Der Einzelgänger (1981)
| Produktionsland | Vereinigte Staaten |
|---|---|
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 1981 |
| Länge | Director’s Cut: 124 (NTSC) Minuten 119 (PAL) Minuten Kinoversion: 122 (NTSC) Minuten 117 (PAL) Minuten |
| Altersfreigabe |
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| Stab | |
| Regie | Michael Mann |
| Drehbuch | Michael Mann |
| Produktion | Jerry Bruckheimer Ronnie Caan Michael Mann |
| Musik | Tangerine Dream Craig Safan |
| Kamera | Donald E. Thorin |
| Schnitt | Dov Hoenig |
| Besetzung | |
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| → Synchronisation | |
Das Heist-Movie Der Einzelgänger (Originaltitel: Thief) ist ein US-amerikanischer Thriller von Michael Mann aus dem Jahr 1981 über Liebe, Habgier, Verbrechen, Verrat und Rache. Der Film ist eine Produktion von Mann/Caan Productions im Verleih der United Artists und kam am 27. März 1981 in die US-amerikanischen Kinos. Der nach einer Geschichte von Frank Hohimer entstandene Film trägt auch den englischen Titel Violent Streets. Stilistisch wird der Film als Neo-Noir eingestuft, eine moderne Variante des klassischen Film noir.<ref>Marcus Stiglegger: Grenzkontakte. Exkursionen ins Abseits der Filmgeschichte. 1. Auflage. Martin Schmitz, Berlin 2016, ISBN 978-3-927795-73-0, S. 79–92.</ref> Heat aus dem Jahre 1995, ebenfalls von Mann, hat viele Übereinstimmungen mit dem Film „Der Einzelgänger“.
Handlung
Frank, der viele Jahre im Gefängnis saß, ist ein professioneller Einbrecher und Tresorknacker. Spezialisiert ist er hierbei auf Juwelen. Die Planung macht er zusammen mit seinem Partner Barry. Als Front besitzt Frank einen Gebrauchtwagenhandel und eine Bar. Sein Traum ist es, eines Tages ein normales Leben zu führen und eine Familie zu gründen. Nur muss er noch einiges an Geld zusammenbekommen, um sich diesen Traum erfüllen zu können.
Er lernt die Kellnerin Jessie kennen und verliebt sich in sie. Nach einem langen Gespräch in einem Diner gelingt es Frank ihr klarzumachen, dass er es ernst mit ihr meint und eine Familie mit ihr haben will. Da Jessie aber keine Kinder haben kann und sie aufgrund von Franks Vorstrafen keine Kinder adoptieren können, scheint das Glück bereits ins Wanken zu kommen.
Nach seinem letzten Fischzug wurde das ganze Diebesgut von einer Gangsterfamilie bei einer missglückten Übergabe gestohlen und nun muss Frank versuchen, sein Geld wieder zu beschaffen. Erschwert wird dies durch die Polizei, welche auch hinter ihm her sind. Bei der Geldübergabe stellt sich ihm Leo, der Anführer der Gangster vor. Er bietet Frank an von nun an, gegen einen Anteil an für ihn zu arbeiten, was für Frank viele Vorteile und Sicherheiten mit sich bringen würde. Der zunächst noch nett und väterlich auftretende Leo verschafft Frank und Jessie sogar ein Baby vom Schwarzmarkt, welches sie David nennen, nach Franks kurz zuvor in Haft verstorbenen Mentor.
Frank und Barry, planen derweil einen großen Coup in Kalifornien, welchen Leo ihnen beschafft hat. Der Raub läuft reibungslos ab und es gelingt ihnen auch der Polizei zu entkommen.
Kurzzeitig scheint es so, als würde für Frank alles gut laufen.
Als Frank jedoch seinen Anteil am Überfall abholen will, muss er feststellen, dass dies nur ein kleiner Teil des versprochenen Geldes ist. Den Rest behält Leo ein und investiert ihn anderweitig, um Frank zu weiteren Coups zu nötigen. Frank verlangt sein restliches Geld und will aussteigen. Bei der geplanten Geldübergabe wird Barry von Leos Männern getötet. Leo lässt seine väterliche Maske fallen und macht Frank klar, dass er für ihn arbeiten wird so lange wie er es verlangt.
Frank wird klar, dass Jessie und sein Baby nicht in sein Leben passen. Er schickt Jesse und David weg und macht ihnen klar, dass sie ihn nie wieder sehen sollen. Außerdem sprengt er Haus, seine Bar und sein Autohaus in die Luft. Schließlich fährt er bewaffnet zu Leos Haus, wo er Leo, und seine Männer erschießt. Dabei wird Frank von einer Kugel getroffen, da er aber eine kugelsichere Weste trug, überlebt er unbeschadet und verschwindet in der Nacht in seine unsichere Zukunft.
