Christophorus Flugrettungsverein
| Christophorus Flugrettungsverein (CFV) | |
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| Gründung | 23. März 1983 |
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| Gründer | Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) |
| Sitz | Wien, Datei:Flag of Austria.svg Österreich |
| Vorläufer | Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) |
| Nachfolger | Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) |
| Zweck | Gemeinnütziges Hubschrauberunternehmen für den Flugrettungsbetrieb<ref>Christophorus Flugrettungsverein (CFV): Der Christophorus Flugrettungsverein – Rettung aus der Luft. Auszug aus den Statuten. In: oeamtc.at. Österreichischer Automobil-, Motorrad- und Touring Club (ÖAMTC), abgerufen am 17. November 2024.</ref> |
| Vorsitz | Oliver Schmerold, Reinhard Kraxner<ref>Impressum Christophorus Magazin</ref> |
| Geschäftsführung | Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) |
| Eigentümer | Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) |
| Umsatz | Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) |
| Stiftungskapital | Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) |
| Beschäftigte | Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) |
| Freiwillige | Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) |
| Mitglieder | Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) |
| Website | oeamtc.at |
Der Christophorus Flugrettungsverein (CFV) ist der größte Anbieter für Flugrettung in Österreich und stellt in jedem der neun Bundesländer Notarzthubschrauber. Er wurde von den Landesvereinen des Automobilclubs ÖAMTC als gemeinnütziger Verein gegründet. Von den 18 Stützpunkten aus werden ganzjährig Einsätze bei medizinischen Notfällen, Unfällen und Überstellungsflüge durchgeführt. Im Winter werden vorwiegend während der Skisaison zusätzliche saisonale Notarzthelikopterstützpunkte in den alpinen Regionen Westösterreichs unter dem Funkrufnamen „Alpin 1“, „Alpin 2“ und „Alpin 5“ vorgehalten.
Geschichte
Schon seit Beginn der 1970er Jahre gab es in Österreich Flugrettungseinsätze für medizinische Notfälle zum Transport zwischen Kliniken, im Rahmen der Bergrettung und gelegentlich auch bei Verkehrsunfällen sowie als Bereitschaftsdienst bei Großveranstaltungen wie dem Formel-1-Grand-Prix Rennen auf dem Österreich-Ring.
Für die Steiermark hatte das Innenministerium im Jahr 1966 der Gendarmerie zur Verkehrsüberwachung am Grazer Flughafen einen Long-Ranger der Firma Ēcureuil zur Verfügung gestellt, der auch für Patiententransporte verwendet werden durfte. Gelegentlich sprang auch das Bundesheer – in der Steiermark von Aigen im Ennstal aus – mit einem seiner wesentlich größeren Hubschrauber ein, besonders wenn es um die Rettung oder Bergung von Unfallopfern im Gebirge ging; denn dieses Gerät verfügte über eine Bergungs-Seilwinde.<ref>https://www.bmi.gv.at/magazinfiles/2018/07_08/sonderausstellung_flugpolizei.pdf</ref>
Weil immer wieder Patienten aus weiter entlegenen Krankenhäusern mit dem Rettungswagen in die Universitätsklinik nach Graz transportiert wurden, nur um dort tot oder unrettbar anzukommen – auch der Hubschraubertransport kam immer wieder zu spät, wenn er die Hin- und Retourstrecke fliegen musste –, entstand die Idee, einen Neurochirurgen als Nothelfer mit sterilen Instrumenten bereitzuhalten und direkt zum Krankenhaus zu fliegen, damit er die Notoperation vorort ausführen konnte. Als eine Vergleichsanalyse zu den Ergebnissen vor dieser Strategie ergab, dass mit dieser Methode nun doppelt so viele Patienten ihre Verletzungen überlebten,<ref></ref> erhielt die Hubschrauber-Rettung deutlich mehr Aufmerksamkeit; doch die Politik zögerte mit einem Ausbau der Versorgung, bis ein besonders tragisches Vorkommnis am Freitag, den 7. September 1979 eine Wende herbeiführte:
Ein schwerverletztes Kind konnte nicht zeitgerecht per Hubschrauber-Rettungsarzt im Krankenhaus Judenburg behandelt und danach nach Graz transferiert werden, weil der Hubschrauber mit dem Privatflug eines Beamten unterwegs war. Als die Presse davon erfuhr, zwang der resultierende Skandal die Landespolitik, nun einen eigenen, geregelten und ausschließlich für die medizinische Notfallmedizin gewidmeten Dienst zu genehmigen: Es war die erste offizielle medizinische Hubschrauberrettung in Österreich. Die Zahl der Hubschraubertransporte medizinischer Notfälle nahm rasch zu,<ref></ref> auch deshalb, weil sich der Dienst auch als Rettungsmaßnahme für Patienten in nicht-unfallbedingten Notfallsituationen durchzusetzen begann.
