Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
| Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) | |
|---|---|
| colspan="2" class="notheme" style="text-align: center; padding:1em 0; background-color:#Vorlage:Standardfarbe; color:#202122;" | DLR Logo.svg | |
| Rechtsform | Verein |
| Gründung | 1907, 1969, heutiger Name seit 1997 |
| Sitz | Köln |
| Zweck | Angewandte Forschung und Grundlagenforschung, Weltraumagentur |
| Vorsitz | Anke Kaysser-Pyzalla (seit 1. Oktober 2020) |
| Beschäftigte | 11.786 (2024)<ref name="MAZ">Mitarbeiterzahlen des DLR. Abruf: 09. Februar 2026.</ref> |
| Website | dlr.de |
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) ist das deutsche Forschungs- und Technologiezentrum für Luft- und Raumfahrt. Es betreibt für diese Branchen angewandte und Grundlagenforschung, zudem befasst es sich mit Forschungen zu Energie, Verkehr, Sicherheit und Verteidigung sowie Digitalisierung. Beim DLR ist überdies die Deutsche Raumfahrtagentur angesiedelt. Es agiert ferner national und international als Projektträger.
Das DLR hat seinen Hauptsitz in Köln. Es ist an 30 Standorten in Deutschland mit 51 Instituten und Einrichtungen sowie mit Kompetenzzentren vertreten. Hinzu kommen vier Geschäftsstellen im Ausland. Insgesamt beschäftigt das DLR 11.786 Personen (Stand: 2024).<ref name="MAZ" /> Es kooperiert weltweit mit anderen Forschungseinrichtungen wie der ESA sowie mit der Industrie.
Geschichte
1907 bis 1945
Die Ursprünge der Forschungen zu Luft- und Raumfahrt reichen bis ins Jahr 1907 zurück, als Ludwig Prandtl in Göttingen die Modellversuchsanstalt für Aerodynamik gründete,<ref>Hierzu Trischler: Luft- und Raumfahrtforschung in Deutschland 1900–1970, S. 56–65.</ref> aus der später die Aerodynamische Versuchsanstalt (AVA) hervorging.<ref name="HistLB">Historisches Lexikon Bayerns: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR), abgerufen am 10. Juli 2025.</ref> Weitere bedeutende Vorläufer waren die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL) in Berlin-Adlershof (gegründet 1912), die Deutsche Forschungsanstalt für Luftfahrt in Braunschweig (DFL, 1936 gegründet)<ref>Daniel Jankowski: Ein Ort der Forschung. Die Geschichte der Deutschen Forschungsanstalt für Luftfahrt/Luftfahrtforschungsanstalt Hermann Göring und der Forschungsanstalt für Landwirtschaft bei Braunschweig-Völkenrode zwischen 1936 und 1966. Einert & Krink, Schellerten 2023, ISBN 978-3-947803-07-1, S. 22–61 (Teildigitalisat zur Luftfahrt-Forschung [PDF]).</ref> und das von Max Dieckmann geleitete Flugfunk-Forschungsinstitut Oberpfaffenhofen (FFO, gegründet 1937).<ref>Die Geschichte des DLR-Standorts Oberpfaffenhofen – von 1937 bis 2004, abgerufen am 10. Juli 2025.</ref> Während des Nationalsozialismus waren diese Einrichtungen in die Rüstungsforschung eingebunden und setzten teils Zwangsarbeiter ein.<ref>Für die Jahre 1933 bis 1945 siehe Trischler: Luft- und Raumfahrtforschung in Deutschland 1900–1970, S. 174–283, dort jedoch ohne das Thema der Zwangsarbeit. Für Adlershof einschließlich der Zwangsarbeit dort siehe beispielsweise Bernd-Rüdiger Ahlbrecht, Peter Strunk: 100 Jahre Innovation aus Adlershof. Wiege der deutschen Motorluftfahrt (Adlershofer Geschichten Band 1). Hrsg.: Wista-Management GmbH. Berlin Juni 2009, S. 52–62 (online [PDF]).</ref> Der Vorläufer des Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin war an Menschenversuchen beteiligt, bei denen der Arzt Siegfried Ruff eine zentrale Rolle spielte.<ref>DLR: Siegfried Ruff und die Höhenversuche im KZ Dachau 1942. In: dlr.de. Abgerufen am 11. Juli 2025 (Dort Verweis auf eine weiterführende Studie). Zu diesem Komplex umfassender Andrea Neumann: Wolfgang Lutz, die höhenphysiologischen Experimente im Konzentrationslager Dachau 1942 und deren Auswirkungen auf seine Biographie. Gießen 2014, S. 43–64 (online [PDF] Univ., Diss.).</ref>
1946 bis 1969
Nach dem Zweiten Weltkrieg unterlag die Luftfahrtforschung zunächst alliierten Restriktionen.<ref>Hierzu Trischler: Luft- und Raumfahrtforschung in Deutschland 1900–1970, S. 286–308.</ref> Erst ab den 1950er Jahren begann der Wiederaufbau, insbesondere in Bayern, wo das FFO in die DVL integriert wurde.<ref name="HistLB" />
Seit 1969
Weil die Zersplitterung der Forschungslandschaft<ref name="HistLB" /> trotz starker Beharrungskräfte der Einzelakteure als nicht zukunftsfähig galt, entstand 1969 aus dem Zusammenschluss von DVL, AVA, DFL und weiteren Instituten die Deutsche Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DFVLR).<ref>Hierzu Trischler: Luft- und Raumfahrtforschung in Deutschland 1900–1970, S. 472–499.</ref> 1989 erfolgte die Umbenennung in Deutsche Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DLR), 1997 die Fusion mit der Deutschen Agentur für Raumfahrtangelegenheiten (DARA) zum heutigen DLR.<ref name="HistLB" />
Organisation
Aufgabenbereiche
Die Aufgaben des DLR umfassen drei Bereiche: Zum einen betreibt es Forschung und Entwicklung und ist hier in der angewandten und der Grundlagenforschung aktiv. Inhaltlich beziehen sich diese Tätigkeiten vor allem auf die Luftfahrt, auf die Raumfahrt, aber auch auf Energiefragen, das Verkehrswesen sowie Sicherheits- und Verteidigungsthemen. Zum anderen übernimmt die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR im Auftrag der deutschen Bundesregierung die Zuständigkeit für Planung und Umsetzung deutscher Raumfahrtaktivitäten. Schließlich betreuen zwei Projektträger des DLR eine Vielzahl von Förderprogrammen und stärken den Wissenstransfer.<ref>DLR: Das DLR im Überblick. (PDF) 2021, abgerufen am 10. Juli 2025.</ref><ref>DLR: Das DLR. In: dlr.de. Abgerufen am 10. Juli 2025.</ref>
Rechtsform, Gremien, Leitung und Personal
Das DLR ist ein eingetragener Verein. Seine Gremien sind die Mitgliederversammlung, der Senat, der Aufsichtsrat, der Ausschuss für Raumfahrt, der Vorstand und der Wissenschaftlich-Technische Rat.<ref name="VuG">DLR: Vorstand und Gremien. In: dlr.de. Abgerufen am 10. Juli 2025.</ref> Der Vorstand besteht aus vier hauptamtlichen Mitgliedern, ihm steht Anke Kaysser-Pyzalla vor. Die Vorstandsarbeit wird von drei Bereichsvorständen unterstützt. Sie sind für die Forschungsschwerpunkte Luftfahrt (1), Raumfahrt (2) sowie Energie und Verkehr (3) zuständig.<ref name="VuG" /> 2024 beschäftigte das DLR 11.786 Personen.<ref name="MAZ" />
