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Dürrnhof (Merkendorf)

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Dürrnhof
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(24)&title=D%C3%BCrrnhof 49° 11′ N, 10° 43′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(24) 49° 11′ 14″ N, 10° 43′ 4″ O
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Höhe: 424 m ü. NHN
Einwohner: 24 (30. Okt. 2020)<ref name="Merkendorf.de" />
Postleitzahl: 91732
Vorwahl: 09826
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Datei:Dürrnhof, Mühle, 2012-05-23.JPG
Ehemalige Klostermühle

Dürrnhof (fränkisch: Däanhuf<ref>R. Schuh: Gunzenhausen, S. 65. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „dęənhūf“.</ref>) ist ein Gemeindeteil der Stadt Merkendorf im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Dürrnhof liegt in der Gemarkung Heglau.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 5. Oktober 2024.</ref>

Geografie

Der Weiler liegt am Oberen Mühlbach, ab Heglau Heglauer Mühlbach genannt, der ein linker Zufluss der Altmühl ist. Im Osten liegt der Mönchswald, im Westen die Flur Gostenloh, im Südwesten der Katzenzipfel und im Norden der Seewasen. Die Kreisstraße AN 59 führt die Bundesstraße 13 kreuzend nach Heglau (1,1 km südwestlich) bzw. nach Selgenstadt (4,5 km nordöstlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 16. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>

Geschichte

Urnenfelderzeitliche Funde in den Weiherwiesen bei Dürrnhof belegen, dass das Gebiet um den Ort schon seit etwa 1200–800 v. Chr. besiedelt war.<ref>Wilhelm Koch: Merkendorfer Chronik. In: 600 Jahre Stadt Merkendorf 1398–1998. Merkendorf 1998, S. 13.</ref> Im Jahre 1926 fand man bronzenen Frauenschmuck um 1000 v. Chr.

1344 wurde ein „Heinrich Meister zů dem Durrenhof“ erwähnt, der ein Mönch des Heilsbronner Klosters war. Dies ist zugleich die erste urkundliche Erwähnung des Ortes. Bestimmungswort des Ortsnamens ist wahrscheinlich das mittelhochdeutsche Adjektiv „durre“ (= trocken, mager). Ob damit der Obere Mühlbach gemeint war oder ein Acker oder Wald, ist unklar.<ref>R. Schuh: Gunzenhausen, S. 66.</ref>

Das Kloster Heilsbronn hatte den Grundstein für die ausgedehnte Propstei Altmühl in Dürrnhof gelegt. Bis ins 14. Jahrhundert hinein war Dürrnhof Amts- und Gerichtssitz. Der Mönchswald gehörte auch zum „Officum Dürrnhof“ oder zur „Arida Curia“. Erst später verlegte das Kloster den Sitz nach Merkendorf.<ref>G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 440ff.</ref>

Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Windsbach aus dem Jahr 1608 wurde für „Dürrnhoff“ eine Mannschaft verzeichnet, die das Verwalteramt Merkendorf als Grundherrn hatte. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/1, 15. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 730.</ref>

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Dürrnhof 5 Anwesen (1 Mühle, 4 Leerhäuser). Das Hochgericht übte das Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus. Alle Anwesen hatten das Verwalteramt Merkendorf als Grundherrn.<ref name="J849">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 849.</ref><ref>Johann Bernhard Fischer: Dürrenmühl. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC 159872968, S. 405 (Digitalisat).
J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 652.
In beiden Quellen wird nur die Mühle berücksichtigt.</ref> Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach.<ref name="J993">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 993.</ref>

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Dürrnhof dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Merkendorf und der 1810 gegründeten Munizipalgemeinde Merkendorf zugeordnet.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963.</ref> Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Dürrnhof in die neu gebildete Ruralgemeinde Heglau umgemeindet. Der Ort kam am 1. Januar 1971 im Zuge der Gebietsreform in Bayern zur Stadt Merkendorf.<ref name="J993" /><ref>Merkendorf > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 13. März 2025.</ref>

In Dürrnhof gibt es ein Sägewerk.

Baudenkmal

  • Haus-Nr. 4: Ehemalige Wassermühle des Klosters Heilsbronn, Wohn- und Mühlhaus<ref>Denkmalliste für Merkendorf (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege</ref>

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Einwohnerentwicklung

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 001991 002010 002020
Einwohner 25 23 33 27 28 32 27 45 26 32 32 27 24 24
Häuser<ref>Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.</ref> 5 5 5 5 5 5 5 6
Quelle <ref>Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, OCLC 1071656043, S. 20 (Digitalisat).</ref> <ref>Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, OCLC 635011891, S. 147 (Digitalisat).</ref> <ref>Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 1035, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).</ref> <ref>Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1200, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).</ref> <ref>K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1131 (Digitalisat).</ref> <ref>K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1199 (Digitalisat).</ref> <ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1237 (Digitalisat).

</ref> || <ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1069 (Digitalisat).</ref> || <ref name="OV 1961">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 785 (Digitalisat).</ref> || <ref>Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 170 (Digitalisat).</ref> || <ref>Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 329 (Digitalisat).</ref> || <ref>Karl Huber: Gemeindedaten zum 1. Januar 1991. In: Festschrift zur Einweihung des Rathauses und des Krautbrunnens – Stadt Merkendorf – 25. Oktober 1991. Merkendorf 1991, S. 22.</ref> || <ref name="Merkendorf.de">Daten aus den Bürgerversammlungen vom 24. und 25. November 2020 / Präsentation (PDF) S. 6 auf merkendorf.de, abgerufen am 3. Dezember 2020</ref> || <ref name="Merkendorf.de" />

Religion

Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach Unserer Lieben Frau (Merkendorf) gepfarrt.<ref name="J849"/> Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach St. Jakobus (Ornbau) gepfarrt,<ref name="OV 1961"/> heute ist die Pfarrei Liebfrauenmünster (Wolframs-Eschenbach) zuständig.<ref>Pfarrverband Wolframs-Eschenbach. In: bistum-eichstaett.de. Abgerufen am 17. März 2023.</ref>

Literatur

Weblinks

Fußnoten

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