Canasapura
(Śri) Cānāśapura oder Śri Canāśa ({{#invoke:Vorlage:lang|full |CODE=th |SCRIPTING=Thai |SERVICE=thailändisch}}) war vermutlich ein etwa während des 7. bis 9. Jahrhunderts bestehendes Königreich. Es wird im oberen Tal des Mae Nam Mun (Mun-Fluss), im heutigen Isan, der Nordost-Region von Thailand lokalisiert.<ref name="Higham">Higham: Encyclopedia of Ancient Asian Civilizations. 2004, S. 63.</ref>
Aus dem 7. Jahrhundert stammt eine Inschrift in Sanskrit und Khmer-Sprache aus der ausgegrabenen Stadt Mueang Sema in der Provinz Nakhon Ratchasima, die von einer Schenkung von Wasserbüffeln, Rinder und Sklaven beiderlei Geschlechts durch einen König von Sri Canasapura handelt.<ref name="Higham"/>
Eine Inschrift in Sanskrit und Khmer, die 1939 in Ayutthaya gefunden wurde<ref>Thewa Sathan ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) Seite der „History of Ayutthaya“ (auf Englisch)</ref>, datiert auf das Jahr 937 A.D., erwähnt einen König Bhagadatta von Sri Canasapura und seine zur selben Familie gehörenden Nachfolger:
- Sundaraparakrama
- Sundaravarman
- Narapatisimhavarman
- Mangalavarman (der Urheber der Inschrift)
Cānāśapura existierte vermutlich parallel zur Dvaravati-Kultur der Mon im heutigen Zentralthailand. Den in Khmer verfassten Inschriften von Bo Ika und Sri Canasa zufolge muss es an der Peripherie des Einflussgebiets von Dvaravati, einem Netzwerk von Stadtstaaten in der Chao-Phraya-Ebene, gelegen haben. Diesen Texten zufolge soll in dem Gemeinwesen sowohl Hinduismus als auch Buddhismus praktiziert worden sein. Auf diese Information stützt sich die Hypothese der Historikerin Dhida Saraya ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}})<ref>Dhida Saraya: (Sri) Dvaravati. The Initial Phase of Siam’s History. Muang Boran Publishing, Bangkok 1999. Zitiert nach Dougald J.W. O’Reilly: Early Civilizations of Southeast Asia. AltaMira Press, Lanham MD/Plymouth 2007, S. 82.</ref>, dass Cānāśapura identisch mit der Ausgrabungsstätte Si Thep in der Provinz Phetchabun sein könnte. Dort wurden nämlich sowohl hinduistische als auch buddhistische Stätten gefunden. Weitere Beweise gibt es für diese Theorie allerdings nicht.<ref>O’Reilly: Early Civilizations of Southeast Asia. 2007, S. 82.</ref> Der auf Indien und Südostasien spezialisierte Kunsthistoriker Robert L. Brown vertritt dagegen ebenso wie der Historiker und Anthropologe Srisaksa Vallibhotama die Position, dass es sich bei Mueang Sema selbst um eine wichtige Stadt, wenn nicht gar die Hauptstadt von Canāśa handelt.<ref>Brown: The Dvāravatī Wheels of the Law. 1996, S. 25, 29.</ref>
Literatur
- Charles Higham: The Civilization of Angkor. 2004.
- Charles Higham: Encyclopedia of Ancient Asian Civilizations. New York: Facts on File, New York 2004, ISBN 0-8160-4640-9. Eintrag „Canasapura“, S. 63.
- Robert L. Brown: The Dvāravatī Wheels of the Law and the Indianization of South East Asia. Brill, Leiden 1996, ISBN 90-04-10435-6.
Einzelnachweise
<references />