Hintergründe
Michael Mann holte sich für sein Regiedebüt den Profidieb John Santucci und die beiden ehemaligen Polizisten Dennis Farina und Chuck Adamson als Berater in die Produktion. Alle drei erhielten jeweils eine Nebenrolle. Dabei wurden die Aufgaben von Santucci und Farina vertauscht, der Cop spielte einen Gangster und der Gangster einen Cop.
Auch der Schauspieler William Petersen, der später die Rolle des Will Graham in der ersten Verfilmung des Thomas Harris` Romans Roter Drache, unter dem Titel Manhunter – Roter Drache ebenfalls unter der Regie von Michael Mann übernahm, hat hier einen seiner ersten Leinwandauftritte als Mitarbeiter einer Bar.
Die Dreharbeiten begannen im März 1980 und fanden in Chicago, Illinois statt.
Johannes Schmoelling von der Band Tangerine Dream erläuterte 2001 zur Zusammenarbeit: „Michael Mann hat in ‚Thief‘ unsere Musik z. B. unglaublich laut eingesetzt, so dass ihn einige Kritiker gar für verrückt erklärt haben. Doch genau das war seine Intention. Gerade das sehr monotone Sequenzing, das mich bei unseren Konzerten manchmal nervte, funktioniert hier perfekt […] In ‚Thief‘ wollte er ganz einfach, dass die Musik maschinell, kalt und desolat klingt und somit dem Wesen der Hauptfigur entsprach.“<ref>Johannes Schmoelling Interview 7. November 2001. In: johannesschmoelling.de. www.johannesschmoelling.de, 7. November 2001, abgerufen am 1. November 2008.</ref>
Auch Manns nächsten Projekten war kein Erfolg beschert, bis er schließlich den Stoff des Filmes zu einer Krimiserie ausbaute, die als Miami Vice in aller Welt bekannt wurde.
Synchronisation
| Darsteller | Rolle | Sprecher |
|---|---|---|
| James Caan | Frank | Klaus Kindler |
| James Belushi | Barry | Hartmut Neugebauer |
| Tuesday Weld | Jessie | Dagmar Heller |
| Robert Prosky | Leo | Günther Strack |
| Tom Signorelli | Attaglia | Hartmut Becker |
| John Santucci | Urizzi | Horst Sachtleben |
| Nathan Davis | Grossman | Leo Bardischewski |
| Hal Frank | Joe Gags | Walther Reichelt |
| Thomas O. Erhart jr. | Richter Ramsey | Holger Hagen |
| Frederic Stone | Verteidiger | Arnim André |
Kritiken
Der Film bekam zwar einige gute Kritiken, kam aber beim Publikum nicht übermäßig an. An den Kinokassen war er kein großer Erfolg und Regisseur Michael Mann musste seine Karriere mit Low-Budget-Filmen fortsetzen.
“one of the most intelligent thrillers I’ve seen. […] It’s a thriller with plausible people in it. How rare”
„einer der intelligentesten Thriller, die ich kenne. […] Ein Thriller mit plausiblen Menschen darin. Wie rar.“
“hard to imagine the film made any other way once you've seen the entire thing”
„schwer vorstellbar, dass der Film auch anders hätte verwirklicht werden können, kennt man ihn erst einmal.“
„Während die FAZ Manns Film als ‚ästhetisch sehenswert‘ einstufte, meinte Die Zeit: ‚Der Einzelgänger wirkt wie eine Parodie des film noir, eine unfreiwillige allerdings‘.“
„Michael Manns Kino-Debüt ist ein perfekt inszenierter Kriminalfilm auf hohem Unterhaltungsniveau.“
Weblinks
- Vorlage:IMDb/1
- Der Einzelgänger bei Rotten Tomatoes (englisch)
- Der Einzelgänger in der Deutschen Synchronkartei
- Vergleich der Schnittfassungen [[[:Vorlage:Schnittberichte/URL]]5982797 FSK 16 VHS – FSK 18 DVD] von Der Einzelgänger bei Schnittberichte.com
Einzelnachweise
<references />
Vorlage:Klappleiste/Anfang Ein Mann kämpft allein | Der Einzelgänger | Die unheimliche Macht | Blutmond | Showdown in L.A. | Der letzte Mohikaner | Heat | Insider | Ali | Collateral | Miami Vice | Public Enemies | Blackhat | Ferrari Vorlage:Klappleiste/Ende