Standorte
Das DLR ist in Deutschland an 30 Standorten vertreten und unterhält vier Auslandsbüros.<ref>Standorte und Büros im In- und Ausland. In: dlr.de. Abgerufen am 10. Februar 2026.</ref>
Finanzierung
Die institutionelle Forschung des DLR wird durch Mittel des Bundes und der Bundesländer, in denen es Standorte hat, finanziert.<ref>Institutsneubau für mehr als 20 Millionen Euro. In: Thüringische Landeszeitung, 22. Juli 2022.</ref> Darüber hinaus wirbt das DLR Drittmittel ein.<ref>DLR: Das DLR in Zahlen und Fakten. In: messe.de. 2020, abgerufen am 10. Juli 2025.</ref> 2024 belief sich die Gesamtfinanzierung des DLR auf 1,701 Milliarde Euro. Bund und Länder trugen davon 52,9 Prozent, 47,1 Prozent der Mittel kamen aus Drittmitteln.<ref>Gesamtfinanzierung des DLR. In: dlr.de. 2024, abgerufen am 10. Februar 2026.</ref>
Mitgliedschaften
Das DLR ist unter anderem Mitglied des Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS)<ref>CCSDS: Member Agencies. In: ccsds.org. Abgerufen am 10. Juli 2025.</ref> und Mitglied der European Cooperation for Space Standardization (ECSS)<ref>ECSS: Members. In: ecss.nl. Abgerufen am 10. Juli 2025.</ref> sowie der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.<ref>Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V.: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt. In: helmholtz.de. Abgerufen am 10. Juli 2025.</ref>
Eigene Forschung
Überblick
Das DLR forscht in den zentralen Bereichen Luftfahrt, Raumfahrt, Energie, Verkehr, Sicherheit und Digitalisierung. Von diesen Bereichen werden die letzten beiden als Querschnittsbereiche verstanden. Es geht hierbei um (neue) Anwendungsmöglichkeiten und um Grundlagen sowie um damit verbundene gesellschaftliche, technologische und wirtschaftliche Herausforderungen. In der Arbeitspraxis handelt es sich einerseits um die Zusammenarbeit mit öffentlichen Stakeholdern (Ministerien, Kommunen und Behörden etc.), für die das DLR Daten und Fakten zur Entscheidungsfindung liefert. Andererseits kooperiert das DLR mit der Industrie. Hier geht es um die Förderung von Innovationen und Transfer, also um die Mitwirkung an praxistauglichen neuen technischen und technologischen Anwendungen, um die Formulierung von Schutzrechten und Lizenzen bis hin zur Unterstützung von Startups.<ref>dpa: Deutschlands Raumfahrt-Traum: „Wir bauen die nächste Generation von Raketen in Europa“. In: Wirtschaftswoche. 2. Mai 2021, abgerufen am 16. Juli 2025.</ref><ref>Thomas Magenheim-Hörmann: Von Bayern ins All. In: General-Anzeiger, 4. Januar 2022, S. 9.</ref><ref>DLR: Forschung und Transfer. In: dlr.de. Abgerufen am 11. Juli 2025.</ref><ref>DLR: Innovation und Transfer. In: dlr.de. Abgerufen am 11. Juli 2025.</ref>
Luftfahrtforschung
Ziel der Luftfahrtforschung des DLR ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen und der europäischen Luftfahrtindustrie und Luftverkehrswirtschaft zu stärken und den aktuellen und langfristigen Anforderungen – Wachstum, ökologische Verantwortung und Sicherheit – nachzukommen.<ref>DLR: Luftfahrt. In: dlr.de. Abgerufen am 11. Juli 2025.</ref>
Raumfahrtforschung
Das DLR entwirft und initiiert Raumfahrt-Projekte, -Missionen und -Anwendungen, bereitet diese vor, führt sie durch und wertet die hierbei gewonnenen Daten aus. Im Fokus steht der gesellschaftliche Nutzen sowie Sicherheit, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit im Weltraum.<ref>DLR: Raumfahrt. In: dlr.de. Abgerufen am 11. Juli 2025.</ref><ref name="GA-2019-05">Lernen aus dem All. In: General-Anzeiger, 18. Mai 2022, S. 19.</ref>
Verkehrsforschung
Im Bereich Verkehr widmen sich die Forscher den Herausforderungen des Verkehrssystems und der bodengebundenen Verkehrsträger. Hier sollen Lösungen für eine umweltverträgliche, intelligente, benutzerfreundliche und wirtschaftliche urbane Mobilität gefunden und implementiert werden.<ref>DLR: Verkehr. In: dlr.de. Abgerufen am 11. Juli 2025.</ref>
Energieforschung
In diesem DLR-Forschungsbereich geht es um Lösungen zur Transformation des Energiesystems. Im Mittelpunkt stehen die Bereiche Strom, Wärme, chemische Energieträger und Vernetzung der Komponenten. Das DLR strebt Fortschritte bei der Nutzbarmachung, Umwandlung und Speicherung erneuerbarer Energien an.<ref>DLR: Energie. In: dlr.de. Abgerufen am 11. Juli 2025.</ref>
Sicherheitsforschung (Querschnittsbereich)
Das DLR liefert Beiträge zur Entwicklung, Erprobung und Bewertung von sicherheits- und verteidigungsrelevanten Technologien. Die strategische Ausrichtung orientiert sich an den Themenbereichen Schutz und Überwachung kritischer Infrastrukturen, Krisen- und Katastrophenmanagement, Grenzsicherheit sowie Schutz vor Terrorismus.<ref>DLR: Sicherheit. In: dlr.de. Abgerufen am 11. Juli 2025.</ref>
Digitalisierungsforschung (Querschnittsbereich)
Die Forschung des DLR zur Digitalisierung zielt darauf ab, Impulse für die Wirtschaft zu setzen sowie neue Technologien, Methoden und Prozesse anwendungsorientiert zu gestalten und für Forschung und Forschungsmanagement einzusetzen. Dazu gehören unter anderem die Schwerpunkte Künstliche Intelligenz und Autonome Systeme.<ref>DLR: Digitalisierung. In: dlr.de. Abgerufen am 11. Juli 2025.</ref>
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Niedergeschwindigkeits-Windkanal des DLR in Braunschweig
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LUNA-Missionssimulation, Kooperation von Mensch und Roboter
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Automatische Verkehrsdetektion an der Allianz Arena (München)
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Krummendeich: Windenergieanlage OPUS-1 des DLR
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Ferngesteuertes Geländefahrzeug SHERP
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Flugzeugbau: Forschung zur Digitalisierung im DLR
Deutsche Raumfahrtagentur im DLR
Organisation und rechtliche Grundlage
