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Carl Dolezalek (Eisenbahningenieur)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Dolezalek-karl-kgl-technische-hochschule-berlin-1907.jpg
Karl Dolezalek, 1907, Foto von Rudolf Dührkoop

Karl Dolezalek, eigentlich Carl Anton,<ref>Paul Trommsdorff: Der Lehrkörper der Technischen Hochschule Hannover 1831–1931. Hannover 1931, S. 73.</ref> auch Carl Borromäus, (* 1. September 1843 in Marburg an der Drau; † 24. Januar 1930 in Blankenburg)<ref>Die NDB benennt als Geburtsdatum den 1. November, den Sterbeort mit Hannover.</ref> war ein deutscher Eisenbahn-Bauingenieur und Hochschullehrer. Er lehrte ab 1877 als Professor für Eisenbahn- und Tunnelbau an der Technischen Hochschule Hannover und war von 1886 bis 1892 Rektor dieser Hochschule.

Leben

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Dolezaleks Vorschlag: Führung der Südarme mit den Spiraltunneln bei Giornico
Datei:Gotthardtunnel Bauzug.jpg
Bauzug am Gotthardtunnel (um 1880)

Dolezalek war Sohn des kaiserlich und königlichen Finanzwache-Oberkommissars Vinzenz Dolezalek und der Amalie Pringer.<ref name="NDB">Walter Sbrezsny: Dolezalek, Carl Borromäus. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 4. Duncker & Humblot, Berlin 1959, ISBN 3-428-00185-0, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).</ref> Er besuchte das Gymnasium in Graz und begann anschließend eine technisch-wissenschaftliche Ausbildung an der Technischen Hochschule Wien. In den zehn folgenden Jahren war er in Österreich-Ungarn bei Eisenbahnbauten und -entwurfsarbeiten beschäftigt.

1868 heiratete er in Wien Adelheid Anna Frankenberger,<ref name="NDB" /> Tochter des Porträtmalers Johann Frankenberger.

1871 wurde er Oberingenieur bei der ungarischen Nord-Ost-Bahn. 1875 (andere Quellen: 1873) wurde er bis Herbst 1877 Sektionsingenieur in Göschenen beim Bau des Gotthardtunnels.<ref>Hans G. Wägli: Louis Favre (1826–1879), Erbauer des Gotthardtunnels. In: Schweizer Pioniere der Wirtschaft und Technik, Nr. 86, 2008, S. 65.</ref> Auf seinen Vorschlag ist die auffällige Führung der Südarme mit den beiden Spiraltunneln bei Giornico zurückzuführen.

Zum Oktober 1877 erhielt er einen Ruf an die Technische Hochschule Hannover als Professor für Eisenbahn- und Tunnelbau. Von 1886 bis 1892 stand er der Hochschule als Rektor vor. 1907 folgte er einem Ruf an die Technische Hochschule Berlin. Sein Nachfolger in Hannover wurde Otto Blum.<ref>Erwin Massute: Blum, Otto Leonhard. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 2. Duncker & Humblot, Berlin 1955, ISBN 3-428-00183-4, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).</ref>

In Berlin wurde Dolezalek Nachfolger Adolf Goerings auf dem Lehrstuhl für Eisenbahn- und Tunnelbau. Bis in sein 85. Lebensjahr war er als Hochschullehrer aktiv. Dolezalek war neben seinem Lehrstuhl bis zu seinem Tod als Berater, Gutachter und Vermittler in eisenbahntechnischen Fragen tätig, sein Schwerpunkt lag dabei im Bereich des Tunnelbaus.<ref>Vorlage:ZentralblBauverw</ref> Dolezalek verfasste zahlreiche Artikel für die Enzyklopädie des Eisenbahnwesens und war auch in deren Redaktionsausschuss. Er gehörte dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) und dem Berliner Bezirksverein des VDI an.<ref>Verein Deutscher Ingenieure (Hrsg.): Mitgliederverzeichnis 1914. Berlin 1914, S. 39.</ref>

Familie

Mit seiner Ehefrau Adelheid Anna Frankenberger hatte er den Sohn Carl Anton Vincens Dolezalek (1870–1952), Bauingenieur und Professor für Stahl- u. Eisenbau an der Technischen Hochschule Hannover. Sein Sohn Friedrich Dolezalek (1873–1920) war als physikalischer Chemiker Hochschullehrer unter anderem in Berlin.<ref name="NDB" /><ref>Dolezalek, Friedrich. In: Conrad Matschoss: Männer der Technik. Ein biographisches Handbuch. Hrsg.: im Auftrage des Vereines Deutscher Ingenieure. Springer, Berlin 1925, S. 58; uni-koeln.de (PDF; 2 MB).</ref>

