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Das Himmelreich in euch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Tolstoi1st.jpg
Die erste englische Ausgabe von The Kingdom of God Is Within You, 1894

Das Himmelreich in euch, „Das Reich Gottes ist in Euch“ oder „Das Reich Gottes ist inwendig in euch“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) [Zarstwo Boschije wnutri was]) ist ein einflussreiches Sachbuch von Leo Tolstoi. Es wurde zuerst im Jahr 1894 in Deutschland veröffentlicht, nachdem es in Russland verboten gewesen war.<ref>Donna Tussing Orwin, The Cambridge Companion to Tolstoy</ref> Es steht am Gipfel von Tolstois dreißig Jahren christlichen Denkens und breitet eine neue Gesellschaftsorganisation aus, die auf einer wörtlichen christlichen Interpretation beruht.

Inhalt

Einleitend bezieht sich Leo Tolstoi auf sein 10 Jahre zuvor erschienenes Werk "Mein Glaube": "Im Jahre 1884 habe ich ein Buch verfasst unter dem Titel "Mein Glaube!" In diesem Buche habe ich der Wahrheit gemäß dargelegt, was ich glaube."<ref group="Pos">S. 2.</ref>

Der Inhalt des Buches ist am Ende des Werkes unter folgenden Überschriften zusammengefasst:"<ref group="Pos">S. 268–173.</ref>

Kapitel 1: "Die Lehre vom Nicht-Widerstehen ist seit der Begründung des Christentums von der Minderheit der Menschen bekannt und wird jetzt von der Minderheit der Menschen bekannt"<ref group="Pos">S. 4–50.</ref>

Kapitel 2: "Urteile über das Nicht-Widerstehen von Gläubigen und Ungläubigen"<ref group="Pos">S. 50–80.</ref>

Kapitel 3: "Die falsche Auffassung des Christentums durch die Gläubigen"<ref group="Pos">S. 80–137.</ref>

Kapitel 4: "Wie die wissenschaftlichen Menschen das Christentum missverstehen"<ref group="Pos">S. 137–176.</ref>

Kapitel 5: "Die Widersprüche unseres Lebens und unseres christlichen Bewußtseins"<ref group="Pos">S. 176–215.</ref>

Kapitel 6: "Das Verhältnis der Menschen unserer Welt zum Kriege"<ref group="Pos">S. 215–267.</ref>

Im Kapitel 1 lässt Leo Tolstoi Autoren zu Wort kommen, die unterstützend auf sein Werk "Mein Glaube" reagiert hatten, insbesondere solche aus den Vereinigten Staaten wie die Quäker sowie die christlich-pazifistischen Schriftsteller William Lloyd Garrison und Adin Ballou. Ebenso zitiert er ausführlich den tschechischen Theologen und Schriftsteller Petr Chelčický als einen Vertreter der Böhmischen Brüder.

Im Kapitel 2 widerlegt Tolstoi Argumente, die gegen die absolute Gültigkeit und Anwendbarkeit der Gewaltlosigkeit (Nicht-Widerstehen) von Kritikern seines Buches "Mein Glaube" vorgebracht wurden, wobei er die Gegenargumente in 5 Kategorien gliedert:<ref group="Pos">S. 269.</ref>

1. "Die Gewalt widerspricht dem Christentum nicht."

2. "Die Gewalt ist notwendig zur Einschränkung der Uebelthäter."

3. "Die Gewalt ist Pflicht zur Verteidigung des Nächsten."

4. "Die Verletzung des Gebotes vom Nicht-Widerstreben wird als eine einfache Schwäche anerkannt."

5. "Die Vermeidung der Antwort durch den Vorwand, die Frage sei ganz gelöst."

Argumentation

Der Buchtitel beruft sich auf Vorlage:Bibel/Link. Tolstoi diskutiert das Prinzip der Gewaltlosigkeit im Angesicht von Gewalt, wie von Jesus gelehrt. (Siehe auch Friedenskirche). Tolstoi sah eine Trennung zwischen der Russisch-Orthodoxen Kirche, die mit dem Staat vereint war, und dem, was er für die wahre Botschaft Jesu hielt, wie sie in den Evangelien und insbesondere der Bergpredigt wiedergegeben ist.

Tolstoi vertritt den Standpunkt, dass alle kriegsführenden Regierungen ein Affront gegen christliche Prinzipien seien. Er beruft sich auf die Forderung: „Ich aber sage euch: Widersteht nicht dem Bösen, sondern wenn jemand dich auf deine rechte Backe schlagen wird, dem biete auch die andere dar;“ Vorlage:Bibel/Link. Er weist die Interpretationen römischer und mittelalterlicher Gelehrter zurück, die den Anwendungsbereich der Forderung begrenzen wollten.

Tolstois Briefwechsel mit Mohandas Gandhi

Gandhi schrieb in seiner Autobiographie, dass dieses Buch ihn „überwältigte“ und einen „bleibenden Eindruck“ hinterließ.<ref>Eine Autobiographie oder: Die Geschichte meiner Experimente mit der Wahrheit, Verlag Hinder + Deelmann 1977, ISBN 3-87348-162-6</ref> Gandhi zählte Tolstois Buch mit John Ruskins Unto This Last und dem Dichter Shrimad Rajchandra (Raychandbhai) zu den drei wichtigsten Einflüssen in seinem Leben.<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

1908 schrieb Tolstoi einen Leserbrief an eine indische Zeitung (A Letter to a Hindu), in dem er die Meinung vertrat, dass das indische Volk die britische Kolonialherrschaft nur durch passiven Widerstand auf der Basis von Nächstenliebe zu Fall bringen könne. Im Jahr darauf schrieb Gandhi an Tolstoi mit der Bitte um Rat und für die Genehmigung, A Letter to a Hindu in seiner eigenen Sprache Gujarati, zu veröffentlichen. Tolstoi antwortete und es folgte eine andauernde Korrespondenz bis zu seinem Tod im Jahr 1910. Die Briefe enthalten unter anderem praktische und theologische Anwendungen der Gewaltlosigkeit.<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Tolstois Idee wurde schließlich durch Gandhis Organisation landesweiter gewaltfreier Streiks und Proteste in den Jahren 1918–1947 realisiert.

Weblinks

Zitierte Ausgabe

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Romane: Krieg und Frieden | Krieg und Frieden (Urfassung) | Anna Karenina | Auferstehung

Novellen: Die Kosaken | Wieviel Erde braucht der Mensch? | Der Tod des Iwan Iljitsch | Die Kreutzersonate | Der Teufel | Der gefälschte Coupon | Hadschi Murat | Familienglück

Autobiografie: Kindheit | Knabenjahre | Jünglingsjahre

Philosophische Schriften: Kritik der dogmatischen Religion | Meine Beichte | Worin mein Glaube besteht | Das Himmelreich in euch | Was ist Kunst? | Gegen die moderne Kunst | Über Erziehung und Bildung | Wovon die Menschen leben

Dramen: Die Macht der Finsternis | Der lebende Leichnam | Und das Licht scheinet in der Finsternis (unvollendet)

Erzählungen und Kurzgeschichten: Der Überfall | Der Holzschlag | Sewastopoler Erzählungen | Der Schneesturm | Der Morgen eines Gutsbesitzers | Zwei Husaren | Der Degradierte | Luzern | Albert | Drei Tode | Polikuschka | Eine Idylle | Der Gefangene im Kaukasus | Jermak und die Eroberung Sibiriens | Gott sieht die Wahrheit, sagt sie aber nicht sogleich | Die Bärenjagd | Meine Hunde | Der Leinwandmesser | Die beiden Alten | Wo die Liebe ist, da ist auch Gott | Kinderweisheit und Männertorheit | Lass den Funken nicht zur Flamme werden | Die Kerze | Die drei Greise | Der reuige Sünder | Iwan der Narr | Das eigroße Korn | Der erste Branntweinbrenner | Iljas | Der Feind ist zähe, aber Gott ist stark | Die beiden Brüder und das Gold | Der Knecht Jemeljan und die leere Trommel | Der Taufsohn | Volkserzählungen | Russische Bauern | Das Leben | Grausame Vergnügungen | Der Traum des jungen Zaren | Herr und Knecht | Vater Sergej | Krieg und Revolution | Für alle Tage | Das große Verbrechen | Nach dem Ball | König Assarhaddon | Aljoscha der Topf | Die postumen Aufzeichnungen des Starez Fjodor Kusmitsch | Das Göttliche und das Menschliche | Kornej Wasiljew | Drei Fragen | Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen | Macht des Kindes | Der Fremde und der Bauer | Lieder im Dorf | Wer sind die Mörder? | Der Mönchspriester Iliodor | Dankbarer Boden | Allen das Gleiche | Chodynka | Drei Tage auf dem Lande | Wofür? | Was ich im Traume sah | Vater Wassili Vorlage:Klappleiste/Ende