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Cyclocross-Weltmeisterschaften 1993

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Die Cyclocross-Weltmeisterschaften 1993 wurden am 30. und 31. Januar im italienischen Corva di Azzano Decimo ausgetragen. Es war das letzte Mal, dass Profis und Amateure getrennt fuhren.

Ablauf

Den Zuschlag für die Ausrichtung erhielt zunächst der tschechoslowakische Verband, der jedoch aus finanziellen Gründen wieder davon zurücktrat. Nachdem eine Austragung in der Schweiz kurzfristig auch nicht zu organisieren war,<ref>Neue Zürcher Zeitung, Ausgabe vom 2. Oktober 1991, Seite 60 (Digitalisat)</ref> vergab der Radsport-Weltverband UCI die Veranstaltung an Italien. Der dortige Verband bestimmte schließlich im Februar 1992 den kleinen Ort Corva im Friaul zum Gastgeber.<ref>Walliser Bote, Ausgabe vom 27. Februar 1992, Seite 27 (Digitalisat)</ref> Kurz zuvor war mit Daniele Pontoni ein Fahrer aus dieser Region Amateur-Weltmeister geworden.

Der Parcours war 2.930 m lang mit vielen Richtungswechseln. Start und Ziel waren in der Via Chiesa, der Großteil lag jedoch in den Feldern und Wiesen nordwestlich des Orts. Durch gutes Wetter in der Woche zuvor war die Strecke trocken und schnell. Wiederholte kurze, aber steile Steigungen kamen durch den Deich am Fluss Meduna zustande. Die politischen Veränderungen in Osteuropa sorgten für eine Rekordzahl an teilnehmenden Ländern: Tschechien und die Slowakei traten nach ihrer Trennung mit zwei Mannschaften an, infolge der Auflösung der Sowjetunion waren Russland und die Ukraine erstmals dabei, und auch Rumänien entsandte einen Fahrer ins Amateurrennen. Dieses fand am ersten Tag statt, am zweiten Tag fuhren zunächst die Junioren, dann die Profis.<ref>Neue Zürcher Zeitung, Ausgabe vom 30. Januar 1993, Seite 56 (Digitalisat)</ref> Pontonis Ansinnen, nach dem Amateurrennen die Lizenz zu wechseln und als Profi nochmals anzutreten, wurde von der UCI abgewiesen.<ref>La Liberté, Ausgabe vom 30. Januar 1993, Seite 34 (Digitalisat)</ref> Belgien und die Niederlande strichen kurzfristig je einen Fahrer wegen Dopingvergehen aus dem Aufgebot.<ref>Limburgs Dagblad, Ausgabe vom 2. Februar 1993, Seite 15 (Digitalisat)</ref> Ex-Weltmeister Radomír Šimůnek war nach einem schweren Autounfall nicht einsatzfähig.<ref>De Telegraaf, Ausgabe vom 23. November 1992, Seite 23 (Digitalisat)</ref>

Vor 15.000 Zuschauern traten 68 Fahrer aus 19 Ländern im Amateurrennen an. In der ersten Runde bildete Pontoni mit Richard Groenendaal, Ondřej Lukeš und Urs Markwalder eine erste Spitzengruppe. Gegen Ende der zweiten Runde schlossen Ex-Weltmeister Thomas Frischknecht, der amtierende Mountainbike-Weltmeister Henrik Djernis sowie Ralph Berner auf, während Markwalder zurückfiel. In der fünften Runde wagte Außenseiter Berner einen Ausfall. Während sich Frischknecht und Pontoni gegenseitig neutralisierten, setzte Djernis hinterher, überholte Berner und gewann nach sieben Runden das Rennen; er war der erste dänische Weltmeister dieser Sportart. Zweiter wurde Berner, Pontoni sicherte sich im Sprint vor Lukeš die Bronzemedaille.

Bei Start des Juniorenrennens kam es zu einem Massensturz mit mehreren Verletzten. Das Rennen über sechs Runden gewann mit großem Abstand der Tscheche Kamil Ausbuher vor seinem Landsmann Jaromír Friede. Im Sprint um den dritten Platz schlug Miguel Martinez den Schweizer Beat Blum. 47 der 51 Fahrer wurden klassiert.

Zum Abschluss der Wettkämpfe ging das 35-köpfige Feld der Profis aus 11 Ländern an den Start. In der ersten Runde ging Titelverteidiger Mike Kluge in Führung. Seine engsten Verfolger waren Dominique Arnould und Wim de Vos, während die beiden Belgier Danny De Bie und Paul Herijgers schon früh verletzt ausgeschieden waren; auch Volker Krukenbaum hatte aufgegeben. Kluges Vorsprung betrug bis zu einer halben Minute, bevor er in der sechsten Runde stürzte und von Arnould und de Vos eingeholt wurde. In der neunten und letzten Runde hatte sich Kluge erneut ein wenig abgesetzt, als ihm die Kette absprang. Er musste Arnould passieren lassen, der als erster Franzose seit 1958 Weltmeister wurde. 29 Fahrer wurden klassiert.

Ergebnisse

Profis
Platz Name Zeit (h)
1 FrankreichDatei:Flag of France.svg Dominique Arnould 1:03:17
2 DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Mike Kluge + 0:09
3 NiederlandeDatei:Flag of the Netherlands.svg Wim de Vos + 0:16
4 FrankreichDatei:Flag of France.svg David Pagnier + 0:47
5 NiederlandeDatei:Flag of the Netherlands.svg Adrie van der Poel + 2:07
6 ItalienDatei:Flag of Italy.svg Fabrizio Margon + 2:22
7 Schweiz Beat Wabel + 2:33
8 Belgien[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Paul De Brauwer + 2:36
9 ItalienDatei:Flag of Italy.svg Sandro Bono + 2:37
10 ItalienDatei:Flag of Italy.svg Luca Bramati + 2:46
Amateure
Platz Name Zeit (min)
1 DanemarkDatei:Flag of Denmark.svg Henrik Djernis 46:23
2 DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Ralph Berner + 0:06
3 ItalienDatei:Flag of Italy.svg Daniele Pontoni + 0:30
4 TschechienDatei:Flag of the Czech Republic.svg Ondřej Lukeš gl. Zeit
5 NiederlandeDatei:Flag of the Netherlands.svg Richard Groenendaal + 0:36
6 Schweiz Thomas Frischknecht + 0:40
7 PolenDatei:Flag of Poland.svg Dariusz Gil + 0:43
8 Belgien[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Marc Janssens + 0:46
9 TschechienDatei:Flag of the Czech Republic.svg Pavel Elsnic + 0:51
10 Schweiz Urs Markwalder + 1:08
Junioren
Platz Name Zeit (min)
1 TschechienDatei:Flag of the Czech Republic.svg Kamil Ausbuher 45:18
2 TschechienDatei:Flag of the Czech Republic.svg Jaromír Friede + 0:38
3 FrankreichDatei:Flag of France.svg Miguel Martinez + 0:51
4 Schweiz Beat Blum + 0:53
5 DeutschlandDeutschland Urs Steinmann + 1:05
6 ItalienItalien Elvis Zucchi + 1:26
7 NiederlandeNiederlande Gretenius Gommers + 1:31
8 DeutschlandDeutschland Mark Eberhart + 1:57
9 TschechienDatei:Flag of the Czech Republic.svg Aleš Mudroch + 2:35
10 ItalienItalien Yader Zoli gl. Zeit

Weblinks

Einzelnachweise

<references/>

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Koordinaten: 45° 55′ 0″ N, 12° 39′ 6″ O

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