Zum Inhalt springen

Dürre

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Vorlage:Hinweisbaustein

Datei:Portomarin Bruecke Sept2005.jpg
Hydrologische Dürre des Belesar-Stausees bei Portomarín, die älteren Brücken sind nur wegen des niedrigen Wasserstandes des Belesar-Stausees während der Trockenheit in Spanien im Sommer 2005 zu sehen
Datei:Duerre.jpg
Boden eines ausgetrockneten Sees

Dürre (wie mittelhochdeutsch dürre, ‚Trockenheit‘, auch ‚trocken‘<ref>Bernhard Schnell: Der deutsche „Macer“: Vulgatfassung. Mit einem Abdruck des lateinischen Macer floridus ‘De viribus herbarum’ kritisch herausgegeben. Niemeyer, Tübingen 2003 (= Texte und Textgeschichte. Würzburger Forschungen. Band 50), ISBN 3-484-36050-X, S. 386 (dürre).</ref> und ‚dürr‘, von althochdeutsch durri und älter thurri ‚dürr‘, ‚trocken‘, verwandt mit „Durst“<ref>Friedrich Kluge, Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Auflage. Herausgegeben von Walther Mitzka. De Gruyter, Berlin / New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 149 (dürr).</ref>) ist ein extremer, über einen längeren Zeitraum vorherrschender Zustand, in dem weniger Wasser oder Niederschlag verfügbar ist als erforderlich. Dürre ist nicht nur ein physikalisches Phänomen, sondern auch ein Wechselspiel zwischen der Verfügbarkeit und dem Wasserbedarf von Organismen. Dürre tritt oft in Gegenden auf, wo Kontinentalklima herrscht.

Nach einem Bericht der OECD vom 17. Juni 2025 nehmen aufgrund der globalen Erwärmung (Klimawandel) Dürren zu und Dürrezonen weiten sich aus.<ref>Global Drought Outlook. Bericht der OECD vom 17. Juni 2025.</ref><ref>Zahl der Dürren nimmt zu – "Wasser ist keine Selbstverständlichkeit mehr." In: tagesschau.de, 17. Juni 2025.</ref>

Unterschieden wird häufig zwischen meteorologischer Dürre, hydrologischer Dürre, landwirtschaftlicher Dürre und sozio-ökonomischer Dürre.

Typologie von Dürreereignissen

Datei:Vier Arten von Dürre.webm
Video: Vier Arten von Dürre

Im Allgemeinen werden vier Typen von Bedingungen als Dürre bezeichnet: <ref name="CZ sucho">Eine übersichtliche gut illustrierte Erläuterung zur Unterscheidung klimatischer Trockenheit, Bodentrockenheit, und hydrographischer Trockenheit (Niedrigwasser) siehe etwa <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Sucho (Memento vom 16. Oktober 2015 im Internet Archive), Tschechisches Hydrometeorologisches Institut (chmi.cz, auf Tschechisch).</ref>

  • Meteorologische Dürre respektive klimatologische Trockenheit entsteht, wenn Niederschlag über einen längeren Zeitraum unterdurchschnittlich fällt.
  • Hydrologische Dürre ist zu verzeichnen, wenn die Wasserstände der Gewässer unter einen Normalwert fallen (Niedrigwasser) und die Wasserreserven in den Seen, Wasserreservoirs oder Wasserspeichern unter den statistischen Durchschnitt fallen. Die Form ist die langfristigere Folge der meteorologischen Dürre.
  • Bodentrockenheit und in Folge Landwirtschaftliche Dürre ist gegeben, wenn ein Wassermangel in der Wurzelschicht des Bodenprofils herrscht, und es zu wenig Wasser für eine durchschnittliche landwirtschaftliche Produktion von Nutzpflanzen gibt. Das kann an langedauernd zu wenig Niederschlag liegen, aber auch andere Gründe für absinkenden Grundwasserspiegel haben (wie zu hohe Entnahme, Verlagerung von Grundwasserströmen), aber auch ein prinzipielles bodenkundliches Charakteristikum eines Bodens oder Landstrichs sein (siehe auch Turgeszenz, Turgor; Welke).
  • Sozio-ökonomische Dürre herrscht schließlich, wenn durch Wassermangel in Flüssen o. ä. Warentransportketten oder Energieversorgung eingeschränkt werden.<ref>Was verursacht Dürren und was kann man dagegen tun?. In: Deutsche Welle, 27. August 2022. Abgerufen am 28. August 2022.</ref>
Datei:Drought-severity.jpg
Schwere von Dürren von 1901 bis 2008