Gleichzeitig mit der steirischen Initiative hatten auch in Tirol ähnliche Aktivitäten begonnen, dort vorwiegend zur Rettung verunfallter Bergsteiger. Als die Politik von den österreichischen Initiatoren dieser Hubschrauber-Rettung wiederholt auf den in München-Harlaching stationierten ADAC-Hubschrauberdienst als Beispiel hingewiesen wurde, übernahm im Jahr 1983 der ÖAMTC das deutsche Modell mit dessen „Christoph-Flotte“ von BO-105-Rettungshubschraubern (MBB, Messerschmitt-Bölkow-Blohm), und begann mit dem Aufbau seiner „Christophorus“-Flotte in Österreich. Erst im Jahr 2001 übernahm dann der ÖAMTC auch den Grazer Standort des Innenministeriums als „Christophorus 12“.<ref>https://www.bmi.gv.at/magazinfiles/2018/07_08/sonderausstellung_flugpolizei.pdf</ref>
Der Christophorus Hubschrauberdienst wurde als „Flugrettungsverein“ vom ÖAMTC gegründet, vor allem auch deshalb, weil der Innsbrucker Chirurg Gerhard Flora den Zustand der Flugrettung in Österreich kritisierte.<ref>Flugrettung in Österreich auf luftrettung.at, abgerufen am 27. Januar 2011.</ref> Mit Christophorus 1 in Innsbruck und Christophorus 2 in Krems standen die ersten beiden Notarzthubschrauber (NAH) bereit. Im Mai 1984 wurde durch einen Vertrag mit den Sozialversicherungsträgern die Finanzierung sichergestellt, im Mai 1985 wurde vom Bundesministerium für Inneres, dem Österreichischen Bundesheer und dem ÖAMTC beschlossen, die Flugrettung bundesweit auszudehnen.<ref name="meilensteine" /> Der ursprünglich unter dem Namen Christophorus 1 fliegende Hubschrauber ist seit Dezember 2003 im Technischen Museum Wien ausgestellt.<ref name="meilensteine">ÖAMTC-Flugrettung – Meilensteine auf oeamtc.at, abgerufen am 27. Januar 2011.</ref>
Zwischen Jänner und Juli 2002 übernahm der Flugrettungsverein einen Stützpunkt des Bundesheeres sowie sieben des Innenministeriums,<ref name="meilensteine" /> nachdem sich der Staat aus finanziellen Gründen aus der Flugrettung zurückzog.<ref>Martin Zirwig: Die Flugrettung in Österreich, Diplomarbeit von 2008 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Online ( vom 4. Januar 2011 im Internet Archive); PDF; 6,8 MB)</ref> Bis zum Jahr 2006 kamen drei weitere Stützpunkte hinzu. Die Hubschrauberflotte wurde vollständig auf EC 135 von Eurocopter umgerüstet.
Im Jahr 2006 ging der Verein auch eine Kooperation mit dem ungarischen Rettungsdienstes OMSZ ein, der damit seine Flotte auf die Helikopter des ÖAMTC umstellte. Zu diesem Zeitpunkt war der Flugrettungsverein mit 24 Hubschraubern EC 135 der europaweit größte zivile EC-135-Betreiber.<ref>ÖAMTC-Kooperation mit ungarischer Flugrettung auf OTS vom 10. März 2006, abgerufen am 3. März 2017</ref>
Der Verein unterhält 18 Stützpunkte in ganz Österreich. In den Wintermonaten kommen sechs weitere Stützpunkte des HAT (Heli-Ambulance-Team) hinzu. Diese werden in Kooperation mit dem privaten NAH-Betreiber Wucher betrieben. Damit reagiert der ÖAMTC auf die zunehmende Zahl privater Hubschrauberbetreiber. In einem durch die Niederösterreichische Gebietskrankenkasse in Auftrag gegebenen Untersuchung wird diese Überversorgung kritisiert, von den 38 in der Wintersaison aktiven Stützpunkten könnten 22 geschlossen werden, ohne die Erreichbarkeit aller Gebiete innerhalb von 15 Minuten zu gefährden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Zu viele Rettungshubschrauber über Österreich? ( vom 5. Juni 2011 im Internet Archive) auf www.rettungsdienst.de, abgerufen am 27. Jänner 2011.</ref>
Der CFV arbeitet eng mit dem Österreichischen Roten Kreuz, der österreichischen Bergrettung und der Berufsrettung Wien zusammen. 250 Notärzte arbeiten für die Organisation.
