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Diedersdorf (Vierlinden)

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Diedersdorf
Gemeinde Vierlinden
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(312)&title=Diedersdorf 52° 31′ N, 14° 20′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(312) 52° 30′ 40″ N, 14° 19′ 44″ O
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Höhe: 43 m
Fläche: 11,94 km²
Einwohner: 312 (2008)[Ohne Beleg]Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/NoEinwQuelle
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 15306
Vorwahl: 03346
Lage von Diedersdorf in Brandenburg

Diedersdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Vierlinden im Brandenburger Landkreis Märkisch-Oderland. Der Ortsteil besteht heute aus den bewohnten Gemeindeteilen Diedersdorf und Waldsiedlung.

Geographische Lage und Topographie

Datei:DEU-BB-MOL-Vierlinden-Diedersdorf - Badestelle am Weinbergsee (16).jpg
Badestelle am Weinbergsee

Der Ort liegt an der Bundesstraße 1 südwestlich von Seelow, die Berlin mit der Polnischen Grenze verbindet. Der Ort liegt im Landschaftsschutzgebiet Seenkette des Platkower Mühlenfließes / Heidelandschaft Worin, der Platkower Mühlenfließ, hier zumeist nur Fließ genannt, durchströmt den Ort. Er durchfließt im Ort den Halbesee und ist über Gräben auch mit dem Weinbergsee verbunden.

Geschichte

Datei:DEU-BB-MOL-Vierlinden-Diedersdorf - Dorfkirche (29).jpg
Grabdenkmal Ludwig von Seidels (* 1851; † 1933) auf dem Kirchfriedhof. 2015.

Der Ort wurde 1253 erstmals urkundlich als Villam Didriksdorf erwähnt. 1412 werden die von Pfuel mit dem Ort durch Friedrich I. belehnt.<ref>Siegmund Wilhelm Wohlbrück: Geschichte des ehemaligen Bisthums Lebus und des Landes dieses Nahmens. Band 2. Selbstverlag, Berlin 1829-01-01, S. 110.</ref> 1598 gab es im Dorf eine Kirche, drei Rittersitz-Güter und auch eine Wassermühle. 1748 kaufte Kriegsrat Carl Gottlob von Cuno (versch. Schreibweisen) das Rittergut in Diedersdorf und wurde ebenso Patron der Kirchengemeinde.<ref>Ober-Tribunal-Räthe: Decker, Voswinckel, Heinsius (Hrsg.): Entscheidungen des Königlichen Ober-Tribunals. Band 51, Der fünften Folge Erster Band, №. 36, Carl Heymanns Verlag (A. E. Wagner), Berlin 1864, S. 288.</ref> 1792 verkaufte er es an den Amtsrat Carl Friedrich Lehmann, Generalpächter des Amtes Wollup, für 72.000 Taler.

Im Jahre 1876 kaufte der Fabrikbesitzer Ludwig Seidel aus Berlin das 920-ha-Rittergut.<ref>Vgl. P. Ellerholz, H. Lodemann, H. von Wedell: General-Adressbuch der Ritterguts- und Gutsbesitzer im Deutschen Reiche. 1. Band: Das Königreich Preussen, Lfg. 1: Die Provinz Brandenburg. Nicolaische Verlags-Buchhandlung R. Stricker, Berlin 1879, S. 58–59, doi:10.18452/377 (Digitalisat). Reprint: ISBN 3-226-00787-4.</ref> Bald wurde Seidel zum Amtsvorsteher-Stellvertreter ernannt.<ref>Amts-Blatt der Königl. Preuß. Regierung zu Frankfurt ª/O. Stück 25-1885, Trowitzsch & Söhne, Frankfurt a. O., 24. Juni 1885, S. 172.</ref> Während Seidel regionalpolitisch aktiv wurde, sogar die Deutsche Versuchs-Anstalt für Handfeuerwaffen unterstützt,<ref>Karl Brandt: Zwinger u. Feld. Illustrirte Wochenschrift für Jägerei, Hundezüchtung, Schiesskunst, Fischerei und Reitsport. Osterode/Sangerhausen, den 20. März 1897, S. 252.</ref> standesgemäß zur Jagd einlud und in mehreren Fachverbänden Mitglied wurde, unterstützte seine Ehefrau Margarete geb. Veit die Einrichtung eines Wöchnerinnenheims im südwestafrikanischen Windhoek.<ref>Hubert Henoch: Deutsche Kolonialzeitung. Organ der deutschen Kolonialgesellschaft. [1906]. 23. Jahrgang, Nr. 39, Berlin, 29. September 1906, S. 382 f.</ref> 1898 wurde Ludwig Seidel-Diedersdorf Politiker und in den Preußischen Landtag gewählt.<ref>Handbuch über den Königlich Preußischen Hof und Staat für das Jahr 1899. R. (L.). v. Decker G. Schenck, Berlin 15. Dezember 1898, S. 214.</ref> 1909 wurde Seidel, zu Berlin, in den Preußischen Adelsstand erhoben.<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1910. Vierter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1909, S. 738 f.</ref>

