Dmytro Kljatschkiwskyj
Dmytro Semenowytsch Kljatschkiwskyj ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); * 4. November 1911 in Zbaraż, Galizien, Österreich-Ungarn; † 12. Februar 1945 in Orschiw, Ukrainische SSR) war ein nationalistischer ukrainischer Politiker und Kommandeur bei der Ukrainischen Aufstandsarmee, einer ukrainischen Partisanenorganisation während des Zweiten Weltkriegs. Er verwendete unter anderem auch den Decknamen „Klym Sawur“ (ukrainisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)).<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Клячківський Дмитро. ( vom 27. Juni 2012 im Internet Archive) auf: oun-upa.org.ua</ref> Von polnischen und amerikanischen Historikern wird Kljatschkiwskyj maßgeblich für Massaker und ethnische Säuberungen an Polen in Wolhynien verantwortlich gemacht.<ref>Matthew J. Gibney, Randall A. Hansen: Immigration and Asylum: From 1900 to the Present. Band 1, ABC-Clio, Santa Barbara 2005, ISBN 1-57607-796-9, S. 205.</ref><ref>Tadeusz Piotrowski: Genocide and Rescue in Wołyń: Recollections of the Ukrainian Nationalist Ethnic Cleansing Campaign Against the Poles During World War II. McFarland, Jefferson 2000, ISBN 0-7864-0773-5, S. 187.</ref>
Leben
Dmytro Kljatschkiwskyj wurde am 4. November 1911 in der ostgalizischen Kleinstadt Zbaraż geboren, damals noch Teil Österreich-Ungarns. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Ostgalizien zunächst von der neuentstandenen Westukrainischen Volksrepublik beansprucht. Nach deren Zerschlagung wurde die Region aber Teil des wiedererrichteten polnischen Staates. Der polnisch-ukrainische Konflikt spitzte sich vor dem Hintergrund einer kulturell repressiven Innenpolitik in Polen seit den 1920er-Jahren immer mehr zu. Ukrainer stellten in Ostgalizien die Bevölkerungsmehrheit, insbesondere unter der Landbevölkerung und waren sozial benachteiligt.
Kljatschkiwskyj studierte an der Universität Lemberg Rechtswissenschaften. Schon bald schloss er sich auch der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) an. Gleichzeitig diente er in der Polnischen Armee und arbeitete anschließend in verschiedenen Verwaltungsposten in Stanisławów. Bereits 1937 wurde er zeitweise von der polnischen Polizei wegen seines Engagements in der OUN festgenommen.
Nach dem Überfall auf Polen des Deutschen Reichs und der sowjetischen Besetzung Ostpolens wurde Kljatschkiwskyj, bekennender ukrainischer Nationalist, vom sowjetischen NKWD in Lemberg inhaftiert.<ref>Luba Komar: Scratches on a Prison Wall: A Wartime Memoir. iUniverse, New York / Bloomington 2009, ISBN 1-4401-5848-7, S. 221.</ref> Er wurde zunächst zum Tode verurteilt, die Strafe wurde dann auf 10 Jahre Haft abgemildert. Kljatschkiwskyj gelang noch 1941 die Flucht aus einem Gefängnis in Berditschew.
Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion konnte Kljatschkiwskyj offener agieren und war ab 1942 regionaler Leiter der OUN im deutsch besetzten Lemberg. Ab 1943 war er Kommandeur der Ukrainischen Aufstandsarmee, des militärischen Arms der OUN. Die Ukrainische Aufstandsarmee arbeitete zeitweise auch mit den deutschen Besatzern zusammen, kämpfte aber teils auch gegen diese.
Als Leiter der Ukrainischen Aufstandsarmee in Wolhynien gab Kljatschkiwskyj Befehle zur ethnischen Säuberung und gezielten Tötung polnischer Zivilbevölkerung in Galizien und Wolhynien. Von einigen Historikern wird er sogar als Initiator der Pogrome gegen in Galizien lebende Polen gesehen. Der polnische Historiker Władysław Filar erklärte, in den Archiven des ukrainischen Geheimdienstes SBU eindeutige Beweise gefunden zu haben, die Kljatschkiwskyj als Hauptverantwortlichen der Massaker gegen die polnische Zivilbevölkerung zeigen.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Antypolskie akcje nacjonalistów ukraińskich.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 16. Juli 2013.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Nach dem renommierte deutschen Historiker Grzegorz Rossoliński-Liebe, hätten nach der Inhaftierung Banderas in Berlin und Sachsenhausen Kljatschkiwskyj, Roman Schuchewytsch, Mykola Lebed und anderen die Leitung der OUN-B/UPA übernommen und die Morde direkt vor Ort angeordnet und die „Säuberung“ der Westukraine koordiniert.<ref>Grzegorz Rossoliński-Liebe: Verflochtene Geschichten. Stepan Bandera, der ukrainische Nationalismus und der transnationale Faschismus, bpb, 2017</ref>
Am 12. Februar 1945 starb Kljatschkiwskyj im Alter von 33 Jahren in der Nähe von Orschiw während eines Gefechts mit dem sowjetischen NKWD.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />ЯК ЗАГИНУВ І ДЕ ПОХОВАНИЙ КЛИМ САВУР. ( vom 30. März 2012 im Internet Archive) auf: oun-upa.org.ua</ref><ref>Wolodymyr Kowaltschuk: Скільки ж солдатів було в УПА? Секрети розкриває Клим Савур. In: Istorytschna Prawda. 3. Dezember 2010.</ref>
Rolle
Die Rolle und Betrachtung Kljatschkiwskyjs ist heute sehr umstritten. Von polnischer und ausländischer Seite werden immer wieder Kljatschkiwskyjs Beteiligungen an Kriegsverbrechen und ethnischen Säuberungen betont. Innerhalb der Ukraine selbst erfuhr er, innerhalb bestimmter politischer Kreise, jedoch auch eine gewisse Würdigung, insbesondere für sein Engagement für ukrainische Belange. In mehreren ukrainischen Städten finden sich heute Denkmäler Kljatschkiwskyjs.
Die ukrainische Stadt Ternopil erklärte das Jahr 2011 gar zu einem Gedenkjahr für Klym Sawur (Deckname Kljatschkiwskyjs) und Jewhen Konowalez.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Rok Sawura na Tarnopolszczyźnie. ( des Vorlage:IconExternal vom 14. Juli 2014 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf: stary.naszdziennik.pl</ref>
Siehe auch
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kljatschkiwskyj, Dmytro |
| ALTERNATIVNAMEN | Sawur, Klym; Клячківський, Дмитро (ukrainisch); Савур, Клим (ukrainisch) |
| KURZBESCHREIBUNG | nationalistischer ukrainischer Politiker und Kommandeur bei der Ukrainischen Aufstandsarmee |
| GEBURTSDATUM | 4. November 1911 |
| GEBURTSORT | Zbaraż, Galizien, Österreich-Ungarn |
| STERBEDATUM | 12. Februar 1945 |
| STERBEORT | Orschiw bei Riwne |
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