Vaters und nahm auch nach außen dessen Stelle ein.<ref>Axel Fischer: Festschrift zum 150jährigen Jubiläum der Meyer-Orgel. 1992, S. 25.</ref> Stärkster Konkurrent der Meyer-Werkstatt war bis 1833 Christian Bethmann, danach Philipp Furtwängler aus Elze.<ref>Vogel: Orgeln in Niedersachsen. 1997, S. 84.</ref> Während Letzterer in großer Anzahl produzierte und stilistisch eher progressiv ausgerichtet war, baute Meyer seine frühromantischen Werke traditionell und in Kontinuität zum spätbarocken Orgelbau.<ref name="Celle">reformiert-celle.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Orgel in Celle (Memento des Vorlage:IconExternal vom 14. Januar 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.reformiert-celle.de, abgerufen am 14. Januar 2018.</ref> 1870 musste die Werkstatt geschlossen werden,<ref>Vogel: Orgeln in Niedersachsen. 1997, S. 300.</ref> nachdem aus ihr etwa 100 Orgelneubauten hervorgegangen waren.<ref>Axel Fischer: Festschrift zum 150jährigen Jubiläum der Meyer-Orgel. 1992, S. 26.</ref>

Werkliste

Kursivschreibung gibt an, dass die Orgel nicht oder nur noch das historische Gehäuse erhalten ist. In der fünften Spalte bezeichnet die römische Zahl die Anzahl der Manuale und ein großes „P“ ein selbstständiges Pedal. Die arabische Zahl gibt die Anzahl der klingenden Register an. Die letzte Spalte bietet Angaben zum Erhaltungszustand oder zu Besonderheiten.

Jahr Ort Kirche Bild Manuale Register Bemerkungen
1834 Brockum Ev. Kirche I/P 9 1910 wurden durch eine nicht dokumentierte Werkstatt 3 Register erweitert, ein Register wurde entfernt.

1966 durch Hans Wolf um ein Rückpositiv erweitert und 1971 in diesem Zustand an die Kirchengemeinde Scholen verkauft, wo die Orgel noch heute in Betrieb ist.<ref>Brockum. In: kirchengemeindelexikon.de. Landeskirchliches Archiv Hannover, abgerufen am 16. April 2026.</ref><ref>Die Kirche zu Scholen. In: schwafoerden-scholen.wir-e.de. Ev.-luth. Kirchengemeinde Schwaförden-Scholen, abgerufen am 16. April 2026.</ref>