Um 1914 betrug die Fläche des Rittergutes Diedersdorf mit den Vorwerken Albertinenhof, Hedwigshof und Margaretenhof 1341 ha. Hinzu kam an Besitz das dazugehörigen Rittergut Obergörsdorf mit 325 ha sowie Einzelflächen von 28 ha. Verwalter war damals Hr. Redlich.<ref>Ernst Seyfert: Güter-Adreßbuch für die Provinz Brandenburg. [1914]. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe über 20 ha. Nach amtlichen Angaben. Handbuch der Königlichen Behörden. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 2. Auflage, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914, S. 284–285.</ref> 1928 hieß der Gutsverwalter Bruno Siebner, Gesamtgröße 1078 ha, davon 536 ha Forsten. Der letzte Besitzer<ref>Vgl. Ernst Seyfert, Hans Wehner, Alexander Haußknecht, Ludwig Hogrefe: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe der Provinz Brandenburg. [1929]. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe von ca. 20 ha aufwärts, Mit Unterstützung von Staats- und Kommunalbehörden, sowie des Brandenburgischen Landbundes zu Berlin, sowie der Kreislandbünde. Nach amtlichen Quellen und auf Grund direkter Angaben bearbeitet. in: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 4. Auflage, (Letzte Ausgabe-Paul Niekammer-Reihe), Verlag Niekammer’s Adreßbüchern GmbH, Leipzig 1929, S. 233.</ref> ab 1933 bis 1945 war sein zweitjüngster Sohn, der 1886 geborene Major der Landwehr Hans Joachim von Seidel,<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil B (Briefadel). 1942. Vierunddreißigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1941, S. 497 f.</ref> Ehrenritter<ref>Gesamtliste der Mitglieder des Johanniter-Ordens nach dem Stand vom Juni 1953. Eigenverlag, Bonn 1953, S. 110.</ref> des Johanniterordens.

Im Zuge der Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone wurden 38 Neubauernhäuser im Ort gebaut und das Gut enteignet. So erfolgte im Jahr 1953 die Gründung der LPG Diedersdorf / Neuentempel.<ref>Märkische Oderzeitung: Eine 750-Jährige präsentiert sich erfrischend jung. Frankfurt/Oder, vom 29. Juni 2003.</ref>

Die ehemalige Gemeinde schloss sich am 26. Oktober 2003 mit den bis dahin selbständigen Gemeinden Friedersdorf, Marxdorf und Worin zur Gemeinde Vierlinden zusammen.<ref>StBA-Wiesbaden (Hrsg.): Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003.</ref>

Einwohnerentwicklung

Jahr 1875 1890 1910 1925 1933 1946 1993 2000 2006
Einwohnerzahl<ref>Diedersdorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum</ref> 202 223 220 273 228 343 923 395 314

Vorlage:ChartDirektEW

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Datei:DEU-BB-MOL-Vierlinden-Diedersdorf - Dorfkirche (2) (cropped).jpg
Diedersdorfer Kirche
Datei:Gutshaus Diedersdorf 4.JPG
Gutshaus und Gutspark

In der Liste der Baudenkmale in Vierlinden stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale des Ortes Diedersdorf. Dazu gehören:

  • die Dorfkirche in Diedersdorf
  • das Gutshaus und Gutspark
  • an der B 1 ein Halbmeilenstein, bei km 23,3
  • an der B 1 ein Viertelmeilenstein, bei km 21,4
  • an der B 1 ein Viertelmeilenstein, bei km 25,2

Persönlichkeiten

Weblinks

Commons: Diedersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Alt Rosenthal mit Vorwerk | Diedersdorf mit Waldsiedlung | Friedersdorf mit Ludwigslust | Görlsdorf mit Hufen | Marxdorf | Neuentempel mit Hedwigshof | Worin Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein