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Burggrafen von Kirchberg

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Datei:Kirchberg-BGr-Wappen Sm.png
Stammwappen der Burggrafen von Kirchberg nach dem Siegel von 1351

Die Burggrafen von Kirchberg waren ein deutsches Adelsgeschlecht in Thüringen.

Geschichte

Datei:Wasserburg Kapellendorf-20110400-03.JPG
Kemenate der Wasserburg Kapellendorf aus dem 14. Jh.
Datei:J Hausbergburgen.png
Die drei Kirchberg’schen Burgen auf dem Hausberg bei Jena: Greifberg – Kirchberg – Windberg

Die ursprünglichen Grafen von Kapellendorf mit Stammsitz in Kapellendorf bei Apolda wurden kurz vor 1149 von König Konrad III. zu Reichsministerialen erhoben und mit der Burggrafschaft Kirchberg bei Jena belehnt. Namensgebend ist die Burg Kirchberg auf dem Hausberg bei Jena. Sie war zuvor Kaiserpfalz und später Zentrum eines Burgwardbezirks, aus welchem die Burggrafschaft Kirchberg hervorging. Dazu gehörten auch die beiden auf dem Hausberg benachbarten Burgen Greifberg und Windberg.

In den folgenden Jahrzehnten entwickelten sich die Kirchberger zu einer der einflussreichsten Adelsfamilien im östlichen Thüringen. Im Jahr 1235 gründeten sie das Zisterzienserinnenkloster Kapellendorf und wählten es als ihre Erbbegräbnisstätte.

Der Niedergang der Burggrafen von Kirchberg setzte schon Anfang des 14. Jahrhunderts mit der Zerstörung ihrer drei Burgen auf dem Hausberg bei Jena (1304) ein. Im Jahr 1304 gerieten die Kirchberger in eine Fehde mit der Stadt Erfurt und den Wettinern, in deren Ergebnis drei der vier Burganlagen auf dem Hausberg erobert und fast vollständig zerstört wurden. In den folgenden Jahrzehnten mussten die Kirchberger nahezu ihren ganzen Besitz abtreten. 1345 bis 1358 verloren sie ihre Burgen auf dem Hausberg an die Wettiner. 1348 musste Burggraf Hartmann von Kirchberg sogar den Stammsitz, die Wasserburg Kapellendorf, aus Finanznöten an die Stadt Erfurt verkaufen.

"Die Brüder Albert und Hartung und die Brüder Otto und Albert, ihre Vettern, sämtlich Burggrafen von Kirchberg b. Jena bekennen 1356, daß sie dem Abte und der "Sammlung" des Klosters in Pforta 3 Höfe im Dorfe "zu dem Rode" -- (es ist...Freiroda gemeint) -- und 1 Hufe in dem Flur dieses Dorfes mit allen Rechten und Nutzungen, auch mit den Gerichten über Hals und Hand für ihr und ihrer Vorfahren und Nachkommen Seelenheil überlassen und für immer zugeeignet hätten."<ref>Die Grafschaft Camburg von Dr. Ewald Eichhorn, 1.Kapitel S. 47</ref>

Jedoch gewann die Familie um 1380 im weiter westlich gelegenen Kranichfeld und Farnroda neuen Besitz und war dort noch mehrere Jahrhunderte ansässig. Durch die Heirat Albrechts III. von Kirchberg<ref>Herr zu Windberg und Ziegenhain (vor 1372), Herr in Niederkranichfeld (1384/1387), Herr von Altenberge (1387), Herr von Oberkranichfeld (1412, † zw. 15. Februar 1427 und 29. Juni 1427, ▭ im Kloster Kapellendorf), Sohn von Burggraf Albrecht I. von Kirchberg (–1364) und Elisabeth (Else) von Orlamünde (–1372)</ref> mit Margareta, der Erbin von Kranichfeld,<ref>Urkundlich 1387 bis 1426, ▭ im Kloster Kapellendorf</ref> kam Kranichfeld in den Besitz der Familie und wurde Hauptsitz der Burggrafen von Kirchberg-Kranichfeld.<ref>Eduard Schmid: Geschichte der Kirchberg’schen Schlösser auf dem Hausberge bei Jena. Verlag J.K.G. Wagner, 1830, Original von: Harvard University, Digitalisiert: 17. Nov. 2008 books.google.de S. 65, abgerufen am 19. Februar 2014.</ref> Mitte des 15. Jahrhunderts erfolgte der Verkauf von Schloss und Herrschaft Ober-Kranichfeld 1453 an das Haus Reuß, in das eine Tochter aus dem Hause Kirchberg eingeheiratet hatte. Die Unterherrschaft (Nieder-Kranichfeld) hingegen kam 1455 an die Grafen von Gleichen-Blankenhain.