Dürreperioden können regelmäßig auftreten, je nach Klimaprofil (Sommertrockenes Klima, Winterdürre usf., vergleiche Singularität), oder ein Ausnahmeereignis sein, das Wochen oder Jahre anhalten kann (Extremwetter), oder ein weitgehend permanenter klimatologischer oder regionaler Zustand (siehe etwa Wüstenklima, Versteppung, Karst, Inneralpines Becken), der sich in erdgeschichtlichem Maßstab wandelt. Eine Mischform ist das periodisch, aber unregelmäßig auftretende El-Niño-Phänomen, welches Überschwemmungen in Südamerika und Dürren in Afrika auslösen kann.<ref>Patrik Wülser: Die Regierung schämt sich für die Dürre. In: Neue Zürcher Zeitung. 25. April 2016, abgerufen am 3. September 2020.</ref>

Zur Quantifizierung von Dürren gibt es verschiedene Systeme, etwa den Palmer-Dürre-Index.

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Als Blitzdürre (flash drought) werden abrupt auftretende, schwer prognostizierbare Dürren bezeichnet, die durch eine Überschneidung mehrerer Extremwetterereignisse (z. B. hohe Temperaturen, kein Niederschlag, starke Winde) auftreten können.<ref>Xing Yuan, Yumiao Wang, Peng Ji, Peili Wu, Justin Sheffield, Jason A. Otkin: A global transition to flash droughts under climate change. In: Science. Band 380, Nr. 6641, 14. April 2023, ISSN 0036-8075, S. 187–191, doi:10.1126/science.abn6301 (science.org [abgerufen am 15. April 2023]).</ref><ref>Antonia Hadjimichael: What is a flash drought? An earth scientist explains. In: The Conversation. 10. November 2022, abgerufen am 15. April 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Benjamin von Brackel: Klimakrise: Der Trend geht zur Blitzdürre. In: Süddeutsche Zeitung. 13. April 2023, abgerufen am 15. April 2023.</ref>

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Als Megadürre bezeichnet man eine über einen Zeitraum von mindestens einem Jahrzehnt anhaltende Dürre oder, allgemeiner, besonders intensive oder lang anhaltende Dürren.<ref>John A. Matthews: megadrought. In: Encyclopedia of Environmental Change. Band 3, 2014, S. 684, doi:10.4135/9781446247501.n2421.</ref>

Mögliche Folgen von Dürren

Risikoanalyse Dürre

Im Rahmen der vom deutschen Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) durchgeführten Risikoanalysen im Bevölkerungsschutz wurde im Jahr 2018 die Risikoanalyse Dürre veröffentlicht.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bericht zur Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2018 (Memento des Vorlage:IconExternal vom 26. Juni 2020 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bbk.bund.de, in: 19. Deutscher Bundestag, Drucksache 19/9521, 12.04.2019 - Risikoanalyse Dürre.</ref>

Das analysierte Dürreszenario erstreckt sich über sechs Jahre und leitet sich aus der extremen Dürreperiode in Deutschland in den Jahren 1971 bis 1976 ab. Für dieses Ereignis wurde eine Wiederkehrwahrscheinlichkeit von etwa 450 Jahren abgeschätzt. Aufgrund von Hitzewelle und Kälteperiode wurde eine erhöhte Mortalität ermittelt. Die untersuchten Auswirkungen des Dürreszenarios auf kritische Infrastrukturen in Deutschland erbrachten eine Vielzahl von Hinweisen auf erkannte Defizite und Verbesserungsvorschlägen.