Die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR ist die nationale Raumfahrtbehörde Deutschlands. Sie hat ihren Sitz in Bonn und beschäftigt rund 350 Mitarbeiter. Sie ist Teil des DLR und koordiniert sämtliche deutschen Raumfahrtaktivitäten.<ref>Arbeit im All zwischen Konkurrenzdruck und Mondträumen. In: Rhein-Zeitung, 1. Dezember 2010.</ref> Grundlage ist das Raumfahrtaufgabenübertragungsgesetz (RAÜG),<ref>Gesetz zur Übertragung von Verwaltungsaufgaben auf dem Gebiet der Raumfahrt (Raumfahrtaufgabenübertragungsgesetz - RAÜG). In: Gesetze im Internet. 22. August 1998, abgerufen am 11. Juli 2025.</ref> das dem DLR hoheitliche Aufgaben im Bereich Raumfahrt überträgt.<ref name="GA-2019-05" /><ref name="RA3">Siehe DLR: Deutsche Raumfahrtagentur im DLR. In: dlr.de. Abgerufen am 11. Juli 2025. DLR: Die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR. In: dlr.de. Abgerufen am 11. Juli 2025. DLR: Deutsche Raumfahrtagentur im DLR (Forschungsförderung & Wissensmanagement). In: dlr.de. Abgerufen am 11. Juli 2025.</ref>
Aufgaben und Funktionen
Zentrale Aufgabenbereiche der Agentur sind:<ref name="RA3" />
- Programmplanung: Entwicklung und Steuerung des nationalen Raumfahrtprogramms, Verwaltung des Budgets
- Internationale Vertretung: Repräsentation Deutschlands in internationalen Raumfahrtgremien,<ref>Alexander Grantl: Experimente fürs All. In: General-Anzeiger, 18. September 2017, S. 25.</ref> Steuerung der deutschen Beiträge zur ESA und EUMETSAT
- Beratung und Strategie: Beratung der Bundesregierung und Umsetzung der Raumfahrtstrategie
Als Management-Funktionen gelten:<ref>DLR: Die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR. In: dlr.de. Abgerufen am 11. Juli 2025. DLR: Über uns. In: dlr.de. Abgerufen am 11. Juli 2025. DLR: Raumfahrt für morgen – die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR. In: dlr-innospace.de. Abgerufen am 11. Juli 2025.</ref>
- Forschungsförderung: Unterstützung und Finanzierung von Forschungsexperimenten unter Weltraumbedingungen, etwa Parabelflugkampagnen
- Technologietransfer: Förderung von Kommerzialisierung, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit der Raumfahrtindustrie
- Digitalisierung: Unterstützung von Digitalisierung und Entwicklung innovativer Raumfahrttechnologien
Als gesellschaftliche Aufgaben betrachtet die Agentur darüber hinaus:<ref>DLR: Die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR. In: dlr.de. Abgerufen am 11. Juli 2025. DLR: Über uns. In: dlr.de. Abgerufen am 11. Juli 2025.</ref>
- Klimaschutz und Umwelt: Bereitstellung von Daten für Klimaschutz und Umweltmonitoring durch Raumfahrtmissionen
- Öffentlichkeitsarbeit und Bildung: Information der Öffentlichkeit und Förderung des Interesses an Raumfahrt, insbesondere bei jungen Menschen
- Sicherheit: Beitrag zur gesamtstaatlichen Sicherheit, Betrieb des Weltraumlagezentrums gemeinsam mit der Bundeswehr
Projektträger-Geschäft
Grundsätzliche Aufgaben
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt ist Träger von zwei eigenständigen Projektträger-Einheiten, die sich sowohl in ihren thematischen Schwerpunkten als auch in ihrem Dienstleistungsprofil unterscheiden.
DLR Projektträger
Der DLR Projektträger ist als Teil des DLR ein seit 1975 tätiger Projektträger und damit Dienstleister für das Management von Forschung, Bildung und Innovation. Im Auftrag von deutschen Bundes- und Landesministerien, der Europäischen Kommission, von Stiftungen, Interessenverbänden und Forschungsorganisationen erarbeitet er Strategien und Konzepte für Forschung, Wirtschaft und Politik, steuert Förderprogramme und Förderprojekte, begleitet fachliche und gesellschaftliche Dialoge und wirkt an der Wissensverwertung mit.
Projektträger Luftfahrtforschung
Der 1994 gegründete<ref>DLR: Projektträger Luftfahrtforschung feiert 30-jähriges Jubiläum. In: dlr.de. 15. November 2024, abgerufen am 15. Juli 2025.</ref> Projektträger Luftfahrtforschung, eine abgegrenzte Organisationseinheit des DLR, agiert als zentrale Dienstleistungseinrichtung für die Luftfahrtforschung in Deutschland.<ref name="PTLFÜU">DLR: Der Projektträger Luftfahrtforschung. In: dlr.de. Abgerufen am 15. Juli 2025.</ref><ref>PT-LF - Projektträger Luftfahrtforschung und -technologie. In: kooperation-international.de. 9. April 2019, abgerufen am 15. Juli 2025.</ref><ref>DLR: Projektträger Luftfahrtforschung. In: dlr.de. Abgerufen am 15. Juli 2025.</ref> Die Einrichtung mit Sitz in Bonn unterstützt als spezialisierter Sektor-Projektträger das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bei der Umsetzung des nationalen zivilen Luftfahrtforschungsprogramms des Bundes (LuFo Klima) sowie die fünf Bundesländer Bayern, Brandenburg, Bremen, Hamburg und Niedersachsen, die mit eigenen Förderprogrammen das Bundesprogramm ergänzen.<ref name="PTLFÜU" /><ref>DLR: Das Luftfahrtforschungsprogramm des Bundes LuFo Klima. In: dlr.de. Abgerufen am 15. Juli 2025.</ref>
Als nationale Kontaktstelle für die Luftfahrtforschung im EU-Forschungsrahmenprogramm<ref>Isabell van Ackeren, Klaus Klemm, Maike Neu-Clausen: Bildung, Jugend und Wissenschaft. In: Ulrich von Alemann, Anne Gödde, Hartwig Hummel, Claudia Münch (Hrsg.): Handbuch Europa in Nordrhein-Westfalen. Wer macht was in Nordrhein-Westfalen für Europa? 3. Auflage. VS-Verlag, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-531-16740-4, S. 15–264, hier S. 216.</ref><ref>DLR: Horizont Europa. In: dlr.de. Abgerufen am 15. Juli 2025.</ref><ref>Netzwerk der Nationalen Kontaktstellen der Bundesregierung für Horizont Europa – das EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation (2021 – 2027). (PDF) In: horizont-europa.de. Juli 2025, abgerufen am 15. Juli 2025.</ref> koordiniert der Projektträger Luftfahrtforschung die Zusammenarbeit mit europäischen Partnern in Programmen wie Clean Aviation Joint Undertaking.<ref>Gemeinsames Unternehmen für saubere Luftfahrt. In: european-union.europa.eu. Generaldirektion Kommunikation der Europäischen Union, abgerufen am 15. Juli 2025.</ref><ref>Miguel Krux: Gemeinsames Unternehmen für saubere Luftfahrt (Clean Aviation Joint Undertaking). In: kooperation-international.de. 10. August 2023, abgerufen am 15. Juli 2025.</ref> Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der KMU-Beratung entsprechender Unternehmen in der Luftfahrt.<ref>DLR: KMU Beratung Luftfahrt. In: dlr.de. Abgerufen am 15. Juli 2025. </ref><ref>Beratungsstelle für KMU in der Luftfahrt. In: kmu-beratung-luftfahrt.de. Abgerufen am 15. Juli 2025.</ref>
