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Breitblättriger Dornfarn

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Breitblättriger Dornfarn
Datei:Dropteris dilatata 1.jpg

Breitblättriger Dornfarn (Dryopteris dilatata)

Systematik
Farne
Klasse: Echte Farne (Polypodiopsida)
Ordnung: Tüpfelfarnartige (Polypodiales)
Familie: Wurmfarngewächse (Dryopteridaceae)
Gattung: Wurmfarne (Dryopteris)
Art: Breitblättriger Dornfarn
Wissenschaftlicher Name
Dryopteris dilatata
(Hoffm.) A.Gray

Der Breitblättriger Dornfarn, auch Großer Dornfarn (Dryopteris dilatata, Syn.: Dryopteris austriaca) ist eine verbreitete Pflanzenart aus der Gattung der Wurmfarne (Dryopteris) innerhalb der Familie der Wurmfarngewächse (Dryopteridaceae). Sie ist in gemäßigten Gebieten auf der Nordhalbkugel weit verbreitet.

Beschreibung

Datei:Dryopteris dilatata sl34.jpg
Blatt
Datei:Dropteris dilatata 2.jpg
Blattunterseite
Datei:Brede stekelvaren sporenhoopjes (Dryopteris dilatata).jpg
Sori
Datei:Dryopteris dilatata sl16.jpg
Spreuschuppe am Wedelstiel

Die überhängenden Wedel des sommergrünen Farns sind in Rosetten angeordnet. Die Wedel besitzen eine Länge von 10 bis 150 Zentimetern und eine Breite von 4 bis 40 Zentimetern.<ref name="Fraser-JenkinsReichstein1984" /> Der Blattstiel ist halb so lang bis so lang wie die Spreite, ist bis 5 Millimeter dick, strohgelb bis hell-gelbbraun und dicht mit eiförmig-lanzettlichen, hellbraunen, in der Mitte dunkelbraunen, 16 bis 20 Millimeter langen Spreuschuppen besetzt.<ref name="Fraser-JenkinsReichstein1984" /> Das Blatt ist drei- bis vierfach gefiedert, von dreieckigem bis ovalem Umriss (Name) und läuft spitz zu. Seine Oberseite ist dunkelgrün. Die eckigen Fiederblättchen sind am Rand sehr fein stachelspitzig gesägt. Die Blattspreite setzt sich auf jeder Seite aus 15 bis 25 Fiedern zusammen, die sämtliche in fast gleichen Abständen einander genähert sind und nur das unterste Paar ist abgerückt, kurz gestielt und dreieckig-eiförmig.<ref name="Fraser-JenkinsReichstein1984" /> Die Sporenbehälter sitzen zweireihig auf der Unterseite der sporentragenden Wedel. Sie haben einen Durchmesser von 0,5 bis 1 Millimeter. Das Indusium ist besonders am Rand drüsig.<ref name="Fraser-JenkinsReichstein1984" />

Der Breitblättrige Dornfarn ist dem Gewöhnlichen Dornfarn recht ähnlich, besonders wenn die Wedel jung und noch ohne Sporenbehälter sind. Das beste Unterscheidungsmerkmal sind die Schuppen am Blattstiel; sie sind beim Gewöhnlichen Dornfarn nur hellbraun und haben keinen dunkelbraunen Mittelteil.

Der Breitblättrige Dornfarn besitzt die Chromosomenzahl 2n = 164. Er ist allotetraploid. Zwei seiner Genome stammen vom Feingliedrigen Dornfarn (Dryopteris expansa), die zwei anderen vermutlich von der nordamerikanischen Art Dryopteris intermedia.

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet von Dryopteris dilatata umfasst die gemäßigten Gebiete Europas, die Gebirgslagen in Südeuropa, den Kaukasus, erstreckt sich über Sibirien bis Kamtschatka, Sachalin und Nordamerika. In Europa kommt er in fast allen Ländern vor; er fehlt nur in Montenegro; in Albanien und auf den Azoren ist seine Ursprünglichkeit zweifelhaft.<ref name="Euro+Med" />

Der Breitblättrige Dornfarn gedeiht in feuchten, schattigen Wäldern auf meist kalkarmen, sandigsteinigen Böden vor. Seinen Schwerpunkt hat er in hochmontanen Buchen- oder Fichtenwäldern. Er gedeiht in Gesellschaften der Verbände Fagion, Quercion roboris und Adenostylion und der Unterverbands Vaccinio-Abietenion.<ref name="Oberdorfer2001" /> In den Allgäuer Alpen steigt er am Kegelkopf in Bayern bis zu 1900 Metern Meereshöhe auf,<ref name="Dörr und Lippert" /> sonst steigt sie in dem Alpen bis 2000 Meter auf.<ref name="Fraser-JenkinsReichstein1984" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+w (feucht aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 2 (schattig), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 2+ (unter-subalpin und ober-montan), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie und Systematik

Der Breitblättrige Dornfarn wurde 1796 durch Georg Franz Hoffmann als Polypodium dilatatum in Deutschlands Flora, Theil 2, S. 7 erstbeschrieben. Die Art wurde 1848 von Asa Gray in Manual of the Botany of the Northern United States ... S. 631 als Dryopteris dilatata <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hoffm.) A.Gray in die Gattung Dryopteris <templatestyles src="Person/styles.css" />Adans. gestellt.<ref name="Euro+Med" /> Synonyme der Art sind Aspidium dilatatum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hoffm.) Sm., Aspidium spinulosum var. muticum <templatestyles src="Person/styles.css" />A.Braun ex Döll, Dryopteris austriaca ssp. dilatata <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hoffm.) Schinz & Thell., Dryopteris carthusiana subsp. dilatata <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hoffm.) O.Bolòs, Vigo, Masalles & Ninot, Dryopteris spinulosa ssp. dilatata <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hoffm.) C.Chr. und Polystichum dilatatum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hoffm.) Schumacher.<ref name="Hassler2020" />

Es können zwei Unterarten unterschieden werden:<ref name="Hassler2020" />

  • Dryopteris dilatata subsp. dilatata
  • Dryopteris dilatata subsp. lusitanica <templatestyles src="Person/styles.css" />Fraser-Jenk., Andreis & Vasco Silva: Diese 2021 erstbeschriebene Unterart kommt in Portugal vor.<ref name="Euro+Med" />

Quellen

Literatur

Weiterführende Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Dörr und Lippert">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 75.</ref> <ref name="InfoFlora"> Dryopteris dilatata (Hoffm.) A. Gray In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Hassler2020">Michael Hassler: Taxon in Suchmaske eintragen bei World Ferns. - Synonymic Checklist and Distribution of Ferns and Lycophytes of the World. Version 12.10 vom Februar 2022.</ref> <ref name="Fraser-JenkinsReichstein1984">Christopher R. Fraser-Jenkins, Tadeus Reichstein: Dryopteris. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band I, Teil 1. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1984, ISBN 3-489-50020-2. Seite 161–162.</ref> <ref name="Euro+Med">Maarten J. M. Christenhusz & E. von Raab-Straube (2013+): Polypodiopsida. Datenblatt Dryopteris dilatata In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.</ref> </references>

Weblinks