Die 18 Stützpunkte decken Österreich komplett ab; durchschnittlich treffen die Christophorus-Hubschrauber nach 14 Minuten am Notfallort ein.<ref name="20jahre">20 Jahre Christophorus-Luftrettung in Österreich auf www.luftrettung.at, abgerufen am 27. Januar 2011.</ref> Die Anforderung des Notarzthubschraubers erfolgt über den üblichen österreichischen Rettungs-Notruf 144 und wird über die örtlich zuständige Leitstelle vermittelt. Über die Notwendigkeit eines NAH-Einsatzes entscheidet der Leitstellendisponent anhand der Angaben, die der Anrufer am Telefon macht. Wenn die zuständige Krankenkasse den Einsatz des Hubschraubers nicht finanziert, trägt entweder der Verein die Kosten oder stellt sie dem Patienten in Rechnung.<ref>Als Beispiel: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Teurer Einsatz mit dem Rettungshubschrauber. ( vom 11. September 2014 im Internet Archive) In: Kleine Zeitung vom 5. Oktober 2009.</ref> So wurde im Jahr 2008 jeder dritte Einsatz nicht von den Sozialversicherungsträgern bezahlt; aufgrund dieser ungelösten Finanzierungssituation hat der Christophorus Flugrettungsverein den Vertrag zum Betrieb der Rettungshubschrauber an den mit dem Innenministerium betriebenen Standorten zum Jahresende 2010 gekündigt.<ref name="turbulent">Turbulentes Jahr für ÖAMTC Flugrettung vom 6. Januar 2009 auf austrianwings.info, abgerufen am 5. November 2010.</ref> Bei den Neuausschreibungen der Verträge für die acht Standorte ist vom Innenministerium eine Eigenbeteiligung der Patienten vorgesehen,<ref name="wetz">Andreas Wetz: Flugrettung: Patienten sollen künftig zahlen vom 8. Oktober 2010 bei Die Presse, abgerufen am 5. November 2010.</ref> die zusammen mit den Bundesländern Niederösterreich, Oberösterreich, Burgenland und Tirol betriebenen Standorte werden aus dem jeweiligen Landeshaushalt subventioniert.<ref name="turbulent" /> Aus sozialen Gründen lehnt der ÖAMTC die Rechnungslegung an Patienten ab und hat nach eigenen Angaben einen jährlichen Verlust von drei bis fünf Millionen Euro.<ref name="wetz" />
Für November 2019 wurde ein dritter Flugrettungsstützpunkt in der Steiermark angekündigt. Er wird in Sankt Michael in Obersteiermark eingerichtet und mit Christophorus 17 besetzt.<ref>Dritter Notarzthubschrauber-Stützpunkt fix auf ORF vom 4. April 2019, abgerufen am 4. April 2019.</ref>
Hubschrauber-Besatzung
Neben dem Piloten besteht die Crew des Hubschraubers aus einem Notarzt, einem Notfallsanitäter des Roten Kreuzes oder der Berufsrettung Wien und je nach Einsatzart eventuell noch einem Flugretter der Bergrettung oder einem Alpinpolizisten. Die medizinischen Geräte und Sonderausstattungen an Bord der Hubschrauber entsprechen den aktuellen Standards und ermöglichen so auch spezielle Einsätze. Von den zwei Sitzen seitlich des Patienten ist es dem behandelnden Notarzt oder Notfallsanitäter möglich, den Zustand des Patienten zu überwachen und diesen weiter zu versorgen. Die Besatzung wird regelmäßig geschult, was bei Piloten jährliche Kosten von rund 15.000 Euro verursacht,<ref>Gnadenfrist im Streit um Flugrettung auf derstandard.at vom 19. November 2010, abgerufen am 27. Januar 2011.</ref> für die Bergrettung in alpinem Gelände sind die Besatzungen zu einer Bergrettungsausbildung und jährlichen Fortbildungen verpflichtet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Flugrettung im Rahmen des Bergrettungsdienstes ( vom 4. Januar 2011 im Internet Archive) auf www.bergrettung.at, abgerufen am 27. Januar 2011.</ref>
