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Drogenszenen

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Drogenszenen (Originaltitel: Scénarios sur la drogue, auch 3 000 scénarios sur la drogue) ist ein französischer Episodenfilm aus dem Jahr 2000, der sich in einzelnen Beiträgen Menschen und ihrem Umgang mit Drogen widmet. Auf dem deutsch-französischen Sender Arte wurde der Spielfilm als Fernsehserie gezeigt.

Entstehungsgeschichte

Die einzelnen Episoden entstanden im Rahmen eines gleichnamigen Wettbewerbs, der zwischen dem 15. November 1998 und 30. April 1999 vom Centre régional d’information et de prévention du sida (CRIPS) in Aquitanien veranstaltet wurde, um in Dialog mit den Bürgern zu treten. Die staatliche französische Informations- und Dokumentationsstelle für Drogenmissbrauch hatte bereits fünf Jahre zuvor mit 3000 scénarios contre un virus eine ähnliche Kampagne zum Thema AIDS gestartet, aus der ein Film mit 30 Episoden hervorgegangen war. Der Wettbewerb wurde in der Europäischen Woche zum Thema Drogenabhängigkeit gestartet.

Die Teilnehmer waren dazu aufgerufen, nur Original-Drehbücher einzureichen. Jeder Film sollte maximal eine Laufzeit von fünf Minuten aufweisen.<ref>Grionde : Culture ; Brèves. In: Sud Ouest, 20. November 1998, abgerufen am 6. September 2009 via LexisNexis Wirtschaft.</ref> Die Geschichten durften sowohl über legale Drogen wie Alkohol und Zigarettenkonsum als auch illegale wie Arzneimittelmissbrauch oder Cannabis handeln.<ref name="Sud Ouest">Scénarios sur la drogue. In: Sud Ouest, 22. Januar 1999, abgerufen am 6. September 2009 via LexisNexis Wirtschaft.</ref>

3624 Ideen wurden eingereicht<ref>Scénarios sur la drogue. In: Le Monde, 7. Februar 2000, abgerufen am 6. September 2009 via LexisNexis Wirtschaft.</ref> unter denen 24 verfilmt wurden. Für die Inszenierung der Drehbücher konnten so bekannte Filmschaffende wie Étienne Chatiliez, Georges Lautner, Antoine de Caunes, Marion Vernoux, Guillaume Canet und Vincent Perez und als Schauspieler u. a. Chiara Mastroianni, Claude Jade, Valeria Bruni Tedeschi, Sylvie Testud, Darry Cowl und Pierre Richard gewonnen werden.

Die Filme wurden erstmals am 7. Februar 2000 von französischen Fernsehsendern ausgestrahlt. An der Kampagne beteiligten sich unter anderem TF1, France 2, France 3, TPS und der deutsch-französische Fernsehsender Arte, der die Filme gleichzeitig auch in Deutschland als Kurzfilm-Serie ausstrahlte. Ebenfalls wurden die Filme in französischen Kinos gezeigt<ref name="Sud Ouest" /> und auf verschiedenen Filmfestivals aufgeführt, darunter die 53. Filmfestspiele von Cannes im Jahr 2000.<ref>La sélection de la 39e Semaine de la critique. In: Le Monde, 24. April 2000, Culture, abgerufen am 6. September 2009 via LexisNexis Wirtschaft.</ref>

Kritiken

Sophie Latil von Le Figaro lobte Drogenszenen als „dramatisch, surrealistisch, zart, humorvoll“. Der angeschlagene Ton sei gut, der Film so „komplex wie das Leben.“<ref>Sophie Latil: Campagne : des courts métrages pour lutter contre la toxicomanie. In: Le Figaro, 7. Februar 2000, abgerufen am 11. September 2009 via LexisNexis Wirtschaft.</ref> Die Frage der Moral, bemerkte Sophie Rostain von Libération, würde die Filme klar voneinander trennen. „Da sind jene, die welche haben. Und die anderen. Ohne pervers zu sein ist klar, dass man die anderen bevorzugt.“ Rostain hob die Episode Dernière année von Fred Journet und Bernard Schoukroun mit Hauptdarstellerin Laura Favali hervor – „Ein Film, der gefällt, da ohne Moral …“<ref>Sophie Rostain: À boire et à sniffer. In: Libération, 11. Februar 2000, Nr. 5828, S. 46.</ref>

Episoden

Titel Regie Idee Darsteller Inhalt Länge (in min)
Avalanche Vorlage:PersonZelle und Guillaume Canet Vorlage:PersonZelle Lou Doillon, Vincent Darré, Francis Renaud Ein Paar glaubt seinen Drogenkonsum unter Kontrolle zu haben. 4’15
Le bistrot Vorlage:PersonZelle Vorlage:PersonZelle Jacques Martial, Philippe Carta, Jacky Delory, Jean Franco, Alice Lautner Morgens in einer Bar irgendwo in Nizza sitzt ein junger Mann, der dem Alkohol zugeneigt ist, allein an seinem Tisch. 4’58
Cake Vorlage:PersonZelle Vorlage:PersonZelle Sophie Mounicot, Nathalie Jolie Ein Kind gelangt an den Drogenvorrat seines Vaters und backt im Spiel damit einen „Schokoladenkuchen“. 4’41
C’est presque terrible Vorlage:PersonZelle Vorlage:PersonZelle Milo Brutillot, Michel Chays, Gilberte Boucard Zwei befreundete Bauern aus dem Jura diskutieren in der Küche bei einem Glas Wein. 6’10
Chienne de vie Vorlage:PersonZelle Vorlage:PersonZelle Bernard Azimuth, Audrey Bonnefoy, Christian Crevillent, Frédéric Paquier Eine erwachsene Frau wird von ihrem Arzt ermahnt, kein Cannabis mehr zu rauchen und dreht daraufhin den Spieß einfach um. 4’09
Déçue Vorlage:PersonZelle Vorlage:PersonZelle Éva Darlan, Valérie Benguigui, Laure Killing, Julien Peny Eine Mutter entdeckt im unaufgeräumten Zimmer ihres Sohnes Cannabis und einen Joint und probiert diesen mit ihrer Freundin aus. 4’45
Dernière année Vorlage:PersonZelle
Bernard Schoukroun
Vorlage:PersonZelle Laura Favali, Alicia Sportiello, Docteur Meynial, Michel Bonjour, Jacques Sandrars Fiktiver Dokumentarfilm über eine Medizinstudentin, die ein Wohnheim mit Amphetaminen und Tranquillanzien versorgt. 5’09
Drugstore Vorlage:PersonZelle Vorlage:PersonZelle Valeria Bruni Tedeschi, Chloé Mons, Marco Cherqui, Frédérique Revuz, Franck Demules In einem Geschäft, in dem jede Droge erhältlich ist, zieht eine entscheidungsunwillige Kundin den Zorn der Verkäuferin auf sich. 4’54
Ecsta-ordinaire Vorlage:PersonZelle Vorlage:PersonZelle Amandine Chauveau, Lorànt Deutsch, Rudi Rosenberg, Pierre Kaldfate Ein junges Pärchen trifft sich eines Abends. Um seiner Freundin zu imponieren, bringt der Junge etwas Außergewöhnliches mit. 5’05
La famille médicament Vorlage:PersonZelle Vorlage:PersonZelle Nathalie Richard, Marvyn Pautasso, Hugo Naccache, Jonathan Reyes, Morgan Simon Um dem Alltag mit den vier Kindern zu entfliehen, gibt sich eine junge Mutter dem Medikamentenkonsum hin. 4’25
La faute au vent Vorlage:PersonZelle Vorlage:PersonZelle Chiara Mastroianni, Jean-François Xavier Vlimant, Yves Verhoeven Eine junge, drogenabhängige Mutter trifft mit ihrem Kleinkind auf ihren Dealer, der ihr wegen ihrer Finanznöte aber nichts verkaufen will. 6’40
Hier, tu m’as dit demain Vorlage:PersonZelle Vorlage:PersonZelle Mathieu Delarive, Gisèle Calmy-Guyot, Frédérique Bauer Nachdem er kein Geld für Drogen hat, beschließt ein Mann eine ältere Frau zu überfallen. 4’50
Jour de manque Vorlage:PersonZelle Vorlage:PersonZelle Tara Römer, Manuel Bonnet, Henri Schmitt, Claude Vallère Ein unter Entzugserscheinungen leidender Bursche versucht sich bei seinen Großeltern Geld zu leihen. Diese verweigern ihm aber den Zutritt. 4’31
Journée ordinaire Vorlage:PersonZelle Vorlage:PersonZelle Yannick Soulier Ein junger Drogenabhängiger versucht im Gefängnis gegen seine Sucht anzukämpfen und diese innerhalb von 24 Tagen zu besiegen. 4’20
Kino Vorlage:PersonZelle Vorlage:PersonZelle Abdel Allouach, Philippe Frécon, Jean-Michel Marnet, Marc Rubes, Alain Vinot Bei einem Boxkampf steht einer der beiden Kontrahenten unter Drogeneinfluss. Der andere ist daraufhin überrascht, wie leicht er diesen besiegen kann. 4’00
Lucie Vorlage:PersonZelle Vorlage:PersonZelle Sylvie Testud, Yves Verhoeven, Juliette Meyniac, Julie Messéan, Nicolas Simon, Thibault Rossigneux, Olivier Mazan, Anne Charrier, Stéphane Cottin, Samir Guesmi Ein junges Mädchen ist auf eine Party eingeladen. Bevor sie das Haus verlässt, setzt sie sich noch einen Schuss. 4’17
Les mots attendront Vorlage:PersonZelle Vorlage:PersonZelle Caroline Mouton, Pierre Richard, Alexandra Youanovitch, Carine Schraub, Marie Le Cam In einem Bus treffen tobende Schülerinnen auf einen schwankenden Mann. 5’25
Papa was a Rolling Stone Vorlage:PersonZelle Vorlage:PersonZelle, Hassima Belkacem,
Naïma Righi
Jérémie Lippmann, Jean-Louis Tribes, Morgane Keo Kasal Ein Vater beschuldigt seinen Sohn Ecstasy zu nehmen, das er in einer seiner Jackentaschen gefunden hat. 4’29
La purée Vorlage:PersonZelle
Simon Lelouch
Vorlage:PersonZelle Darry Cowl, Sophie Hardy, Aurélien Wiik Ein Jugendlicher trifft bei seinen Großeltern zum Essen ein, muss ihnen aber eine Besorgnis erregende Nachricht zukommen lassen. 5’53
Quand j’étais petit Vorlage:PersonZelle Vorlage:PersonZelle Antoine du Merle, Michèle Garcia, Pascal Daubias, Julie Urtado-Guiraud Surrealistischer Film über das Thema Drogen, gesehen mit den Augen eines Kindes. 4’10
La rampe Vorlage:PersonZelle Vorlage:PersonZelle Claude Jade, Jean Allain, Hugo Mayer, Cécile Bodis, Marianne Liechty Da der Fahrstuhl besetzt ist, muss eine elegante Frau mittleren Alters unter den Blicken ihrer Nachbarn die Treppe nehmen. In ihrer Tasche verbirgt sie ihr Geheimnis. 5’54
Speed ball Vorlage:PersonZelle Vorlage:PersonZelle Manuel Blanc, Enrico Mattaroccia, Jean-Pierre Jacovella, Alexandre Pottier, Franck Gourlat Unter der Last, immer der Beste sein zu wollen, greift ein Angestellter eines Flugzeugherstellers zu Kokain. 6’40
T’en as Vorlage:PersonZelle Vorlage:PersonZelle Alexis Smolen, Carmel O’Driscoll, Enrico Mattaroccia, Anne Fassio, Vincent Lecoeur Ein Dealer trifft sich mit seinen Kunden. 3’11
Tube du jour Vorlage:PersonZelle Vorlage:PersonZelle Arianne Mallet, Laurence Côte, Clio Lellouche Ein kleines Mädchen leidet unter Einsamkeit und muss sich gleichzeitig um ihre Mutter kümmern. 4’09

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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