Der Projektträger Luftfahrtforschung deckt verschiedene Themenbereiche der Luftfahrtforschung ab, die sich am Ziel einer klimaneutralen Luftfahrt orientieren. Die Programmschwerpunkte des LuFo Klima VII-1 umfassen 2025:<ref>Einführung in das Luftfahrtforschungsprogramm des Bundes LuFo Klima VII-1. In: lufo-info-day.de. Abgerufen am 15. Juli 2025 (Zusammenfassung eines Vortags von Jan E. Bode).</ref><ref>Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz: Förderung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Rahmen des siebten nationalen zivilen Luftfahrtforschungsprogramms Klima – Erster Programmaufruf (LuFo Klima VII-1) –. In: Bundesanzeiger. 15. April 2024, abgerufen am 15. Juli 2025.</ref>
- Umweltfreundliche Antriebstechnologien: Entwicklung von Systemen für eine emissionsarme Luftfahrt<ref>Am Beispiel neuartiger Bodenprüfstände für elektrische Antriebssysteme der Luftfahrt siehe Kai Dürfeld: Mit elektrischen Antrieben sauber abheben. In: helmholtz.de. 10. September 2024, abgerufen am 16. Juli 2025 (Pressebericht).</ref>
- Digitalisierte und effiziente Fertigungstechnologien: Modernisierung der Produktionsprozesse
- Gesamtsystemtechnologien: Integrierte Ansätze für Luftfahrtsysteme
- Grundlagenforschung zu disruptiven Technologien: Entwicklung von Schlüsseltechnologien mit Anwendungshorizont 2035 bis 2045
Der Projektträger Luftfahrtforschung beschäftigte 2024 mehr als 60 Mitarbeiter, das verwaltete Fördervolumen lag zu diesem Zeitpunkt bei 346 Mio. Euro pro Jahr.<ref>Projektträger Luftfahrtforschung (DLR): Jahresbericht 2024. In: dlr.de. 2025, abgerufen am 15. Juli 2025.</ref>
Im Rahmen seiner Aufgaben ist der Projektträger vielfach auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene tätig.<ref>Projektträger Luftfahrtforschung und –technologie (PT-LF), Nationale Kontaktstelle Luftfahrt: Luftfahrt-Forschungsprogramme der EU. In: bayfor.org. Abgerufen am 15. Juli 2025.</ref>
Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchsförderung
Öffentlichkeitsarbeit
Zu den Publikationen des DLR zählen Broschüren, Jahresberichte und Online-Nachrichten auf der eigenen Website. Auch Zeitschriften werden herausgegeben, zum Beispiel das DLRmagazin mit Schwerpunkt Forschung und das Countdown Magazin mit Raumfahrt-Fokus.<ref>dlr: Countdown Magazin. In: dlr.de. Abgerufen am 16. Juli 2025.</ref> Neuigkeiten werden zudem über diverse Social-Media-Kanäle kommuniziert.
Das DLR ist Veranstalter beziehungsweise Akteur bei einschlägigen Events. Dazu zählen Kongresse,<ref>Stephan Schön: Besser abheben von Dresden aus. In: Sächsische Zeitung, 4. Oktober 2022, S. 23.</ref> Fachmessen<ref>Größte Raumfahrtmesse Europas startet in Bremen. In: buten un binnen. Radio Bremen, 14. November 2023, abgerufen am 16. Juli 2025.</ref> Ausstellungen<ref>Wie Raumfahrt-Forschung unseren Alltag beeinflusst. In: Nordkurier (Vorpommernkurier), 30. Juni 2020, S. 12.</ref> öffentliche Dialogformate<ref>„Deutschland hebt ab!“: DLR-Direktor zu Besuch an der Hochschule. In: Ipf- und Jagstzeitung, 16. Juni 2025.</ref><ref>DLR: Veranstaltungen. In: dlr.de. Abgerufen am 16. Juli 2025.</ref> und Informationstage wie Tage der offenen Tür an verschiedenen Standorten.
Angebote für Schüler und Jugendliche
An vielen Standorten ermöglichen Schülerlabore praktische Experimente zu Luft- und Raumfahrt. Bis 2025 haben weit über 450.000 junge Menschen teilgenommen.<ref>DLR: Angebote für Jugendliche. In: dlr.de. Abgerufen am 16. Juli 2025.</ref> Mit dem SpaceBuzz wird an Schulen das Thema Raumfahrt präsentiert.<ref>Saarländischer Rundfunk: Projekt „Spacebuzz“ in Lebach: Mit VR-Brille Reise ins Weltall. 2. September 2025, abgerufen am 22. Oktober 2025.</ref>
Programme für Studenten und Hochschulabsolventen, Hochschul-Kooperationen
An Studenten richtet sich die jährlich durchgeführte Design Challenge, bei dem es um innovative Ansätze für die Luftfahrt geht.<ref>Zweiter Platz für Studierende bei DLR Design Challenge. In: Campus. Technische Universität Braunschweig, 15. August 2024, abgerufen am 16. Juli 2025.</ref><ref>Angela Brünjes: Flugzeugmodelle der Zukunft. In: Göttinger Tageblatt, 18. August 2017.</ref> Die DLR_Uni_Summer_School ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der deutschen Luftfahrt-Universitäten und des DLR.<ref>DLR_Uni_Summer_School 2025. In: tu-braunschweig.de. Technische Universität Braunschweig, abgerufen am 16. Juli 2025.</ref> Das DLR unterhält auch Programme für Praktika<ref>Lorenz Wolf-Doettinchem: Mehr als ein Job. In: Stern, 25. Januar 2024.</ref> und für Abschlussarbeiten.<ref>DLR: Studierende & Promovierende. Abflug in die Forschungspraxis: Entdeckerinnen und Entdecker gesucht! In: dlr.de. Abgerufen am 16. Juli 2025.</ref><ref>DLR_Graduate_Program. In: dlr.de. Abgerufen am 16. Juli 2025.</ref>
Mit einer Reihe von Universitäten bestehen vertragliche Kooperationen.<ref>Beispiele: UniBw M und DLR vertiefen Sicherheits- und Verteidigungsforschung. 4. März 2025, abgerufen am 16. Juli 2025 (Pressemeldung der Universität der Bundeswehr München).</ref><ref>Universität Potsdam und Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt vereinbaren vertiefte Kooperation. In: uni-potsdam.de. 25. Juni 2015, abgerufen am 16. Juli 2025 (Pressemeldung der Universität Potsdam).</ref>
Forschungsluftfahrzeuge
Das DLR betreibt die größte Forschungsflotte Europas.<ref>Forschungsluftfahrzeuge. In: tu-braunschweig.de. Technische Universität Braunschweig, abgerufen am 16. Juli 2025.</ref>
Tabellarische Übersicht
| Kennzeichen | Typ | Nutzungsbeginn | Forschungsgebiet, Nutzung (Auswahl) |
|---|---|---|---|
| D-ADLR | Gulfstream G550 | 2009 | Atmosphärenmessungen |
| D-ATRA | Airbus A320<ref>Vorläufiges Nutzungsende: 2020, neue Verwendung ab 2023.</ref> | 2008 | Flugführung, Kraftstoffe und Aerodynamik |
| D-BDLR | Dassault Falcon 2000LX | 2020 | Flugsysteme, Automatisierung, Digitalisierung |
| D-CEFD | Dornier DO 228-202k | 2021 | Elektrische Antriebs- und Brennstoffzelltechnik |
| D-CFFU | Dornier DO 228-212 | 1991 | Radarsysteme, Hyperspektralsensorik, Luftbildaufnahmen |
| D-CODE | Dornier DO 228-101 | 1986 | Autonome Systeme, Lärmreduktion |
| D-CMET | Dassault Falcon 20E-5 | 1976 | Umwelt- und Klimaforschung, Emissionsmessung |
| D-CUPL | Dornier 328-120 | 2023 | Umweltverträgliche System-, Treibstoff- und Antriebstechnologien |