Die Besatzungen befinden sich täglich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang in Einsatzbereitschaft, frühester Dienstbeginn ist 6 Uhr morgens. Maximal drei Minuten nach Alarmierung zu einem Notfalleinsatz erfolgt der Start des Hubschraubers.<ref name="20jahre" />
Fluggerät
<templatestyles src="Mehrere Bilder/styles.css" />
Die Flotte besteht mittlerweile ausschließlich aus der von Eurocopter hergestellten EC 135 in verschiedenen Varianten beziehungsweise vom Nachfolgermodell H135. Die erste dieser Maschinen wurde im Jahr 1997 an den Christophorus Flugrettungsverein ausgeliefert (OE-XEA). Seitdem hat sich die Flotte auf einen Bestand von 31 Maschinen vergrößert (OE-XEA bis OE-XEZ exkl. der verkauften OE-XEB und OE-XEJ, der in Salzburg verunfallten OE-XEH und der an die ungarische Flugrettung verleasten OE-XES, -XET, -XEU, -XEV, -XEW und -XEX); sowie weiters die in der Flotte verbleibenden OE-XVA bis OE-XVJ, wobei die an die ungarische Flugrettung verleasten Hubschrauber bei ihrer Wiedereingliederung in die Flotte neue Registrierungen erhielten: aus OE-XES wurde OE-XVK, aus OE-XEU die OE-XVL, aus OE-XEW die OE-XVM und aus OE-XEX die OE-XVN. Der Verbleib von OE-XEV ist unbekannt, zuletzt trug die Maschine die ungarische Registrierung HA-ECE im Dienst der ungarischen Flugrettung. Der Christophorus Flugrettungsverein war bis 2006 weltweit größter privater Betreiber einer EC 135-Flotte. Mittlerweile (Stand August 2022) wurde die Flotte bei gleichbleibender Größe von 31 Maschinen etwas verjüngt und die OE-XEF auch ausgeschieden. Neu hinzugekommen sind die Airbus Helicopters H135 der neuesten Generation OE-XVP, -XVQ, -XVR, -XVS, -XVT, -XVU und -XVV.<ref>Flottenverzeichnis. In: web.helirescue.at. Abgerufen am 14. August 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Die Maschinen sind – abhängig vom jeweiligen Stützpunkt, an dem sie stationiert sind – mit Ausrüstung für verschiedene Bergetechniken ausgerüstet. Für eine Taubergung mit Bergesack wird an die Unterseite des Hubschraubers ein Fixtau in jeweils angepasster Länge am – vom Christophorus Flugrettungsverein selbst entwickelten – Doppelhakensystem fixiert. Dies ermöglicht eine Bergung des Patienten an Notfallorten, wo eine Landung nicht möglich ist. Der Patient wird dabei auf einer Vakuummatratze im Bergesack zusammen mit Flugretter und Sanitäter zu einem geeigneten Zwischenlandeplatz geflogen, wo er weiter medizinisch versorgt werden kann. Bei der variablen Taubergung seilt sich der Flugretter allein mit Hilfe eines speziellen Abseilgerätes vom 10-Meter-Tau aus bis zu 80 Meter weiter ab und sichert den Patienten an diesem, während der Pilot die Maschine möglichst ruhig in der Luft hält. Die Versorgung des Verunfallten durch den Notarzt findet erst am Zwischenlandeplatz statt. Eine Kaperbergung wendet man an, wenn beispielsweise ein abgestürzter oder hilfebedürftiger Kletterer in einer steilen Felswand am Seil hängt. Dabei sichert ein Flugrettungssanitäter den Verunfallten an seinem Tau und kappt mit einer Kaperschere – nach Entlasten – dessen Seil. Weiters werden Seilbahnbergungen, Gletscherspaltenbergungen und die für den Flugretter sehr riskanten Kufenbergungen von in Eis eingebrochenen Personen durchgeführt.
