Spornblumen
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| Spornblumen | ||||||||||||
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| Datei:Centranthus ruber - Flickr - peganum.jpg
Rote Spornblume (Centranthus ruber) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Centranthus | ||||||||||||
| DC. |
Die Spornblumen (Centranthus) sind eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Baldriangewächse (Valerianoideae), die heute in die Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) gestellt wird. Die Botaniker Noël Martin Joseph de Necker und Augustin-Pyrame de Candolle schlugen vor, die Familie der Valerianaceae aufzuteilen und die Gattung Centranthus zu etablieren. Der Name sollte auf den Sporn verweisen, mit dem die Blüten ausgestattet sind (siehe z. B. Centranthus ruber).<ref>Diesen Namen schlug Necker vor: Elementa Botanica, Band 1, Seite 123 (1790).</ref> Der botanische Name ist aus dem Altgriechischen gebildet (κέντρον, kentron = Stachel, Sporn; ἄνθος, anthos = Blume, Blüte).
Beschreibung
Spornblumen sind einjährige bis ausdauernde krautige Pflanzen. Einige Arten bilden Rhizome, die stark riechen. Die Sprossachse ist kahl. Die Laubblätter sind gegenständig und von der Form her ganzrandig bis fiederspaltig, oft in einem bläulichen Grünton. Die Tragblätter sind schildförmig.
Die Blütenstände stehen in Thyrsen bis Pleiothyrsen mit dichasial verzweigten Teilblütenständen, deren Endauszweigungen reichblütige Wickel sind. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig. Die Kelche bleiben zur Blütezeit noch eingerollt, die Kronen bestehen aus fünf ungleichförmigen, zweilappigen Zipfeln. Die Kronröhre ist dünn und lang und trägt nahe der Basis einen Sporn. Jede Einzelblüte trägt nur ein Staubblatt. Der mehr oder weniger unterständige Fruchtknoten ist dreikammerig; der Griffel ragt weit aus der Blüte heraus und trägt eine zwei- bis dreiteilige Narbe.
Zur Fruchtzeit entrollt sich der Kelch zu einer vielstrahligen Federkrone, aus 10 bis 23 Federn. Die Flugfrüchte sind länglich-eiförmig und abgeflacht. Sie tragen sterile Fächer, die zu Streifen verkümmert sind. Die Früchte sind einsamig. An ein und derselben Pflanze können sich unterschiedliche Arten von Früchten bilden.
Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet reicht von Makaronesien über den Mittelmeerraum bis nach Osten ins Kaukasusgebiet und nach Südrussland. Die Kleine Spornblume und die Rote Spornblume kommen als Adventivpflanzen auch in Mitteleuropa vor. Zwei Arten, Centranthus macrosiphon und Centranthus ruber, finden sich auch in Australien als Neophyten.
Taxonomie und Systematik
Die Gattung Centranthus wurde 1805 von Augustin Pyrame de Candolle in J.B.A.M.de Lamarck & A.P.de Candolle: Flore Française, ou Descriptions Succinctes de Toutes les Plantes qui Croissent Naturellement en France... Edition 3 Band 4 Seite 238 erstbeschrieben.
Die Spornblumen gehören zur Unterfamilie der Baldriangewächse in Familie der Geißblattgewächse, dort sind sie in die monophyletische Tribus Valerianeae eingeordnet.<ref name="Hidalgo+al2004" />
Die Gattung selbst enthält elf Arten:<ref name="Richardson1976" />
- Centranthus amazonum <templatestyles src="Person/styles.css" />Fridlender & A.Raynal<ref name="Fridlender" />: Die Heimat ist Sardinien.
- Schmalblättrige Spornblume oder Kleine Spornblume (Centranthus angustifolius <templatestyles src="Person/styles.css" />(Mill.) DC.): Die Heimat ist Spanien, Frankreich, Italien und die Schweiz.<ref name="Euro+Med" />
- Centranthus battandieri <templatestyles src="Person/styles.css" />Maire (Sie wird auch als Unterart Centranthus nevadensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Boiss. subsp. battandieri <templatestyles src="Person/styles.css" />(Maire) Fern.Casas & Molero zu Centranthus nevadensis gestellt.<ref name="Euro+Med" />) Sie kommt in Marokko und in Algerien vor.<ref name="Euro+Med" />
- Fußangel-Spornblume (Centranthus calcitrapae <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Dufr.): Die Heimat ist der Mittelmeerraum und Kleinasien.
- Centranthus lecoqii <templatestyles src="Person/styles.css" />Jordan: Die Heimat ist Spanien, Andorra und Südfrankreich.<ref name="Euro+Med" />
- Centranthus longiflorus <templatestyles src="Person/styles.css" />Steven: Die Heimat ist Griechenland, Bulgarien, Nordafrika, Westasien und Georgien.<ref name="GRIN" />
- Großröhrige Spornblume (Centranthus macrosiphon <templatestyles src="Person/styles.css" />Boiss.): Die Heimat ist Spanien, Algerien und Marokko.<ref name="GRIN" />
- Centranthus nevadensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Boiss.: Die Heimat ist Südspanien und Marokko.<ref name="Euro+Med" />
- Rote Spornblume (Centranthus ruber <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) DC.): Die Heimat ist Südeuropa, Osteuropa, Nordafrika, Madeira, die Kanaren und die Türkei.<ref name="GRIN" />
- Centranthus sieberi <templatestyles src="Person/styles.css" />Heldr.: Die Heimat ist Kreta.<ref name="Turland+al1993" /> Sie wird auch als Unterart Centranthus nevadensis subsp. sieberi <templatestyles src="Person/styles.css" />(Heldr.) I. Richardson zu Centranthus nevadensis gestellt.<ref name="Euro+Med" />
- Centranthus trinervis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Viv.) Béguinot: Sie kommt in Korsika (bei Bonifacio) und in Sardinien vor.<ref name="Euro+Med" />
Quellen
Literatur
- I. B. K. Richardson: Centranthus DC. In:
Einzelnachweise
<references> <ref name="Hidalgo+al2004">Oriane Hidalgo, Teresa Garnatje, Alfonso Susanna, Joel Mathez: Phylogeny of Valerianaceae based on matK and ITS markers, with reference to matK individual polymorphism. In: Annals of Botany. Band 93, Nr. 3, März 2004, S. 283–293, doi:10.1093/aob/mch042.</ref> <ref name="Richardson1976">I. B. K. Richardson: A revision of the genus Centranthus DC. (Valerianaceae). In: Botanical Journal of the Linnean Society. Band 71, Nr. 3, 1976, S. 211–234, doi:10.1111/j.1095-8339.1975.tb02536.x.</ref> <ref name="Fridlender">Alain Fridlender, Aline Raynal-Roques: Une nouvelle espèce de Centranthus (Valerianaceae) endémique de Sardaigne. In: Adansonia, série 3. Band 20, Nr. 2, 1998, S. 327–332 (PDF. Abgerufen am 23. Februar 2024.).</ref> <ref name="Turland+al1993"></ref> <ref name="GRIN">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.</ref> <ref name="Euro+Med">E. von Raab-Straube & T. Henning (2017+): Valerianaceae. – In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Datenblatt Centranthus</ref> </references>