1840 Heiligenloh Ev. Pfarrkirche Heiligenloh II/P 14 Sieben Register erhalten<ref>Orgel in Heiligenloh, abgerufen am 10. März 2016.</ref>
1841 Celle St. Ludwig Datei:Celle Kirche St. Ludwig Orgel.JPG II/P 31 Zusammen mit dem Bruder Carl Wilhelm; mehrfach umgebaut, 1998 Rekonstruktion durch Martin ter Haseborg; einige Register erhalten<ref>Orgel in Celle, St. Ludwig (PDF-Datei; 388 kB), gesehen 21. November 2014.</ref> → Orgel
1837–1842 Bergen an der Dumme Pauluskirche II/P 16 Nach Plänen (1837) und mithilfe seines Vaters, verzögert durch den Kirchenbrand 1840; 1917 Abgabe der Prospektpfeifen zu Rüstungszwecken; 1949 Austausch des Salicional 8′ durch Emil Hammer; 1968/69 Renovierung der Orgel und 1986 Restaurierung der beiden Pedalzungen durch Albrecht Frerichs; 1992 Restaurierung durch Martin Hillebrand; weitgehend erhalten (14 Register)<ref>NOMINE e. V.: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Orgel in Bergen (Memento des Vorlage:IconExternal vom 13. November 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nomine.net, gesehen 21. Dezember 2011.</ref><ref>Fischer: Festschrift zum 150jährigen Jubiläum der Meyer-Orgel. 1992.</ref>
1842 Jesteburg St. Martin Datei:Jesteburg St. Martin Orgel (03).jpg I/P 10 1978 Restaurierung durch Martin Haspelmath
1843 Drakenburg St. Johannis der Täufer I/P 10 Unter Einbeziehung älterer Orgelteile aus St. Martin zu Nienburg (1562); Renovierung 1977; 4 Register von 1562 und 4 von Meyer erhalten, 2 Register von 1977<ref>Michael Christian Müller, Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege: Orgeldenkmalpflege. Grundlagen und Methoden am Beispiel des Landkreises Nienburg/Weser. Niemeyer, Hameln 2003, ISBN 3-8271-8029-5, S. 73.</ref>
1843 Hodenhagen St. Thomas und Maria
Datei:Hodenhagen, St. Thomas und Maria (01) - edit.jpg
I/P 9 1981–1983 Restaurierung durch Martin Haspelmath<ref>Topp/Pape: Norddeutsche Orgelbauer und ihre Werke. 2000. S. 158.</ref>
1844 Helgoland St. Nicolai Datei:MEYER-Orgel Helgoland 1844 - © LDSH.jpg II/P 14 1945 zerstört.<ref>Gerald Drebes: Die Helgoländer Vorkriegsorgel von Ernst Wilhelm Meyer & Söhne (1844). In: Ars Organi. Jg. 68, 2020, S. 186–188 (online).</ref>
1845 Klein Berkel St. Johannis II/P 12
1845 Wustrow (Wendland) St. Laurentius I/P 1915 durch Orgel der Firma P. Furtwängler & Hammer ersetzt (II/P/19); Prospekt von Meyer erhalten
1847 Siebeneichen St. Johannis Datei:Prospekt St. Johannis Siebeneichen IMG 2173.jpg II/P 19 Gehäuse, Windladen und ca. 75 % des Pfeifenwerkes original erhalten. Sanierung (Restaurierung) steht bevor.<ref>244.160 Euro für die Restaurierung der Meyer-Orgel der St.-Johannis-Kirche in Siebeneichen. In: LOZ-News. Nachrichten & Medien Kontor Reichenbächer, 27. Juni 2023, abgerufen am 30. Juni 2023.</ref>
um 1848 Grohnde Ev.-ref. Kirche II/P 18 <ref>Topp/Pape: Norddeutsche Orgelbauer und ihre Werke. 2000. S. 210, 238.</ref>
1849 Walsrode Stadtkirche Datei:Stadtkirche Walsrode Innen 08.jpg II/P 26 1972–1974 Restaurierung durch Martin Haspelmath; weitgehend erhalten<ref>Topp/Pape: Norddeutsche Orgelbauer und ihre Werke. 2000. S. 96 f.</ref>
1849 Celle Reformierte Kirche II/P 12 (14) Unter Einbeziehung von Registern aus dem 18. Jahrhundert; zum großen Teil erhalten<ref name="Celle" />
1850 Intschede St. Michaelis Datei:Intschede Kirche Orgel.jpg II/P 16 1984 Restaurierung durch Martin Haspelmath, 2010 grundlegende Restaurierung durch Orgelbau Jörg Bente<ref>bente-orgelbau.de: Orgel in Intschede</ref>; weitgehend erhalten<ref>Topp/Pape: Norddeutsche Orgelbauer und ihre Werke. 2000. S. 171 f.</ref>
1851 Wahrenholz St.-Nicolai-und-Catharinen-Kirche
Datei:Kirche Wahrenholz 03.jpg
II/P 16 umgebaut erhalten
1851 Brünnighausen Ev.-luth. Kirche II/P 14 <ref>Topp/Pape: Norddeutsche Orgelbauer und ihre Werke. 2000. S. 224.</ref>
1850–1852 Mellendorf St. Georg II/P 11 1956 ersetzt<ref>Orgel in Mellendorf. Abgerufen am 21. Februar 2023.</ref>
1850–1853 Lüneburg St. Johannis, große Orgel
Datei:St. Johannis Lüneburg - Orgel.jpg
III/P 51 Umdisponierung, Erweiterung des Tonumfangs, neue Klaviaturen und Windladen; sechs Register ganz und sechs teilweise von Meyer erhalten → Orgeln von St. Johannis (Lüneburg)
1853 Eldingen Marienkirche Datei:Eldingen St. Marienkirche Orgel 02.JPG II/P 16 Mitte des 20. Jahrhunderts einschneidende Umbauarbeiten; letzte Restaurierung 2012 durch Orgelbauwerkstatt Udo Feopentow; erhalten mit Rekonstruktionen<ref>NOMINE e. V.: Orgel in Eldingen, abgerufen am 14. Januar 2018.</ref>
1854 Rehburg-Loccum Kloster Loccum
1854 Rehburg Friederikenkapelle I/P 8 1979 Restaurierung durch Martin Haspelmath<ref>Topp/Pape: Norddeutsche Orgelbauer und ihre Werke. 2000. S. 145.</ref>
1854 Handorf St. Marien II/P 19 1954 klangliche Umgestaltung etlicher Register durch Alfred Führer; 1987/88 Restaurierung auf den ursprünglichen Zustand durch dieselbe Firma; weitgehend erhalten<ref>Siehe den Restaurierungsbericht von Schild: Denkmal-Orgeln. 2005, S. 481–504.</ref>
1855 Eschede Johanneskirche Datei:Johanniskirche Eschede Orgel.jpg II/P 15 Prospekt seit 1977 in der Lutherkirche (Soltau) erhalten
1856 Barskamp St.-Vitus-Kirche II/P 17 Zum großen Teil erhalten
1855–1856 Hannover Marktkirche III/P 46 Unter Einbeziehung älterer Register, u. a. von Christian Vater, 1943/44 zerstört<ref>orgel-information.de: Die Orgeln der Marktkirche in Hannover, abgerufen am 14. Januar 2018.</ref>
1856 Predöhl (Lemgow) Hohe Kirche Datei:Hohe Kirche Lemgow.jpg II/P 17 Bis auf zwei Register original erhalten<ref>NOMINE e. V.: Orgel in Lemgow, gesehen 21. Dezember 2011</ref><ref>Siehe den Restaurierungsbericht von Schild: Denkmal-Orgeln. 2005, S. 785–813.</ref>
1856–1857 Drennhausen Marienkirche Datei:Drennhausen (Drage), Marienkirche, Innenansicht.JPG II/P 16 Vollständig erhalten<ref>Siehe den Restaurierungsbericht von Schild: Denkmal-Orgeln. 2005, S. 248–272.</ref>
1857 Husum (bei Nienburg) Ev.-luth. Jacobi-Kirche Datei:Kirche Husum (Nienburg) 2.jpg II/P 15 Am 5. Juni 1856 Gutachten zu Meyers Kostenvoranschlag durch den Hoforganisten Enckhausen in Hannover, der Verbesserungen forderte; 2000 Überarbeitung durch Jörg Bente<ref>bente-orgelbau.de: Orgel in Husum, gesehen 9. Januar 2012.</ref>
1858 Eddesse St. Bernward I/P 10 1959 ersetzt, aber 4 Register in Neubau übernommen
1859 Wunstorf St. Cosmas und Damian
Datei:Wunstorf Stiftskirche (2).jpg
III/P 37 Größte erhaltene Meyer-Orgel; 1939/1940 eingreifende Umdisponierung durch die Firma Emil Hammer Orgelbau; zum großen Teil erhalten<ref>Orgelatlas Ostwestfalen-Lippe: Orgel in Wunstorf, gesehen 21. Dezember 2011.</ref>,

