Breitblättriger Hohlzahn
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| Breitblättriger Hohlzahn | ||||||||||||
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| Datei:Galeopsis ladanum Sturm32.jpg
Breitblättriger Hohlzahn (Galeopsis ladanum), Illustration | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Galeopsis ladanum | ||||||||||||
| L. |
Der Breitblättrige Hohlzahn (Galeopsis ladanum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Hohlzahn (Galeopsis) innerhalb der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).
Andere Bezeichnungen sind oder waren Ackerhohlzahn<ref>Christoph Needon, Johannes Petermann, Peter Scheffel, Bernd Scheiba, Pflanzen und Tiere, Urania-Verlag Leipzig Jena Berlin, 16. Auflage 1987, ISBN 3-332-00111-6, Seite 108</ref>, Ackerandorn, Ackerhanfnessle (Berner Oberland), rotes Alyssenkraut, brauner Andorn (Schlesien), Beschreikraut (Henneberg), Daun bzw. Daunle (Luzern), Klaffen (Berner Oberland), Kornluege (Luzern), Kornwirt, Kornwuth (Elsass), Luege (Luzern) und Zeisigkraut (Henneberg).<ref>Carl Jessen, Die deutschen Volksnamen der Pflanzen, Verlag von Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 157</ref>
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Der Breitblättrige Hohlzahn ist eine einjährige krautige Pflanze (Therophyt), die Wuchshöhen von meist 10 bis 40, selten bis zu 80 Zentimetern erreicht. Sein aufrechter, verzweigter Stängel besitzt eine rückwärts anliegende flaumige Behaarung (Trichome) und oberwärts dunkelköpfigen Drüsen.
Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Die einfache Blattspreite ist 6 bis 16 Millimeter breit und besitzt beidseits drei bis sieben grobe Zähne.
Generative Merkmale
Die Blütezeit liegt zwischen Juni und Oktober. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die karminrote und 2 cm lange Blütenkrone ist doppelt so lang wie der Kelch. Die Kronröhre ragt wenig aus dem Kelch hervor. Die Kelchröhre ist deutlich genervt, locker abstehend und drüsig behaart. Die Kelchhaare sind glatt oder fein punktiert.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.<ref name="Oberdorfer2001" />
Vorkommen
Der Breitblättrige Hohlzahn kommt im westlichen Eurasien vor und ist in Nordamerika ein Neophyt. In Europa liegt die Nordgrenze seines geschlossenen Areals in Südskandinavien bei etwa 62° nördlicher Breite, einzelne Vorkommen treten bis etwa 68° nördlicher Breite auf. Südwärts findet man ihn von den Pyrenäen (isolierte Vorkommen bis Südspanien) über Süditalien bis Bulgarien. Er kommt in fast allen Ländern Europas vor und fehlt nur in Portugal, Irland, Island, Griechenland, Moldau und im europäischen Teil der Türkei. Auf den Britischen Inseln kommt er ein Neophyt vor.<ref name="POWO" />
Der Breitblättrige Hohlzahn braucht basischen Untergrund. Er besiedelt Steinschutthalden und Bahnschotter, seltener steinige Brachen. Im östlichen Teil des mitteleuropäischen Tieflands, in den Mittelgebirgen und alpinen Gebieten mit basischen Böden wächst er selten, aber zuweilen in lockeren Beständen. Er steigt in Tirol bis in Höhenlagen von etwa 1640 Meter auf, im Engadin im Val Languard bis 2300 Meter und im Kanton Wallis mehrfach bis 2400 Meter auf.<ref name="HegiGams1964" /> Er ist eine Charakterart der Steinschutt- und Geröllgesellschaften (Thlaspietea rotundifolii).<ref name="Oberdorfer2001" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz für Galeopsis ladanum subsp. ladanum: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 2+ (unter-subalpin und ober-montan), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
Systematik
Die Erstveröffentlichung von Galeopsis ladanum erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, Seite 579.
Je nach Autor gibt es wenige Unterarten:<ref name="POWO" />
- Schmalblättriger Hohlzahn (Galeopsis ladanum subsp. angustifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />(Ehrh. ex Hoffm.) Gaudin, Syn.: Galeopsis angustifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />Ehrh. ex Hoffm.): Sie kommt in Europa und kam früher auch in Marokko vor.<ref name="POWO" /> Sie wird meist als eigenständige Art betrachtet.
- Galeopsis ladanum subsp. carpetana <templatestyles src="Person/styles.css" />(Willk.) O.Bolòs & Vigo: Sie kommt in Spanien vor.<ref name="POWO" />
- Galeopsis ladanum (<templatestyles src="Person/styles.css" />L.) subsp. ladanum: Sie kommt von Europa bis Zentralasien vor.<ref name="POWO" />
Literatur
Einzelnachweise
<references> <ref name="POWO"> Galeopsis ladanum. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Galeopsis ladanum L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="HegiGams1964"> Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 4. Verlag Carl Hanser, München 1964. S. 2460–2461. </ref> </references>