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Die glorreichen Sieben (1960)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1960
Länge 128 Minuten
Altersfreigabe

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Produktions­unternehmen Mirisch Corporation für United Artists
Stab
Regie John Sturges
Drehbuch William Roberts
Produktion
Musik Elmer Bernstein
Kamera Charles Lang
Schnitt Ferris Webster
Besetzung
Die Sieben:

Weitere Personen:

Synchronisation

Die glorreichen Sieben (Originaltitel The Magnificent Seven) ist ein Western von Regisseur John Sturges, der die Handlung des japanischen Films Die sieben Samurai nach Nordamerika verlegt. US-Kinostart war am 23. Oktober 1960. United Artists brachte ihn am 24. Februar 1961 in die deutschen Kinos. Die glorreichen Sieben fand insgesamt drei Fortsetzungen, die an den Erfolg des Originals aber nicht anknüpfen konnten.

Handlung

Ein armes mexikanisches Dorf wird regelmäßig von einer Banditenbande um den Anführer Calvera bedroht und ausgeraubt. Einige der Dorfbewohner suchen eine Grenzstadt zu den USA auf, um Gewehre für ihre Verteidigung zu kaufen. Sie erfahren dort von dem US-Amerikaner Chris, dass ihnen ohne Kampferfahrung Gewehre nichts nutzen. Er rät ihnen, Männer mit Gewehren für eine bestimmte Zeit zu engagieren. Chris lässt sich für ihre Sache gewinnen und schafft es, mit dem wenigen Geld und Wertgegenständen der Dorfbewohner, weitere fünf fähige Revolvermänner aus den USA für den zu erwartenden Kampf gegen die Banditen zu gewinnen. Ein jugendlicher Heißsporn („Chico“) wird nach einigem Drängen und Wirbel auch noch in die Gruppe aufgenommen. Von der Darstellung und ihrem Auftreten her wirken die Revolvermänner sehr unterschiedlich und scheinen verschiedene Fähigkeiten zu haben, sind sich aber im Kampf ähnlich.

Nach dem Eintreffen im Dorf errichtet die Gruppe zusammen mit den Dorfbewohnern Befestigungen und bildet sie im Gebrauch von Schusswaffen aus. Einen ersten Angriff von Calveras Bande wehren sie erfolgreich ab. Viele der Mexikaner sind jedoch verängstigt und fordern die Sieben auf, das Dorf zu verlassen. Die Gruppe besteht hingegen darauf, den Kampf gegen Calvera weiterzuführen, und versucht, der Bande die Pferde zu stehlen, das Lager ist jedoch leer. Zur selben Zeit konspirieren einige Dorfbewohner mit den Banditen. Als die Sieben wieder im Dorf eintreffen, werden sie von Calvera überrascht und zunächst entwaffnet. Nachdem sie außerhalb des Dorfes freigelassen worden sind, erhalten sie ihre Waffen wieder zurück. Sie verständigen sich darauf, erneut zurückzukehren und zu kämpfen.

Beim letzten Gefecht, an dem sich schließlich auch die Dorfbewohner beteiligen, werden die zahlenmäßig weit überlegenen Banditen besiegt und fast vollständig aufgerieben. Jedoch kommen auch vier der sieben Kämpfer um, nämlich Bernardo O’Reilly, Lee, Harry Luck und Britt. Chris kommentiert den Verlust der Vier mit einem Zitat des Dorfältesten: „Nur die Farmer konnten gewinnen. Wir haben verloren! – Wir verlieren immer!“ Chris und Vin reiten davon. Chico bleibt im Dorf bei Petra, einer jungen Frau, in die er sich verliebt hat.

Filmmusik

Der Soundtrack von Elmer Bernstein wurde von mindestens 19 Labels in unterschiedlichen Zusammenstellungen veröffentlicht.<ref>Übersicht der verschiedenen Soundtracks zum Film, abgerufen am 13. September 2013.</ref> Die ursprüngliche Film-LP enthielt nur 12 Titel. Die bisher vollständigsten Zusammenstellungen auf CD enthalten 23 Titel:

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  1. Main Title And Calvera
  2. Council
  3. Quest
  4. Medley: Strange Funeral / After The Brawl
  5. Vin’s Luck
  6. And Then There Were Two
  7. Fiesta – Elmer Bernstein & his Orchestra
  8. Stalking
  9. Worst Shot
  10. The Journey
  11. Toro
  12. Training
  13. Calvera’s Return
  14. Calvera Routed
  15. Ambush
  16. Petra’s Declaration
  17. Bernardo
  18. Surprise
  19. Defeat
  20. Crossroads
  21. Harry’s Mistake
  22. Calvera Killed
  23. Finale