Historische Dürren

Liste historischer Katastrophen

Zeitraum Beschreibung Folgen und Anmerkungen
22. Jahrhundert v. Chr. Katastrophale Dürre im östlichen Nordafrika und Teilen des mittleren Orients.<ref>Michael Marshall: Die Megadürre, die vielleicht keine war. In: spektrum.de. 10. Februar 2022, abgerufen am 12. Februar 2022 (der Artikel bestätigt Dürre-Erignisse in erwähntem Zeitraum und Region und stellt nur in Frage, ob diese global waren).</ref> Untergang des Alten Reiches in Ägypten und des Akkadischen Reiches in Mesopotamien.<ref name="Schwanke">Karsten Schwanke, Nadja Podbregar, Dieter Lohmann, Harald Frater: Naturkatastrophen. Wirbelstürme, Beben, Vulkanausbrüche – Entfesselte Gewalten und ihre Folgen, Springer-Verlag Berlin und Heidelberg 2009, ISBN 978-3-540-88684-6, S. 193 (Auflistung „historisch bedeutsamer Dürren“ ohne detailliertere Information und ohne Quellenangaben).</ref>
Spätes 8. Jahrhundert v. Chr. Dürre in Griechenland. Möglicherweise Auslöser des Lelantischen Krieges zwischen Chalkis und Eretria
9. und 10. Jahrhundert Drei schwere, mehrjährige Dürreperioden im Abstand von 50 Jahren (um 810, um 860, um 910). Die Zivilisation der klassischen Maya kollabierte.<ref name="Schwanke" />
1069 England Dürre: fast 50.000 Menschen verhungerten. Viele mussten sich in Leibeigenschaft verkaufen, um zu überleben.<ref name="Schwanke" />
1199 und 1202 Ägypten Die jährliche Nilschwemme blieb aus. 100.000 Menschen verhungerten.
1473 Europa 14-monatige Dürre in Europa 1473
1540 Europa Elfmonatige „Megadürre“<ref>Oliver Wetter u. a.: The year-long unprecedented European heat and drought of 1540 – a worst case. In: Climatic Change, June 2014, doi:10.1007/s10584-014-1184-2</ref><ref>Axel Bojanowski: Hitze-Jahr 1540 – Wetterdaten enthüllen Europas größte Naturkatastrophe. In: Der Spiegel. 2. Juli 2014, abgerufen am 3. September 2020.</ref><ref name="FAZ 2018-08-03">Jan Grossarth: Jahrtausenddürre 1540: Der schlimmste Sommer aller Zeiten. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 3. August 2018, abgerufen am 4. August 2018 (Zeitungsartikel hinter Paywall bzw. in der Print-Ausgabe 3. August 2018, Seite 16).</ref>
1669–1670 Indien Hungersnot in Bengalen 1770 – schätzungsweise etwa 10 Millionen Tote.<ref></ref>
1876–1877 Indien Drei Millionen Menschen starben an Unterernährung, ebenfalls drei Millionen an Cholera. 36 Millionen Menschen waren insgesamt von der Katastrophe betroffen.<ref name="Schwanke" />
1930–1938 Drei Dürrejahre (1930, 1935, 1937) innerhalb eines Jahrzehnts in Nordamerika, die als Dust Bowl bezeichnet werden. Missernten, Entvölkerung einiger Landstriche im Mittleren Westen.<ref name="Schwanke" />
1973–1983 Sahelzone Hungersnot in der Sahelzone – 2 Millionen Menschen starben an den Folgen von Unterernährung und Krankheiten.<ref>Andrew Robinson: Erdgewalten Erdbeben, Unwetter und andere Katastrophen. vgs Verlagsgesellschaft, Köln 1994, ISBN 3-8025-1280-4, S. 203–206.</ref>
2018–2020 Großflächigste Dürre in Europa mit der größten positiven Temperaturanomalie seit Mitte des 18. Jahrhunderts.<ref>Oldrich Rakovec, Luis Samaniego, Vittal Hari, Yannis Markonis, Vojtěch Moravec, Stephan Thober, Martin Hanel, Rohini Kumar: The 2018–2020 Multi-Year Drought Sets a New Benchmark in Europe. In: Earth’s Future. 15. März 2022, doi:10.1029/2021EF002394.</ref><ref>Neue Dürre-Benchmark für Europa. Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ, 16. Mai 2022, abgerufen am 5. Juli 2025.</ref> Dürre und Hitze in Europa 2018, Hitzewellen in Europa 2019, Temperaturanomalien im Jahr 2020