Eine Bergetauausrüstung auf der Unterseite der Helikopter (sofern keine kurzfristig eingesetzte Ersatzmaschine am jeweiligen Stützpunkt im Einsatz ist, welche durchaus die Bergetauausrüstung montiert haben kann) fehlt standardmäßig bei den Standorten Christophorus 2, Christophorus 9, Christophorus 16, Christophorus 18 und Christophorus 33 / ITH, da diese per definitionem keine alpinen Stützpunkte sind.<ref>ÖAMTC Flugrettung. In: web.helirescue.at. Abgerufen am 14. August 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- Bezeichnung
Christophorus 1 bis Christophorus 18 sind die Rufzeichen der Fluggeräte, die auf den gleichnamigen Christophorus-Standorten stationiert sind. So verwendet beispielsweise der jeweilige am Christophorus-Standort 12 (Graz) stationierte Notarzthubschrauber stets das Rufzeichen Christophorus 12. Nach umfangreichen Servicearbeiten, während derer am jeweiligen Standort eine andere Maschine eingesetzt wird, kann es vorkommen, dass das aus dem Service entlassene Luftfahrzeug einem neuen Standort zugewiesen und demgemäß vereinsintern umbenannt wird. Dabei können auch am Hubschrauber angebrachte Logos lokaler Sponsoren oder Partner wechseln. Auf das Luftfahrzeugkennzeichen des Fluggeräts hat dies jedoch keinen Einfluss.
Im Jahr 2012 wurde als erster ÖAMTC-Hubschrauber Christophorus 11 in Klagenfurt zum Instrumentenflug nachgerüstet, sodass dieser auch bei widrigen Sichtverhältnissen nach dem sogenannten Wolkendurchstoß-Verfahren fliegen kann.<ref name="rth">Neuer Heliport für Christophorus 11 auf rth.info vom 5. November 2012, abgerufen am 25. Dezember 2012.</ref><ref>Rettungsflüge auch bei Nebel möglich auf ORF vom 24. Dezember 2012, abgerufen am 25. Dezember 2012.</ref>
In diesem Zusammenhang werden an den 24-Stunden-Stützpunkten vorwiegend die neueren Maschinen (OE-XVI, OE-XVJ, OE-XVP, OE-XVQ, OE-XVR, OE-XVS, OE-XVT, OE-XVU und OE-XVV), welche besonders für den Nacht(instrumenten)flugbetrieb ausgerüstet sind, eingesetzt.
Standorte
| ||
Standorte der Christophorus-Notarzthubschrauber |
| Funkrufname | Standort | ICAO-Code | in Betrieb seit | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Christophorus 1 | Innsbruck | LOJO | 1. Juli 1983 (LOWI) / Mai 2005 (LOJO) | – |
| Christophorus 2 | Krems | LOAG | 1. September 1983 | 24h einsatzbereit, u. U. auch für ganz Mittel- und Ostösterreich
Bei Schlechtwetter (Nebel …) auch als NEF alarmierbar |
| Christophorus 3 | Wiener Neustadt | LOAN | 15. September 1984 | – |
| Christophorus 4 | Reith bei Kitzbühel | LOJC | 10. Dezember 1984 | – |
| Christophorus 5 | Landeck/Zams | LOIL | 1. Jänner 1993 | – |
| Christophorus 6 | Salzburg | LOWS | 1. April 2001 | – |
| Christophorus 7 | Lienz | LOKL | 1. Jänner 2001 | – |
| Christophorus 8<ref group="#">Anmerkung für Stützpunkt Christophorus 8 in Nenzing: Für diesen Stützpunkt stellt der Christophorus Flugrettungsverein das Fluggerät und die Piloten zur Verfügung. Mit der Organisation und dem Betrieb der Flugrettung wurde vom Land Vorarlberg die Vorarlberger Bergrettung beauftragt.</ref> | Nenzing | LOIG | 1. Jänner 2001 | – |
| Christophorus 9<ref group="#">Anmerkung für Stützpunkt Christophorus 9 in Wien: Für diesen Stützpunkt stellt der Christophorus Flugrettungsverein das Fluggerät und die Piloten zur Verfügung. Mit der Organisation und dem Betrieb der Flugrettung wurde vom Land Wien die Berufsrettung Wien MA70 beauftragt.</ref> | Wien | LOAJ | 1. April 2001 | im Winter verlängerte Betriebszeiten über Sonnenuntergang hinaus (bis ca. 20 Uhr).