Besetzung und Synchronisation

Aus den Credits geht hervor, dass der Bekanntheitsgrad der Darsteller zur Zeit der Entstehung ein ganz anderer war als in der Rückschau: Robert Vaughn und Brad Dexter werden vor James Coburn genannt. Die deutsche Synchronfassung entstand bei der Ultra-Film in Berlin.<ref name="synchro">Die glorreichen Sieben. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 28. März 2021.</ref>

Vorlage:Tabellenstile

Die Sieben
Darsteller Figur Synchronsprecher<ref name="synchro" />
Yul Brynner Chris Adams Heinz Giese
Steve McQueen Vin Herbert Stass
Charles Bronson Bernardo O’Reilly Franz Nicklisch
Horst Buchholz Chico Horst Buchholz
Robert Vaughn Lee Rainer Brandt
Brad Dexter Harry Luck Horst Niendorf
James Coburn Britt Friedrich Joloff
Weitere Personen
Darsteller Figur Synchronsprecher<ref name="synchro" />
Eli Wallach Calvera Arnold Marquis
Wladimir Sokoloff Dorfältester Eduard Wandrey
Rosenda Monteros Petra, Chicos Braut Sabine Eggerth
Jorge Martínez de Hoyos Hilario Axel Monjé
Valentin de Vargas Calveras Gefolgsmann Gerd Martienzen
Rico Alaniz Sotero n.n.
Natividad Vacío Miguel n.n.
Robert J. Wilke Wallace (bei Eisenbahn) Knut Hartwig
Whit Bissell Bestatter Chamlee Heinz Petruo
Bing Russell Robert, Henrys Reisegefährte n.n.

Querbezüge

  • Komponist John Barry zitiert die von Elmer Bernstein komponierte Titelmelodie in seiner Filmmusik zum James-Bond-Film Moonraker – Streng geheim.
  • 1998 griff eine amerikanische Fernsehserie das Thema unter dem gleichnamigen Titel in 23 Episoden wieder auf.
  • Im Science-Fiction-Film Westworld (1973) spielte Yul Brynner einen schwarz gekleideten Revolverheld-Androiden im Stil seiner Darstellung aus Die glorreichen Sieben. Die Rolle in Westworld war somit gleichsam eine Hommage, eine Parodie und zugleich eine Nachahmung seiner Rolle in Die glorreichen Sieben.<ref>Jason Newman: Paranoid, Android: How 'Westworld' Pioneered Modern Science Fiction. In: Rolling Stone. 8. Dezember 2014, abgerufen am 8. September 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref></ref><ref></ref>
  • Es gibt ferner eine Kinderbuchreihe von Alfred Weidenmann, die die Bezeichnung Die glorreichen Sieben ebenfalls verwendet.
  • Der Stoff wurde vom Münsterschen Theaterlabel Herz&Mund für das Theater bearbeitet und am 1. Oktober 2004 im Theater im Pumpenhaus in Münster uraufgeführt.
  • Im Werk Der Dunkle Turm von Stephen King (im Teil Wolfsmond) wird ein Bezug zwischen der Hauptgruppe des Buches und den Glorreichen Sieben hergestellt, auch ist „Wir sind Reisende in Blei“ ein wiederkehrender Satz in diesem Buch. Und auch ein Handlungsort – die Calla Bryn Sturgis – ist eine Hommage an Hauptdarsteller und Regisseur.
  • The Clash nahmen 1980 einen gleichnamigen Song auf.
  • In der Episode Die glorreichen Ferengi (The Magnificent Ferengi, Staffel 6, Folge 10) aus der Serie Star Trek: Deep Space Nine finden sich – ähnlich wie in Die glorreichen Sieben – sechs Ferengi zu einer anfangs aussichtslosen Mission zusammen.
  • Der Film Sador – Herrscher im Weltraum ist eine Adaption an das Genre Science-Fiction. Robert Vaughn tritt darin in einer vergleichbaren Rolle auf.
  • Die Band Thunder benannte ihr siebentes Studioalbum in Anlehnung an den Film The Magnificent Seventh.
  • Im Film ¡Drei Amigos! wird die grundsätzliche Handlung adaptiert und persifliert. Hier treten jedoch nur drei Helden wider Willen einer Horde Banditen gegenüber.
  • In Anlehnung an den Film werden die sieben US-Technologiekonzerne Amazon, Apple, Facebook, Google, Microsoft, Nvidia und Tesla als die Glorreichen Sieben bezeichnet.<ref>Die Glorreichen Sieben: Gewinne der US-Tech-Konzerne. Morningstar, August 2024, abgerufen am 22. März 2026.</ref>

