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Bromoxynil

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Vorlage:Infobox Chemikalie

Bromoxynil ist ein Pflanzenschutzwirkstoff und eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Benzonitrile und organischen Bromverbindungen.

Geschichte

Bromoxynil wurde 1965 in den USA zum ersten Mal als Herbizid registriert. Ab 1972 wurden dort Grenzwerte für das Vorhandensein in Fleischprodukten und 1980 in Obst und Gemüsen erlassen. Es kommt auch in Form eines Butyrat-, Octanoat- oder Heptanoat-Derivates zum Einsatz, wobei jedoch die Zulassung des Butyrat-Derivates 1989 wegen Bedenken zu dessen Gefährlichkeit zurückgenommen wurde.<ref name="EPA" />

Gewinnung und Darstellung

Bromoxynil kann durch Reaktion von 4-Hydroxybenzaldehyd mit Brom und anschließende Reaktion mit Hydroxylamin gewonnen werden.<ref>Thomas A. Unger: Pesticide synthesis handbook, ISBN 978-0-81551401-5, S. 816 (Vorlage:Google Buch).</ref>

Eigenschaften

Bromoxynil ist ein schlecht in Wasser löslicher Feststoff.<ref name="GESTIS" /> Bromoxynil-octanoat und Bromoxynil-heptanoat sind braune kristalline Feststoffe mit einem Schmelzpunkt von etwa 44 °C.

Die Ester sind in Wasser praktisch unlöslich. Bromoxynil-octanoat ist löslich in Aceton und Ethanol (10 g/100 ml), Benzol und Xylol (70 g/100 ml), Chloroform und Dichlormethan (80 g/100 ml) sowie Cyclohexanon (55 g/100 ml). Bromoxynil-heptanoat ist löslich in 1-Octanol (33,8 g/100 ml), Methanol (52,4 g/100 ml), Hexan (77,5 g/100 ml), Dichlormethan (111,1 g/100 ml), Aceton (106,4 g/100 ml) und Ethylacetat (102,7 g/100 ml). Die Octansäure- und Heptansäureester hydrolysieren leicht zu Bromoxynil unter alkalischen Bedingungen.<ref name="EPA" />

Verwendung

Datei:Bromoxynil USA 2011.png
Geschätzte Ausbringungsmenge in den USA 2011

Bromoxynil wird als Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln verwendet.<ref name="GESTIS" /> Es ist ein selektives auf dem Laub angewandtes Herbizid, um verschiedene Gräser und zweikeimblättrige Blattunkräuter (vor allem bei Getreide und Mais im Nachauflauf) einzudämmen. Der Stoff hemmt den photosynthetischen Elektronentransport (Hill-Reaktion) und beeinflusst auch die oxidative Phosphorylierung in den Mitochondrien. Dadurch wird die Energieproduktion und die Atmung der Pflanzen beeinträchtigt.<ref name="EPA">United States Environmental Protection Agency: Reregistration Eligibility Decision of Bromoxynil (PDF; 989 kB), abgerufen am 8. Juni 2011.</ref> Einige Pflanzen besitzen durch das Enzym Bromoxynil-Nitrilase (Vorlage:EC)<ref group="S">Vorlage:Substanzinfo</ref> eine Resistenz gegen das Herbizid. Vorlage:Absatz

Zulassungsstatus

In der Europäischen Union, darunter auch in Deutschland und Österreich war Bromoxynil in Pflanzenschutzmitteln zugelassen. Zum 11. September 2020 trat die Durchführungsverordnung (EU) 2020/1276 in Kraft. In dieser ist geregelt, dass alle Mitgliedstaaten bis spätestens 14. März 2021 die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln mit Bromoxynil widerrufen sollen. Die Aufbrauchfrist endete zum 14. September 2021.<ref>Vorlage:CELEX</ref>

Heute sind in der Europäischen Union und der Schweiz keine Bromoxynil-haltigen Präparate mehr zugelassen.<ref name="PSM">Vorlage:PSM-Verz</ref>

Sicherheitshinweise

Bromoxynil ist ähnlich wie das verwandte Ioxynil bei Säugetieren nur mäßig giftig, jedoch stark giftig für Fische.<ref>György Matolcsy, Miklós Nádasy, Viktor Andriska, Sándor Terényi: Pesticide chemistry, Band 32, ISBN 978-0-44498903-1, S. 589.</ref>

Literatur

  • Barbara Schaller: Untersuchungen zum Metabolismus von Bromoxynil in ausgewählten pflanzlichen Systemen. Universität Halle, Dissertation, 1990.

Einzelnachweise

<references />

Externe Links zu erwähnten Verbindungen

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