in den Sommermonaten in Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr Wien Aufnahme von Tauchern möglich, welche mit dem Fluggerät schnell zu (Ertrinkungs-)Unfällen an/in Gewässern in Wien und Umgebung gebracht werden können.<ref>Einsätze. In: Christophorus 9. Abgerufen am 14. August 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> |
| Christophorus 10 | Linz | LOWL | 1. April 2001 | – |
| Christophorus 11<ref group="#">Anmerkung für Christophorus 11 in Klagenfurt: Im Jahr 2012 übersiedelte der NAH in einen ÖAMTC-eigenen Hangar. Bis dahin teilte er sich einen Hangar mit dem Hubschrauber des Innenministeriums.</ref><ref name="rth" /> | Klagenfurt | LOWK | 1. Juli 2001 | instrumentenflugtaugliche Maschine
„Wolkendurchstoßverfahren“ aufgrund häufigen Nebels |
| Christophorus 12 | Graz | LOWG<ref>Anm. Flughafenstraße 51, 8073 Feldkirchen bei Graz, ein Stück südlich von Abfertigungsgebäude und Luftfahrtmuseum</ref> | 1. Juli 2001 | – |
| Christophorus 14 | Niederöblarn | LOGO | 1. Juli 2001 | 24h einsatzbereit |
| Christophorus 15 | Ybbsitz | LOLY | 26. Juni 2004 | – |
| Christophorus 16 | Oberwart | LODO | 1. Mai 2005 | – |
| Christophorus 17<ref group="#">Anmerkung für Stützpunkt Christophorus 17 in St. Michael in Obersteiermark: Neben Christophorus 2 ist dies der einzige Hubschrauber in Österreich, der nachtflugtauglich und rund um die Uhr einsatzbereit ist.</ref> | Sankt Michael in Obersteiermark | LODC | 20. Mai 2020 | 24h einsatzbereit, u. U. auch für ganz Mittel- und Ostösterreich |
| Christophorus 18<ref>Flugrettung Burgenland: Christophorus 18 - über 100 Einsätze im ersten Monat auf austrianwings von 8. Mai 2024, abgerufen am 1. Juni 2024</ref><ref>Bescheide für zweiten Hubschrauberstandort erteilt auf ORF vom 1. Juni 2024, abgerufen am 1. Juni 2024</ref> | Frauenkirchen | LOAN | 1. April 2024 | 04/2024–01/2025 Provisorium am Flugplatz Wiener Neustadt;
seit Fertigstellung des Stützpunktes in Frauenkirchen 01/2025 Betrieb von ebendort |
| Christophorus Europa 3<ref group="#">Anmerkung für Stützpunkt Christophorus Europa 3 in Suben: Dieser Stützpunkt wird gemeinsam mit dem ADAC betrieben und ist das erste grenzüberschreitende und von zwei Ländern betriebene Notarzthubschrauberprojekt Europas. Die Besatzungen kommen je zur Hälfte aus Bayern (D) und Oberösterreich (A) und betreuen auch diese beiden Bundesländer. Für die Koordinierung der Hubschraubereinsätze sind die Rot-Kreuz-Leitstellen in Passau und Ried im Innkreis zuständig.</ref> | Suben | LOLS | 23. Juli 2003 | – |
| Christophorus 99 | Niederöblarn | LOGO | unbekannt | Ergänzung zu Christophorus 14, welcher aufgrund der Topographie (komplexe Bergrettungseinsätze) und großen Distanzen zu den Schwerpunktkliniken öfter stundenlang nicht verfügbar ist |
| Christophorus 33 / ITH | Wiener Neustadt | LOAN | 1. Juli 1999 | Intensivtransporthubschrauber, 24h einsatzbereit, nachts mit 45 Minuten Vorlaufzeit |
<references group="#" />
Unfälle
- Am 14. Februar 1988 stürzte Christophorus 1 (Alouette III) auf dem Rückflug eines Rettungseinsatzes ab, bei dem die Patientin zuvor an die Bergrettung übergeben wurde. Die endgültige Ursache ist bis heute ungeklärt. Beim Absturz kamen der Notarzt und der Rettungssanitäter ums Leben. Der zweite Sanitäter und der Pilot erlitten schwere Verletzungen und wurden von Christophorus 4 geborgen.
