Carl von Bloedau
Carl Bloedau, auch: Karl, ab 1835 von Bloedau, (* 11. August 1804 in Sondershausen; † 7. November 1886 ebenda) war Schwarzburg-Sondershausener Geheimrat und Leibarzt.
Familie
Seine ersterwähnten bürgerlichen Vorfahren gehen anfangs des 18. Jahrhundert auf einen Schultheiß und Kaufmann Andreas Bloedau zurück, gleichfalls dessen Sohn, der Advokat Johann George Bloedau, sämtlich zu Heringen. Die beiden nächsten Generationen sind mit dem Bürgermeister und fstl. schwarzb.-rudolst. Amtschirugen Ludwig Friedrich Bloedau sowie dem Arzt und Hofrat Ehrenfried Bloedau weiterhin in der Region ansässig. Ehrenfried war dreimal verheiratet und wählte zuletzt zwei adelige Ehepartenerinnen. Aus seiner ersten Ehe mit Henriette Dorothee Schneidewind (1773–1808) stammt Carl Bloedau, der in der Genealogie häufig auch Karl geschrieben wurde. Während seine Halbschwester Emma (1810–1895) bereits 1827 zu Sondershausen nobilitiert wurde erhielt Karl erst 1835 den Adelstitel, für Schwarzburg-Sondershausen.
Karl Bloedau heiratete in Sondershausen 1828 die aus der Nähe von Danzig gebürtige Jeannette Kauffmann von Kauffberg (1810–1878), sie hatten neun Kinder. Ihre Töchter waren Rosalie von Bloedau (* 7. Januar 1829 in Sondershausen; † 31. Dezember 1859 ebenda) und Helene von Bloedau (* 4. September 1838 in Sondershausen; † 12. Februar 1909 ebenda). Sie heirateten nacheinander am 9. September 1848 bzw. 16. Mai 1861 den sächsischen Kultusminister und Vorsitzenden des Gesamtministeriums des Königreichs Sachsen Karl von Gerber. Der Sohn Kaspar Emanuel Max von Bloedau (1830–1895) gründete eine Familie und wurde Kammerherr in Schwarzburg-Sondershausen, des Weiteren Geheimer Regierungsrat. Der Enkel und Offizier Fritz von Bloedau ehelichte mit Auguste eine Tochter des Generalleutnants Charles Philipp Theremin. Der Enkel Curt von Bloedau war Landrat. Die weiteren Kinder und Kindeskinder waren beim Militär, wurden Gutsbesitzer oder heirateten in diesen Gesellschaftskreisen hinein. Mit Eugen von Bloedau (1834–1904), verheiratet mit Funny Buttel (1848–1909), ging ein Familienzweig nach Brasilien, nach São Paulo. Der Rittergutsbesitzer Hermann von Bloedau war das jüngste Kind.
Leben und Werk
Carl (Karl) Bloedau besuchte von 1818 bis 1823 die Klosterschule Roßleben<ref>Album der Schüler zu Kloster Roßleben von 1742 bis 1854. Waisenhaus (Frankesche Stiftungen), Halle 1854, [S. 69.]</ref> und nahm anschließend in Göttingen das Medizinstudium auf.<ref>Ab April 1823, siehe: Die Matrikel der Georg-August-Universität zu Göttingen 1734–1837. Göttingen 1937, S. 696.</ref> Im April 1825 wechselte er nach Berlin, promovierte dort im März 1827<ref>Quaedam de fistulae sacci lacrymalis curatione. Dissertatio inauguralis chirurgica. Auctor Carolus Bloedau. Berolini o. J. [1827]. Digitalisat.</ref> und erhielt im April von Fürst Günther Friedrich Carl I. die Zulassung zur Eröffnung einer ärztlichen und wundärztlichen Praxis im Fürstentum; gleichzeitig wurde er zum Rat ernannt.<ref>Regierungs- und Intelligenz-Blatt vom 22. und 29. April 1827, S. 129. und 139.</ref> Fürst Günther Friedrich Carl II. ernannte ihn im Oktober 1835 zu seinem Leibarzt und erhob ihn am 23. November 1835 in den erblichen Schwarzburg-Sondershausener Adelsstand.<ref>Fürstlich Schwarzb. Regierungs- und Intelligenz-Blatt vom 18. Oktober und vom 29. November 1835, S. 331 und 385.</ref> Er war von Anfang an Mitglied des 1836 eingerichteten Medicinalcollegiums der Landesregierung.<ref>Fürstlich Schwarzb. Regierungs- und Intelligenz-Blatt 1836 Nr. 11.</ref> 1846 erfolgte seine Ernennung zum Geheimen Medicinalrat und 1850 zum Vortragenden Rat für Medicinalangelegenheiten am Fürstlichen Ministerium. Infolge einer Augenerkrankung musste von Bloedau 1867 vorzeitig in den Ruhestand treten; zum Abschied wurde er zum Geheimrat ernannt.<ref>Der Deutsche. Sondershäuser Zeitung. Sondershausen 1867, Nr. 82.</ref> Zu seinem 50-jährigen Dienstjubiläum am 18. April 1877 wurden ihm mehrere Ehrungen zuteil: das Fürstlich-Schwarzburgische Ehrenkreuz I. Klasse mit Brillanten, der Königlich-Preußische Kronenorden II. Klasse sowie die Ehrenbürgerschaft der Stadt Sondershausen<ref>Dankesanzeige in Regierungs- und Nachrichtsblatt für das Fürstenthum Schwarzburg-Sondershausen, Sondershausen, vom 19. April 1877, S. 188.</ref>
