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Désirée Nosbusch

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Datei:Désirée Nosbusch-1772.jpg
Désirée Nosbusch, 2025
Désirée Nosbusch lächelt mit schulterlangem, dunklem Haar, die ein schwarzes Oberteil trägt. Der Hintergrund ist blau gehalten und enthält teilweise lesbaren Text, auf dem „International Filmfest Berlin“ zu erkennen ist. Die Szene wurde bei der Berlinale 2018 aufgenommen.
Désirée Nosbusch, 2018

Désirée Nosbusch (* 14. Januar 1965 in Esch an der Alzette) ist eine luxemburgische Moderatorin und Schauspielerin. Insbesondere in den USA verwendet sie gelegentlich den Künstlernamen Désirée Becker.

Leben

Désirée Nosbuschs Vater war ein luxemburgischer Lkw-Fahrer, ihre Mutter eine aus Italien stammende Schneiderin,<ref>Désirée Nosbusch im Munzinger-Archiv, abgerufen am 16. Oktober 2022 (Artikelanfang frei abrufbar)</ref> wegen deren Herkunft sie nach eigener Aussage in der Schule oft Ausländerfeindlichkeit erlebte.<ref>Désirée Nosbusch: Schauspielerin wurde Opfer von Ausländerfeindlichkeit - Unterhaltung. In: Stuttgarter Nachrichten. 9. Februar 2020, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 9. Februar 2020; abgerufen am 16. Oktober 2022.</ref>

Ab 1981, mit 16 Jahren, war Nosbusch in einer Beziehung mit ihrem 26 Jahre älteren Manager Georg Bossert, die bis 1990 dauerte. Rückblickend sagte sie, dass sie in dieser Beziehung „gefangen war, unterdrückt, missbraucht wurde“.<ref>Er wurde 1995 erstochen: Désirée Nosbusch über Ex-Manager: „Ich wurde missbraucht“. In: MOPO. 30. November 1, abgerufen am 16. Oktober 2022.</ref> Von 1991 bis 2002 war sie mit dem österreichischen Filmkomponisten Harald Kloser verheiratet, mit dem sie einen Sohn (* 1996) und eine Tochter (* 1999) hat.

Nach der Trennung war sie zweieinhalb Jahre mit Volkan Baydar, dem Sänger der Popgruppe Orange Blue, liiert. Bei den Dreharbeiten zum TV-Mehrteiler Eine Liebe in Saigon lernte sie den Schauspieler Mehmet Kurtuluş kennen, mit dem sie sich später verlobte;<ref>Neuer TV-Kommissar Kurtulus: "In Deutschland herrscht 'Tatort'-Hysterie". In: Der Spiegel. 20. Oktober 2008, abgerufen am 16. Oktober 2022.</ref> 2013 trennte sich das Paar. Im Anschluss hatte sie eine kurze Beziehung mit dem Daimler-Chef Dieter Zetsche.<ref>Beziehung: Dieter Zetsche und Désirée Nosbusch trennen sich. In: Die Welt. 7. Mai 2013, abgerufen am 16. Oktober 2022.</ref> 2018 heiratete sie den Kameramann Tom Alexander Bierbaumer.<ref>Désirée Nosbusch heiratet ihren Kameramann Tom in Italien - Fotos. Abgerufen am 16. Oktober 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Nosbusch engagiert sich für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei. 2006, 2007 und 2011 war sie Kuratorin beim DKMS Life Dreamball, den sie 2007 auch moderierte.<ref>Kuratorium - DKMS LIFE. 1. November 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 1. November 2013; abgerufen am 16. Oktober 2022.</ref> Sie lebt abwechselnd in Luxemburg und in Berlin.

Karriere

Moderatorentätigkeit

Ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte Nosbusch 1977 im Alter von zwölf Jahren als Radiomoderatorin bei Radio Luxemburg. Als Kindermoderatorin für die ARD berichtete sie gemeinsam mit Anke Engelke Anfang der 1980er Jahre live von der Internationalen Funkausstellung in Berlin. Für das ZDF moderierte sie die Musiksendungen Hits von der Schulbank (1980), Hits mit Desirée (1980) und Music-Box (1982). Nosbusch gilt als „die erste freche Jungmoderatorin im deutschen Fernsehen“.<ref>Michael Völkel: Das Lexikon der TV-Moderatoren, S. 388</ref>

Später folgten Sendungen im Abendprogramm des französischen Fernsehens sowie für den Südwestfunk die Interview-Reihe Zeit zu zweit, in der sie jeweils 45 Minuten lang mit einem Gast sprach. Zudem moderierte Nosbusch die Sendung Kinder Ruck Zuck, die zwischen 1992 und 2005 unter anderem auf Tele 5 und RTL II als Ableger der Sendung Ruck Zuck ausgestrahlt wurde.

Nosbusch, die neben Luxemburgisch und Deutsch auch Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch spricht, moderiert für verschiedene Sender internationale Großveranstaltungen, Preisverleihungen und Galas, darunter 1984 den Grand Prix Eurovision de la Chanson in Luxemburg für RTL Télé Lëtzebuerg / RTLplus oder im deutschen Fernsehen Stars in der Manege.