Heiße oder Dürrejahre in Deutschland

<timeline> ImageSize = width:550 height:90 PlotArea = width:530 height:70 left:10 bottom:20

DateFormat = yyyy Period = from:900 till:2040 TimeAxis = orientation:horizontal ScaleMajor = unit:year increment:100 start:900

Define $dx = 25 # shift text to right side of bar

PlotData=

bar:Leadors color:red width:15 mark: (line,white) align:left fontsize:S
from:987 till:987 shift:(-30,5) text:987
from:993 till:994 shift:(-30,15) text:993-994
from:999 till:999 shift:(-30,25) text:999
from:1000 till:1000 shift:(-30,35) text:1000
from:1004 till:1005 shift:(-30,45) text:1004-1005
from:1007 till:1007 shift:(-30,55) text:1007
from:1056 till:1056 shift:(-30,5) text:1056
from:1387 till:1387 shift:(-30,5) text:1387
from:1473 till:1473 shift:(-30,8) text:1473
from:1540 till:1540 shift:(-30,5) text:1540
from:1676 till:1676 shift:(-30,5) text:1676
from:1683 till:1683 shift:(-30,15) text:1683
from:1718 till:1718 shift:(-30,25) text:1718
from:1857 till:1857 shift:(-30,5) text:1857
from:2003 till:2003 shift:(-30,5) text:2003
from:2007 till:2007 shift:(-30,15) text:2007
from:2011 till:2011 shift:(-30,25) text:2011
from:2018 till:2020 shift:(-30,35) text:2018-2022
</timeline>

1473 gab es eine 14 Monate lang dauernde Dürre in West-, Mittel- und Osteuropa (Dürre in Europa 1473).<ref>Chantal Camenisch, Rudolf Brázdil, Andrea Kiss, Christian Pfister, Oliver Wetter, Christian Rohr, Antonio Contino, Dag Retsö: Extreme heat and drought in 1473 and their impacts in Europe in the context of the early 1470s. In: Regional Environmental Change. Band 20, Nr. 1, 10. Februar 2020, ISSN 1436-378X, S. 19, doi:10.1007/s10113-020-01601-0.</ref>

Die Dürre von 1540 wird von einigen Autoren als „die schlimmste Dürre des Jahrtausends in Deutschland“ beschrieben, von anderen wird diese These allerdings bezweifelt.<ref name="FAZ 2018-08-03" /><ref></ref> Eine Untersuchung ergab, dass es in dieser Zeit über 11 Monate kaum regnete, ein Ereignis, das durch heutige Klimamodelle nicht simuliert werden kann.<ref>Oliver Wetter, Christian Pfister, Johannes P. Werner et al.: The year-long unprecedented European heat and drought of 1540 – a worst case. In: Climatic Change. Band 125, Nr. 3–4, August 2014, S. 349–363, doi:10.1007/s10584-014-1184-2.</ref> Die Temperaturen sollen fünf bis sieben Grad über dem Mittel des 20. Jahrhunderts gelegen haben.<ref>Andreas Frey: Elf Monate ohne Regen: Die Angst vor der Megadürre des Jahres 1540 geht um. In: Neue Zürcher Zeitung. 4. August 2018, abgerufen am 6. August 2018.</ref>

1857 hatte eine Dürre im Emsland erhebliche Auswirkungen.<ref>Große Dürre im Emsland – Landwirtschaftlicher Situationsbericht aus dem Jahr 1857 – Arenbergische Korrespondenz Rentmeister Schürmann. www.porto-club.de, 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 8. Januar 2018; abgerufen am 4. August 2018.</ref><ref>Rommerskirchen: Große Dürre und Hagelgeschosse. NGZ online (Neuss-Grevenbroicher Zeitung), 29. August 2006, abgerufen am 4. August 2018.</ref>