| D-FDLR | Cessna 208B Grand Caravan | 1998 | „Fliegender Hörsaal“, Luftqualität, Luftbildaufnahmen |
| D-HDDP | BO 105 CB (Hubschrauber) | 1974 | Verkehrsüberwachung, Katastrophenschutz, Aerodynamik, Lärm |
| D-HFHS | EC 135 (Hubschrauber) | 2002 | Sensorik, Aktorik, Assistenzsysteme, Ausbildung |
| D-9833 | Discus-2c | 2011 | Referenzflugzeug, Predictive Maintenance |
Galerie
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Dornier 328 „UpLift“
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Dassault Falcon 2000LX „ISTAR“
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Gulfstream G550, „HALO“
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Airbus A320-232 „ATRA“
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Forschungsflugzeug DO 228-212
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D-CMET – Dassault Falcon 20E-5
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Hubschrauber EC 135
-
Hubschrauber
BO 105 CB
Beispiele für Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten
Laufende Projekte (2025)
Luftfahrt
ALICIA
Das Projekt ALICA (Aviation Life Cycle and Impact Assessment) entwickelt eine digitale Bewertungsplattform, um die Klima-, Umwelt-, und wirtschaftliche Wirkungen neuer Flugzeugtechnologien sowie Luftfahrtverfahren über den gesamten Lebenszyklus systematisch und vergleichend zu analysieren. Ziel ist es, Industrie und Politik fundierte Entscheidungsgrundlagen für eine klimaverträgliche und nachhaltige Luftfahrt zu liefern, unter anderem mittels interaktivem Dashboard für Szenariovergleiche und Simulationen. Die Plattform integriert aktuelle Daten aus Simulation, Experiment und Großstudien. Sie wird bereits im „Arbeitskreis klimaneutrale Luftfahrt“ der Bundesministerien getestet.<ref>T. Stölzel: Bauplan für einen klimaverträglichen Flugverkehr. In: Wirtschaftswoche, Heft 11/2024, 8. März 2024, S. 13.</ref><ref>DLR: ALICIA – Eine digitale Bewertungsplattform. In: dlr.de. Abgerufen am 13. August 2025.</ref>
EXACT
Das Projekt EXACT („Exploration of Electric Aircraft Concepts and Technologies“) zählt zu den umfangreichsten Studien, die sich mit der Entwicklung klimafreundlicher und wirtschaftlich tragfähiger Flugzeugkonzepte der Zukunft befassen. Angestrebt ist, Technologien wie Wasserstoff, Batterien und nachhaltige Flugkraftstoffe systematisch zu vergleichen und realistische Flugzeugdesigns für den Einsatz ab 2040 digital zu entwickeln und zu bewerten. Der Fokus soll auf den gesamten Lebenszyklen, der Energieinfrastruktur und globalen Klimawirkungen liegen. Besondere Bedeutung haben hybride und alternative Antriebe. Im Projekt sind bis zu 20 DLR-Institute und zahlreiche externe Partner verbunden.<ref>DLR: EXACT. In: dlr.de. Abgerufen am 13. August 2025.</ref><ref>Ulla Ellmer: Energiewende am Himmel. In: Nürnberger Nachrichten, 24 August 2024, Seite 18.</ref>
HAP-alpha
Im Projekt HAP-alpha wird eine solarbetriebene, unbemannte Stratosphärenplattform mit 27 m Spannweite und unter 140 kg Gewicht entwickelt, die als technologischer Demonstrator im unteren Bereich der Stratosphäre Aufgaben für Erdbeobachtung und Kommunikation übernehmen soll. Damit sollen flexibel stationierbare und wartbare Alternativen zu Satelliten bereitstehen, die Langzeitmissionen mit hoher Nutzlastvielfalt ermöglichen, beispielsweise Radar- und Kamerasysteme für Umwelt- und Kriseneinsätze. Der Erstflug in Niedrighöhe ist für 2026 geplant, der reguläre Hochflug für 2027.<ref>Jamie Whitney: DLR's solar-powered HAP-alpha passes key vibration test, advances toward stratospheric flight. In: militaryaerospace.com. 21. Juli 2025, abgerufen am 13. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>DLR: HAP-alpha. In: dlr.de. Abgerufen am 13. August 2025. </ref>
Emissionsforschung
Das DLR betreibt Forschungen zu Kohlendioxid- und Schallemissionen im Flugverkehr. Neben Möglichkeiten zur Reduktion des Kohlenstoffdioxid-Eintrags in die Erdatmosphäre beschäftigt das DLR sich auch mit der Erforschung von Nicht-CO2-Emissionen wie Kondensstreifen, die ebenfalls klimaschädlich sind. Hierzu hat das DLR gemeinsam mit der DFS Deutschen Flugsicherung und ausgewählten Fluggesellschaften ein 100-Flüge-Programm zur Messung dieser Abgase durchgeführt.<ref>Arbeitskreis klimaneutrale Luftfahrt (AKkL): Ergebnisse des Arbeitskreises klimaneutrale Luftfahrt – Zentrale Handlungsfelder auf dem Weg zu einem umwelt- und klimaschonenden Luftverkehrssystem der Zukunft. In: bmv.de. Bundesministerium für Digitales und Verkehr, Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, 4. Juni 2024, abgerufen am 8. Oktober 2025.</ref>
Auch an Forschungen zu nachhaltigen Kraftstoffen – ohne fossile Basis – in der Luftfahrt ist das DLR beteiligt.<ref>Nachhaltigkeit in der Luftfahrt: SAF-Forschung zur Klimareduktion. In: Luftfahrtmagazin. 25. Juni 2025, abgerufen am 17. Juli 2025.</ref>
Um trotz des steigenden Verkehrsaufkommens ein Anwachsen der Lärmbelastung durch den Luftverkehr zu vermeiden, forscht das DLR in spezifischen Projekten an Möglichkeiten der Geräuschminderung.<ref>DLR: Ein Balanceakt. In: DLRmagazin. DLR, Juni 2024, abgerufen am 17. Juli 2025 (Interview).</ref><ref>Iestyn Hartbrich: DLR erforscht Lärmwirkung neuer Antriebskonfigurationen am Flugzeug. In: VDI nachrichten. 24. April 2023, abgerufen am 17. Juli 2025.</ref>
Raumfahrt
Nationales Raumfahrt-Kontrollzentrum
Das Nationale Raumfahrt-Kontrollzentrum (GSOC) des DLR in Oberpfaffenhofen führt seit 1969 Raumflugmissionen mit unterschiedlichen Anwendungen durch – von der Kommandierung von Erdfernerkundungssatelliten bis hin zum Betrieb des Columbus-Moduls auf der Internationalen Raumstation. Darüber hinaus entsteht am GSOC das „Human Exploration Control Center“ (HECC), das europäische astronautische Missionen zum Mond, Mars und darüber hinaus unterstützen soll.<ref>Söder: Bayern verdoppelt Zuschuss für Mondkontrollzentrum. In: Die Welt. 4. Juli 2025, abgerufen am 8. Oktober 2025.</ref>
Im Rahmen der Fernerkundung der Erde liefern Satelliten kontinuierlich flächendeckende Informationen über das Gesamtsystem Erde. Diese Erdbeobachtungsdaten dienen zur Untersuchung der Atmosphäre, der Land- und Ozeanoberflächen sowie der Eisflächen der Erde. Nutzanwendungen der Fernerkundung sind zum Beispiel Umweltmonitoring und Katastrophenhilfe.
