Cuno Josua von Bülow
Cuno Josua von Bülow (* 13. Januar 1658 auf Gut Abbensen bei Peine; † 27. Juli 1733 in Hannover) war kurbraunschweig-lüneburgischer Generalfeldmarschall.
Herkunft
Er entstammte der Linie von Pluskow des Geschlechts Bülow. Sein Vater, Paul Joachim von Bülow (* 1606 in Scharfsdorf; † 1669 in Lüneburg<ref>geneall.net</ref>) war Erbherr auf Abbensen (1654 für 1000 Taler von Saldern erworben<ref>peine.city-map.de</ref>), Göddenstedt usw., Wirklicher Geheimer Rat zu Celle und Kammerpräsident. Er heiratete Ilse Dorothea von der Asseburg.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />stammbaum-ahnenforschung.de ( vom 27. November 2010 im Internet Archive)</ref> und in zweiter Ehe Lucia von Ahlefeldt in Celle. Die Geschwister waren Paul Joachim Heinrich Freiherr von Bülow, Anna Eleonore von Bülow, Thomas Christian von Bülow und Joachim Heinrich von Bülow. Der jüngste Bruder, Wilhelm Dietrich (1664–1737) war der erste königlich preußische Obersthofmeister, Kanzler des Schwarzen Adlerordens und Wirklicher Geheimer Rat.<ref>Heinrich Otto Meisner: Bülow, v. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 2. Duncker & Humblot, Berlin 1955, ISBN 3-428-00183-4, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).</ref>
Leben
Cuno Josua von Bülow war wohl um 1676 in die Hannoversche Armee eingetreten und hatte seine Dienste dem Kurfürsten Ernst August und seinem Sohn Georg Ludwig geleistet. Seine ersten Einsätze sind unbekannt. Er wurde wohl Generaladjutant des Erbprinzen. 1685 wurde er als Major in der Leibgarde genannt. Beim Wiederausbruch des Krieges gegen Ludwig XIV. im Jahre 1688 marschierten 18.000 Mann nach Brabant und von Bülow befehligte als Oberst ein Dragonerregiment, wobei dieses seine Pferde verlor.
1696 kommandierte er als Generalmajor die Kavallerie. Bald darauf kam es zum Friedensschluss. 1701 begann der Spanische Erbfolgekrieg zwischen Habsburg und Bourbon, wobei Hannover und Lüneburg 1702 10.000 Mann in den englischen Dienst stellten. Unter Generalleutnant Carl Christian von Sommerfeldt, welcher die Führung der braunschweig-lüneburgischen Truppen in den Niederlanden innehatte, kommandierte Bülow als Generalmajor die ganze hannoversche Kavallerie, zeichnete sich um 1704 in den Schlachten von Höchstädt, Oudenaarde, beim Scheldeübergang und der Schlacht am Schellenberg aus und wurde zum Generalleutnant befördert.<ref>Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste, Band 1</ref> 1704 war er in Brabant. Wegen einer Auseinandersetzung mit ihm wurde der Generalleutnant von Sommerfeldt am 2. April 1704 abberufen. Bülow trat dessen Nachfolge an.
1705 wurde er in den Reichsfreiherrnstand erhoben. 1707 wurde ihm als Gouverneur der Festung Hannover, nach Erwerb eines Hauses in der Köbelingerstraße, ehrenhalber das Bürger- und Brauer-Gilde-Recht vom Magistrat verliehen. So wurde er sinngemäß der erste hannoversche Ehrenbürger. Da sein Name in der Ehrenbürgerakte falsch geschrieben war, hatte man 1929 in Ledeburg die Butanstraße nach ihm benannt.<ref>Böttcher: Hannoversches biographisches Lexikon; S. 77</ref><ref>AB-H-1942-II S038 Butanstraße: unten links</ref> Später benannte man eine in die Husarenstraße mündende Straße nach ihm.
1712 war er zum Général en chef ernannt, und hatte zu seinen Dragonern das rotröckige Infanterie-Garde-Regiment erhalten.
1712 erwarb er in Holstein Löhrstorf, Satjewitz, Groß Brode, Klausdorf, Rethwisch und 1716 Siggen und Godderstorf, 1723 Gut Emkendorf. Vom Vater her besaß er Seelze. Aus dem Nachlass seines ältesten Bruders Joachim Heinrich übernahm er das Rittergut Abbensen. Er wollte seine Güter zu einem Fideikommiss vereinigen. Das Testament ließen seine verschwenderische Gattin und Sohn jedoch kurz vor seinem Tod verschwinden.
1719 war er Befehlshaber einer Reichsexekution gegen Mecklenburg (vgl. Landesgrundgesetzlicher Erbvergleich) und wurde in der Schlacht von Walsmühlen vom Grafen von Schwerin geschlagen.<ref>Bernhard von Poten: Schwerin, Kurd Christoph Graf von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 33, Duncker & Humblot, Leipzig 1891, S. 421–425.</ref> Über den Ausgang der Revanche gab es unterschiedliche Auffassungen. 1727 wurde er von Georg II. zum Generalfeldmarschall ernannt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />rittergutabbensen.de ( vom 4. März 2016 im Internet Archive)</ref>
Familie
Bülow heiratete am 18. Februar 1695 Anna Oelgard von Ahlefeld († 4. Januar 1736) a.d.H. Lehmkuhlen. Deren Tochter Sophia (* 1696; † 1726) heiratete 1717 den Kammerherrn Friedrich von Steinberg.<ref>Michael Ranft, Der Genealogische Archivarius, S.281, Korrekturen</ref> Der Sohn Ernst August (* 6. Juni 1697) wurde hannoverscher Oberkammerherr, lebte in Saus und Braus. Am 24. Juni 1724 heiratete er Sophie Charlotte Reichsgräfin von Platen Hallermund, eine Tochter des Britannischen und Braunschweigischen Geheimen Staats- und Oberkämmerers Grafen Ernst August von Platen. Er wurde am 5. März 1736 in Wien von Kaiser Karl VI. in den Reichsgrafenstand gehoben. 1761 heiratete er Anna Clara Gräfin von Kielmannsegg. Beide Ehen blieben kinderlos.
Literatur
- Die militärischen Erfolge und privaten Niederlagen des Cuno Josua v. Bülow. In: Peiner Heimatkalender, Jahrgang 12, 1982, S. 59–62
- W. Steffen: Zwei Generationen Bülov. In: Festschrift zur Einweihung des neuen Gymnasial-Gebäudes beim Königlichen Pädagogium in Putbus bei archive.org
- Bernhard von Poten, Die Generale der Königlich Hannoverschen Armee und ihrer Stammtruppen in Militär-Wochenblatt: Beihefte, 1902, S. 250 Nr. 23
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bülow, Cuno Josua von |
| KURZBESCHREIBUNG | kurbraunschweigischer General-Feldmarschall |
| GEBURTSDATUM | 13. Januar 1658 |
| GEBURTSORT | Abbensen (Edemissen) |
| STERBEDATUM | 27. Juli 1733 |
| STERBEORT | Hannover |