- Am 19. August 1992 geriet Christophorus 5 (Eurocopter AS 350 B2) in Tannheim (Tirol) in ein in den Luftfahrtkarten nicht eingezeichnetes Heuseil und stürzte ab. Die am ca. 10 Meter langen Bergeseil hängende Notärztin kam dabei ums Leben, der Pilot wurde schwer verletzt.<ref>Website Luftrettung: Chronik.</ref>
- Am 5. Juni 1999 geriet Christophorus 4 (Eurocopter AS 350) in Ellmau während des Landeanfluges in eine Starkstromleitung der ÖBB, stürzte dabei auf das Dach eines Wohnhauses und brannte komplett aus. Der Notarzt wurde schwer verletzt und starb zwölf Tage später. Der Pilot und ein Sanitäter wurden nur leicht verletzt.
- Am 1. Mai 2006 streifte Christophorus 6 (Eurocopter EC 135, OE-XEH) in Salzburg beim Anflug auf den Dachlandeplatz des Unfallkrankenhauses die äußere Randeinfassung der Dachlandefläche und stürzte auf den unterhalb befindlichen Kinderspielplatz am Gelände des Betriebskindergartens. Der Pilot wurde schwer, die übrigen drei Besatzungsmitglieder leicht verletzt, der Patient erlitt keine weiteren Verletzungen. Der Spielplatz wurde zum Zeitpunkt des Unfalls nicht benutzt. In einer ersten öffentlichen Stellungnahme sagte der Pilot aus, er habe vor dem Absturz Probleme mit der Steuerung des Heckrotors bemerkt.<ref>Pilot: „Habe technisches Gebrechen bemerkt“. In: sbgv1.orf.at. ORF, 6. Juni 2006, abgerufen am 15. August 2023.</ref> Drei Jahre nach dem Absturz veröffentlichte die Flugunfallkommission den vollständigen Bericht des Vorfalls, in welchem eindeutig menschliches Versagen bei technisch einwandfreiem Hubschrauber als Ursache dokumentiert ist. Der Hubschrauber musste als Totalschaden abgeschrieben werden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Untersuchungsbericht des BMVIT ( vom 20. September 2011 im Internet Archive), (PDF; 2,9 MB), abgerufen am 30. März 2010.</ref>
- Am 23. Mai 2019 geriet Christophorus 5 (Eurocopter EC 135, OE-XVD) nach einem Bergungseinsatz im Bereich Galzig außer Kontrolle, da der 42-jährige Pilot der Maschine einen medizinischen Notfall erlitt. Beim Verladen des Patienten begann sich die Maschine unkontrolliert zu drehen und blieb wenige Meter neben dem Landeplatz auf einer Forstwegkreuzung liegen, nachdem das Heck mit einer Schneewand kollidierte. Der bereits im Bergesack befindliche Patient stürzte aus dem Fluggerät, ein weiterer Flugretter wurde leicht verletzt. Der Rettungshubschrauber Martin 2 wurde von der Crew angefordert und dem Piloten wurde bis zu deren Eintreffen Erste Hilfe geleistet. Der hinzugezogene Hubschrauber transportierte den Piloten sowie den verletzten Flugretter ab, der eigentliche Patient wurde mit einem Rettungstransportwagen ins Krankenhaus Zams abtransportiert. Der havarierte Christophorus 5 wurde nach Anweisung der Staatsanwaltschaft Innsbruck sichergestellt, ein gerichtlich beeidigter Sachverständiger für Luftfahrt wurde mit der Ermittlung der Unfallursache beauftragt.<ref>Piloten-Notfall bei Bergung: Verletzter stürzte in St. Anton aus Hubschrauber Tiroler Tageszeitung am 24. März 2019</ref>
Für weitere Unfälle siehe: Flugrettung in Österreich.
Siehe auch
Literatur
- An Bord von Christophorus 5. In: Rotorblatt Nr. 1/2018, S. 24–30
Weblinks
- Christophorus Flugrettungsverein auf www.oeamtc.at, Website des ÖAMTC
- Die fliegende Notaufnahme – ein Tag an Bord von Christophorus 9 Fotoreportage über den Arbeitsalltag der Crew. Auf: www.austrianwings.info, Austrian Wings – Österreichs Luftfahrtmagazin
Einzelnachweise
<references responsive />
Vorlage:Hinweis Seiten-Koordinaten
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