Auszeichnungen

  • 1889: Ernennung zum Geheimen Regierungsrat.
  • 1907: Ehrendoktorwürde der Ingenieurwissenschaften der Technischen Hochschule Hannover
  • 1921: Ehrenbürger der Technischen Hochschule Berlin
  • 1923: Ehrendoktorwürde der Ingenieurwissenschaften der Technischen Hochschule Berlin

Schriften

  • Skizzen von steinernen Brücken, Stütz- und Futtermauern zu den Vorträgen des Herrn Professor Dolezalek : gehalten an der königl. techn. Hochschule zu Hannover im Studienjahre 1878/79. Oldemeyer, Hannover 1879.
  • Die Gotthardbahn. In: Hannoversche Zeitschrift, 1882.
  • Zahnbahnen, Stadtbahnen, Lokomotiven und Triebwagen für Schmalspur-, Förder-, Strassen- und Zahn-Bahnen, Betriebsmittel der Kleinbahnen und elektrischen Bahnen, Seilbahnen. Kreidel, Wiesbaden 1905. Nachdruck: Archiv-Verlag, Braunschweig 2003.
  • Der Eisenbahntunnel. Ein Leitfaden des Tunnelbaues. (Band) I. [alles Erschienene]. Mit 422 Abb. im Text u. auf 1 gefalt. Tafel (nach S. 96). Urban & Schwarzenberg, Berlin / Wien, 1919. Behandelt die „bergmännisch betriebenen, nicht aber die im offenen Betrieb, von der Oberfläche auszuführenden Tunnelbauten“ (Vorwort). Teil 2 sollte u. a. Förderung, Lüftung, Vermessungs- u. Erhaltungsarbeiten umfassen.
  • Zahlreiche Artikel in Victor von Röll (Hrsg.): Enzyklopädie des Eisenbahnwesens. 2. Auflage in 10 Bänden. Urban & Schwarzenberg, Berlin / Wien 1912–1923, DNB 560453477.

Literatur

  • C. A.: † Carl Dolezalek. In: Schweizerische Bauzeitung. Band 95/96, Nr. 7, 15. Februar 1930, S. 97, doi:10.5169/seals-43953.
  • Frevert: Geheimrat Prof. Dr. Dolezalek †. In: Die Bautechnik, 21. Februar 1930, 8. Jahrgang, Heft 8, S. 119.
  • Paul Trommsdorff: Der Lehrkörper der Technischen Hochschule Hannover 1831–1931. Hannover 1931, S. 73.
  • Walter Sbrezsny: Dolezalek, Carl Borromäus. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 4. Duncker & Humblot, Berlin 1959, ISBN 3-428-00185-0, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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Direktoren: Karl Karmarsch (1831–1875) | Wilhelm Launhardt (1875–1880)

Rektoren: Wilhelm Launhardt (1880–1886) | Carl Dolezalek (1886–1892) | Wilhelm Kohlrausch (1892–1895) | Albert Frank (1895–1898) | Heinrich Köhler (1898–1901) | Ludwig Kiepert (1901–1904) | Georg Barkhausen (1904–1907) | Hermann Ost (1907–1910) | Franz Frese (1910–1911) | Karl Mohrmann (1911–1913) | Robert Otzen (1913–1915) | Carl Heim (1915–1917) | Ludwig Troske (1917–1919) | Conrad Müller (1919–1923) | Ernst Vetterlein (1923–1925) | Fritz Oesterlen (1925–1927) | Friedrich Quincke (1927–1929) | Otto Blum (1929–1931) | Ludwig Klein (1931–1933) | Otto Franzius (1933–1934) | Horst von Sanden (1934–1937) | Hanns Simons (1937–1939) | Alexander Matting (1940–1943) | Helmut Pfannmüller (1943–1945) | Conrad Müller (1945–1947) | Otto Flachsbart (1947–1950) | Walter Großmann (1950–1951) | Hermann Deckert (1951–1952) | Walter Hensen (1952–1954) | Hans Schönfeld (1954–1956) | Johannes Schlums (1956–1957) | Walter Theilacker (1957–1958) | Wilhelm Nicolaisen (1958–1959) | Egon Martyrer (1959–1960) | Wilhelm Wortmann (1960–1961) | Hans-Oskar Wilde (1961–1963) | Albert Vierling (1963–1964) | Walter Renard (1964–1966) | Theodor Kaluza (1966–1968) | Alf Pflüger (1968–1969) | Eduard Pestel (1969–1970) | Hermann Böhrs (1970–1971) | Jürgen Wehrmann (1971–1972) | Lothar Hübl (1973–1974) | Gerhart Laage (1974–1975) | Hinrich Seidel (1975–1977) | Otwin Massing (1977–1978) | Klaus Schäfer (1978–1979)

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