Das DLR ist 2010 der Internationalen Charta für Weltraum und Naturkatastrophen beigetreten. Das Zentrum für satellitengestützte Kriseninformation des DLR liefert im Katastrophenfall Daten seiner Erdbeobachtungssatelliten für die Koordinierung der Katastrophenhilfe. Das gilt beispielsweise im Fall von Tsunamis, Überschwemmungen, Erdbeben, Vulkanausbrüchen, Waldbränden, Stürmen und anderen Naturkatastrophen.<ref>Ralph-Mirko Richter: DLR wird Mitglied der Charta für Katastrophenhilfe. In: raumfahrer.net. Abgerufen am 17. Juli 2025.</ref>
TerraSAR-X und TanDEM-X
Der Erdbeobachtungssatellit TerraSAR-X nahm 2008 seinen Dienst auf. Ziel der Mission ist die Versorgung von Nutzern aus Forschung und Wirtschaft mit Fernerkundungsdaten auf Radarbasis. Der Satellit kann die Erdoberfläche in Einheiten von 10 bis 100 km Gebietsgröße mit bis 16 m Auflösung erfassen. Seit dem Start des Zwillingssatelliten TanDEM-X im Jahr 2010 kreisen beide in engem Formationsflug um die Erde und liefern Daten für hochaufgelöste Höhenmodelle von Strukturen auf dem Festland. Die Radarbilder dienen unterschiedlichen Anwendungen, beispielsweise der topographischen Kartierung, in Verteidigungs- und Sicherheitsanwendungen, bei Kriseneinsatzplanungen oder beim Umweltmonitoring.<ref>Pauline Graf: Der Methusalem unter den Satelliten. In: Süddeutsche Zeitung. 21. Juni 2022, abgerufen am 17. Juli 2025.</ref>
Forschung unter Weltraumbedingungen
Im Februar 2008 wurde das Columbus-Labor, Europas zentraler Beitrag zur Internationalen Raumstation ISS, ins All gebracht und an die ISS angedockt. Das zylindrische Modul mit einem Durchmesser von 4,5 m ist mit modernen Forschungsanlagen ausgestattet,<ref>Columbus: Europas Forschungszentrale auf der ISS. In: esa.int. Abgerufen am 17. Juli 2025.</ref> darunter ein Biologielabor, eine Einrichtung für Flüssigkeitsuntersuchungen und Versuchseinheiten für die Materialforschung. Hunderte Experimente wurden bereits durchgeführt. Sie dienen der Forschung in den Materialwissenschaften, der Medizin, der Biologie und der Physik.<ref>Dirk Lorenzen: Columbus im Weltall. In: Deutschlandfunk. 7. Februar 2018, abgerufen am 17. Juli 2025.</ref> Das DLR betreibt für die ESA in Oberpfaffenhofen das Columbus-Kontrollzentrum und ist für die Koordination der Forschungsaktivitäten sowie den Systembetrieb und die Lebenserhaltung an Bord des Columbus-Labors im Orbit zuständig.<ref>Columbus-Kontrollzentrum, Oberpfaffenhofen, Deutschland. In: esa.int. Abgerufen am 17. Juli 2025.</ref>
Robotik
Das DLR entwickelt im Institut für Robotik und Mechatronik Roboter, die Menschen dabei helfen sollen, wirkungsvoller und sicherer mit der Umwelt zu interagieren. Die Forschung erstreckt sich von Systemanalyse und -entwurf über mechanische Konstruktion, Elektronik-Entwicklung bis hin zur Regelung und dynamischer Simulation. Auf dem Gebiet der Raumfahrtrobotik entwickelt das DLR Robotersysteme insbesondere für die Erkundung ferner Himmelskörper, die aufgrund ihrer Entfernung oder der lebensfeindlichen Bedingungen für Menschen nicht zugänglich sind.<ref>ISS-Based Astronaut Controls Robot Team in Final Phase of ESA's Surface Avatar Experiment. In: aerospace-and-defence.com. 11. August 2025, abgerufen am 8. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Exploration
HRSC auf Mars Express
Die hochauflösende Stereokamera HRSC ist Deutschlands wichtigster Beitrag zur Mission Mars Express der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Die am Institut für Planetenforschung des DLR ursprünglich für Mars 96 entwickelte Kamera nimmt Bilder der Marsoberfläche mit einer Detailgröße von 10 bis 30 m auf und ermöglicht, sie dreidimensional zu analysieren.<ref></ref>
MMX – Martian Moons Exploration
Der Start der japanischen Raumsonde Martian Moons Exploration (MMX) ist für 2026 geplant. Sie soll Phobos und Deimos umkreisen und erstmals Proben von Phobos zur Erde bringen. Ziel ist es, die Herkunft der Marsmonde zu klären. Die Mission wird von der japanischen Raumfahrtagentur JAXA geleitet, das DLR arbeitet hier mit einer Reihe internationaler Partner zusammen. Die Mission soll bis 2031 dauern.<ref>MMX, Japan’s Martian Moons eXploration mission. In: planetary.org. Abgerufen am 12. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>ARD alpha: Zu den Marsmonden. MMX-Mission. In: ARD Mediathek. 2. März 2025, abgerufen am 12. August 2025.</ref>
Jupiter Icy Moons Explorer (JUICE)
JUICE ist die aktuelle Großmission der ESA zum Jupiter und den drei größten eisbedeckten Monden: Ganymed, Europa und Kallisto. Der Orbiter wurde am 14. April 2023 gestartet und soll 2031 das Jupitersystem erreichen. Ziel ist die Erforschung von innerem Aufbau, von Ozeanen und der potenziellen Bewohnbarkeit dieser Monde, um Hinweise auf unterirdische Ozeane und deren Geodynamik zu gewinnen. Auf Ganymed liegt ein besonderer Schwerpunkt. Das DLR ist mit Messinstrumenten, einer Spezialkamera und der Datenauswertung Projektpartner.<ref>Reuters: Esa-Raumsonde „Juice“ erfolgreich gestartet. In: faz.net. 14. April 2023, abgerufen am 12. August 2025.</ref><ref>European Space Agency: Juice factsheet. In: esa.int. Abgerufen am 12. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>DLR: JUICE – Erkundung von Jupiter und seinen Monden. In: dlr.de. Abgerufen am 12. August 2025.</ref>
Artemis II
Das DLR stellte spezielle Strahlungsdetektoren für Mission Artemis 2 bereit, den ersten bemannten Mondflug im Rahmen des Artemis-Programms der NASA.<ref>DLR und NASA: Fortsetzung der gemeinsamen Forschung zu Weltraumstrahlung. DLR-Pressemeldung vom 17. Juni 2025.</ref> Die Mission fand im April 2026 statt. Das DLR vermittelte auch den Start des Satelliten Tacheles mit Artemis 2.<ref>https://www.berlin-partner.de/aktuelles/detail/tacheles-aus-berlin</ref>
Energie
Wind
In Krummendeich entwickelt das DLR gemeinsam mit Forschungspartnern den Forschungspark Windenergie, der neue Technologien und Rotorblätter unter realen Bedingungen erprobt. Ziel ist die Entwicklung effizienter Windenergieanlagen, die klimaverträglich und nachhaltig sein sollen.<ref>Innovativer Forschungsansatz: DLR untersucht Nachlauf an Windturbinen mit Drohnenschwarm. In: iwr.de. 15. Juli 2025, abgerufen am 21. Juli 2025.</ref>