Im 20. Jahrhundert gab es mehrere Jahre mit außergewöhnlich niedrigen Niederschlägen. Lt. den Wetterstatistiken war im Jahr 1911 der trockenste Sommer (mit 124,0 mm) und 1959 war das trockenste Jahr (mit 551,6 mm)<ref>Sylke Tempel und Tobias Kaufmann "Die Tagesschau - Das große Deutschlandbuch" Rowohlt Berlin, ISBN 978-3-87134-687-3, Seite 268</ref>. Daneben gab es noch zwei weitere Jahre, in denen es wegen zu geringer Niederschläge erhebliche Ernteausfälle gab: 1947 und 1976<ref>Stephanie Hänsel, Andreas Hoy, Christoph Brendel, Maurizio Maugeri: Record summers in Europe: Variations in drought and heavy precipitation during 1901–2018. In: International Journal of Climatology. Oktober 2021, doi:10.1002/joc.7587</ref>.

2003 war ein sogenannter Jahrhundertsommer. Etwa vom 1. bis 15. August 2003 gab es eine Hitzewelle in großen Teilen Europas.

In Deutschland war das erste Halbjahr 2011 extrem trocken.<ref>Vgl. monatliche Pressemeldungen des Deutschen Wetterdienstes, abrufbar als PDF unter:

Deutschlandwetter im Mai 2011. 30. Mai 2011;.
Deutschlandwetter im April 2011. 28. April 2011;.
Deutschlandwetter im März 2011. 30. März 2011;.
Deutschlandwetter im Februar 2011. 25. Februar 2011;.
Deutschlandwetter im Januar 2011. 28. Januar 2011;.

Alle abgerufen am 3. September 2020</ref>

Das Wetter in den Monaten März, April und Mai („Frühjahr“) 2011 fasste der Deutsche Wetterdienst u. a. so zusammen:<ref>Deutschlandwetter im Frühling 2011 – Sonnigster Frühling seit Beginn der Messungen. (PDF) Deutscher Wetterdienst, 30. Mai 2011, abgerufen am 3. September 2020 (Pressemitteilung). Abrufbar unter Deutschlandwetter im Frühling 2011..</ref>

  • „Mit 10,1 Grad Celsius zweitwärmstes Frühjahr seit 1881“ („2,4 Grad höher als der Klimawert von 7,7 °C“)
  • „der sonnigste Frühling seit Beginn der Sonnenscheinmessungen im Jahr 1951.“ (699 Stunden - gut 50 Prozent über dem langjährigen Mittel von 459 Stunden)
  • „Extreme Trockenheit, besonders in der Mitte Deutschlands“
  • „Mit im Mittel spärlichen 88 Litern pro Quadratmeter (l/m²) - im Durchschnitt fallen sonst 186 l/m² - erlebte Deutschland den zweittrockensten Frühling seit Beginn der Messungen vor 130 Jahren. Den meisten Regen erhielten noch die Gebiete am unmittelbaren Alpenrand. … Am trockensten war es im südlichen Rheinland-Pfalz, im nördlichen Baden-Württemberg, in Hessen, in Unterfranken und im südlichen Thüringen. … Vor allem die Landwirtschaft litt unter der großen Dürre. So waren die Wiesen zwar früh schnittreif, die Erträge an Heu und Gras-Silage aber nur gering. Das Getreide blieb im Wuchs zurück und zeigte Ende Mai deutliche Anzeichen der Notreife. Im Mai waren die Pegel der meisten deutschen Flüsse so niedrig wie seit etwa 100 Jahren nicht mehr zu dieser Jahreszeit.“