Rezeption

Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes (Tomatometer) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)<ref name="rotten tomatoes">Die glorreichen Sieben. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen Format invalid (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), aggregiert aus Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Kritiken).</ref>
Metacritic (Metascore) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)<ref name="metacritic">Die glorreichen Sieben. In: Metacritic. Abgerufen Format invalid (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), aggregiert aus Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Kritiken).</ref>
AllMovie SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol<ref>Vorlage:AllMovie</ref>

Die glorreichen Sieben erhielt ein sehr gutes Presseecho, was sich auch in den Auswertungen US-amerikanischer Aggregatoren widerspiegelt. So erfasst Rotten Tomatoes größtenteils freundliche Besprechungen und ordnet den Film damit als „Verbrieft Frisch“ ein.<ref name="rotten tomatoes" /> Laut Metacritic fallen die Bewertungen im Mittel „Grundsätzlich Wohlwollend“ aus.<ref name="metacritic" />

Joe Hembus merkt an, der Film sei „glorreich besetzt“ und markiere „den Beginn des japanischen Zeitalters im Western“; es bleibe den Helden bei Kurosawa wie bei Sturges nur „der bittere Geschmack der Unbehaustheit“.<ref>Joe Hembus: Western-Lexikon – 1272 Filme von 1894–1975. Carl Hanser Verlag München Wien 2. Auflage 1977. ISBN 3-446-12189-7. S. 244 ff.</ref>

Phil Hardy nennt den Film „einen höchst einflussreichen Western“. Sturges’ Regie betone erfolgreich die Setpiece-Einstellungen, durch die die einzelnen Figuren mit Leben erfüllt würden, jedoch auf Kosten des erzählerischen Flusses.<ref>Phil Hardy: The Encyclopedia of Western Movies. Woodbury Press Minneapolis 1984. ISBN 0-8300-0405-X. S. 276.</ref>

„Gelungene Western-Umsetzung des japanischen Klassikers Die sieben Samurai mit Action, Spannung, Psychologie und einer großen Starbesetzung; der Film wurde immer wieder kopiert – aber nie mehr erreicht.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz: Lexikon „Filme im Fernsehen“<ref>Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz in Lexikon „Filme im Fernsehen“ (Erweiterte Neuausgabe). Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 309–310 (Wertung SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol außergewöhnlich)</ref>

„Schauspielerische Leistungen, phantastische Landschaftsaufnahmen und die aufregenden Kampfszenen machen den Film zu einem Wildwest-Meisterwerk.“

Stern

„Ein spannender Western, der die Folklore geschickt in die rauhe Handlung einfügt, eine exzellente Kameraarbeit aufzuweisen hat und besonders in den Nebenrollen von beachtlichen schauspielerischen Leistungen lebt.“

„Dieser nur anfangs witzige Film des Regisseurs John Sturges zeigt, daß die moralische Aufrüstung des Western zum staatsbürgerlichen Unterricht Fortschritte macht. Während die Colts noch rauchen, werden die Cowboys schon von Zweifeln am Wert ihres Tuns befallen, verbreiten sich über den Segen der heimatlichen Scholle und preisen die Vorzüge eines geordneten Familienlebens. Noch beim Kämpfen finden sie Gelegenheit, abenteuersüchtigen Jugendlichen ins Gewissen zu reden. Neben dem vorwiegend behutet agierenden Glatzkopf Yul Brynner gibt Deutschlands Star-Jugendlicher Horst Buchholz seinen Wildwest-Einstand mit Anstand.“

Der Spiegel Nr. 11 vom 8. März 1961

Die Filmmusik von Elmer Bernstein wurde 1961 für den Oscar nominiert. Das Titelthema gilt bis heute als eine der bekanntesten Western-Filmmusiken überhaupt und wurde später unter anderem auch in der Werbung verwendet. Am bekanntesten wurde dabei die Version für die Zigarettenmarke Marlboro. Die glorreichen Sieben wurde 2013 in das National Film Registry aufgenommen.

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

Vorlage:Filmdaten

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