Dreifaltigkeitskirche (Graz)
Die Dreifaltigkeitskirche ist eine römisch-katholische Kirche im ersten Grazer Gemeindebezirk Innere Stadt. Sie liegt zwischen dem Schloßbergplatz und dem Murkai in der Sackstraße. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz (Vorlage:BDA Objekt Ref/Wd Impl).
An die Kirche sind im Nordwesten ein Klostergebäude (auf dem Gelände des ehemaligen Ursulinenklosters) und ein Schulgebäude (heute Schwester Klara Fietz Volksschule)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Schwester Klara Fietz Volksschule ( vom 7. März 2011 im Internet Archive)</ref> der Grazer Schulschwestern angeschlossen.
Geschichte
Der Bau der ursprünglich Ursulinenkirche genannten Kirche wurde von 1694 bis 1704 durch Bartholomäus Ebner für den Schwesternorden der Ursulinen errichtet. Die Klostergründung wurde 1686 durch Kaiser Leopold I. genehmigt. Am Standort, wo heute die Dreifaltigkeitskirche steht, befand sich früher der ehemalige Stadtgraben. Für den Klosterkomplex wurden zwischen 1687 und 1694 fünf Häuser des zweiten Sacks angekauft und abgerissen. Nach der Errichtung einer Totenkapelle (1694/95) kam es 1696 zur Grundsteinlegung. Die Pläne für den Bau Ursulinenklosters, der von 1700 bis 1722 andauerte, stammten von Anton Leithner. Die Weihe des Sakralbaus fand 1704 statt und wurde von Fürstbischof Franz Anton Adolph von Wagensperg durchgeführt.
Das Kloster der Ursulinen blieb zur Zeit der Josephinischen Reformen aufgrund der Lehrtätigkeit der Schwestern von der Auflösung verschont. Der Gebäudekomplex ging im Jahr 1900 in den Besitz des Franziskanerinnen-Institut der Schulschwestern zu Graz, heute Kongregation der Franziskanerinnen von der Unbefleckten Empfängnis, über, wobei die Ursulinen in den neu erbauten Konvent in die Leonhardstraße übersiedelten. Das 1699 fertiggestellte Benefiziatenhaus wurde ebenfalls 1900 abgebrochen. Die Dreifaltigkeitskirche blieb vor Veränderungen verschont.<ref>Schweigert: Dehio Graz. S. 31.</ref>
Die Kirche ist heute der Pfarre Graz-Mariä Himmelfahrt (Franziskanerkirche) unterstellt, die von den Franziskanern betreut, und gehört zum Dekanat Graz-Mitte der Stadtkirche Graz.
Architektur und Gestaltung
Die Kirche wurde im Stil des italienischen Barocks errichtet und entspricht dem Typus einer Wandpfeilerkirche (wie die Jesuitenkirche Il Gesù in Rom). Sie zeichnet sich jedoch durch einen Übergang von der welschen zur heimischen Bautradition aus und ist so ein typischer Vertreter des sogenannten Habsburgerbarock, einer Ausprägung des süddeutsch-österreichischen Barock. Die Frontfassade ist durch monumentale Säulen, ein Kranzgesims und einem Halbkreisgiebel mit seitlichen Voluten geprägt. Über dem Portal befindet sich eine Plastik des Erzengels Michael im Harnisch mit der Seelenwaage des Jüngsten Gerichts. In den seitlichen Nischen stehen die Statuen von Maria und Josef. Der Giebel wird von einer Darstellung der Heiligen Dreifaltigkeit dominiert, mit Gottvater und Jesus Christus im Mittelpunkt. Darüber wird der Heilige Geist in Form einer Taube aus Stuck gezeigt. Ein schlanker hölzerner Dachreiter mit einem Zwiebeldach schließt den Giebel auf der Murseite ab.
2018 wurde die Fassade der Kirche restauriert und dabei deren ursprüngliche, weiße Farbgebung wiederhergestellt.<ref>Zottmann Restaurierungswerkstatt: Dreifaltigkeitskirche Graz. 3. August 2018, abgerufen am 8. April 2022.</ref>
Der Kircheninnenraum verfügt über eine einheitliche Barockausstattung. Der überwölbte Kirchenraum wird von Seitenkapellen mit Emporen begleitet. Der Hochaltar ist mit einer weiteren Darstellung der Dreifaltigkeit versehen. Zwischen den Säulen befinden sich Plastiken der vier Kirchenväter: Gregor der Große, Hieronymus, Ambrosius und Augustinus. Die kantige und damit für das Barock ungewöhnliche Kanzel wurde von der Fürstin von Eggenberg gestiftet. Das Schalldach wird von einer Halbfigur Gottvaters gekrönt. Am mittleren südseitigen Seitenaltar befindet sich ein Bild der heiligen Ursula, der Namensgeberin des Ursulinenordens.
Literatur
- Alois Kölbl, Wiltraud Resch: Wege zu Gott. Die Kirchen und die Synagoge von Graz. 2., erweiterte und ergänzte Auflage. Styria, Graz/Wien 2004, ISBN 3-222-13105-8, S. 104–106.
- Horst Schweigert: Graz (= Die Kunstdenkmäler Österreichs. = Dehio-Handbuch Graz. = Dehio Graz.). Neubearbeitung. Schroll, Wien 1979, ISBN 3-7031-0475-9, S. 31–33.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />
Innere Stadt: Dom | Antoniuskirche | Dreifaltigkeitskirche | Franziskanerkirche | Katharinenkirche | Stadtpfarrkirche | Stiegenkirche
Linkes Murufer: Barackenkirche Graz-Liebenau | Bruder-Klaus-Kirche | St. Christoph | Kirche Christus der Auferstandene | Erlöserkirche im Landeskrankenhaus | Ev. Erlöserkirche (Liebenau) | Grabenkirche | Ev. Heilandskirche | Kirche Heilige Familie | Herz-Jesu-Kirche | Ev. Johanneskirche | Josefkirche | Karmelitenkirche Maria Schnee | Karmelitinnenkirche zum hl. Josef | Kreuzschwesternkirche | Leechkirche | Leonhardkirche | Basilika Mariatrost | Mariagrüner Kirche | Maria-Verkündigungskirche | Mater Dolorosa | Münzgrabenkirche | St. Paul (Liebenau) | St. Paul (Waltendorf) | St. Peter | Pfarrkirche St. Veit Salvatorkirche | Ulrichsbrunn
Rechtes Murufer: Allerheiligenkirche | Altersheimkirche | Altkatholische Kirche | Andräkirche | Annakirche Graz-Gösting | Anstaltskirche Hl. Kreuz im LKH Graz II Standort Süd | Barmherzigenkirche | Kirche der Barmherzigen Schwestern | Bürgerspitalkirche | Cholerakapelle | Christkönigskirche (Raach) | Pfarrkirche Christkönig (Wetzelsdorf) | Ev. Christuskirche | Kirche Don Bosco | Elisabethinenkirche | Elisabethkirche | Florianikirche | Kirche zum gekreuzigten Heiland | Burgkapelle Gösting | Klosterkirche der Guten Hirtinnen | Johanneskirche | Kirche Johann und Paul | Kalvarienbergkirche | Karlauerkirche | Ev. Kreuzkirche | St. Leopold | St. Lukas | Mariahilferkirche | Maria im Elend zu Straßgang | Schlosskirche St. Martin | Rupertikirche | Lazaristenkirche | Schulschwesternkirche | Schutzengelkirche | Synagoge | Vierzehn-Nothelfer-Kirche | Vinzenzkirche | Welsche Kirche
Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang
Pfarrkirchen: Graz-Hl. Blut (Propstei-, Haupt- und Stadtpfarrkirche) | Graz-Hlgst. Dreifaltigkeit | Graz-Herz Jesu •|• Graz-Dom Hl. Ägidius (Dompfarre, Kathedrale Graz-Seckau) | Graz-St. Andrä •|• Graz-Mariä Himmelfahrt (Franziskanerkirche) | Graz-Mariä Mariahilf
Lokalkaplaneien, Rektorate, Seelsorgestellen, Kuratbenefizien, Benefizien: Hl. Geist (Bürgerspitalkirche) •|• Hl. Laurentius (Elisabetinenkirche) | Hl. Paulus (Stiegenkirche) •|• Mariä Himmelfahrt (Leechkirche, Universitätskirche) | Mariä Verkündigung (Barmherzigenkirche, Garnisonskirche)
Filialkirchen: Ss. Trinitatis bei den Franziskanerinnen •|• Hl. Antonius von Padua | Hl. Katharina im Mausoleum | Hl. Lukas
Messkapellen, Kapellen: Hlgst. Dreifaltigkeit (Bischöfliche Hauskapelle) •|• Hl. Antonius bei den Franziskanern | Hl. Barbara im Dom | Hl. Barbara im Domherrenhof | Hl. Bonaventura (Taufkapelle, Triebenegg’sche Gruftkapelle) | Hl. Jakobus bei den Franziskanern | Hl. Johannes Baptist im Joanneum | Hl. Josef bei den Franziskanern | Hl. Rafael im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder | Hl. Romuald im Dom •|• Unbefleckte Empfängnis im Priesterseminar | Mariahilf bei den Minoriten (Schatzkammerkapelle) | Mariä Himmelfahrt im Landhaus | Loretokapelle in der Barmherzigenkirche •|• Kapelle im Aloisianum | Friedrichskapelle im Dom | Kapelle im John Ogilvie Haus
Ordensniederlassungen: Provinzhaus der Schulschwestern (Franziskanerinnen) FIC | Franziskanerkloster OFM | Minoritenkonvent Mariahilf OFMConv | Konvent/Postulantat der Barmherzigen Brüder OH | Elisabethinenkonvent OSE | John Ogilvie Haus der Jesuiten SJ
Koordinaten: 47° 4′ 22,4″ N, 15° 26′ 8,7″ O
{{#coordinates:47,072875|15,435747222222|primary
|dim=250
|globe=
|name=
|region=AT-6
|type=building
}}
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:österreichbezogen
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Filialkirche in der Diözese Graz-Seckau
- Kirchengebäude in Graz
- Dekanat Graz-Mitte
- Innere Stadt (Graz)
- Erbaut in den 1700er Jahren
- Barockbauwerk in der Steiermark
- Barocke Kirche
- Wandpfeilerkirche in Österreich
- Dreifaltigkeitskirche
- Franziskanerkirche
- Baudenkmal (Steiermark)