Sonne
2007 ging das erste kommerziell betriebene Solarturmkraftwerk, das Solarwärmekraftwerk PS10, nahe Sanlúcar la Mayor (Spanien) in Betrieb. An der Technologieentwicklung für diesen Kraftwerkstyp war das DLR beteiligt.<ref>DLR: Erstes Solarturmkraftwerk geht ans Netz. (PDF) In: dlr.de. 5. April 2007, abgerufen am 17. Juli 2025.</ref>
Für die eigenen Forschungsarbeiten nutzt das DLR Versuchsanlagen an den Standorten Köln, Stuttgart und Jülich sowie die Plataforma Solar de Almería. Dies ist das europäische Testzentrum für konzentrierende Solartechnologien der spanischen Forschungsorganisation CIEMAT.<ref>Christoph Richter, Diego Martinez: Plataforma Solar de Almería. In: DLR-Nachrichten 109. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. September 2016; abgerufen am 8. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Die Almeria Anlage. In: energyprofi.com. Abgerufen am 8. Oktober 2025.</ref>
Das Solarturmkraftwerk Jülich, in Betrieb seit 2008,<ref>Wolfgang Kempkens: Sonne im Rohr. In: Wirtschaftswoche, 8. September 2008.</ref> bündelt das Licht von mehr als 2000 computergesteuerten Spiegeln (Heliostate). Mit ihrer Energie wird bis zu 700 °C heiße Luft erzeugt. Es geht unter anderem um Erforschung und Weiterentwicklung solarthermischer Strom- und Wärmeerzeugung, die Herstellung klimaneutraler Treibstoffe (z. B. Wasserstoff, synthetisches Kerosin) sowie für industrielle Hochtemperaturprozesse. Stromerzeugung und Treibstoffsynthese erfolgen ausschließlich zu Forschungszwecken. Schwerpunkte sind die Weiterentwicklung und Erprobung von Receivern, Speichertechnologien und Verfahren für die Energiewende.<ref>Solar produzierter Treibstoff „Made in Jülich“. In: energieforschung.de. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, 13. November 2024, abgerufen am 12. August 2025.</ref><ref>DLR: Solartürme Jülich. In: dlr.de. Abgerufen am 12. August 2025.</ref>
Power to Liquid (TPP Leuna)
In Leuna entsteht aktuell Europas größte Forschungs- und Demonstrationsanlage zur Herstellung strombasierter, synthetischer Kraftstoffe („Power-to-Liquid“, PtL). Das DLR baut hier die „Technologieplattform für Power-to-Liquid-Fuels (TPP)“, die jährlich bis zu 2,500 Tonnen CO₂-neutralen Flugkraftstoff und andere E-Fuels produzieren kann. Ziel ist die industrielle Skalierung und Optimierung von Prozessen zur Herstellung von synthetischem Kerosin und anderen E-Fuels aus erneuerbarem Strom, CO₂ und Wasserstoff.<ref>Baubeginn der weltweit größten Forschungs- und Demonstrationsanlage zur Herstellung von strombasierten Kraftstoffen am Chemiestandort Leuna. Infraleuna, 1. Oktober 2024, abgerufen am 12. August 2025.</ref>
Wasserstoff
Im Bereich der Kohlendioxid-Emissionen im Flugverkehr forscht das DLR im Rahmen seiner umfassenden Wasserstoff-Forschungen auch an Möglichkeiten und Bedingungen einer Umstellung der weltweiten Luftflotte auf Wasserstoffantrieb.<ref>DRL: Wasserstoff-Forschung. In: dlr.de. 2023, abgerufen am 17. Juli 2025.</ref>
DLR-Wissenschaftler arbeiten unter anderem an Hydrosol-Projekten. Damit gelang es erstmals, Wasser mittels Solarenergie in Wasserstoff und Sauerstoff thermisch zu spalten, ohne Kohlendioxidemissionen. Dafür wurde das Team 2007 zusammen mit anderen Arbeitsgruppen mit dem Descartes-Preis für Forschung der Europäischen Kommission ausgezeichnet.<ref>DLR-Wissenschaftler produzieren erstmals Solar-Wasserstoff in 100-Kilowatt-Pilotanlage. In: solarserver.de. 25. November 2008, abgerufen am 17. Juli 2025.</ref>
Verkehr
Verkehrssystem
Das DLR MovingLab ist ein Erhebungssystem für die Verkehrsforschung, das Mobilitätsdaten via Smartphone-Apps und Sensoren automatisch erfasst. Die Plattform ermöglicht Langzeitstudien über Wege, genutzte Verkehrsmittel und deren Kombination – über die Möglichkeiten klassischer Befragungen hinaus. Fundierte Datengrundlagen zum realen Mobilitätsverhalten sollen so bereitstehen, um neue Mobilitätskonzepte, öffentliche Angebote (Carsharing, autonomes Fahren) und deren gesellschaftliche Nutzung im Detail zu analysieren. MovingLab dient der Evidenz für Stadtplanung, Verkehrsmanagement und Zukunftsprojekten rund um nachhaltige Mobilität.<ref>DLR: DLR Moving Lab. In: movinglab.dlr.de. Abgerufen am 12. August 2025 (Vorstellung des Konzepts aus Eigensicht).</ref><ref>Simone Höfer: „Mobilität ist ein Ausdruck von Freiheit“. In: stifterverband.org. Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, 20. Mai 2020, abgerufen am 12. August 2025 (Interview mit Barbara Lenz, Leiterin des Instituts für Verkehrsforschung am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt).</ref>
Straßenverkehr
Die Next Generation Car (NGC)-Familie des DLR bündelt Forschung zur Entwicklung von Straßenfahrzeugen für die Zukunft. Im Zentrum stehen neue Mobilitätskonzepte, Leichtbau, Digitalisierung, automatisiertes Fahren sowie klimafreundliche Antriebstechnologien – insbesondere Elektromobilität, Wasserstoff und hybride Systeme. Die NGC-Familie umfasst verschiedene Fahrzeugtypen, etwa das autonome, fahrerlose, elektrische Fahrzeugkonzept U-Shift, das Safe Light Regional Vehicle (ULRV) für regionale Mobilität, das Urban Modular Vehicle (UMV) für den städtischen Raum und das Interurban Vehicle für längere Strecken.<ref>J. Weimer, S. Schmid, M. Schier, F. Rinderknecht, G. Kopp, F. Köster, T. Bünte: Next Generation Car – Technologies for future EVs. In: elib.dlr.de. Juni 2016, abgerufen am 12. August 2025 (Konferenzbeitrag).</ref><ref>Intelligentes Fahrzeug der Zukunft. In: Göttinger Tageblatt, 30. April 2016 S. 24.</ref><ref>DLR: Next Generation Car. In: dlr.de. Abgerufen am 12. August 2025.</ref>
Schienenverkehr
Das seit 2007 laufende Vorhaben Next Generation Train am DLR ist ein umfassendes Forschungsprogramm zur Entwicklung neuartiger Züge. Es geht dabei unter anderem um das Ausschöpfen von Potenzialen der Leichtbauweise, der Energiesparmöglichkeiten, der Lärmreduktion, der Antriebsmodularität, des Fahrgastkomforts, der Gestaltung und Optimierung von Lebenszyklen und der verbesserten Unfallvorsorge. Das Konzept bezieht sich auf neue Hochgeschwindigkeitszüge mit Leistungen bis zum 400 km/h, um interregionale Zubringer-Züge und um Güterzüge.<ref>DLR: Next Generation Train. In: dlr.de. Abgerufen am 12. August 2025.</ref>