Sie arbeitete auch weiterhin fürs Radio; unter anderem war sie an den ORF-Produktionen Theorie der völligen Hilflosigkeit (1994) und Das Kind hinter den Augen (1995) beteiligt, die jeweils zum Hörspiel des Jahres gewählt wurden. Ab 2017 moderierte sie bei Vox die Talkshow The Story of My Life, in der prominente Paare über ihre Beziehung und das Thema Älterwerden sprechen.

Film und Fernsehen

1981 gab Nosbusch in der von Wolf Gremm inszenierten Irmgard-Keun-Romanverfilmung Nach Mitternacht ihr Filmdebüt in der Hauptrolle der 16-jährigen Susanne Moder. Im selben Jahr begann sie eine vierjährige Schauspielausbildung am New Yorker Herbert-Berghof-Studio. 1983 war sie neben Adriano Celentano in der italienischen Filmkomödie Sing Sing als Terroristin zu sehen. 1984 sang sie mit Kann es Liebe sein? ein Duett mit dem österreichischen Sänger Falco für dessen Album Junge Roemer, das mit seinem Musikfilm Falco – Helden von heute verfilmt wurde.

1991 spielte sie in Andy Bauschs Ex und hopp – Ein böses Spiel um Liebe, Geld und Bier neben Mario Adorf die Rolle der Gaby. 1998 übernahm sie in der zweiten Staffel der Miniserie Die Kinderklinik an der Seite von Massimo Dapporto und Adriano Pantaleo die Hauptrolle der Dr. Angela Mancinelli, da Katharina Böhm für diese Rolle nicht mehr zur Verfügung stand.

Von Oktober 2011 bis März 2012 spielte Nosbusch in der luxemburgischen Sitcom Weemseesdet die Francine Konsbrück. Für ihre Rolle der Investmentchefin Christelle Leblanc in der deutsch-luxemburgischen Fernsehserie Bad Banks wurde sie von der Deutschen Akademie für Fernsehen in der Kategorie Schauspielerin–Nebenrolle und mit dem Grimme-Preis in der Kategorie Darstellung ausgezeichnet.<ref>[1] abgerufen am 26. Februar 2019</ref> 2014 sang sie das Duett Jede Nacht (Shenzhen oder Guangzhou) mit der Kölner Band Erdmöbel.

Seit 2019 verkörpert sie in der ARD-Krimireihe Der Irland-Krimi die deutschstämmige Polizeipsychologin Cathrin Blake. Zusammen mit Alexandra Hoesdorf gründete sie 2010 die luxemburgische Filmproduktionsgesellschaft Deal Productions.<ref>About Désirée Nosbusch. In: dealproductions.com. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 7. August 2018; abgerufen am 7. August 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dealproductions.com</ref>

2024 gab Nosbusch mit Poison – Eine Liebesgeschichte ihr Spielfilmregiedebüt.

Kontroversen

Für Aufsehen sorgte sie 1981 in der Fernsehsendung Auf Los geht’s los, in der Moderator Joachim Fuchsberger eine Beamtenanwärterin aus Bayern vorstellte, die wegen Übergewichts nicht verbeamtet werden sollte. Nachdem der Fall mit dem zuständigen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß fernmündlich besprochen worden war und dieser der Anwärterin dennoch keine Hoffnung auf eine Ausnahme hatte machen wollen, teilte Nosbusch, die Teil der Diskussionsrunde war, ihr Unverständnis gegenüber den Aussagen des Ministerpräsidenten mit.<ref>Auf los geht’s los, 28.3.81, ab 10:03. Abgerufen am 2. November 2020.</ref> Dies zog ein längeres Auftrittsverbot beim Bayerischen Rundfunk nach sich.<ref>Eins zu Eins. Der Talk. In: Bayerischer Rundfunk. 24. März 2022, abgerufen am 16. Oktober 2022.</ref>

Ebenfalls für einen Skandal sorgte 1982 der nur für volljährige Kinobesucher freigegebene Film Der Fan, in dem sie einen minderjährigen Fan eines Musikers (dargestellt vom Rheingold-Sänger Bodo Staiger) spielte, der von diesem nach der ersten Liebesnacht fallengelassen wird und sich durch Ermordung des Idols sowie anschließende Zerstückelung der Leiche rächt. Der Film war bis 2003 als jugendgefährdend indiziert.<ref>Gerald Wurm: Listenstreichung - Der Fan (Schnittberichte.com). Abgerufen am 3. Dezember 2024.</ref>