Eine weitere Trockenheit gab es im Herbst 2011. September und Oktober brachten unterdurchschnittliche Niederschläge; der November war gebietsweise der trockenste November seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Im Jahr 2018 kam es zu der Dürre und Hitze in Europa 2018, die u. a. in Deutschland großflächig schwere gesellschaftliche Folgen verursachte. Es kam zu großen Ernteausfällen, Niedrigwasser samt Transportproblemen über Wasserstraßen und zu zahlreichen Waldbränden. In Teilen Deutschlands, insbesondere Teilen von Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Frankens, setzte sich diese Dürre bis mindestens Sommer 2022 fort. In anderen Landesteilen löste sich die 2018 begonnene Dürre im Laufe des niederschlagsreichen Jahres 2021 auf. Dort bildete sich ab dem deutlich zu trockenen und zu warmen Winter 2021/22 eine neue Dürre aus.<ref>Was hilft gegen die Dürre? "Das Beste wären fünf Grad und Nieselregen" – über ein halbes Jahr. In: Stern, 27. August 2022. Abgerufen am 28. August 2022.</ref>

Mittelmeerländer

Von lang andauernden Trockenzeiten, die über das durchschnittliche Maß hinausgehen, sind in Europa vor allem die Mittelmeerländer betroffen.

2007 kam es in Griechenland, Spanien und Portugal zu monatelangen Dürren und zahlreichen Waldbränden. Stellenweise fiel fast der gesamte Wald den Flammen zum Opfer, was teilweise auf Brandlegungen der Bodenspekulation zurückgeht. Neue Gesetze für ein langjähriges Bauverbot sollen dies verhindern.

In weiten Teilen Spaniens herrschte von Frühjahr 2007 bis 2010 extreme Dürre – in einigen Provinzen regnete es 18 Monate lang nicht. Der Niederschlag war 2007/08 regional sehr unterschiedlich verteilt: während am Mittelmeer die 1½-jährige Dürre herrschte, gab es im April 2008 Überschwemmungen in Andalusien und in den spanischen Nordprovinzen.

Die regionalen Behörden bekämpften den Trinkwassermangel an der Küste mit Entsalzungsanlagen, was allerdings für die Bewässerung der Kulturen nicht ausreichte. Ab Beginn 2008 wurde daher der Einsatz von Tankschiffen geplant und an die EU-Solidarität appelliert. Die wasserreicheren Nordprovinzen lehnten einen Wassertransport in den Süden ab.<ref>Daniel Lingenhöhl: Durstige Stadt. In: Die Zeit. 22. Juni 2009, abgerufen am 4. August 2018.</ref>

Siehe auch

Literatur

  • Tim Smedley: Die große Trockenheit: Hitze, Dürre, Wassernot: Was kann die Welt noch vor dem Verdursten retten? Wilhelm Ludwig Verl., München 2023, ISBN 978-3-453-28158-5.
  • Ute Scheub, Stefan Schwarzer: Aufbäumen gegen die Dürre: Wie uns die Natur helfen kann, den Wassernotstand zu beenden: Alles über regenerative Landwirtschaft, Schwammstädte, Klimalandschaften & Co. oekom Verl., München 2023, ISBN 978-3-98726-020-9.
  • Robert K. Booth u. a.: A severe centennial-scale drought in midcontinental North America 4200 years ago and apparent global linkages. In: The Holocene. Band 15, 2005, S. 321–328 (doi:10.1191/0959683605hl825ft).
  • Gerald Haug u. a.: Climate and the Collapse of Maya Civilization. In: Science. Band 299, 2003, S. 1731–1735. (doi:10.1126/science.1080444).
  • John McK. Camp II: A Drought in the Late Eighth Century B. C. In: Hesperia. Band 48, 1979, S. 397–411 (doi:10.2307/147843).
  • Benjamin I. Cook: Drought - An Interdisciplinary Perspective. Columbia University Press, New York 2019, ISBN 978-0-231-17689-7.
  • Tuyen Ha Van, Juliane Huth, Felix Bachofer, Claudia Kuenzer: A Review of Earth Observation-Based Drought Studies in Southeast Asia. Remote Sensing, 14 (15), 2022, S. 3763–3794, doi:10.3390/rs14153763, ISSN 2072-4292.

Weblinks

Datei:Desert-skelleton-red-sea.jpg
Knochenskelett in der arabischen Wüste
Wiktionary: Dürre – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Dürre (Drought) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein