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Dorota Masłowska

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Datei:Dorota Maslowska 2018 02.jpg
Dorota Masłowska im Jahre 2018

Dorota Masłowska (* 3. Juli 1983 in Wejherowo, Polen) ist eine polnische Schriftstellerin, Dramatikerin, Feuilletonistin und Musikerin.<ref name="onet-2002-11-05">Dorota Masłowska. In: Onet Kultura. 5. November 2002, abgerufen am 20. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="onet-2014-04-22">"Prezydent": nowy klip Doroty Masłowskiej i Mistera D. In: Onet Kultura. 22. April 2014, abgerufen am 20. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Zu ihren Büchern gehören Wojna polsko-ruska pod flagą biało-czerwoną, Paw królowej, Inni ludzie und Magiczna rana.<ref name="onet-2002-11-05" /><ref name="onet-2006-10-01">Nike dla Doroty Masłowskiej. In: Onet Kultura. 1. Oktober 2006, abgerufen am 20. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="onet-2020-02-06">"Inni ludzie". Padł pierwszy klaps na planie ekranizacji książki Doroty Masłowskiej. In: Onet Kultura. 6. Februar 2020, abgerufen am 20. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="newsweek-2024-09-10">Masłowska powraca. "W Szwajcarii moja polskość szczególnie się we mnie aktywowała". In: Newsweek Polska. 10. September 2024, abgerufen am 20. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Leben

Dorota Masłowska wurde am 3. Juli 1983 in Wejherowo geboren und ist die Tochter einer Ärztin und eines Seemanns.<ref name="onet-2002-11-05" /> Masłowska wuchs in Wejherowo auf und begann nach dem Abitur ein Psychologiestudium an der Universität Danzig, wechselte aber bald nach Warschau, um Kulturwissenschaft zu studieren.<ref name="onet-2002-11-05" /> Zwischenzeitlich lebte sie in Krakau, kehrte aber dann nach Warschau zurück, dessen Stadtteil Praga sie in ihrem zweiten Buch beschreibt. Sie lebte mehrere Jahre in Warschau, zog 2009 nach Berlin und wurde auch als „Warschauerin aus Überzeugung“ beschrieben.<ref name="onet-2002-11-05" /><ref name="dziennik-2023-06-07">"Mam tak samo jak ty", czyli Masłowska warszawianką. Co znajdziemy w felietonach? In: Dziennik.pl. 7. Juni 2023, abgerufen am 20. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im September 2004 kam ihr erstes Kind zur Welt.

Werk

Ihren Debütroman Wojna polsko-ruska pod flagą biało-czerwoną (2002) schrieb sie im Alter von 18 Jahren während des Abschlussjahres am Liceum. Im Alter von 19 Jahren erschien ihr Debütroman Wojna polsko-ruska pod flagą biało-czerwoną, der zum Bestseller wurde.<ref name="onet-2002-11-05" /> Der Roman (wörtlich: Polnisch-russischer Krieg unter weiß-rotem Banner) wurde in die wichtigsten europäischen Sprachen übersetzt. Er beschreibt – oder karikiert – den Alltag und die Perspektivlosigkeit von Jugendlichen im post-kommunistischen Polen. Kritiker lobten insbesondere den mit reichlich Jugendslang angereicherten Erzählstil. So verglich eine Rezension der tageszeitung ihn mit Irvine Welshs Trainspotting oder J.D. Salingers Der Fänger im Roggen. Das Buch rief allerdings auch kritische Stimmen hervor. Für den Roman erhielt sie 2003 den Paszport Polityki.<ref name="onet-2002-11-05" />

2005 veröffentlichte Masłowska ihr zweites Buch Paw królowej, mit dem sie die Kritik spaltete. Der Titel ist ein Wortspiel – er kann „Der Pfau der Königin“, aber auch „Die Kotze der Königin“ bedeuten. Die deutsche Übersetzung erschien im Juni 2007 unter dem Titel Die Reiherkönigin. Man warf der Autorin vor, sie schäume vor Zynismus, irritiere ob ihrer Hässlichkeit und Dummheit und rufe mit ihrer aggressiven Sprache sowie der Abwesenheit jeglicher erzählerischer Stringenz nur Abneigung hervor (Wprost), schränkte aber ein, das neue Buch sei nicht schlechter als das erste. Es sei so giftig wie verzweifelt (Tygodnik Powszechny). Paw Królowej ist in Versen nach Art eines Hip-hop-Songs geschrieben. Die Autorin seziert und persifliert darin die polnische Gegenwartssprache. Ähnlich wie sein Vorgänger malt auch Paw królowej ein düsteres Bild des heutigen Polen. Für ihren zweiten Roman Paw królowej bekam sie 2006 die Nagroda Literacka Nike.<ref name="onet-2006-10-01" />

Nach einer siebenjährigen Prosa-Pause veröffentlichte sie 2012 den Roman Kochanie, zabiłam nasze koty.<ref name="newsweek-2012-10-01">Dorota Masłowska: Polska do mnie nie mówi. In: Newsweek Polska. 1. Oktober 2012, abgerufen am 20. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 2024 kehrte sie nach sieben Jahren mit Magiczna rana zur Prosa zurück; 2025 wurde das Buch für die Nagroda Literacka Nike nominiert.<ref name="newsweek-2024-09-10" /><ref name="onet-2025-10-05">Nagroda Literacka "Nike" 2025 przyznana. Werdykt nie zaskakuje. In: Onet Kultura. 5. Oktober 2025, abgerufen am 20. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 2026 erschien die deutsche Übersetzung von Magiczna rana unter dem Titel Im Paradies.<ref name="taz-2026-03-20">Polnischer Roman von Dorota Masłowska: Bitte ekeln Sie sich nicht. In: taz.de. 20. März 2026, abgerufen am 20. März 2026.</ref><ref>deutschlandfunkkultur.de: Dorota Masłowska blickt im Roman „Im Paradies“ kritisch auf die polnische Gesellschaft (Rezension). 8. Februar 2026, abgerufen am 9. März 2026.</ref>

Theater, Feuilleton und Musik

2006 veröffentlichte Masłowska ihr erstes Bühnenstück, Dwoje biednych Rumunów mówiących po polsku (deutsch: Zwei arme, Polnisch sprechende Rumänen), das bei einer szenischen Lesung im Warschauer Theater „TR Warszawa“ vorgestellt wurde. Im Theater profilierte sie sich mit Texten wie Dwoje biednych Rumunów mówiących po polsku und Między nami dobrze jest.<ref name="rp-2008-12-21">Dorota Masłowska – dramaturg nr 1. In: Rzeczpospolita. 21. Dezember 2008, abgerufen am 20. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ihr aktuellstes Stück ist Między nami dobrze jest (Wir kommen gut klar mit uns), eine Auftragsarbeit für das TR Warszawa und die Schaubühne am Lehniner Platz. Es wurde erstmals 2009 beim „Internationalen Autorenfestival zu Identität und Geschichte“ in Berlin aufgeführt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Programm des Festivals (Memento vom 18. Dezember 2016 im Internet Archive) (PDF; 197 kB)</ref>

Masłowska schrieb Kolumnen für die Zeitschrift Przekrój, veröffentlicht unter dem Titel Dziennik z krainy pazłotka, sowie Literaturrezensionen für eine Beilage der Gazeta Wyborcza, die Wysokie Obcasy (Hohe Absätze). Mit Mam tak samo jak ty legte sie 2023 einen weiteren Feuilletonband vor.<ref name="dziennik-2023-06-07" /> 2014 veröffentlichte sie unter dem Pseudonym Mister D das Album Społeczeństwo jest niemiłe.<ref name="onet-2014-04-22" />

Adaptionen und Einfluss

Beide Romane wurden vielfach auf die Bühne gebracht. Inszenierungen auf der Grundlage von Wojna polsko-ruska realisierten Agnieszka Lipiec-Wróblewska (2003, Teatr Wybrzeże in Danzig) und Paweł Niczewski (2005, Piwnica przy Krypcie in Stettin), sowie nach Paw królowej Łukasz Kos (2006, Państwowa Wyższa Szkoła Filmowa, Telewizyjna i Teatralna im. Leona Schillera in Lodz), Jacek Papis (2006, Teatr Wytwórnia in Warschau) und Krzysztof Jaworski (2006, Teatr Ludowy in Krakau). 2020 begannen die Dreharbeiten zu Inni ludzie; zuvor waren bereits Wojna polsko-ruska pod flagą biało-czerwoną und Między nami dobrze jest für den Film adaptiert worden.<ref name="onet-2020-02-06" /> Der Roman Wojna polsko-ruska wurde 2009 von Xawery Żuławski verfilmt.

Von Dorota Masłowska wurden zum Beispiel Agnieszka Drotkiewicz und Mirosław Nahacz beeinflusst.

Preise

  • 2001: Preis der Zeitschrift Twój Styl im Wettbewerb Tagebücher
  • 2002: Preis „Złote Pióro Sopotu“
  • 2003: Paszport Polityki, Preis der Wochenzeitung Polityka für ihren „originellen Blick auf die polnische Realität sowie einen schöpferischen Umgang mit der Alltagssprache“.<ref name="onet-2002-11-05" />
  • 2003: Nominierung für den Nike-Literaturpreis
  • 2005: Deutscher Jugendliteraturpreis
  • 2006: Nike für das Jahr 2005 (Paw królowej)<ref name="onet-2006-10-01" />
  • 2020: Samuel-Bogumil-Linde-Preis, zusammen mit Dea Loher
  • 2023: polnischer Kulturpreis Paszport Polityki in der Kategorie Kulturschaffende
  • 2025: Nominierung für die Nagroda Literacka Nike (Magiczna rana)<ref name="onet-2025-10-05" />

Werke

  • 2002: Wojna polsko-ruska pod flagą biało-czerwoną. Lampa i Iskra Boża, Warschau 2002, ISBN 83-86735-87-2 (deutsch: Schneeweiß und Russenrot. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2004, ISBN 3-462-03376-X, übersetzt von Olaf Kühl)
  • 2005: Paw królowej. Lampa i Iskra Boża, Warschau 2005, ISBN 83-89603-20-9 (deutsch: Die Reiherkönigin. Ein Rap. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2007, ISBN 978-3-462-03778-4, übersetzt von Olaf Kühl)
  • 2006: Dwoje biednych Rumunów mówiących po polsku. Drama (veröffentlicht in der Anthologie TR/PL, herausgegeben von TR Warszawa)
  • 2008: Między nami dobrze jest. (deutsch: Wir kommen gut klar mit uns) – Drama, Lampa i Iskra Boża, Warschau 2008, ISBN 978-83-89603-60-9
  • 2012: Kochanie, zabiłam nasze koty. – Roman, Noir sur Blanc, Warschau 2012, ISBN 978-83-7392-393-5 (deutsch: Liebling, ich habe die Katzen getötet. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2015, ISBN 978-3-462-04719-6, übersetzt von Olaf Kühl)
  • 2018: Inni ludzie. – Roman, Literackie, Krakau 2018, ISBN 978-8-308-06510-5 (deutsch: Andere Leute. Rowohlt Berlin, Berlin 2019, ISBN 978-3-7371-0072-4, übersetzt von Olaf Kühl)
  • 2022: Bowie w Warszawie. – Roman, Literackie, Krakau 2022, ISBN 978-8-308-07455-8 (deutsch: Bowie in Warschau. Rowohlt Berlin, Berlin 2022, ISBN 978-3-7371-0164-6, übersetzt von Olaf Kühl)
  • 2024: Magiczna rana. – Roman, Karakter, Krakau 2024, ISBN 978-83-68059-17-5 (deutsch: Im Paradies. Rowohlt Berlin, Berlin 2026, ISBN 978-3-7371-0235-3, übersetzt von Olaf Kühl)<ref>deutschlandfunkkultur.de: Dorota Masłowska blickt im Roman „Im Paradies“ kritisch auf die polnische Gesellschaft (Rezension). 8. Februar 2026, abgerufen am 9. März 2026.</ref>

Literatur

  • Wie Orgasmus, nur schlimmer. In: Der Spiegel. Nr. 24, 2008 (online – über die Aufführung ihres ersten Stückes Zwei arme Polnisch sprechende Rumänen in Wien).
  • Dorota Masłowska in: Internationales Biographisches Archiv 46/2009 vom 10. November 2009, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)

Weblinks

Commons: Dorota Masłowska – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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