1714 erwarben die Burggrafen von Kirchberg durch Heirat mit einer Gräfin von Manderscheid-Blankenheim die Reichsgrafschaft Sayn-Hachenburg und residierten bis 1799 auf Schloss Hachenburg im Westerwald.

Mitglieder des Geschlechts

  • Christian von Kirchberg (1726–1772), Richter am Reichskammergericht
  • Hartmann II. von Kirchberg (* um 1466; † 1. April 1529), 1513 bis 1521/29 Fürstabt von Fulda
  • Konrad von Kirchberg (gest. 1375), genannt "von Wallhausen", Kanzler (Protonotar) der Markgrafen von Meißen. Später bekleidete er hohe geistliche Würden und starb 1375 als Bischof von Meißen<ref>Otto Posse: "Die Urahnen des Fürstlichen und Gräflichen Hauses Schönburg", Dresden 1914, Buchdruckerei der Wilhelm und Bertha v. Baensch-Stiftung, Konrad von Kirchberg, wettinischer Kanzler, Bischof von Meißen bis 1375, S. 4</ref>.
  • Heinrich von Kirchberg (um 1225/1233-nach 1282), Jurist

Burgen und Besitzungen

Wappen

Ein Siegel vom Jahre 1351 zeigt auf Schwarz zwei silberne Pfähle und auf dem Helm eine silberne Federkugel. Das silberne Stammwappen hat drei schwarze Pfähle. Der Helm mit Wulst, darauf ein Stulphut der mit einem Federbusch besteckt ist. Das gräfliche Wappen ist geviert, 1 u. 4, auf Silber ein schwarzer gekrönter Löwe (als Zeichen der Grafenwürde für die Burggrafschaft Thüringen), in 2 u. 3 das Stammwappen.

Stammliste

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Siehe auch

Sagen und Romane

Ferdinand Köcher: Die Burggrafen von Kirchberg. Verlag Beier & Beran, Langenweißbach 2025, 288 S., ISBN 978-3-910141-15-5 (romanartige Erzählung der Kirchberger Fehde mit der Stadt Erfurt im 14. Jh.)

Literatur

  • Heinrich Friedrich Avemann, Vollständige Beschreibung des uralten und weitberühmten Hochgräflichen Geschlechts der Herren Reichsgrafen und Burggrafen von Kirchberg in Thüringen, Frankfurt am Mayn : Stock & Schilling, 1747 https://www.digitale-bibliothek-mv.de/viewer/toc/PPN827726287/7/-/
  • Johann Gottfried von Meiern: Vorrede zu H. F. Avemanns vollständige Beschreibung des Gräflichen Geschlechts der Reichsgrafen und Burggrafen von Kirchberg in Thüringen. Frankfurt am Main 1747.
  • Eduard Schmid, J.K.G. Wagner: Geschichte der Kirchberg’schen Schlösser auf dem Hausberge bei Jena: Nach Urkunden und anderen Nachrichten, 1830 Digitalisat
  • Hans-Ulrich Barsekow: Die Hausbergburgen über Jena und die Geschichte der Burggrafen von Kirchberg. Jena 1931.
  • Matthias Rupp: Die vier mittelalterlichen Wehranlagen auf dem Hausberg bei Jena. Jena 1995.
  • Markus Müller: Gemeinden und Staat in der Reichsgrafschaft Sayn-Hachenburg 1652–1799 (Beiträge zur Geschichte Nassaus und des Landes Hessen Bd. 3), zugl. Siegen Univ. Diss. 2004, Wiesbaden, 2005, S. 122, 330. ISBN 978-3-930221-14-1.

Anmerkungen

<references />