1982, im Alter von 17 Jahren,<ref>Joachim Hentschel: Auf "Kinski Talks 2" gibt's "Zeit zu Zweit" mit ihm und Désirée Nosbusch. In: Rolling Stone. 4. Mai 2011, abgerufen am 3. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> führte sie in den USA ein Interview mit Klaus Kinski, der sie nach dem Vorgespräch bedrängt und in seinem Anwesen eingesperrt hatte. Über den Balkon war ihr die Flucht gelungen.<ref name=":0">Markus Lanz vom (07. Februar 2013) - ZDF (4/5) (cut). Abgerufen am 16. Oktober 2022.</ref> Bei diesem Interview, das im Rahmen der Dokumentationsreihe Zeit zu zweit 1985 ausgestrahlt wurde, hatte sich Kinski Nosbusch genähert; sie hatte ihn gewähren lassen, um den Erfolg des Interviews nicht zu gefährden.<ref name=":0" /><ref>Zeit zu Zweit. Desirée Nosbusch & Klaus Kinski 1985. Abgerufen am 8. Februar 2021.</ref>

Filmografie (Auswahl)

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Hörspiele (Auswahl)

Hörbücher (Auswahl)

Auszeichnungen

Literatur

  • Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Albert Langen. Georg Müller Verlag, München, Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 717.
  • Michael Völkel: Das Lexikon der TV-Moderatoren. Anekdoten, Fakten und Sprüche aus 50 Jahren TV-Geschichte. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2003, ISBN 3-89602-524-4, S. 388 ff.
  • Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 6: N – R. Mary Nolan – Meg Ryan. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 14 f.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang 1956: Lohengrin Filipello | 1957: Anaid Iplicjian | 1958: Hannie Lips | 1959: Jacqueline Joubert | 1960: Katie Boyle | 1961: Jacqueline Joubert | 1962: Mireille Delannoy | 1963: Katie Boyle | 1964: Lotte Wæver | 1965: Renata Mauro | 1966: Josiane Shen | 1967: Erica Vaal | 1968: Katie Boyle | 1969: Laurita Valenzuela | 1970: Willy Dobbe | 1971: Bernadette Ní Ghallchóir | 1972: Moira Shearer | 1973: Helga Guitton | 1974: Katie Boyle | 1975: Karin Falck | 1976: Corry Brokken | 1977: Angela Rippon | 1978: Denise Fabre & Léon Zitrone | 1979: Jardena Arasi & Daniel Pe’er | 1980: Marlous Fluitsma | 1981: Doireann Ní Bhriain | 1982: Jan Leeming | 1983: Marlène Charell | 1984: Désirée Nosbusch | 1985: Lill Lindfors | 1986: Åse Kleveland | 1987: Viktor Lazlo | 1988: Michelle Rocca & Pat Kenny | 1989: Lolita Morena & Jacques Deschenaux | 1990: Helga Vlahović & Oliver Mlakar | 1991: Gigliola Cinquetti & Toto Cutugno | 1992: Lydia Capolicchio & Harald Treutiger | 1993: Fionnuala Sweeney | 1994: Cynthia Ní Mhurchú & Gerry Ryan | 1995: Mary Kennedy | 1996: Ingvild Bryn & Morten Harket | 1997: Carrie Crowley & Ronan Keating | 1998: Ulrika Jonsson & Terry Wogan | 1999: Dafna Dekel, Sigal Shachmon & Yigal Ravid | 2000: Kattis Ahlström & Anders Lundin | 2001: Natasja Crone & Søren Pilmark | 2002: Annely Peebo & Marko Matvere | 2003: Marie N & Renārs Kaupers | 2004: Meltem Cumbul & Korhan Abay | 2005: Marija Jefrossynina & Pawlo Schylko | 2006: Maria Menounos & Sakis Rouvas | 2007: Jaana Pelkonen, Mikko Leppilampi & Krisse Salminen (Greenroom) | 2008: Jovana Janković & Željko Joksimović | 2009: Alsou & Ivan Urgant (Finale); Natalja Wodjanowa & Andrei Malachow (Semifinale) | 2010: Nadia Hasnaoui, Erik Solbakken & Haddy N’jie | 2011: Anke Engelke, Stefan Raab & Judith Rakers | 2012: Eldar Qasımov, Leyla Əliyeva & Nərgiz Birk-Petersen | 2013: Petra Mede & Eric Saade (Greenroom im Finale) | 2014: Lise Rønne, Nikolaj Koppel & Pilou Asbæk | 2015: Alice Tumler, Arabella Kiesbauer, Mirjam Weichselbraun & Conchita Wurst (Greenroom) | 2016: Petra Mede & Måns Zelmerlöw | 2017: Wolodymyr Ostaptschuk, Oleksandr Skitschko & Timur Miroschnytschenko | 2018: Filomena Cautela, Sílvia Alberto, Daniela Ruah & Catarina Furtado | 2019: Bar Refaeli, Erez Tal, Assi Azar & Lucy Ayoub | 2020: Chantal Janzen, Jan Smit & Edsilia Rombley | 2021: Chantal Janzen, Edsilia Rombley, Jan Smit & Nikkie de Jager | 2022: Mika, Laura Pausini & Alessandro Cattelan | 2023: Julija Sanina, Alesha Dixon, Hannah Waddingham & Graham Norton (Finale) | 2024: Petra Mede & Malin Åkerman | 2025: Hazel Brugger, Michelle Hunziker (Finale) & Sandra Studer | 2026: Michael Ostrowski & Victoria Swarovski Vorlage:Klappleiste/Ende

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