Abgeschlossene Projekte
SOFIA (2014 bis 2022)
Gemeinsam mit der NASA wurde von 2014 bis 2022 zudem das fliegende Infrarotteleskop SOFIA (Stratospheric Observatory For Infrared Astronomy) betrieben. Als Plattform diente eine Boeing 747SP, deren Rumpf für die Aufnahme eines in Deutschland entwickelten 2,7-Meter-Spiegelteleskops modifiziert wurde. Das Flugzeug wurde vom Standort Armstrong Flight Research Center in Palmdale, Kalifornien unter Regie des Ames Research Centers in Moffett Field, Kalifornien, unter Beteiligung der Universities and Space Research Association und dem Deutschen SOFIA Institut (Universität Stuttgart) betrieben.<ref>SOFIA. In: science.nasa.gov. Abgerufen am 16. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Eu:CROPIS
Am 3. Dezember 2018 wurde der Satellit Eu:CROPIS erfolgreich in einen niedrigen Erdorbit gestartet. Der erste Satellit aus der Kompaktsatellitenreihe des DLR simulierte während zwei Missionsphasen durch Rotation erzeugte Schwerkraftbedingungen wie auf dem Mond und Mars. Für bioregenerative Lebenserhaltungssysteme wurde unter diesen Bedingungen getestet, ob Bakterien wie auf der Erde (künstlichen) Urin in Nährstoffe für Pflanzen umwandeln können. Die Technologie kann für zukünftige bemannte Langzeitmissionen eingesetzt werden. Ebenso ist eine Anwendung zur Schadstoffreduktion in Ballungsgebieten auf der Erde denkbar.<ref>Gemüse für die Marsfahrer: Am Pol und im Satelliten keimen Paradeiser. In: Oberösterreichische Nachrichten, 7. Dezember 2018, S. 8.</ref><ref>Gewächshäuser im All - Erfolgreicher Start der Eu:CROPIS-Mission. Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. Dezember 2018; abgerufen am 3. Dezember 2018.</ref> Ende 2019 wurde das Projekt eingestellt.<ref>DLR: Abschied von Mission Eu:CROPIS. In: dlr.de. 13. Januar 2020, abgerufen am 12. August 2025.</ref>
Rosetta-Mission (1993–2015)
Die Mission Rosetta der ESA erforschte die Entstehungsgeschichte unseres Sonnensystems, indem sie einen der ältesten und ursprünglichsten in ihm vorkommenden Himmelskörper, einen Kometen, untersuchte. Die im März 2004 gestartete Sonde erreichte nach mehr als zehn Jahren Flug im Mai 2014 den Kometen Tschurjumow-Gerassimenko. Die Mission bestand aus einem Orbiter und der Landeeinheit Philae.<ref>Rosetta: „Vorwärts in die Vergangenheit“. DLR, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 19. Februar 2014; abgerufen am 3. April 2013.</ref> Das DLR hatte wesentliche Anteile beim Bau des Landers und betrieb das Lander-Kontrollzentrum, das die Landung auf dem Kometen vorbereitete und betreute.<ref>Mission Rosetta: „Reise zu einem Kometen“. (PDF; 482 kB) DLR, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. Februar 2014; abgerufen am 3. April 2013.</ref>
Risikoanalysen und -Katastrophenszenarien
In zwei internationalen Projekten, die vom DLR koordiniert wurden, ging es bis Anfang 2024 um Wechselwirkungen während und nach Katastrophenfällen, um weltweit Informationsgrundlagen des Katastrophenmanagements zu optimieren und Strategien zur Vermeidung oder Minderung von Risiken zu verbessern. Die Beispielfall-Region war das Andengebiet.<ref>Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt: Georisiken besser verstehen – die Anden im Fokus. 7. Dezember 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. März 2018; abgerufen am 10. März 2018.</ref><ref>RIESGOS 2.0. DLR, abgerufen am 17. Juli 2025.</ref>
Projekt Soccer (2006)
Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 führte das DLR das Projekt Soccer<ref>Peter Neumann: Flugzeuge filmen Berlins Verkehr Forschungsprojekt zur WM. In: Berliner Zeitung, 12. Mai 2006, S. 18.</ref> zur Stauvermeidung durch. In der Luft erhobene Verkehrsdaten dienten für die Prognostik. Verkehrsleitzentralen konnten durch die rasche Datenverarbeitung und -aufbereitung praktisch in Echtzeit informiert und Verkehrsteilnehmer gegebenenfalls umgeleitet werden.<ref>DLR: Verkehrslagebilder des DLR unterstützten staufreie Spiele. (DPF) In: .dlr.de. 11. Juli 2006, abgerufen am 17. Juli 2025.</ref>
Siehe auch
- DLR-Test, eine Eignungsprüfung für Astronauten, Piloten und Fluglotsen
- Deutsche Raumfahrt
Literatur
- Niklas Reinke: Geschichte der deutschen Raumfahrtpolitik. Konzepte, Einflussfaktoren und Interdependenzen 1923–2002 (= Schriften des Forschungsinstituts der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik e. V., Berlin. Reihe: Internationale Politik und Wirtschaft. Bd. 71). Oldenbourg, München 2004, ISBN 3-486-56842-6 (Zugleich: Bonn, Univ., Diss., 2003).
- Helmuth Trischler: Luft- und Raumfahrtforschung in Deutschland 1900–1970. Politische Geschichte einer Wissenschaft (= Studien zur Geschichte der deutschen Großforschungseinrichtungen, Bd. 4). Campus. Frankfurt/New York 1992, ISBN 978-3-593-34586-4.
Weblinks
- Literatur von und über das DLR im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Videos von und über das DLR im AV-Portal der Technischen Informationsbibliothek
- Offizielle Website des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt
- DLR-Standorte
- Geschichte des DLR
Einzelnachweise
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Koordinaten: 50° 51′ 10,3″ N, 7° 7′ 23,4″ O
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Vorlage:Hinweisbaustein Vorlage:Navigationsleiste Raumsonden und Satelliten des DLR
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Literatur/Interner Fehler
- Nationale Weltraumagentur
- Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
- Luftfahrtorganisation (Deutschland)
- Verein (Bonn)
- Organisation (Raumfahrttechnik)
- Luftverkehr (Braunschweig)
- Bildung und Forschung in Göttingen
- Forschungseinrichtung in Köln
- Organisation (Weßling)
- Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft
- Luftverkehr (Berlin)
- Verein (Köln)
- Robotikhersteller
- Grengel (Köln)
- Luftfahrtforschungseinrichtung
- Forschungseinrichtung in Berlin
- Vereinsgründung 1907
- Deutsche Organisation (Technik)
- Forschungseinrichtungsgründung 1969