Carl von Bloedau trat besonders durch soziales Engagement hervor. Er war Beirat der städtischen Armenkommission; im Februar 1880 war er Gründungsmitglied des „Vereins gegen Hausbettelei“ verbunden mit der „Herberge zur Heimat“ und gehörte dem Vorstand als Beisitzer an.<ref>Satzung und Vorstand, In: Der Deutsche. 1880, Nr. 11. und 22; Mitgliederverzeichnis 1881 Nr. 36.</ref>
In Erinnerung an den Ehrenbürger von Bloedau gaben die Stadtverordneten am 18. September 1913 einer neu angelegten Straße den Namen Bloedaustraße.<ref>Dies war die „Straße b“, im: Adressbuch von Sondershausen 1913. Sondershausen 1913, S. 44.; Vgl. Der Deutsche. Zeitung für Thüringen und den Harz. 1913, Nr. 220.</ref> Das ehemalige Kanzlerhaus (Burgstraße 1), das Carl 1853 erworben hatte,<ref>Nachdem es wiederholt zum Kauf angeboten war: Fürstlich Schwarzb. Regierungs- und Intelligenz-Blatt, vom 23. April und 11. Juni 1853, S. 177 und 250.</ref> diente 100 Jahre als Familiensitz. Ein Enkel ließ dort 1935 eine Gedenktafel anbringen.<ref>Seit 1991 durch eine Replik ersetzt (Schubert-Henze S. [6]).</ref>
Literatur
- [Thilo Irmisch: Fünfzigjähriges Jubiläum]. In Regierungs- und Nachrichtsblatt für das Fürstenthum Schwarzburg-Sondershausen, Sondershausen, vom 19. April 1877, S. 185 f.
- Maximilian Gritzner: Standes-Erhebungen und Gnaden-Acte Deutscher Landesfürsten während der letzten drei Jahrhunderte. II. Band, C. A. Starke, Görlitz 1881, S. 808.
- Geheimerath v. Bloedau †; Begräbniß. In Der Deutsche. Zeitung für Thüringen und den Harz 1886 Nr. 263 und 265.
- † Dr. Carl von Bloedau. † In Regierungs- und Nachrichtsblatt für das Fürstenthum Schwarzburg-Sondershausen, Sondershausen, vom 9. November 1886, S. 534.
- [Marie von Gerber:] Familienbilder aus längst entschwundenen Tagen. o. O., o. J. [1906].
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1913. Siebenter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1912, S. 76–78.
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil B (Briefadel). 1941. Jg. 33, Justus Perthes, Gotha 1940, S. 43 f.
- Anette Schubert-Henze: Carl von Bloedau (1804–1886). In: Persönlichkeiten in Sondershausen. Hrsg. Kulturamt der Stadt Sondershausen. o. O. 1996. (unpaginiert, 8 Seiten.)
- Jochen Lengemann (Mitarbeit: Karl-Heinz Becker, Jens Beger, Christa Hirschler, Andrea Ziegenhardt): Landtag und Gebietsvertretung von Schwarzburg-Sondershausen 1843–1923. Biographisches Handbuch. 1998. ISBN 3437353683. (Bloedau: Genealogische Graphik S. 314.)
- Carl von Bloedau. 11.8.1804 – 07.11.1886. Würdigung seines Lebens anlässlich des 200. Geburtstages. [Hrsg. Liselotte Mann geb. von Bloedau, mit Texten von Liselotte Mann, Karl-Friedrich Mann, Ralph Künzler.] o. O. 2004.
- Carl von Bloedau. 1804 – 1886. Rossleben März 1823, Berlin März 1827, Sondershausen 23. November 1835, Sondershausen 18. April 1877. [Hrsg. Liselotte Mann geb. von Bloedau.] o. O., o. J. [2006]. (unpaginiert, etwa 80 Blätter.)
- Hendrik Bärnighausen, Bettina Bärnighausen: Ein Bildnis der Jeannette von Bloedau geb. von Kauffberg von Friedrich Wilhelm Herdt (1841). In: Sondershäuser Beiträge. Püstrich. Heft 12, Sondershausen 2011, {{#invoke:URIutil|{{#ifeq:1|1|linkISSN|targetISSN}}|1439-5576|0}}{{#ifeq:1|0|[!]
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}}, S. 152–160.
Einzelnachweise
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