22 Register original und zwei weitere in Teilen erhalten → Orgel

1860 Wennigsen (Deister) Kloster Wennigsen, Klosterkirche
1861 Marienwerder (Hannover) Kloster Marienwerder, Klosterkirche Datei:Klosterkirche-Marienwerder - Innen-W.JPG
1861 Odagsen St. Pankratius Datei:Orgel Odagsen2.jpg II/P 15 Erhalten<ref>Topp/Pape: Norddeutsche Orgelbauer und ihre Werke. 2000. S. 132, 225.</ref>
1863 Sievershausen (Lehrte) St. Martin II/P Unter Verwendung eines Gehäuses von 1800; 1905 und 1939 umgebaut<ref>feopentow-orgelbau.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Orgel in Sievershausen (Memento des Vorlage:IconExternal vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.feopentow-orgelbau.de (PDF-Datei; 726 kB), gesehen 21. Dezember 2011.</ref>
1864 Müden (Örtze) St. Laurentius
Datei:St.Laurentius Müden Meyer-Orgel 01.JPG
II/P 17 Besonderheit, eine zu- und abschaltbare Kopplung des oberen Manuals an ein Keyboard mit 176 Orgelregistern
1865 Barsinghausen Kloster Barsinghausen, Klosterkirche Nicht erhalten
1865 Stederdorf (Peine) St. Petrus II/P 13 1961 Renovierungsumbau durch Lothar Wetzel mit Umdisponierung
1865–1866 Ebstorf Klosterkirche II/P 20 <ref>NOMINE e. V.: Orgel in Ebstorf, gesehen 21. Dezember 2011.</ref>
1866 Natendorf Kirche zu Natendorf Datei:Gallery church of Natendorf.jpg <ref>Christian Wiechel-Kramüller: Kirchen, Klöster und Kapellen im Landkreis Uelzen. WIEKRA Edition, Suhlendorf 2015, ISBN 978-3-940189-14-1, S. 115.</ref>
1867 Rehburg St. Martini Datei:Kirche Rehburg 04.jpg II/P 15 Am 30. Oktober 1865 Kostenvoranschlag durch Meyer; am 12. Mai 1866 Vertrag mit Meyer, der zwei weitere Register umfasste; 1986 Restaurierung durch Martin Haspelmath;<ref>Topp/Pape: Norddeutsche Orgelbauer und ihre Werke. 2000. S. 187.</ref> nachdem die Kirchendecke abgesackt war und bereits auf der Orgel auflag, musste die komplette Einrichtung ausgebaut und die Kirche gesichert werden; 2000 technische Sanierung und klangliche Instandsetzung durch Orgelbau Bente; 12 Register erhalten<ref>bente-orgelbau.de: Orgel in Rehburg, gesehen 23. Dezember 2011.</ref>
1869 Mariensee Klosterkirche St. Marien
Datei:Mariensee, Klosterkirche St. Marien (03).jpg
II/P 16 restauriert 1995

Literatur

  • Axel Fischer: Festschrift zum 150jährigen Jubiläum der Meyer-Orgel. Hrsg.: Kirchenvorstand der Ev.-Luth. Paulus-Kirchengemeinde Bergen. Köhring, Lüchow 1992.
  • Konrad Gebhardt und andere: Festschrift zum 150jährigen Jubiläum der Meyer-Orgel in der St. Laurentius-Kirche zu Müden / Örtze. Hrsg.: Kuratorium der St. Laurentius-Stiftung. Eigenverlag, Müden-Faßberg 2014.
  • Salomon Kümmerle: Encyklopädie der evangelischen Kirchenmusik, Band 2. C. Bertelsmann, Gütersloh 1890, S. 268 f.
  • Michael Christian Müller: Orgeldenkmalpflege. Grundlagen und Methoden am Beispiel des Landkreises Nienburg/Weser. Niemeyer, Hameln 2003, ISBN 3-8271-8029-5.
  • Fritz Schild: Denkmal-Orgeln. Dokumentation der Restaurierung durch Orgelbau Führer 1974–1991. Florian Noetzel, Wilhelmshaven 2005, ISBN 978-3-7959-0862-1 (2 Teile: Backmoor-Groothusen, Hage-Wiesens).
  • Winfried Topp, Uwe Pape: Norddeutsche Orgelbauer und ihre Werke 2: Peter Tappe / Martin Haspelmath. Pape Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-921140-57-9.
  • Harald Vogel, Günter Lade, Nicola Borger-Keweloh: Orgeln in Niedersachsen. Hauschild, Bremen 1997, ISBN 3-931785-50-5.

Einzelnachweise

<references />

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